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Dissertationen

Laufende Dissertationsprojekte

Kathrin Bellmann: Das Probespiel im Orchester – empirische Studien zu Hintergründen, Anforderungsprofilen und Assessment-Prozessen in der Auswahl professioneller OrchestermusikerInnen.

Kathrin Bellmann


Die deutsche Orchesterlandschaft ist in ihrer Vielfalt und Dichte weltweit einmalig, ihr Einstellungsverfahren ist das Probespiel.

Obwohl breiter Konsens darüber besteht, dass es nie mehr und bessere Musikhochschul-Absolventen gab als heute, wurde laut DOV-Probespielstatistik in der Spielzeit 2009/10 nur rund die Hälfte der Stellen beim ersten Probespiel besetzt. Die Folge sind zeitliche und finanzielle Belastungen von Orchestern und Bewerbern. An ein zunächst erfolgreich durchgeführtes Probespiel schließt sich zudem eine mehrmonatige Probezeit („Probejahr“) an, die ebenfalls aktuell in einer nicht unerheblichen Anzahl der Fälle zu einer Neu-Ausschreibung der Stelle führt.
Es besteht also in der Praxis ein akuter Bedarf an der Verbesserung des Probespiel-Verfahrens, der in der Wissenschaft eine Lücke in der Evaluationsforschung professioneller musikalischer Assessment-Prozesse und musikalischer Performance entspricht. Eine systematische Untersuchung des Problemfeldes Probespiel ist bislang unterblieben und daher vor diesem Hintergrund für Orchester, Musikhochschulen und das Fachgebiet der Musikpsychologie von großem Interesse.

Folgende Fragestellungen leiten die Arbeit:
Wie hoch sind die (Retest- und Inter-Rater-) Reliabilität bei der Bewertung klassischer Probespielaufgaben?
Wie hoch ist die Diskriminationsfähigkeit der klassischen Aufgaben?
Wie hoch ist die inhaltliche und prognostische Validität der Aufgaben?
Lassen sich die Gütekriterien des Verfahrens Probespiel durch den Einsatz von Blattspiel verbessern?

Ausgehend von einer qualitativen Inhaltsanalyse der relevanten Zeitschriftenartikel sowie mehreren Experten-Interviews (mit Orchestermusikern, Dirigenten, Hochschulprofessoren, Bewerbern) werden in einer Kooperation mit der Jungen Deutschen Philharmonie Probespiel-Performances (klassisches Konzert sowie Blattspielaufgabe) mitgeschnitten und danach externen Experten / Orchestermusikern zur Bewertung vorgelegt. Auf diese Art wird die Reliabilität und, durch Abgleich mit einem Anforderungsprofil „Orchestermusiker“, auch die Validität der Bewertungen überprüft.

Kristina Flieger: Funktionen von Musik und die Entwicklung von Musikpräferenzen in Paarbeziehungen (Arbeitstitel).

Kristina Flieger

Die Erforschung von Musikpräferenzen und der Funktionen von Musik sind bis heute zwei der zentralen Themen in der Musikwissenschaft bzw. in der musikpsychologischen Forschung. Besonders Klaus-Ernst Behne hat grundlegende Erkenntnisse auf beiden Gebieten erzielt.

Als bedeutende Einflussfaktoren für die Entwicklung des Musikgeschmacks (bzw. die musikalische Sozialisation) gelten das Elternhaus/Familie, die Schule (und andere/ähnliche Institutionen), die Peergroup und die Medien. Die Variable Alter sowie Generations- und Geschlechterunterschiede sind über dies hinaus von enormer Bedeutung bei der Untersuchung von individuellen Entwicklungen von Musikpräferenzen.

Das sehr spezielle System „Paarbeziehung“ wurde jedoch bislang von der Forschung nur spärlich untersucht. Musikpräferenzen oder die Funktionen von Musik werden oft im Kontext der Identitätsbildung Jugendlicher untersucht, wobei auch Geschlechterunterschiede analysiert werden. Der Fokus liegt hier im Feld der Präferenzforschung oft auf der so genannten „Jungsmusik“ bzw. „Mädchenmusik“. Geht es um die Funktionen von Musik, dann stehen oft die identitätsstiftenden und kommunikativen im Fokus der Forschung. Weniger geht es dabei jedoch um die musikbezogene Interaktion der Geschlechter bzw. die Funktionen von Musik innerhalb von zweisamen sozialen Beziehungen (speziell den romantischen Beziehungen weniger den freundschaftlichen), geschweige denn um die Funktionen von Musik innerhalb solcher. Eine frühe Ausnahme bilden z.B. Christenson & Peterson (1988) mit Ihrer Studie zu „Genre and gender in the structure of music preferences". Dass das Thema von steigender Brisanz ist, zeigen unter anderem Grotjahn (2010) und Ellmeier (2011).

