1. Semiotic Landscapes - Schriftgebrauch im öffentlichen
Raum
Seit der "Raumwende" in den Kulturwissenschaften ist der Raum neben Sprecher-
und Hörerrolle oder instututionellen Rahmungen als kommunikative Ressource
vielfach in die Untersuchung mündlicher Gattungen eingegangen (z.B.
Ausstellungskommunikation, Wegbeschreibungen oder mündliche Erzählungen).
Zugleich hat sich unter dem programmatischen Fahnenwort der
"Multimodalität" eine Forschungsrichtung entwickelt, die in
(multi)medialen Textsorten (Webseiten, Presseberichte, kleinere Gebrauchstexte)
das Zusammenspiel diverser Zeichenmodi (Text, Bild, Ton) beschreibt. Bisherige
Untersuchungen zur urbanen Schriftlichkeit knüpfen jedoch nur lose an eine der
beiden Konzeptbildungen zur Multimodalität an, so dass sich das Projekt zum
Ziel nimmt, die unterbeforschte "hyper-textuelle" Strukturierung des
städtischen Raums mit ihren reflexiven Raumeffekten zwischen Hervorbringung von
z.B. Konsumräumen und räumlichen Voraussetzung (Texte auf Griffen, Böden etc.)
zu thematisieren. Neben dem Status der öffentlichen Kommunikate als
kommunikativer orater Gattungen soll zudem durch eine Typologie "angebrachter"
Texte im urbanen Raum die Relevanz von Lokalität, Medialität und Materialität
als Textsortenmerkmale bestätigt und funktional ausdifferenziert werden.
2. Kultursemiotik des Essens
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