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Digitale Kulturwissenschaften - Augmented Reality: Im Lehr- und Forschungsprojekt ‚Historisches Paderborn’-App entwickeln Informatiker und Kulturwissenschaftler eine App zur Erkundung des historischen Paderborns, die Nutzern beispielsweise ikonographische Aspekte am mittelalterlichen Paradiesportal des Doms vor Augen führt. Gelb gekennzeichnet: Apostel Jakobus der Ältere (Jacobus Major) erkennbar an der von ihm gehaltenen grün markierten Muschel (sog. Jakobsmuschel).

Foto: A. Schmitt-Chandon

Projekte

Die ‚Historische Paderborn’-App (HiP-App)

Projektbeschreibung
Raum als Ressource: Die HiP-App macht Geschichte erlebbar.

Interfakultäres Lehr- und Forschungsprojekt zur agilen Softwareentwicklung und mobilen multimodalen Vermittlung vormoderner Artefakte

Die ‚Historisches Paderborn-App‘ (HiP-App) ist ein interdisziplinäres und interfakultäres Lehr- und Forschungsprojekt im Bereich der Digital Humanities, das Methoden der verschiedenen Disziplinen produktiv zusammenwirken lässt.
Das Projekt wird maßgeblich von folgenden Akteuren getragen: Dr. Markus Greulich (Ältere deutsche Sprache und Literatur), Dr. des. Nicola Karthaus (Mittelalterliche Geschichte), Dr. Simon Oberthür (Informatik), Ariane Schmidt, M.A. (Mittlere und Neuere Kunstgeschichte), Björn Senft, M.Sc. (Informatik), Kristina Stog, M.A. (Germanistische und Allgemeine Sprachwissenschaft) und Jun.-Prof. Dr. Nicole M. Wilk (Germanistische Sprachwissenschaft).
Ziel des Projektes ist die gemeinsame Entwicklung einer Anwendung für mobile Endgeräte, die auf ansprechende Weise detaillierte und fachlich sinnvoll aufbereitete Materialien zur selbstständigen historischen Erkundung der Stadt Paderborn anbietet. Konzipiert werden derzeit drei verschiedene Stadtrundgänge zum hl. Liborius, zu Karl dem Großen und zu Bischof Meinwerk von Paderborn – drei für die Entwicklung Paderborns zentrale historische Persönlichkeiten des frühen Mittelalters. Ein weiterer Stadtrundgang thematisiert die historischen Orts- und Straßennamen in Paderborn.
Existierende Denkmäler dienen als Ausgangspunkt, um germanistische, historische und kunsthistorische Inhalte zu erläutern. Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, den Stadtraum historisch erfahrbar zu machen. Die Geschichte der Kulturgüter und Artefakte von Paderborn direkt vor Ort mit Hilfe der App ‚sicht- und lesbar’ zu machen, ist hierbei für den Lehrbereich der Mittleren und Neueren Kunstgeschichte von besonderem Interesse. Kunstwerke können nicht nur schriftlich oder mündlich erläutert werden, sondern auch singuläre Details hervorgehoben oder verlorene Sinnzusammenhänge visualisiert werden. Sogar der ursprüngliche Kontext eines Werkes kann so rekonstruiert werden. Auch ist es möglich, kunsthistorische Vergleiche zu ziehen und eine kulturhistorische Kontextualisierung vorzunehmen. Die Kombination von Artefakten und Sprechertexten, Fotos, Skizzen und Legenden, Rekonstruktionen und interaktiven Angeboten führt zu innovativen und anregenden Medienformaten. Die Benutzeroberfläche der App wird u. a. durch aktuellste Präsentationsformen historischer Artefakte im Bereich der Augmented Reality, d. h. der virtuell erweiterten Realität, gestaltet. So wird die Neugier der Nutzer_innen geweckt, die Wahrnehmung des urbanen Umfelds verändert und zur eigenen Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte und dem Kulturraum angeregt.
Das Projekt zeichnet sich durch ihren evolutiven Charakter und ihre enge Verzahnung von Forschung und Lehre aus. Im Fokus des interdisziplinären Projektes stehen neben der Aufbereitung wissenschaftlicher Inhalte auch Aspekte des forschenden Lernens und der Medienkompetenz. Entwicklung und Betrieb sowie Erarbeitung der multimodalen Inhalte der App werden – unter wissenschaftlicher Leitung – von Studierenden der Informatik und der Kulturwissenschaften der Universität Paderborn geleistet. Dazu fanden im Sommersemester 2015, im Wintersemester 2015/2016 sowie im Sommersemester 2106 mehrere fachspezifische Seminare der Kulturwissenschaften und der Informatik statt. In einer einwöchigen Herbstakademie des IEMAN im September 2015 entwickelten darüber hinaus Studierende in interdisziplinären Arbeitsgruppen innovative und nutzerzentrierte Konzepte für das Front-End, d.h. die sichtbare Oberfläche der App.
Zentrales gemeinsames Forschungsanliegen der Kulturwissenschaften und der Informatik ist es, in diesem Projekt Methoden, Prozesse und Analysen im Bereich der Digital Humanities zu entwickeln. Forschungsgegenstand und -grundlage hierfür bilden Genese, Entwicklung, Betrieb und Pflege der HiP-App, aber auch die kritische Reflexion der Kopplung physischer, kartographierter und medialer Räume, die die urbane Topographie diachron lesbar machen. Als Plattform für die Analyse der multimodalen Raumkonstitution soll die HiP-App die vielfältigen Prozesse der Visualisierung und digitalen Aufbereitung von stadtgeschichtlichem Wissen beschreiben und dabei ermitteln, welche Möglichkeiten historischer Sinnstiftung sich mit der Verknüpfung von Artefakten, Sprache und digitalen Medien auf einer interaktiven Benutzeroberfläche eröffnen.
Die Projektgruppe wurde 2015 mit dem Forschungspreis der Universität Paderborn ausgezeichnet und konnte 2016 auf der 3. Tagung des Verbands ‚Digital Humanities im deutschsprachigen Raum‘ eine eigene Sektion mit drei Vorträgen gestalten.