Das Dissertationsvorhaben untersucht deshalb die Funktionen von Musik und Paarbeziehung und den gegenseitigen Einfluss der Partner auf den individuellen Musikgeschmack.

Literatur:

Christenson, P. G. & Peterson, J. B. (1988). Genre and gender in the structure of music preferences. Communication Research, Vol. 15 No. 3, June 1988, 282 – 301.

Ellmeier, A. (Hrsg.). (2011). Gender Performances: Wissen und Geschlecht in Musik, Theater und Film. Wien u.a.: Böhlau.

Grotjahn, R. (Hrsg.). (2010). Musik und Gender: Grundlagen, Methoden, Perspektiven. Laaber: Laaber-Verlag.

Andreas Heye: Mehrfachbelastung in der Ausbildung musikalisch besonders begabter Jugendlicher.

Andreas Heye  

Der Begriff Doppelbelastung ist aus dem Bereich der Sportwissenschaften bekannt und definiert alltägliche Belastungssituationen junger Leistungssportler, die insbesondere aus dem Hochleistungstraining und der Schule resultieren. Dabei ist der Begriff „Doppelbelastung“ etwas irreführend, da dieser schon eine Belastung impliziert, die jedoch nicht vorausgesetzt werden kann. Vielmehr geht es um Leistungsbedingungen von Kindern und Jugendlichen und die zentrale Frage, wie sie diese wahrnehmen und bewältigen.  

Die Sportwissenschaft hat diese Thematik im Bereich des Leistungssports beforscht. So werden bspw. in dem qualitativen Forschungsprojekt „Weltmeister werden und die Schule schaffen“ (Richartz & Brettschneider, 1996) folgende Fragen exploriert: Welchen Umfang hat die Doppelbelastung? Wie wird die Doppelbelastung von Jugendlichen verarbeitet und bewältigt? und wird durch die Doppelbelastung eine pädagogisch wünschenswerte jugendliche Entwicklung verhindert? (S. 14). Für Antworten auf diese Fragen, wurden 37 Jugendliche zu ihrem sozialen Netzwerk (Eltern, Lehrer, Trainer und Peers) bzw. ihren Handlungsfeldern (Zuhause, Schule, Training, Freizeit) mehrfach interviewt, wobei jede einzelne Interviewsitzung einen bestimmten Schwerpunkt abdeckte.  

Allgemein zeigten die Ergebnisse, dass die „Doppelbelastung“ als ein komplex konstruiertes Geschehen verstanden werden muss. Ein positives Selbstbild der eigenen sportlichen Fähigkeiten und Kompetenzen (subjektive Ressource) und ein unterstützendes Umfeld, insbesondere die Eltern und Peers (objektive Ressource), agieren als wirkungsvolle Ressourcen zur Bewältigung der „Doppelbelastung“ von Schule und Leistungssport (S.275).  

Die Dissertation sieht es vor, die „Doppelbelastung“ durch Musik und Schule bei musikalisch hochbegabten Kindern und Jugendlichen zu explorieren. Dafür liegt es Nahe, an den Erkenntnissen der Sportwissenschaft anzuknüpfen und die dafür entwickelten empirischen Erhebungsinstrumente (Interviewleitfaden oder Fragebogen) in den Bereich der Musik zu adaptieren, um diese später ggf. vergleichen zu können. Experteninterviews zum Thema „Doppelbelastung“ sollen die Art der Probleme, die Unterschiede zur Doppelbelastung im Sport und musikspezifische Belastungen offen legen. Des Weiteren sollen anhand quantitativer und qualitativer Methoden die Leistungsbedingungen musikalisch Hochbegabter im Zusammenhang mit ihrem sozialen Umfeld untersucht, ausgewertet und diskutiert werden.

