Veranstaltungen

Tagung: "Universitätsbau - Prinzip und Wandel"

Am Samstag, den 27. Oktober 2012, laden Prof. Dr. Frank Göttmann, Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit, und Prof. Dr. Eva-Maria Seng, Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO, zur 21. Tagung aus der Reihe "Fragen der Regionalgeschichte" ein.

Die alljährige Veranstaltung findet diesmal im Rahmen der Feierlichkeiten zum 40jährigen Bestehen der Universität und daher eine Woche früher als üblich statt.

Wie jedes Jahr, wird auch diesmal von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr im Auditorium maximum der Universität Paderborn getagt.

Die Entwicklung der Universität war seit ihren Anfängen davon bestimmt, in welchen Gebäuden sie untergebracht war, welche Anforderungen Fächer und Fakultäten an Lage, Ausstattung und Beschaffenheit der Räumlichkeiten für Lehre, Forschung und Verwaltung, für die Unterbringung des Lehrpersonals und die Studierenden stellten. Wurden dafür bestehende Gebäude „umgenutzt“, wurden neue Zweckbauten errichtet? Im Universitätsbau spiegeln sich sowohl die Entwicklung von Wissenschaft und Studium, als auch der Wandel des Stellenwerts der Universität für Gesellschaft und Staat. Hierbei sind Faktoren wie die architektonische Ausführung, die raumplanerische Anlage und Lokalisierung, die Integration in das städtische Raum- und Sozialgefüge zu beachten. Das Jubiläum der zweiten, vor 40 Jahren in Paderborn gegründeten Universität gibt willkommenen Anlass, über diese Perspektiven und Fragen gerade in Zeiten des tiefgreifenden Wandels des Universitätswesens nachzudenken.

Faltblatt

Pressemitteilung: Wanderausstellung „Tausend Jahre Wissen – Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey“

Am 9. November 2011 wurde die dritte Station der Wanderausstellung „Tausend Jahre Wissen – Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey“ im Landgrafenschloss Marburg eröffnet.

Die Ausstellung, die am Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO an der Universität Paderborn konzipiert wurde, steht unter der Schirmherrschaft von Hannelore Kraft, der Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen. Nach den Präsentationen in Corvey und Bonn wird nunmehr die dritte Station in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Marburg und dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität durchgeführt.

Thema der Ausstellung ist das immaterielle kulturelle Erbe der ehemaligen Benediktinerabtei im heutigen Nordrhein-Westfalen, das als bedeutendes kulturelles Zentrum der Produktion, Speicherung und Vermittlung von Wissen seit dem frühen Mittelalter bis in die Neuzeit gilt. Die Reichsabtei in Corvey befand sich einst an politisch und kulturell exponierter Lage im Osten des Fränkischen Reiches und gehört zu den prominenten Klöstern aus karolingischer Zeit. Im Mittelpunkt der Wanderausstellung steht die Klosterbibliothek mit ihren großen und vielfältigen Buchbeständen, die Corvey rückblickend als universelles Wissensarchiv mit einem hohen theologischen, kulturellen und historischen Anspruch erscheinen lassen. Die vor zweihundert Jahren im Zuge der Säkularisation aufgelöste Klosterbibliothek der ehemaligen Reichsabtei, deren Bestände vornehmlich an weltliche Institutionen – unter anderen auch 1812 an die Universität Marburg – überführt wurden, konnte in einem zweijährigen Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Materielles und Immaterielles Kulturerbe der Universität Paderborn bereits teilweise rekonstruiert und auf einer Internetplattform (www.nova-corbeia.upb.de) virtuell wieder zusammengeführt werden.

