Ausstellungsprojekt "Tausend Jahre Wissen - Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey" unterstützt von der LWL-Kulturstiftung

Leitung:

Prof. Dr. Eva-Maria Seng

Tel.: +49 (0) 5251 60-5488
Fax: +49 (0) 5251-60-5504

Mail: em-seng(at)mail.uni-paderborn.de

Raum: W 1.111


Kuratorin der Ausstellung:

Anja Jackes M.A.

Tel.: +49 (0) 5251-60-5481
Fax: +49 (0) 5251-60-5461

Mail: nova-corbeia[at]uni-paderborn.de

Raum: W 1.108

Mitarbeiter:

Natalie Neuhaus M.A.

Elisabeth Sudhoff

Studentische Hilfskraft

Anschrift:

Universität Paderborn
Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO
Projekt "1000 Jahre Wissen"
Warburger Str. 100

33098 Paderborn

Blick in die Ausstellung "Tausend Jahre Wissen - Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey" im Landgrafenschloss Marburg (Foto: Andreas Bartsch)



Vortrag von Anja Jackes M.A. " Tausend Jahre Wissen – Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey: Internetplattform – Digitalisierung – Wanderausstellung – virtuelle Ausstellung "

Freitag, 18. Januar 2013
16.00 Uhr - 16.45 Uhr
Trier, Benediktinerabtei St. Matthias

Im Rahmen der Tagung "Digitale Rekonstruktionen mittelalterlicher Bibliotheken", die von der Universität Trier, dem Historisch-Kulturwissenschaftlichen Forschungszentrum Trier, der Technischen Universität Darmstadt sowie der Stadtbibliothek/Stadtarchiv Trier am 18. und 19. Januar 2013 in Trier ausgerichtet wird, stellt die Koordinatorin des Forschungsprojektes und der Wanderausstellung "Tausend Jahre Wissen - Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey", Anja Jackes, auch die weiteren Aktivitäten des Projektes vor. 

Weitere Informationen zur Tagung und zum Tagungsprogramm finden Sie hier

Pressemitteilung: Wanderausstellung "Tausend Jahre Wissen - Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey" 

Am 9. November 2011 wurde die dritte Station der Wanderausstellung „Tausend Jahre Wissen – Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey“ im Landgrafenschloss Marburg eröffnet.

 

Die Ausstellung, die am Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO an der Universität Paderborn konzipiert wurde, steht unter der Schirmherrschaft von Hannelore Kraft, der Ministerpräsidentin des Landes Nordrhein-Westfalen. Nach den Präsentationen in Corvey und Bonn wird nunmehr die dritte Station in Kooperation mit der Universitätsbibliothek Marburg und dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität durchgeführt.

 

Thema der Ausstellung ist das immaterielle kulturelle Erbe der ehemaligen Benediktinerabtei im heutigen Nordrhein-Westfalen, das als bedeutendes kulturelles Zentrum der Produktion, Speicherung und Vermittlung von Wissen seit dem frühen Mittelalter bis in die Neuzeit gilt. Die Reichsabtei in Corvey befand sich einst an politisch und kulturell exponierter Lage im Osten des Fränkischen Reiches und gehört zu den prominenten Klöstern aus karolingischer Zeit. Im Mittelpunkt der Wanderausstellung steht die Klosterbibliothek mit ihren großen und vielfältigen Buchbeständen, die Corvey rückblickend als universelles Wissensarchiv mit einem hohen theologischen, kulturellen und historischen Anspruch erscheinen lassen. Die vor zweihundert Jahren im Zuge der Säkularisation aufgelöste Klosterbibliothek der ehemaligen Reichsabtei, deren Bestände vornehmlich an weltliche Institutionen – unter anderen auch 1812 an die Universität Marburg – überführt wurden, konnte in einem zweijährigen Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Materielles und Immaterielles Kulturerbe der Universität Paderborn bereits teilweise rekonstruiert und auf einer Internetplattform (www.nova-corbeia.upb.de) virtuell wieder zusammengeführt werden.