Poster zum Thema als PDF

Stefanie Jäger: „Die Wirkungen von Musik beim Sport unter besonderer Berücksichtigung des Laufsports.“ (Arbeitstitel)

Musik hat sich im Zusammenhang mit Sport zu einem weit verbreiteten Phänomen entwickelt. Während sie bei einigen Sportarten wie z. B. Eiskunstlaufen oder Synchronschwimmen ein essentieller Bestandteil der Sportart selbst ist, ist sie mittlerweile bei fast allen Sportereignissen nicht mehr wegzudenken. Auch im Alltag kann man beobachten, dass die Musiknutzung insbesondere im Einzelsport (z. B. Joggen oder Fitness) zugenommen hat, aber auch Gruppensportarten wie Zumba boomten in den letzten Jahren. Dabei rücken Themen wie Gesundheit und Prävention immer mehr in den Fokus. Hier tauchen jedoch insbesondere bei Hobbysportlern Motivationsprobleme auf, die zu einem verringerten Trainingsumfang und generell einer negativen Einstellung zum Training fördern können. Basierend auf den Ergebnissen vorhergehender Studien kann Musik hierbei eine wirksame Unterstützung sein.

Die geplante Studie soll die Wirkungen von Musik beim Laufen auf dem Laufband untersuchen. Konkret sollen dabei die Leistungsfähigkeit und die emotionalen Zustände der Probanden ins Auge gefasst werden. Dazu werden Probanden (Alter 30-60 Jahre) auf dem Laufband an zwei Versuchen teilnehmen, wobei sie jeweils einmal mit Musik und einmal ohne Musik laufen. Die Musikauswahl trifft der Proband selbst. In beiden Versuchen laufen die Probanden bei moderater Trainingsintensität auf dem Laufband, bis sie freiwillig den Versuch abbrechen. Vor und nach jedem Versuch wird die Stimmung der Probanden erfasst. Während des Laufs wird außerdem die Anstrengung und das Befinden mittels einschlägiger Skalen gemessen. Es wird vermutet, dass die Probanden den Versuch unter Musikeinwirkungen (z. B. durch Ablenkung etc.) später abbrechen als ohne Musik. Darüber hinaus sollte sich das Belastungsempfinden, die Stimmung sowie das psychische Wohlbefinden durch Musik verbessern. Im Anschluss an jeden Lauf soll ein kurzes leitfadengestütztes Interview mit dem Probanden stattfinden. Darüber hinaus wird die Playlist des Probanden im Nachhinein untersucht. Optional ist eine Musikanalyse geplant, um nach Übereinstimmungen bei den wirkungsvollen Musikstücken zu suchen (z. B. ähnliches Musiktempo). Eventuell lassen sich bei den positiven und negativen Reaktionen auf die Musik ebenfalls Gemeinsamkeiten in Bezug auf die musikalischen Eigenschaften identifizieren.

Ae Ri Kang-Ritter: Zur beruflichen Karriere von koreanischen MusikerInnen nach einem Musikstudium in Deutschland - Eine Absolventen-Studie. (Arbeitstitel)

Ae Ri Kang-Ritter

Viele internationale Instrumental- und Gesangssolistinnen und -solisten stammen aus Korea. Koreanische Musiker sind sehr erfolgreich bei internationalen Musikwettbewerben. In deutschen Orchestern und Opernhäusern finden sich koreanische Musiker als Gesangssolistinnen und -solisten, Instrumentalistinnen und Instrumentalisten und im Chor. Viele dieser koreanischen Musikerinnen und Musiker haben ein Musikstudium in Deutschland absolviert. Laut statistischem Bundesamt waren im WS 2013/14 19.000 Studierende an den 26 deutschen Musikhochschulen immatrikuliert, darunter 9.000 ausländische Studierende. Von diesen kamen 2.300 aus Süd-Korea, 1.600 aus China und 800 aus Japan. Über den Verbleib und die berufliche Karriere dieser koreanischen Musikerinnen und Musiker nach einem Musikstudium in Deutschland ist nur wenig bekannt, abgesehen von einigen weltberühmt gewordenen Musikerinnen und Musikern.   

In der vorliegenden Absolventen-Studie sollen folgende Fragen untersucht werden

  • Was ist aus den koreanischen Musikstudierenden, die in Deutschland studiert haben, geworden?
  • Wie ist ihr sozialer, familiärer, kultureller und religiöser Hintergrund?
  • Warum haben diese Musikerinnen und Musiker gerade in Deutschland studiert und nicht in einem anderen Land?
  • Welche Berufs-/Karriere-/Lebensperspektiven bieten sich ihnen?
  • Was ist das Typische an den Lebenswegen/Biographien und welche Rollen spielen dabei Sprache, Mentalität und Kultur?