Die Wanderausstellung „Tausend Jahre Wissen“ wird in diesem Zusammenhang nun an den Orten präsentiert, an denen sich heute Bestände aus Corvey befinden. Bei der dritten Station in Marburg können erstmals die Corveyer Buchbestände wieder real zusammengeführt werden, die nach der Auflösung der Klosterbibliothek in die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek Paderborn und in die Universitätsbibliothek Marburg kamen. In Vorbereitung der Ausstellung wurden von einem Expertenteam umfangreiche Recherchen speziell zu den Corveyer Büchern in Marburg unternommen, die einerseits Aufschluss über den tatsächlichen Umfang des Bücherkonvoluts gaben, der nach neuesten Ergebnissen weitaus größer ist, als bisher bekannt war. Andererseits lieferten die Untersuchungen zahlreiche neue Erkenntnisse über den dort erhaltenen Bestand und damit zur Gesamtstruktur und der Corveyer Klosterbibliothek.

Die Marburger Ausstellung präsentiert umfangreich die wertvollsten und interessantesten Handschriften, Inkunabeln und frühneuzeitlichen Drucke aus den beiden größten zusammenhängenden Konvoluten an Corveyana aus Marburg und aus Paderborn und präsentiert damit einzigartige Zeugnisse einer tausendjährigen abendländischen Bildungs- und Mediengeschichte.

Informationen:

Ausstellungszeitraum: 10. November 2011 bis 12. Februar 2012

Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg im Landgrafenschloss Marburg, Schloss 1, 35037 Marburg

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-16 Uhr

Am 24.12.2011 und 1.1.2012 geschlossen, am 25./26./31.12.2011 geöffnet.

Führungen:

So, 20. November 2011, 14 Uhr, Dr. Bernd Reifenberg „Spuren einer barocken Klosterbibliothek“ (Voranmeldung im Literaturland-Büro, Tel.: 069-155 4960)

So, 15. Januar 2011, 14 Uhr, Anja Jackes M.A. „Tausend Jahre Wissen“ (Treffpunkt Foyer Museumskasse)

Tagung: "Die Landschaft in Westfalen. Kultur- — Natur- — Wirtschafts- —Erfahrungsräume"

Am Samstag, den 5. November 2011, laden Prof. Dr. Frank Göttmann, Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit, und Prof. Dr. Eva-Maria Seng, Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO, zur 20. Tagung aus der Reihe "Fragen der Regionalgeschichte" ein.
Die Tagung findet von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr im Auditorium maximum der Universität Paderborn statt.

Auch ohne die jüngere rege Diskussion über die Frage des Raumes in den unterschiedlichen Wissenschaftsdisziplinen (u.a. Sozial-, Raum-, Geschichts-, Literatur-, Kunst- und Kulturwissenschaften), die theoretisch und methodisch in der Ausrufung des sog. spacial turn gipfelte, weist die Beschäftigung mit der „Landschaft“ als Wahrnehmungs- und Empfindungsraum, als Raum der Auseinandersetzung mit der „wilden Natur“ und der materiellen und mentalen Existenzgrundlage des Menschen auf eine jahrhundertelange europäische Tradition zurück. Vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftspolitischen Diskussionen über die Glokalisierung der modernen Lebensbedingungen und ‑bezüge sollen auf der Tagung, getreu der die Veranstaltungsreihe prägenden Ausrichtung auf den weiteren Wirkungsraum unserer Universität, die Fragstellungen, welche die genannten Aspekte implizieren, vornehmlich an Beispielen des Raumes Westfalen behandelt werden. Die vorgesehenen Vorträge werden nach einer allgemeinen theoretisch-methodischen Vorklärung die Entwicklung der politischen Landschaft und der Ausbildung von Grenzen seit dem Mittelalter, die naturräumliche Gliederung Nordwestdeutschlands, die Frage der Identifizierung von Kulturlandschaft bzw. Kulturlandschaften aufgrund kunstgeschichtlich relevanter Denkmale, die Landschaft als „Umwelt“ unter die Perspektive von Umweltwissenschaft und ‑geschichte und das Problem westfälischer landsmannschaftlicher Identität behandeln.