 

Die Wanderausstellung „Tausend Jahre Wissen“ wird in diesem Zusammenhang nun an den Orten präsentiert, an denen sich heute Bestände aus Corvey befinden. Bei der dritten Station in Marburg  können erstmals die Corveyer Buchbestände wieder real zusammengeführt werden, die nach der Auflösung der Klosterbibliothek in die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek Paderborn und in die Universitätsbibliothek Marburg kamen. In Vorbereitung der Ausstellung wurden von einem Expertenteam umfangreiche Recherchen speziell zu den Corveyer Büchern in Marburg unternommen, die einerseits Aufschluss über den tatsächlichen Umfang des Bücherkonvoluts gaben, der nach neuesten Ergebnissen weitaus größer ist, als bisher bekannt war. Andererseits lieferten die Untersuchungen zahlreiche neue Erkenntnisse über den dort erhaltenen Bestand und damit zur Gesamtstruktur und der Corveyer Klosterbibliothek.

 

Die Marburger Ausstellung präsentiert umfangreich die wertvollsten und interessantesten Handschriften, Inkunabeln und frühneuzeitlichen Drucke aus den beiden größten zusammenhängenden Konvoluten an Corveyana aus Marburg und aus Paderborn und präsentiert damit einzigartige Zeugnisse einer tausendjährigen abendländischen Bildungs- und Mediengeschichte.

 

Informationen:

Ausstellungszeitraum: 10. November 2011 bis 12. Februar 2012

Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Philipps-Universität Marburg im Landgrafenschloss Marburg, Schloss 1, 35037 Marburg

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10-16 Uhr

Am 24.12.2011 und 1.1.2012 geschlossen, am 25./26./31.12.2011 geöffnet.

 

Führungen:

So, 20. November 2011, 14 Uhr, Dr. Bernd Reifenberg „Spuren einer barocken Klosterbibliothek“ (Voranmeldung im Literaturland-Büro, Tel.: 069-155 4960)

So, 15. Januar 2011, 14 Uhr, Anja Jackes M.A. „Tausend Jahre Wissen“ (Treffpunkt Foyer Museumskasse)

 

 

Vortrag von Anja Jackes M.A. "Tausend Jahre Wissen - Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey"

Dienstag, 6. September 2011
19.30 Uhr
Kolping-Forum, Paderborn

Anja Jackes M.A., Kuratorin der Wanderausstellung, berichtet im Rahmen eines Abendvortrages der Deutsch-Französischen Gesellschaft Paderborn e.V. über die Rekonstruktion der Bibliothek Corvey, ein Projekt des Lehrstuhls für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO an der Universität Paderborn.

 

Tausend Jahre Wissen – Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey

Wanderausstellung: Juni 2011 bis August 2012
Flyer

Die Ausstellung

Die bundesweite Ausstellungstournee „1000 Jahre Wissen – die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey" handelt vom immateriellen kulturellen Erbe der ehemaligen Reichsabtei Corvey. Die Bibliothek des Klosters wurde im Zuge der Säkularisation vor 200 Jahren zerstreut. Buchbestände aus der ehemaligen Klosterbibliothek Corvey befinden sich heute unter anderem in Marburg, Bonn, Münster, Wolfenbüttel und Berlin. Das größte Konvolut verwahrt jedoch die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek in Paderborn. Erstmals werden in der Schau die Buchbestände wieder zusammengeführt.

Im Mittelpunkt stehen die mittelalterliche und die neuzeitliche Bibliothek des Klosters und damit die enormen und vielfältigen Wissensbestände, die die tausendjährige Bedeutung Corveys ausmachten.

