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Bonn 1979 (Foto: CC BY SA Hans Weingartz/Wikicommons)

Foto: CC BY SA Hans Weingartz/Wikicommons

Spektrum der Lehrveranstaltungen

  • Kolonialismus / Dekolonisation    
  • Werbegeschichte
  • Deutsche- und europäische Zeitgeschichte
  • Politische Reden
  • Skandale
  • Sportgeschichte
  • Geschichte Kubas
  • Kalter Krieg
  • Politische Symbole
  • Umweltbewegung und Umweltpolitik
  • Protestgeschichte
  • 1968er Bewegung
  • Geschichte internationaler Institutionen
  • Globalgeschichte
  • Erster Weltkrieg und Kriegskulturen

Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2016

Hauptseminare

Von „Jubelpersern“ und „Puddingattentat“. Die unruhigen 1960er Jahre | Prof. Dr. Peter E. Fäßler

Rund um den Globus erschütterten Proteste die Gesellschafts- und Herrschaftsstrukturen in vielen Staaten. Vietnamkrieg, Bildungsnotstand und demokratische Fehlentwicklungen brachten hunderttausende Demonstranten auf die Straßen. 
Im Rahmen des Seminars diskutieren die Teilnehmer Protestinhalte und -formen, analysieren die Dynamik der Entwicklung und die Reaktionen staatlicher Akteure bzw. anderer gesellschaftlicher Gruppen. Die Betrachtungen konzentrieren sie dabei keineswegs auf die Situation in der Bundesrepublik, sondern beziehen auch jene in anderen Staaten Europas, Amerikas und Asiens mit ein.

Werbung – Schlüssel zur Vergangenheit? | Prof. Dr. Peter E. Fäßler

Ob wir es wollen oder nicht: Werbung beeinflusst uns! Auch wenn wir noch so klar über das Phänomen reflektieren und die Tricks durchschaut haben, die subtilen Botschaften der Marketingprofis verändern unser Denken und Handeln. Welche Botschaften aber verleiten uns zum Kauf eines Produktes? Das hängt selbstverständlich von kulturellen und zeitlichen Rahmenbedingungen ab. Damit aber eröffnen Werbemedien als historische Quellen dem/r Historiker/-in spannende Einblicke in frühere Zeiten. 
Anhand zahlreicher und sehr verschiedener Werbematerialien aus dem 19. und 20. Jahrhundert sollen die Seminarteilnehmer nicht nur kultur-, wirtschafts- und sozialhistorische Zusammenhänge kennen lernen. Vielmehr bietet das Seminar die Möglichkeiten, konkrete Unterrichtsmaterialien zusammen zu stellen und entsprechende Themenentwürfe zu formulieren.­

Arbeiten im Archiv: Quellen zur Paderborner Stadtgeschichte | Dr. Daniel Droste

Für viele Schüler und Studierende geschieht die Aufnahme historischen Wissens oftmals ausschließlich über geschichtspolitisch geformte Lernpläne und Lehrmittel in Schulen oder Sekundärliteratur in Universitätsbibliotheken. Primärquellen kommen in dieser Form der Wissensvermittlung, wenn überhaupt, oft nur als Abdruck oder in Fußnoten vor und dienen dort der Untermauerung fremder Gedankengänge. Eine eigenständige Auseinandersetzung mit ihnen fehlt zumeist. 
Die Arbeit mit historischen Primärquellen stellt jedoch einen integralen Bestandteil geschichtswissenschaftlicher Forschung dar. Das „Vetorecht der Quellen“ (Koselleck) macht es für Studierende unerlässlich, zu erlernen, wie Quellen aufgespürt, kritisiert, analysiert und ausgewertet werden können – auch, um eine kritische Neu- und Reinterpretation bereits bekannter Überlieferungen vornehmen zu können. 
Die wichtigste Rolle bei der Erschließung, Verwahrung und Bereitstellung von derartigem Quellenmaterial spielen dabei Archive. Sie nehmen als Hüter der Quellen eine Mittlerrolle für Historiker ein. 
Dieses Seminar soll als Einführung in die archivgestützte historische Arbeit mit Primärquellen dienen. Im Vordergrund steht dabei die Möglichkeit, anhand ausgewählter Bestände zur Geschichte der Stadt Paderborn eigenständig Recherchen an im Paderborner Stadtarchiv verwahrten Primärquellen durchzuführen. Ziel ist es, auf Basis dieser Bestände eine vorrangig auf Primärquellen beruhende Hausarbeit zu erstellen, um wissenschaftliches Arbeiten im Hinblick auf eine Studienabschlussarbeit einzuüben. 
Daneben wird den Studierenden ein Überblick über Geschichte, Struktur und Aufgaben des deutschen, insbesondere des nordrhein-westfälischen, Archivwesens geboten. Die Teilnehmer erlernen dabei, wie relevante Archive und Bestände zu identifizieren, Quellen zu finden sowie in einem Archiv zu bestellen und zu bearbeiten sind. 
Das Seminar richtet sich daher in erster Linie an Studierende am Ende ihres Studiums. 
Das Seminar gliedert sich in eine Einführungssitzung, einen Einführungsblock an der Universität Paderborn, eine Exkursion in das Stadtarchiv Paderborn, die eigenständige Arbeit im Archiv sowie einen Abschlussblock zum Ende des Semesters, in dem die Studierenden ihre Ergebnisse vorstellen.