Faltblatt

Wanderausstellung „Tausend Jahre Wissen - Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey”

Freitag, 03. Juni 2011
18.00 Uhr
Museum Höxter-Corvey

Am Freitag, den 3. Juni 2011, wird im Kaisersaal des Museums Schloss Corvey um 18.00 Uhr die Wanderausstellung „Tausend Jahre Wissen – Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey" feierlich eröffnet. Die Ausstellung wird eingeführt durch Prof. Dr. Eva-Maria Seng, Inhaberin des Lehrstuhls für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO, Universität Paderborn und Anja Jackes, Kuratorin der Ausstellung. Es begrüßen Dr. Claudia Konrad, Leiterin des Museums Schloss Corvey und Alexander Fischer, Bürgermeister der Stadt Höxter. Alle Interessierten sind zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen.

Die am Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO an der Universität Paderborn konzipierte Wanderausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen, Hannelore Kraft, und dauert von Juni 2011 bis August 2012. Die sukzessive aufeinanderfolgenden Ausstellungsorte sind neben Corvey außerdem Bonn, Marburg, Münster, Wolfenbüttel und Ziesar.

Thema der Ausstellung ist das immaterielle kulturelle Erbe von Corvey, eines bedeutenden kulturellen Zentrums der Produktion, Speicherung und Vermittlung von Wissen seit dem frühen Mittelalter bis in die Neuzeit. Die Reichsabtei in Corvey befand sich einst an politisch und kulturell exponierter Lage im Osten des fränkischen Reiches und gehört zu den bedeutendsten Klöstern aus karolingischer Zeit. Im Mittelpunkt der Wanderausstellung steht die Klosterbibliothek mit ihren großen und vielfältigen Buchbeständen, die Corvey rückblickend als universelles Wissensarchiv mit einem hohen theologischen, kulturellen und historischen Anspruch erscheinen lassen.

Die vor 200 Jahren im Zuge der Säkularisation aufgelöste Klosterbibliothek der ehemaligen Reichsabtei Corvey, deren Bestände vornehmlich an weltliche Institutionen überführt wurden, konnte in einem zweijährigen Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Materielles und Immaterielles Kulturerbe der Universität Paderborn bereits teilweise rekonstruiert werden.

Mit dieser bundesweiten Wanderausstellung werden der Öffentlichkeit erstmals auf umfassende Weise die einzigartigen Zeugnisse einer 1000jährigen abendländischen Bildungs- und Mediengeschichte – Handschriften, Inkunabeln und Drucke – gezeigt. Neben einer Auswahl aus dem umfänglichen Konvolut der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek in Paderborn wird die Exposition an jeder Station um jeweils am Ort vorhandene und bedeutende Corveyana erweitert. Die Bücher reisen zu den Büchern und werden damit wieder in ihren ursprünglichen Bibliothekskontext eingebettet. Von den kostbarsten und für die weitere Forschung wichtigsten Schriften und Büchern der katalogisierten und erforschten Corveyer Bestände wurden außerdem hochwertige Digitalisate erstellt. Diese Daten werden im Rahmen der Ausstellung virtuell auf der eigens konzipierten Internetplattform „Nova Corbeia - Die virtuelle Bibliothek Corvey“ präsentiert, wo auch in Zukunft die ehemalige Bibliothek der Benediktiner in innovativer Weise im ursprünglichen Zusammenhang recherchier- und benutzbar sein wird.

Symposium "Die Reichsabtei Corvey" 

Unter dem Titel „Die Reichsabtei Corvey" findet am Freitag, den 10.12.2010, ab 13.00 Uhr ein Symposium an der Universität Paderborn statt.