Hierzu wurden Leitfaden-gestützte Interviews mit elf koreanischen Musikern, die in Deutschland studiert haben, durchgeführt. Die Probanden wurden nach dem Prinzip des theoretical sampling ausgewählt. Die Interviews wurden transkribiert und mit Hilfe der Qualitativen Inhaltsanalyse Computer-unterstützt (MAXQDA) ausgewertet.

Aus der vorliegenden Arbeit können sich grundlegende Informationen über koreanische Musikerinnen und Musiker, die in Deutschland Musik studiert haben, und das Typische an deren Lebenswegen/Biographien ergeben. Weiterhin können sich Informationen über koreanische Studierende, ihre Mentalität und ihre Kultur für deutsche Musikhochschulen und für Lehrende an deutschen Musikhochschulen ergeben. Weiterhin kann die vorliegende Arbeit wichtige Informationen und Entscheidungshilfen für Koreaner, die in Deutschland Musik studieren wollen, ergeben. Schließlich stellen die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit auch einen Beitrag zur Karriereforschung in der Musik und dem Themenfeld „musikalische Entwicklung in der Lebensspanne“ dar.

Abgeschlossene Dissertationen

Kai Koch: Empirische Studien zur Chorarbeit mit älteren Erwachsenen.

Durch die Neugründungen von immer mehr Seniorenchören unterschiedlichster Fasson wird das musikalisch-kulturelle Angebot für ältere Menschen immer vielfältiger. Der demografische Wandel und die steigende Zahl der Menschen im dritten und vierten Lebensalter fordern deutlich ein vielseitig ausdifferenziertes Chorangebot für Seniorinnen und Senioren. Dies zeigt sich an der Gründung von Seniorentanzchören, Demenzchören, Improvisationschören oder z. B. Pop- und Rockchören für Ältere.

Demzufolge werden auch die Chorleitenden im Haupt- und Nebenamt vor viele neue Herausforderungen gestellt, wenn sie eine musikalisch-ansprechende und geragogisch-angemessene Chorarbeit anbieten wollen. Durch die stimmlich-reproduktiven Prozesse der Chorsingenden und die weiteren gerontologischen Besonderheiten scheinen Seniorenchöre ihrer Leitung andere Kompetenzen abzuverlangen als dies bei "normalen" Chören der Fall zu sein scheint.

Die Dissertation sieht vor, sich dieser Thematik mit dem Fokus auf die Chorleitung erstmals durch qualitative Studien zu nähern. Ausgehend von einem theoretischen Sampling werden mithilfe von Experteninterviews mit den Chorleitenden und Gruppendiskussionen mit Chorsängerinnen und -sängern empirische Daten erhoben. Durch den Ansatz der Grounded Theory (Strauss/Glaser) wird das Material ausgewertet, um eine von empirischen Daten gestützte Theorie zur Chorarbeit mit älteren Menschen zu entwickeln.

Dabei werden unter anderem die folgenden Fragestellungen untersucht:

  • Welche Kompetenzen benötigen Chorleitende, die mit Seniorenchören arbeiten? Unterscheiden sich diese von dem üblichen "Handwerk" der Chorleitung? Wie könnten Aus-, Fort- und Weiterbildungen für Seniorenchorleitende inhaltlich strukturiert werden?
  • Welche didaktischen und konzeptionellen Besonderheiten erfordert die Chorarbeit mit älteren Menschen?
  • Wie können Seniorenchöre musikgeragogisch-sinnvoll konzipiert werden?
  • Welches Rollenverständnis ist notwendig, um mit Senioren eine progressive Chorarbeit zu verfolgen? Was motiviert zur Chorarbeit mit Älteren? Welche Grenzen und Herausforderungen erleben Chorleitende?
  • Welche Bedeutung und welchen Stellenwert hat der Tod in Seniorenchören?
  • Wie wird mit Altersgrenzen umgegangen und welche Vor- und Nachteile bringen sie mit sich?

