Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Bücher im Zentrum für Geschlechterstudien/Gender Studies Bildinformationen anzeigen
Jahresberichte, Aufkleber, Bücher Bildinformationen anzeigen
Jahresberichte, Tasse Bildinformationen anzeigen

Bücher im Zentrum für Geschlechterstudien/Gender Studies

Foto: Julia Schlepphorst

Jahresberichte, Aufkleber, Bücher

Foto: Julia Schlepphorst

Jahresberichte, Tasse

Foto: Julia Schlepphorst

Vortragstitel und Abstracts

'Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten' oder Wir können das, was wir unterschätzen, nicht wirksam zerlegen

Friederike Kuster, Bergische Universität Wuppertal

Als konstruierte sind alle Geschlechter gleichgestellt. Die Konzentration auf ihre aktuellen Herstellungsbedingungen vergisst jedoch den 'Eisberg der Geschichte' und vermeidet damit die Arbeit an der schambesetzten Geschichte weiblicher Verfügbar-und Dienstbarkeit. Deren Insistenz macht sich gleichwohl symptomhaft in weltweit medial verhandelten Skandalen geltend. Die Frage ist deshalb, ob nicht trotz oder gerade angesichts der Pluralisierung der Geschlechtsidentitäten und der Transformation traditioneller Geschlechterarrangements die Asymmetrie der Geschlechter in einer kulturellen Monosexualität neuerlich und neu zu bedenken wäre. Und könnte es sein,dass der Feminismus - wie Gayle Rubin bereits 1979 schreibt - "must call for arevolution in kinship"?

 

Paradoxale Umschläge. Alte und neue Elemente einer kritischen Theorie der Geschlechterverhältnisse

Sarah Speck, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Ausgehend von der in der Geschlechterforschung breit diskutierten Beobachtung gegenläufiger Entwicklungen in den Geschlechterbeziehungen - Modernisierungsprozessen einerseits und der Persistenz institutionalisierter Geschlechterarrangements andererseits - entwickelt der Vortrag die These, dass wir diese Ungleichzeitigkeit als paradoxalen Verlauf rekonstruieren können. Die theoretische Argumentation vieler Kolleg*innen zielte zuletzt darauf, zu erklären, wie und warum sich geschlechterdifferenzierende Handlungsmuster selbst bei sich als 'modern' verstehenden Akteuren und ungeachtet ihrer normativen Orientierungen vollziehen (so etwa Kaufmann,Koppetsch/Burkart, Wetterer). Während dieser Gedanke gewissermaßen als 'Ungleichheit trotz Gleichheit(svorstellungen)' zu fassen ist, zielt die These des Vortrags auf ein 'weil': In vielen Handlungszusammenhängen ist es die normative Orientierung selbst, die sich in der Praxis in ihr Gegenteil verkehrt, anders gesagt: die Durchsetzung der Gleichheitsnorm selbst ist Teil der Erklärung der fortbestehenden Ungleichheit. Der Vortrag situiert diese These in jüngeren Debatten um Kritische und Feministische Theorie.

 

Männlichkeit, Feminismus und soziale Reproduktion - Zur Geschichtlichkeit der Theoretisierung von Männlichkeit

Edgar Forster, Universität Fribourg, Schweiz

Nichts anderes bedroht Forschungen über Männlichkeit als ihre eigene Lethargie gegenüber der Zeit, die sie hervorgebracht hat, oder ihre Angst vor dem, was die sinnliche Materie ihres Gegenstandes ist. Diese Behauptung stellt die Abwandlung eines Satzes von Rancière über die Möglichkeit, Geschichte zu schreiben und historische Erkenntnisse zu begründen, dar. Sie bildet den Ausgangspunkt für meine These, dass Feminismus und soziale Reproduktion die Geschichtlichkeit der Wissensproduktion und die sinnliche Materie des Gegenstands von Studies on Men and Masculinities bestimmen. Anhand so unterschiedlicher Textgattungen und historischer Bezüge wie Ta-Nehisi Coates' Between the World and Me, Raewyn Connells Masculinities und Jacques Rancières Les noms de l'histoire soll versucht werden, die Geschichtlichkeit der Theoretisierung von Männlichkeit zu rekonstruieren. 

 

Wo hat Geschlecht seinen Ort? im Kopf? im Leib? oder stößt es uns von außen zu?

Barbara Rendtorff, Universität Paderborn

In den letzten Jahren hat es sich etabliert, Geschlecht als ein Ensemble von Zuschreibungen und gesellschaftlichen Positionierungen zu beschreiben, das den Subjekten gewissermaßen von außen zugefügt wird. Dies erfolgte zwar in Kritik und Abgrenzung gegen Konzepte von Weiblichkeit als einem identitätsstiftenden Moment politisierbarer Kollektivität unter Frauen – semantisch dokumentiert mit der Verschiebung von ‚Geschlechter‘- zu ‚Gender‘-Theorie – bringt aber neue Probleme hervor. Denn damit, schreibt Alenka Zupančič, sei ‚dem Geschlecht das Sexuelle ausgetrieben‘ worden. Dieser Einwand verlangt eine Wieder-Zuwendung zu der Dimension des Körperlichen und des Sexuellen, die hier aus einer psychoanalytischen Perspektive unternommen werden soll, auch die Klärung des Begriffs ‚Differenz‘ – und nicht zuletzt die Beschäftigung mit der Frage, welchen Gewinn es gebracht hat, sich in der ‚Gender‘-Debatte so stark und ausschließlich auf Machbarkeit und Gemachtheit zu konzentrieren, oder: welchen Verlust.

Die Universität der Informationsgesellschaft