Im Rahmen verschiedener Vorträge und Diskussionen von Historikern, Kunsthistorikern, Archäologen und Denkmalpflegern aus ganz Deutschland soll neben der bauhistorischen Bedeutung der Klosteranlage auch die immaterielle Relevanz im Hinblick auf eine Eintragung Corveys in die Liste des Weltkulturerbes im Zentrum der Veranstaltung stehen. Als karolingische Gründung wurde von Corvey aus nicht nur die Missionierung weiter Teile Norddeutschlands bis nach Skandinavien betrieben, sondern das Kloster diente ebenfalls als wichtige Ausbildungsstätte adliger Söhne und besaß eine Bibliothek mit herausragenden Objekten der Buch- und Schreibkunst seit der Antike. Zusätzlich war das Kloster ein wichtiger Stützpunkt der Könige am Hellweg, weshalb das Verhältnis von Kloster und Reich bzw. das Verhältnis Corveys zu anderen Reichsklöstern ebenfalls thematisiert werden wird.

Zudem wird erstmals die Internetplattform „Nova Corbeia – Die virtuelle Bibliothek Corvey" präsentiert. Diese Plattform wurde innerhalb des Projektes „Kulturerbe-Sakralbauten" am Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO der Universität Paderborn, im Teilprojekt „Kloster und Schloss Corvey als Orte abendländischer Bildungs- und Mediengeschichte, entwickelt. Ziel des Projektes war die Rekonstruktion der Bibliothek der ehemaligen Reichsabtei in Kooperation mit der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn. Von den kostbarsten und für die weitere Erforschung wichtigsten Schriften und Büchern wurden hochwertige Digitalisate erstellt und auf der Internetplattform zusammengeführt. Somit werden sie nun weltweit recherchierbar.

Das Symposium wird vom Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO, unter der Leitung von Prof. Dr. Eva-Maria Seng, organisiert und vom Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes NRW unterstützt. Veranstaltungsort ist das Gebäude P, Raum P 1.301. Alle Interessierten sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen.

Das Programm findet sich hier.

Tagung: "Synagogenbau in Westfalen von den Anfängen bis in die Gegenwart"

Am Samstag, den 6. November 2010, laden Prof. Dr. Frank Göttmann, Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit, und Prof. Dr. Eva-Maria Seng, Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO, zur 19. Tagung aus der Reihe "Fragen der Regionalgeschichte" ein.
Die Tagung findet von 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr im Auditorium maximum der Universität Paderborn statt.

Über die gesellschaftspolitische Relevanz der Beschäftigung mit der jüdischen Geschichte bedarf es keiner großen Ausführungen. Gerade die Synagogen besitzen als Bezugspunkte und Zentren des jüdischen Kultus, jüdischer Sozialität und jüdischen Selbstverständnisses eine nicht zu unterschätzende symbolische Bedeutung. Sie standen seit der quellenmäßigen Faßbarkeit jüdischen Lebens im alten Europa im Mittelpunkt der Auseinandersetzungen über Integration und Ausgrenzung der jüdischen Minderheit in Gesellschaft, Politik und Kultur. Derartige Prozesse spiegeln sich vom Mittelalter bis zur Gegenwart immer wieder in den Extremen des Baus oder der gewaltsamen Zerstörung von Synagogen - von den Pogromen zur Zeit der Kreuzzüge über die Einrichtung von Synagogen und Beträumen in der Frühen Neuzeit und im Zuge der sogenannten Judenemanzipation im 19. Jahrhundert hin zur nationalsozialistischen Reichspogromnacht 1938; und schließlich korrespondieren die Synagogenneubauten der letzten Jahre in NRW mit der Zuwanderung von Menschen jüdischen Glaubens aus den ehemaligen Ostblockstaaten. Das damit angesprochene Fragenspektrum soll in den geplanten Vorträgen der Tagung aus unterschiedlichen Perspektiven aufgegriffen werden.

Programm

Tagung "Zwei Jahrzehnte Mauerfall - Spiegelungen in Gesellschaft und Kultur" 

Am Samstag, den 07. November 2009, laden Prof. Dr. Frank Göttmann, Lehrstuhl für Geschichte der Frühen Neuzeit, und Prof. Dr. Eva-Maria Seng, Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO, zur 18. Tagung aus der Reihe "Fragen der Regionalgeschichte" ein.
Die Tagung findet ab 9.00 Uhr im Auditorium maximum der Universität Paderborn statt. Interessenten sind herzlich willkommen.