Durch diese Arbeit werden einerseits die verschiedenen Erscheinungsformen von Seniorenchören gesichtet und andererseits können durch die Auswertung der qualitativen Daten unter Umständen Hinweise und Besonderheiten der Seniorenchorarbeit aufgezeigt werden. Somit könnte dieses Forschungsprojekt der Qualitätsentwicklung einer angemessenen Seniorenchorarbeit dienen und die Etablierung der Disziplin "Seniorenchorleitung" in der musikpädagogischen Aus-, Fort- und Weiterbildung durch wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse rechtfertigen.

Abgeschlossen 2017.

Koch, K. (2017). Seniorenchorleitung. Empirische Studien zur Chorarbeit mit Älteren.
Schriften des Instituts für Begabungsforschung in der Musik (IBFM), Bd. 10. Münster: LIT.

Stephanie Forge: Die Nachhaltigkeit von Lehrerbildung am Beispiel des Singförderprojekts "SMS - Singen macht Sinn".

Stephanie Forge

„SMS – Singen macht Sinn“ ist ein Förderprojekt für das Singen von Grundschulkindern in der Region Ostwestfalen-Lippe. SMS will einerseits die Musizierfreude und Singfähigkeit der Schüler entwickeln und andererseits die Ausbildung der Lehrkräfte intensivieren.  

Das Projekt SMS wird vom Institut für Begabungsforschung in der Musik (IBFM) der Universität Paderborn wissenschaftlich begleitet und evaluiert. Das Evaluationsteam besteht aus Prof. Dr. Heiner Gembris, Stephanie Forge, M.A., Dr. Erich Beckers und Dr. Renate Beckers ( 2010).  

Die Evaluation berücksichtigt die verschiedenen Gruppen von Beteiligten (Schüler, Grundschullehrer, Lehramtsstudenten, Lehramtsanwärter, Vokalpädagogen). Sie untersucht insbesondere folgende Fragestellungen:  

  • Welchen Einfluss hat die Teilnahme an SMS auf Einstellungen zur eigenen Stimme, Motivationen zum Singen, musikalische Selbstkonzepte, die wahrgenommene eigene musikalische Kompetenz, die Bereitschaft zum Singen mit Schülerinnen und Schülern, etc. bei Lehramtsstudierenden und Lehramtsanwärtern, die Musik nicht als Studienfach gewählt hatten?
      
  • Wie sehen Schülerinnen und Schüler die Teilnahme an SMS: Wie erleben sie den SMS-Unterricht und SMS-Aktivitäten, welche Einstellungen und Selbstkonzepte zum Singen haben sie, etc.?
      
  • Was bedeutet das Projekt für die Grundschullehrkräfte hinsichtlich möglicher Einflüsse auf ihr musikalisches Selbstkonzept, auf die wahrgenommenen Fähigkeiten zum Singen und auf den Einsatz der Stimme, auf Umsetzung des Co-Teaching zwischen Grundschullehrern und Vokalpädagogen, etc.? Inwieweit werden Impulse aus SMS im Unterricht umgesetzt?
      
  • Welche Erfahrungen machen die Vokalpädagogen hinsichtlich der Zusammenarbeit mit den Grundschullehrern, der Arbeit mit den Grundschulkindern, der Organisation und Durchführung des Projekts etc.?  

Die Evaluation findet projektbegleitend statt, so dass Zwischenergebnisse unmittelbar in das laufende Projekt zurückfließen können, um das Projekt gegebenenfalls zu modifizieren und optimieren. Teilbereiche dieser Evaluationsforschung fließen in ein Dissertationsprojekt ein. Anfang 2012 war der Abschlussbericht fertiggestellt.

Die Veröffentlichung der Dissertationsschrift ist als Online-Ressource in der Universitätsbibliothek Paderborn verfügbar unter http://dx.doi.org/10.17619/UNIPB/1-169.

Abgeschlossen: 09.12.2016

Susanne Dick: Professionelle Musiker in höherem Erwachsenenalter - Eine empirische Studie

Susanne Dick

In Anlehnung an psychologische Konzepte über Aktivität und Produktivität im Alter steht die Frage im Fokus der empirischen Arbeit, welchen musikalischen und anderen Aktivitäten professionelle Orchestermusiker nach ihrer Verrentung nachgehen. Dabei soll u.a. der Einfluss gesundheitlicher Bedingungen, die Entwicklung der musikalischen Leistungsfähigkeit und die Motivation für das Arbeiten jenseits der Verrentungsgrenze untersucht werden.