Vorlesungen

Deutschland in Europa (1961-1973/74) | Prof. Dr. Peter E. Fäßler

Mit dem Bau der Berliner Mauer am 13. August 1961 zementierte die SED-Führung die deutsche Teilung. Während sich in der Deutschlandfrage für etliche Jahre wenig bewegen sollte, vollzogen sich innerhalb beider deutscher Staaten aufregende Wandlungen. In der DDR wären etwa die Wirtschaftsreform, das kulturelle Tauwetter, der Prager Frühling und der Sturz Ulbrichts zu nennen, für die Bundesrepublik sei auf das Ende der Ära Adenauer, die Große Koalition oder die unruhigen 1960er-Jahre verwiesen.

Proseminare

Neue Soziale Bewegungen in beiden deutschen Staaten ab 1970 im historischen Vergleich | Dr. des. Sebastian Bischoff

Wenn Inklusion heute jedem (angehenden) Lehrenden ein Begriff ist, Frontalunterricht wie selbstverständlich durch neue Lernformen ergänzt wird und es im Chemie-Unterricht seltener heißt, dass das nichts für Mädchen sei, wird leicht vergessen, wie es zu diesen Veränderungen kam. Das Seminar will insgesamt zehn Neuen Sozialen Bewegungen in Ost und West – von der Behinderten- und Lehrlingsbewegung, über feministische, anti-autoritäre und anti-rassistische Initiativen zur Bürgerrechts- und Ökologiebewegung – nachspüren, die diesen Wandel angestoßen haben. Hierfür sollen unterschiedliche Quellenarten herangezogen werden, so fanden diese Bewegungen zum Beispiel immer auch Niederschlag in Liedern, die gemeinsam interpretiert werden sollen. Und auch auf regionaler Ebene strahlten sie aus, so dass nach den Spuren in Paderborn und Umgebung gesucht werden soll. Die Bereitschaft zur Vorbereitung einer Sitzung in einem Team von zwei bis drei Studierenden wird vorausgesetzt.

Willy Brandt und das “Zeitalter der Extreme” | Johanna Sackel

„Die Globalisierung von Gefahren und Herausforderungen – Krieg, Chaos, Selbstzerstörung – erfordert eine Art Weltinnenpolitik“, leitete Willy Brandt 1980 den Nord-Süd-Bericht ein. Dieser Satz mag die vielfältigen Erfahrungen widerspiegeln, die Brandt selbst als „Weltinnenpolitiker“ gemacht hatte. Exilant im Zweiten Weltkrieg, Bürgermeister Berlins im Kalten Krieg, Bundeskanzler und Vertreter der Neuen Ostpolitik, Präsident der Sozialistischen Internationale, Vorsitzender der Nord-Süd-Kommission– stets war Willy Brandt mit globalen Problemen konfrontiert oder in solche involviert. 
Im Seminar wollen wir diesen Umstand zum Anlass nehmen, das „Zeitalter der Extreme“ (Hobsbawm) anhand der Biographie Willy Brandts analytisch zu durchdringen. Mitnichten soll dabei eine Geschichte großer Männer erzählt werden. Vielmehr wird der Versuch einer Kombination von biographischem und globalgeschichtlichem Ansatz unternommen, um so einerseits zentrale globale Entwicklungen im „kurzen zwanzigsten Jahrhundert“ in den Blick zu nehmen und andererseits Fragen nach der Bedeutung von Einzelakteuren zu beantworten.