Das Tagungsprogramm findet sich hier.

Tagung „Der Kirchenbau zwischen Sakralisierung und Säkularisierung - im 17./18. Jahrhundert und heute
Rückblick auf die Veranstaltung des Lehrstuhls für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO, Prof. Dr. Eva-Maria Seng, am 3. und 4. Juli 2009 

 

Im Rahmen des Projekts „Kulturerbe - Sakralbauten" / Teilprojekt „Säkularisierung - Resakralisierung" veranstaltete der Paderborner Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO eine Tagung, zu der sich ca. 60 Teilnehmer – Historiker, Theologen, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger aus Deutschland und Polen – zu Vorträgen und Gesprächen über Säkularisierung und Sakralität von Kirchenbauten und Kirchenräumen in Vergangenheit und Gegenwart versammelten. 

Nach der Einführung in die Thematik durch Gastgeberin Eva-Maria Seng (Paderborn) lenkte der Vortrag des Historikers Hartmut Lehmann (Kiel) den Blick zunächst auf das historische Phänomen der Säkularisierung und seine heutige Bedeutung. Danach folgten Beiträge von Meinrad von Engelberg (Darmstadt) und Gerd Brüne (Paderborn), die sich Säkularisierungstendenzen am Beispiel katholischer Kirchen des Spätbarock und Klassizismus widmeten.

Der zweite Tag begann mit dem polnischen Kunsthistoriker Jan Harasimowicz (Wrocław). Er gab einen Überblick über die unterschiedlichen Modelle und Traditionen, die den frühneuzeitlichen Kirchenbau der Protestanten in Europa prägten und die in der Dresdener Frauenkirche kulminierten. Nach dieser allgemeinen Perspektive folgten im Gegenzug Überlegungen zum Kanzelaltar, einem charakteristischen Merkmal in der Ausstattung von protestantischen Kirchen im 18. Jahrhundert, durch die Historikerin Renate Dürr (Kassel). Sie verdeutlichte an diesem Beispiel den geradezu dialektischen Zusammenklang von einerseits sakralen, andererseits säkularen Vorstellungen und Motivationen. Dagegen übte die Kunsthistorikerin Kathrin Ellwardt (Karlsruhe) grundsätzliche Kritik am Tagungsthema, indem sie, argumentierend aus dem Blickwinkel des 18. Jahrhunderts, auf die Aufhebung des Profanen im sakralen Kontext des Kirchengebäudes verwies.

Die Vorträge des Samstagnachmittags, die sich mit der Situation im 20. und 21. Jahrhundert befassten, rückten verstärkt die Frage nach der Sakralität in den Mittelpunkt. Der für den erkrankten Albert Gerhards eingesprungene katholische Fundamentaltheologe Josef Meyer zu Schlochtern thematisierte den liturgischen Wandel im 20. Jahrhundert und die wechselnde Verortung des Sakralen im Kirchenraum anhand der 1929/30 erbauten Kirche Maria Grün des Architekten Clemens Holzmeister. Anschließend sprach der evangelische Theologe Helmut Umbach (Kassel), der der Ratlosigkeit der Protestanten angesichts der Frage, ob man Kirchenräumen überhaupt Heiligkeit zusprechen kann, mit der Auffassung vom Kirchengebäude als „umfriedetem Bezirk" begegnete, das heißt, als einem für die Erfahrung von Sakralität offenem Raum, der sich abgrenzt von der im Zeichen von Kommerzialisierung und Globalisierung stehenden „Profanität gegenwärtiger Welterfahrung".