Das Projekt

Voraussetzung der Rekonstruktion der Bibliothek war das Projekt „Kloster und Schloss Corvey als Orte abendländische Bildungs- und Mediengeschichte" am Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO der Universität Paderborn, Prof. Dr. Eva-Maria Seng, in Kooperation mit der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn, Dr. Hermann-Josef Schmalor. Dabei wurden die Bestände erschlossen, katalogisiert und erforscht. Von den kostbarsten und für die weitere Erforschung wichtigsten Schriften und Büchern wurden hochwertige Digitalisate erstellt. Die Daten und Digitalisate wurden auf einer eigens entwickelten Internetplattform „Nova Corbeia – Die virtuelle Bibliothek Corvey" zusammengeführt und sind damit weltweit recherchierbar. Die ehemalige Bibliothek der Benediktiner wird so in innovativer Weise als Ganze an einem virtuellen Ort im ursprünglichen Zusammenhang wieder benutzbar.

Das Ausstellungskonzept

Diese Internetplattform ist ein Bestandteil der Ausstellung: Die Besucher können damit interaktiv in ausgewählten Büchern der ehemaligen Bibliothek der Benediktiner in Corvey „blättern". Darüber hinaus sind aber auch zahlreiche Originale wie kostbare illuminierte Handschriften, Inkunabeln und alte Drucke in der Ausstellung zu sehen. An jeder Station der Tournee wird die Schau zudem um die jeweils dort verwahrten Bestände aus Corvey erweitert. Die Bücher reisen zu den Büchern und werden damit wieder in ihren ursprünglichen Bibliothekskontext eingebettet. Zudem erhalten die Besucher einen Überblick über die Geschichte Corveys und die allgemeine Entwicklung von Schrift, Bild und Buch. Damit werden wesentliche Aspekte der abendländischen Mediengeschichte der letzten 1000 Jahre exemplarisch an den Exponaten verdeutlicht. Projekt und Ausstellung wurden durch das Land Nordrhein-Westfalen/Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung und die LWL-Kulturstiftung gefördert.

Die Wanderausstellung „1.000 Jahre Wissen – Die Rekonstruktion der Bibliothek der Reichsabtei Corvey" wird am 3. Juni 2011 im Museum Höxter-Corvey eröffnet.

Zur Geschichte der Corveyer Bibliotheken

Während der Klosterzeit existierten zwei Bibliotheken in Corvey. Die mittelalterliche Klosterbibliothek in Corvey, die seit der Gründung im 9. Jahrhundert entstand, wurde im Dreißigjährigen Krieg weitgehend zerstört. Eine fast gänzlich neue Bibliothek wurde im 17. und 18. Jahrhundert aufgebaut. Danach erhielt das Kloster eine Vielzahl von Handschriften aus dem Kloster Bursfelde. Nach einer wechselvollen Geschichte wurde die Bibliothek des Klosters im Zuge der Säkularisation zerstreut.

Verschiedene Institutionen haben nach der Auflösung der Bibliothek in Corvey Bestandsteile erhalten. So befindet sich zum Beispiel das Corveyer Evangeliar aus dem 9. Jahrhundert in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek in Paderborn. An die Universitätsbibliothek Marburg gingen zahlreiche Handschriften aus Corvey. An die Universitäts- und Landebibliothek Bonn wurden dagegen in erster Linie Druckschriften gegeben. Das Landesarchiv Nordrhein Westfalen in Münster besitzt neben Corveyer Handschriften und Büchern insbesondere auch Akten und Urkunden, die Aufschluss noch über die früheste Geschichte Corveys geben. Eine sehr alte Hieronymus-Handschrift bewahrt die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel auf. Berühmt ist der Cicerokodex in der Berliner Staatsbibliothek. Abt Wibald von Stablo ließ ihn im 12. Jahrhundert anfertigen, indem er alle für ihn greifbaren Cicerowerke abschreiben ließ, um sie in der Corveyer Bibliothek verfügbar zu haben. Handschriften berühmter antiker Schriftsteller spielten von Beginn an in der Corveyer Bibliothek eine wichtige Rolle. Die Bibliothek des Klosters Corvey wurde somit ein zentraler Ort des Wissenstransfers antiker Ideen.

Die heutige Fürstliche Bibliothek ist eine Neugründung des 19. Jahrhunderts. Sie trat am Ort die Nachfolge der benediktinischen an und entwickelte sich zu ebenfalls zu einer überaus reichen und kostbaren Sammlung belletristischer Literatur.

 

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