Flucht und Asyl in der europäischen Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts | Dr. Michael Schubert

Flucht und Asyl gehören zu den prägendsten menschlichen Erfahrungen – sowohl für die Geflüchteten, als auch für die Aufnahmegesellschaften. Gleichzeitig ist die Erfahrung von Flucht und Asyl ein epochenübergreifendes Kontinuum. Und doch gilt seit Carl Wingenroths Artikel von 1959 gerade das 20. Jahrhundert als „Jahrhundert der Flüchtlinge“: Der Erste Weltkrieg und die aus ihm folgende Neuordnung der politischen Landkarte Europas bilden eine Zäsur in der europäischen Wanderungsgeschichte. Die Gesamtzahl der Flüchtlinge, Vertriebenen und Umsiedler in Europa lag in Folge der politischen Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg allein in der Mitte der 1920er Jahre bei annähernd 10 Millionen Menschen, während für den Zweiten Weltkrieg insgesamt Zahlen von 50-60 Millionen Deportierten, Kriegsflüchtlingen und Vertriebenen zu nennen sind. Das europäische 20. Jahrhundert schloss dann auf vermeintlich prädestinierte Weise: Im 1918 verkündeten Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (1931 Königreich Jugoslawien, 1945 Volksrepublik Jugoslawien) zerbrach ein Teil der europäischen politischen Ordnung des 20. Jahrhunderts in einem genozidalen Bürgerkrieg, der zu erheblichen Fluchtbewegungen führte. Gleichzeitig konstituierte sich schon die ‚Festung Europa‘ vor dem Hintergrund des vermeintlichen ‚Marsches‘ von ‚Massen‘ aus der ‚Dritten Welt‘ in Richtung Europa. Angesichts anhaltender oder immer wieder aufkeimender (Bürger)Kriege, wirtschaftlicher und sozialer Not außerhalb Europas schließt das 21. Jahrhundert nahtlos an die Erfahrungen des 20. Jahrhunderts an: Ob es am Ende auch ein regelrechtes ‚Fluchtjahrhundert‘ war, können freilich erst weit später nachfolgende Historiker_innen klären. Uns soll es im Proseminar jedenfalls darum gehen, die so aufgeregte Gegenwart von Flucht und Asyl in Europa als grundlegende historische Erfahrung des 20. und 21. Jahrhunderts zu begreifen. Die Ursachen von Flucht und die Wanderungsbewegungen sollen dabei genauso in den Blick geraten, wie die Integrationserfahrungen der Geflüchteten und der Einheimischen in den Aufnahmeländern. Das Proseminar wird von einem Einführungsseminar zur Neuesten Geschichte/Zeitgeschichte begleitet. Es dient – z.T. anhand von Beispielen aus dem Themenbereich des Proseminars – der Einarbeitung in Grundfragen der Neuesten Geschichte/Zeitgeschichte und in Arbeitsmethoden der Geschichtswissenschaft. Ein Seminarplan mit Themenbereichen wird zu Beginn der Veranstaltung ausgegeben, ein Handapparat mit der wichtigsten Literatur wird in der Universitätsbibliothek aufgestellt. Voraussetzung für den Scheinerwerb sind – neben der Kenntnis der grundlegenden Literatur – die Vorlage eines Diskussionspapiers (2 Ms.) im Seminar sowie die Ausarbeitung dieses Papiers oder einzelner seiner Aspekte zur Hausarbeit bis zum Semesterende.

Einführungsseminare

Dr. des. Sebastian Bischoff & Dr. Michael Schubert

Die Seminare führen anhand von Beispielen in die Perspektiven, theoretischen Grundlagen und Methoden des Neuzeit- bzw. Zeithistorikers ein.

Exkursionen
Unterlagen der Veranstaltungen
Archiv der Lehrveranstaltungen

Die Universität der Informationsgesellschaft