Den allgemeinen theologischen Betrachtungen Umbachs folgten schließlich zwei Vorträge, die an konkreten Fällen die fließenden Übergänge zwischen Sakral und Profan aufzeigten. So demonstrierte die Architekturhistorikerin Kerstin Wittmann-Englert (Berlin), wie die Industrie sakrale Raumformen und Rituale für die Auratisierung ihrer Produkte adaptiert, während der Architekt und Denkmalpfleger Rainer Fisch (Berlin) darauf aufmerksam machte, dass sogar ehemalige Kirchen durch einen sensiblen Umbau durchaus noch eine sakrale Atmosphäre besitzen können, dass aber an bestehenden wie umgenutzten Sakralbauten ein immaterieller Schaden, nämlich am kulturellen Gedächtnis, entsteht, wenn ökonomische Aspekte zu stark in den Vordergrund rücken und die Funktion des Kirchenbaus als Identifikations- und Erinnerungsort einer Gruppe von Menschen zurückdrängen.

Am Ende der Tagung trat erstaunlicherweise der problematische Begriff der Säkularisierung nicht noch einmal ins Zentrum, sondern der Kern des Komplementärbegriffs, das Sakrale, beherrschte die Diskussion. Das interdisziplinäre Gespräch verhalf den Tagungsteilnehmern zur Einsicht, dass sich nicht nur die einzelnen Konfessionen, sondern ebenso die Fächer Theologie und Kunstgeschichte in ihrem Verständnis vom Sakralen in bezug auf den Kirchenraum grundlegend unterscheiden. Will man also den wichtigen Begriff in der Diskussion weiter verwenden, hat man die Differenzen zu reflektieren.

Tagung „Der Kirchenbau zwischen Sakralisierung und Säkularisierung – im 17./18. Jahrhundert und heute“

Am 3. und 4. Juli 2009 veranstaltet der Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO eine Tagung zum Thema „Der Kirchenbau zwischen Sakralisierung und Säkularisierung – im 17./18. Jahrhundert und heute".

 

Im Zeichen des Begriffspaares „Sakralisierung – Säkularisierung" möchte die Tagung zwei Forschungsgebiete miteinander ins Gespräch bringen, die sich mit unterschiedlichen historischen Epochen, doch mit vergleichbaren Gegenständen und Phänomenen beschäftigen. Auf der einen Seite ist dies die jüngere kunsthistorische und historische Forschung zu Kirchen des 17. und 18. Jahrhundert, welche Bezüge zu konfessionellen Differenzierungsprozessen und zur Säkularisierung im Aufklärungszeitalter herstellt. Auf der anderen Seite steht die rege Diskussion von Theologen, Kunsthistorikern und Architekten um Funktion und Bedeutung des Kirchengebäudes im 20. und 21. Jahrhundert. Vielfach angestoßen durch ungewöhnliche Umnutzung oder Abriss von Kirchengebäuden, ist letztere besonders von der Frage nach dem Sakralen geprägt. Indem die Tagung beide Seiten zusammenbringt, möchte sie dazu anregen, die aktuelle Situation als Teil einer längerfristigen Entwicklung zu begreifen.

Die Veranstaltung wird großzügig unterstützt durch die Universitätsgesellschaft Paderborn e.V.

Die Tagung findet im Senatssitzungssaal B 3. 231 statt. Ein Tagungsbeitrag wird nicht erhoben.

Die Vorträge der Tagung werden in Buchform veröffentlicht.

Programm
Flyer

Anmeldung

Da nur eine beschränkte Raumkapazität zur Verfügung steht, bitten wir um verbindliche Anmeldung.

Senden Sie Ihre Anmeldung bitte bis zum 15. Juni per eMail, Fax oder auf dem Postweg an:

Universität Paderborn
Fakultät für Kulturwissenschaften
Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO
Warburger Str. 100
D-33098 Paderborn

Tel.: +49 (0) 5251 60-5463
Fax: +49 (0) 5251-60-5461
eMail: gbruene[at]mail.uni-paderborn.de

Für die Bereitstellung und Druckgenehmigung einer Flyer-Abbildung danken wir GLÜCKUNDSELIGKEIT. Restaurant – Bistro – Lounge, Bielefeld.