Folgende Fragen leiten das Projekt u.a.:

  • Welchen (musikalischen) Aktivitäten gehen professionelle Orchestermusiker im Ruhestand nach?
  • Welche Gründe sind für die Weiterführung musikalischer Tätigkeiten bzw. für das Fehlen musikalischer Tätigkeiten nach der Verrentung ausschlaggebend?
  • Wie erleben Orchestermusiker den Eintritt in den Ruhestand?

Diese Fragen werden mithilfe qualitativer Interviews beleuchtet, die mit Musikern deutscher Kulturorchester unterschiedlicher Kategorien, Sparten, Instrumentengruppen und Spielpositionen geführt werden.

Abgeschlossen: 2014 

Dick, S. (2017). Musikalische Aktivität und Produktivität im dritten Lebensalter. Eine empirische Studie mit professionellen Orchestermusikern.
Schriften des Instituts für Begabungsforschung in der Musik (IBFM), Bd. 8. Münster: LIT.

Susanne Maas: Chöre im Spielfilm – Bildungsprozesse durch Chorsingen in ausgewählten Filmen.

Susanne Maas

Es waren zwei der Publikumsfavoriten des Kinojahrgangs 2004: Die Kinder des Monsieur Mathieu und Wie im Himmel. Beide Filme schildern, welche Wirkungen Chorsingen auf Menschen haben kann. Sie stehen damit stellvertretend für eine große Zahl von Spielfilmen, in denen Chöre eine Rolle spielen - vom Klassiker Casablanca bis zum Blockbuster Sister Act. Die Untersuchung stellt einschlägige Filme vor und unterzieht sie einer vergleichenden Analyse. "Dabei trägt die Autorin ein enzyklopädisches, hervorragend recherchiertes Wissen zusammen [...], das sonst nirgends zu finden ist. Sie informiert mit detailreichen Beschreibungen, ohne dabei langweilig zu werden." (Prof. Dr. Heiner Gembris)

Abgeschlossen: Juli 2013

Stella Kaczmarek: Die Praxis des Übens: Motivation und Übestrategien bei jungen Instrumentalisten.

Stella Kaczmarek

Im Zentrum der Arbeit stehen Qualität, Methodik und Struktur des Übens. Das instrumentale Üben wurde in der bisherigen Literatur nur selten erforscht. Es gibt relativ wenig Forschung bezogen auf die individuellen Vorgehensweisen des Übens oder über Lernstile bzw. Übungsstile. Sehr wenige Untersuchungen beziehen sich auf den individuellen Gebrauch von Strategien, Vorerfahrungen, Motivation oder geeignete Lernansätze des Übens (vgl. Hallam, 1997)..

Ein erstes Ziel der Studie ist die Ausarbeitung eines Instrumentariums - in Form von Fragebogen - für die empirische Erfassung, Beschreibung und Analyse des instrumentalen Übens. Ein zweites Ziel der Doktorarbeit ist die Untersuchung und Erforschung der Qualität und der Strukturierung des Übensprozesses der musikalisch begabten Jugendlichen aus dem Detmolder Hochbegabten Zentrum im Vergleich zu gleichaltrigen Musikschülern. Drittens sollen die Befunde in Bezug zu Trainingskonzepten der Sportwissenschaft gesetzt werden.

Die theoretische Annahme, die geprüft werden soll, fragt nach Faktoren, die die Qualität des Übens beeinflussen. Eine weitere Frage, die dabei untersucht werden soll, bezieht sich auf mögliche Unterschiede im Üben bei musikalisch hochbegabten Jugendlichen und „normalen“ Schülern einer Musikschule.

Das Buch beschäftigt sich mit der Problematik des Übens am Instrument. Die Quantität, Qualität, Effektivität und Strukturierung des Übens gehören zu den wichtigsten Aspekten des Übens, besonders für die professionellen Musiker, aber auch für die übenden Kinder und Jugendlichen. Wie effektiv üben die Jugendlichen? Wie viel Zeit verbringen sie am Instrument? Welche Übestrategien verwenden sie? Und wie planen sie ihren Übeprozess, wie führen sie ihn durch und kontrollieren ihn? Das Buch versucht, auf diese und ähnliche Fragen Antworten zu geben.

