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PISA 2015: Trotz überdurchschnittlichem Leistungsniveau nur geringe Verbesserungen der Chancengerechtigkeit in Deutschland

Am 6. Dezember veröffentlichte die OECD die Ergebnisse der Pisa-Studie 2015. Durch das Programme for International Student Assessment (PISA) wird alle drei Jahre der Wissensstand der 15-jährigen Schülerinnen und Schüler in den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften, Lesekompetenz erhoben und ihre Problemlösungskompetenz geprüft. Dabei wird auch untersucht, inwieweit die Schülerinnen und Schüler ihr individuelles Wissen anwenden können. Neben Deutschland beteiligen sich weitere 71 Länder an der Studie. Das Abschneiden der Schülerinnen und Schüler in der Studie gibt gleichzeitig Aufschluss über die Qualität und Gerechtigkeit eines Schulsystems. Dies wird durch ein Ranking der teilnehmenden Länder besonders deutlich.

Die Testergebnisse der deutschen Schülerinnen und Schüler positionieren Deutschland auf Platz 16 von 72, wodurch das erstmals 2012 im OECD-Vergleich erreichte überdurchschnittliche Leistungsniveau gehalten wird. In den Naturwissenschaften erreichen die 15-Jährigen 509 Punkte, womit sie signifikant über dem OECD-Durschnitt von 493 Punkten liegen. Obwohl die Schülerinnen und Schüler hierzulande überdurchschnittliche Ergebnisse erbracht haben, können sich vergleichsweise wenig Jugendliche vorstellen, einen naturwissenschaftlich-technischen Beruf zu ergreifen. Auch in den anderen getesteten Fächern Mathematik (506 Punkte) und Lesekompetenz (509 Punkte) erreichen die 15-Jährigen Punktwerte über dem OECD-Durchschnitt.

Neben diesen insgesamt positiven Ergebnissen verdeutlicht die aktuelle Pisa-Studie erneut, dass das Geschlecht in Deutschland einen größeren Einfluss auf das Interesse sowie die Leistungen in den Naturwissenschaften hat als in den anderen getesteten Ländern. Demnach haben überdurchschnittlich viele Jungen in Deutschland bessere Leistungen in den Naturwissenschaften erzielt als Mädchen.

Ein weiterbestehendes Problem, was die Pisa-Studie offenlegt, ist das der Chancengerechtigkeit. Schülerinnen und Schüler aus sozioökonomisch schwierigen Verhältnissen liegen mit einem Differenzwert von 66 Punkten hinter dem Kompetenzniveau der 15-Jährigen aus sozialstarken Elternhäusern. Auch Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte entsprechen laut OECD mit mehr als doppelt so großer Wahrscheinlichkeit nicht den Anforderungen des Grundkompetenzniveaus in Naturwissenschaften, als dies bei Schülerinnen und Schülern ohne Migrationshintergrund der Fall ist. Allerdings weisen Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund einen erhöhten Leistungsehrgeiz auf. Zwar hat sich eine leichte Tendenz zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit abgezeichnet, da sich der Zusammenhang zwischen sozialem Status und Bildungserfolg in den vergangenen Jahren abgeschwächt hat. In Deutschland aber liegt dieser Wert dennoch über dem OECD-Durchschnitt. So haben es deutsche Schülerinnen und Schüler es weitaus schwerer aus einer Abwärtsspirale herauszukommen, da hier eine Chance von 34 Prozent besteht, in die Leistungsspitze aufzurücken - in Hongkong oder Vietnam sind es 50 bis 80 Prozent.

Die Bildungssoziologin Prof. Dr. Bettina Kohlrausch weist deshalb darauf hin, dass es wichtig sei, Schülern mehr beizubringen und mehr pädagogische Unterstützung zu leisten, indem ein „längeres gemeinsames Lernen“ gefördert wird.

Vorgebrachte Lösungsvorschläge für eine qualitative Verbesserung des Schulsystems, wie beispielsweise die Anforderungen an den Schulen heraufzusetzen sei aber aus Sicht der Dozentin Prof. Dr. Bettina Kohlrausch der falsche Weg, weil es sozial schwachen Schülern dadurch noch schwerer fallen würde, mitzukommen. Die Studie habe ohnehin gezeigt, dass sie im deutschen Schulsystem benachteiligt seien. Deutlich wird in allen Stimmen von Bildungsvertretern und Beteiligten, dass in den Schulen der Fokus auf individuelles Lernen und Fördern gelegt werden sollte, sodass starke Leistungsniveauunterschiede durch Segregation im deutschen Schulsystem nicht weiterbestehen können.

 

Auszüge des Interviews mit Prof. Kohlrausch in der Neuen Westfälischen:

http://www.nw.de/nachrichten/regionale_politik/21002787_Lehrerverband-fordert-Rueckkehr-zum-Leistungsprinzip.html?em_cnt=21002787

 

Weitere Pressestimmen:

http://www.oecd.org/berlin/themen/pisa-studie/PISA_2015_Zusammenfassung.pdf

https://www.bmbf.de/de/pisa-2015-bestaetigt-deutschlands-gute-platzierung-3687.html

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