Tagung „Fragen der Regionalgeschichte“
Das Historische Institut der Universität Paderborn veranstaltet am 3. November 2007 die 16. Tagung in der Reihe „Fragen der Regionalgeschichte“, diesmal zum Thema „Die Welt in der Region. Die UNESCO-Welterbe-Bewegung“.

 

Die diesjährige Tagung ist in Zusammenarbeit des Lehrstuhls für Geschichte der Frühen Neuzeit (Prof. Dr. Frank Göttmann) mit dem Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO (Prof. Dr. Eva-Maria Seng) entstanden.

Die UNESCO-Welterbe-Bewegung zeugt von einer Ausweitung des Kulturerbe-Begriffes: Heutzutage werden nicht nur sakrale und weltliche Denkmale wie der Dom zu Speyer, sondern auch Industriedenkmale wie die Zeche und Kokerei Zollverein in Essen in die Welterbeliste aufgenommen. Kontrovers beurteilte Hinterlassenschaften etwa des Dritten Reiches, darüber hinaus Archiv- und Bibliotheksbestände wurden jüngst unter dem Stichwort „Memory of the World“ ebenso als kulturelles Erbe anerkannt. Neben Kriterien wie Authentizität und Einmaligkeit, ist es stets auch die repräsentative Vermittlung von Geschichte, der historische Wert also, der ein Denkmal als solches auszeichnet. Nicht zuletzt deswegen stehen Erforschung des Kulturerbes, Geschichtsschreibung und Erinnerungskultur in einem engen Wechselverhältnis.

Nordrhein-Westfalen ist eine an Kulturerbestätten reiche Region. Die Tagung möchte einen Einblick in die Vielfalt, Nutzung und Erforschung von regionalem Kulturerbe, rückgekoppelt an überregionale Kontexte, geben.

Programm

Tagung „Arbeit. Dimensionen eines gesamtgesellschaftlichen Phänomens“

Der Jean-Monnet Lehrstuhl für Europäisches Wirtschaftsrecht (Prof. Dr. Dieter Krimphove) und der Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO (Prof. Dr. Eva-Maria Seng) der Universität Paderborn veranstalten am 29. und 30. März 2007 eine Tagung zum Thema:

„Arbeit. Dimensionen eines gesamtgesellschaftlichen Phänomens“

 

Datum: 29.03.2007 - 30.03.2007

Uhrzeiten: zum Programm

Tagungsort: Senatssitzungssaal B3.321
 

Seit etwa zweihundert Jahren prägt der Komplex der Arbeit das Leben der Menschen. Der Aufstieg der „Arbeit“ zu einem dominierenden Wert geht offensichtlich einher mit der Industrialisierung. Seither besetzt die „Arbeit“ alle Bereiche menschlichen Verhaltens wie z.B. Tagesablauf, soziale Hierarchien, Architektur und Städtebau, Kultur, Sprache, Rechtsvorschriften und Politik, speziell Sozialpolitik.

Heute leiden Menschen vielfach unter dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, da die Entwicklung des 20. Jahrhunderts weithin die Arbeit und den Arbeitsplatz zum Seismographen für Erfolg und gesellschaftliche Anerkennung gemacht hat.

Die interdisziplinäre Veranstaltung möchte unterschiedliche Sichtweisen der Arbeit zusammentragen sowie ihre Konsequenzen und Nachwirkungen aufzeigen. In einer Zeit hoher Arbeitslosigkeit, die eine Neuorientierung der bisherigen Arbeitspolitik erfordert, stellt sich den Kultur-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften die Frage, ob und welche Rückschlüsse sich aus der Kulturgeschichte der Arbeit ziehen lassen, die zu aktuellen Problemlösungen beitragen können.

Die Veranstaltung wird großzügig unterstützt durch die Universitätsgesellschaft Paderborn e.V.

Die Vorträge werden unter dem Titel „Arbeit – Dimensionen eines gesamtgesellschaftlichen Phänomens“ in der Reihe „Politica et Ars“ im LIT-Verlag in Buchform veröffentlicht.

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