Vorträge und Präsentationen

06.03.2015
44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik „Hochschuldidaktik im Dialog. Tag(ung) des Lernens und Lehrens“, Universität Paderborn: Dr. Katrin Bourée, Dr. Markus Greulich, Ariane Schmidt M.A., DisQspace-Beitrag: Dimensionen einer interdisziplinären Kooperation in universitärer Lehre ‚Historisches Paderborn‘-App (HiP-App)

10.03.2016
3. Tagung des Fachverbandes Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) „Modellierung – Vernetzung – Visualisierung. Die Digital Humanities als fächerübergreifendes Forschungsparadigma“, Universität Leipzig: Dr. Markus Greulich, Dr. des. Nicola Karthaus, Dr. Simon Oberthür, Ariane Schmidt, M.A., Björn Senft M.Sc., Kristina Stog, M.A., Jun.-Prof. Dr. Nicole M. Wilk, Sektion: Mobile Anwendungen als multimodale Medien zur Vermittlung vormoderner Artefakte. Die ‚Historisches Paderborn‘-App – ein interdisziplinäres Forschungs- und Lehrprojekt“

13.07.2016
Interdisziplinäre Ringvorlesung des Instituts für Kunst, Musik, Textil „Kunstbegriffe 4: Orte“, Universität Paderborn: Dr. Markus Greulich, Dr. des. Nicola Karthaus, Ariane Schmidt, M.A., Kristina Stog, M.A., Jun.-Prof. Dr. Nicole M. Wilk, Vortrag: Karl der Große vor Ort. Herstellung geschichtlicher Räume durch multimodale Darstellung

22.09.2016
45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik „Gelingende Lehre: erkennen, entwickeln, etablieren“, Universität Bochum: Dr. Markus Greulich, Dr. des. Nicola Karthaus, Dr. Simon Oberthür, Ariane Schmidt, M.A., Björn Senft, M.Sc., Kristina Stog, M.A., Jun.-Prof. Dr. Nicole M. Wilk, DisQspace-Beitrag Design Thinking als Methode in den Digital Humanities. Optionen interdisziplinären, forschenden Lehrens und Lernens

Die Universität der Informationsgesellschaft