Abgeschlossen 2012

Astrid Söthe: Musikalische (Lern-) Fähigkeit im Alter bei Gesunden und bei Alzheimerkranken

Astrid Söthe

Hintergrund und Ziel

Über musikalische Fähigkeiten und auch Lernfähigkeiten im Alter und mit Alzheimerdemenz ist bislang nur sehr wenig bekannt. Zu den Wechselwirkungen zwischen dem Alterungs- bzw. Krankheitsprozess und den musikalischen Fähigkeiten herrscht noch ein eklatanter Forschungsmangel. Und dies obwohl Studien aus dem angelsächsischen Raum positive Wirkungen von Musik auf Symptome der Alzheimerdemenz belegen. Ob dies jedoch für eine Ressource im Bereich der Musik bei Alzheimerpatienten spricht, kann noch nicht eindeutig beurteilt werden.  Umso wichtiger ist es also, grundlegende Erkenntnisse im Zusammenhang Musik und Alter/ Alzheimerdemenz zu sammeln. Diesem Ziel widmet sich eine Studie des IBFM in Kooperation mit der Universitätsklinik Heidelberg, Sektion Gerontopsychiatrie (Prof. Dr. Schröder) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg (Prof. Dr. Essig). 

Ansatz und Methoden

Der Fokus liegt dabei auf der Untersuchung der noch vorhandenen musikalischen Fähigkeiten. Es werden im Speziellen grundlegende Fähigkeiten im Umgang mit dem musikalischen Parameter Rhythmus untersucht. Diese Fähigkeiten sind: Rhythmen a) unterscheiden, b) nachahmen sowie c) Rhythmen einprägen und lernen. Durch drei Teilnehmergruppen, gesunde ältere Menschen, Alzheimerpatienten und einer jungen Kontrollgruppe, sollen Unterschiede innerhalb der Aufgabenbereiche beobachtet werden. Diese Ergebnisse sollen einen ersten Hinweis darauf geben, wie sich der Alterungsprozess, bzw. der Krankheitsprozess auf die unterschiedlichen Fähigkeiten im Umgang mit Musik auswirkt.

Ergänzt wird die Studie durch ein modernes Bild gebendes Verfahren, der  fMRT-Untersuchung. Dabei werden die Gehirnaktivitäten während des Bearbeitens der musikalischen Aufgaben beobachtet. Über grundlegende Erkenntnisse zur allgemeinen Rhythmuswahrnehmung und  Rhythmusproduktion im Gehirn hinaus können somit auch eventuelle Alterseffekte und Krankheitseffekte erfasst werden. Insgesamt stellt dieser Bereich ein wichtiges interdisziplinäres Forschungsfeld dar, das immer mehr an Beachtung findet. 

Kooperationspartner:

Prof. Dr. Johannes Schröder, Universitätsklinik Heidelberg, Leiter Sektion Gerontopsychiatrie

Dr. Peter Schönknecht, Universitätsklinik Heidelberg, Leiter Gedächtnisprechstunde

Dipl. Psych. Romy Henze, Universitätsklinik Heidelberg / DKFZ

Prof. Dr. Marco Essig, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg (DKFZ)  www.dkfz.de

Abgeschlossen: Juni 2010

Franziska Olbertz: Musikalische Hochbegabung: Frühe Erscheinungsformen und Einflussfaktoren.

Franziska Olbertz

Musikalische Hochbegabung entsteht in der Selbst- und Fremdwahrnehmung einer Person, die bestimmte musikalische Fähigkeiten und Verhaltensweisen zeigt. Welche Fähigkeiten und Verhaltensweisen können das sein? Finden sie sich auch außerhalb von Musik? Und wie entwickelt sich eine musikalische Hochbegabung? Diesen Fragen wird in drei Fallstudien nachgegangen. Das Datenmaterial setzt sich aus Interviews, Forschungstagebüchern, Ton- und Filmaufnahmen und Testergebnissen zusammen. Die Auswertung verfolgt das Ziel, fundierte Hypothesen über das Phänomen der musikalischen Hochbegabung zu bilden.

Abgeschlossen: April 2009

Antje Bersch-Burauel: Entwicklung von Musikpräferenzen im Erwachsenenalter. Eine explorative Untersuchung.

Abgeschlossen: Dezember 2004

Ulrike Schwanse: Familienkonzerte in Kooperation mit Grundschulen – ein Konzept und seine Wirkungen.

Abgeschlossen: Dezember 2003

Die Universität der Informationsgesellschaft