Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Germanistische Sprachdidaktik - Header - Slider Bildinformationen anzeigen
"In der Gegenwart erzählen wir im Präsens!" Bildinformationen anzeigen
Bildinformationen anzeigen
Bildinformationen anzeigen
Bildinformationen anzeigen
Bildinformationen anzeigen
Bildinformationen anzeigen
Bildinformationen anzeigen

Germanistische Sprachdidaktik - Header - Slider

Foto: Paderborner Germanistische Sprachdidaktik

"In der Gegenwart erzählen wir im Präsens!"

Foto: Die Grundschulzeitschrift, 277/2014

Foto: Cynthia Arnold

Foto: Free-Photos | pixabay

Foto: WordCloud

Foto: Cynthia Arnold

ProFis (= Protoliterale Fähigkeiten in inklusiven Kontexten stärken)

Kooperationsprojekt der Universität Paderborn

mit dem KINDERCENTRUM RIEMEKEPARK (inklusive Kindertagesstätte)

Ziel des Projekts

Ziel des Projekts ist die Förderung der mündlichen Erzählfähigkeit von sprachlich beeinträchtigten Kindern. Hierzu wird an dem Kindercentrum Riemekepark - einer inklusiven Kindertagesstätte - ein Training (Uhl 2016) mit besonders gestaltetem Übungsmaterial durchgeführt. Durch das Training sollen Kinder lernen, eine Erzählung mit prototypischem Ablauf (Einleitung – Hauptteil – Schluss) zu gestalten. 

Warum ist eine Steigerung der mündlichen Erzählkompetenz wichtig?

Schon weit vor dem Eintritt in die (mediale) Schriftlichkeit spielt das Erzählen eine wichtige Rolle bei dem Aufbau einer literalen Handlungskompetenz (vgl. beispielsweise Müller 2015). Wenn Kinder in der Lage sind, mündlich zu erzählen, ist dies eine wichtige Unterstützung für die spätere schulische Schreibentwicklung: Es entlastet das Schreiben von Erzählungen, wenn Kinder sich an dem prototypischen Erzählmuster orientieren können. Empirische Studien zeigen jedoch: Es können noch nicht alle Kinder in der Grundschule ein solches Wissen über prototypische Erzählmuster abrufen (siehe Uhl 2015). Durch das am KINDERCENTRUM RIEMEKEPARK durchgeführte Training der mündlichen Erzählkompetenz wird also ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung von Literalität geleistet: Eventuell sozio-ökonomisch bedingte fehlende protoliterale Erfahrungen sollen durch das Training möglichst frühzeitig (also schon im Kindergartenalter) ausgeglichen werden.

Wie ist der Ablauf des Trainings?

Zur Förderung werden Geschichtenpläne (Uhl 2016) eingesetzt: Geschichtenpläne bilden die Grundstruktur eines narrativen Textes ab. Dieser wird von einem Erwachsenen vorgelesen – in dem Geschichtenplan befinden sich jedoch Platzhalter, in die die Kinder in Form von Bildern verschiedene Orte, Personen und Gegenstände einsetzen können. Geschichtenpläne sind also besondere Vorlesesituationen, in denen das Kind als Ko-Konstrukteur mit eingebunden wird: Somit entstehen in jedem Vorlesedurchgang kleine, individuelle Geschichten. Mehrere Arbeiten zum effizienten Vorlesen zeigen, wie wichtig gerade das höreraktivierende und -involvierende Vorlesen ist (vgl. Wieler 1997; Spinner 2005; Kruse 2007).

Weiterarbeit auf der Grundlage des Projekts

Das Projekt ist an der Schnittstelle zwischen Kindergarten und Schule angesiedelt. Die Erkenntnisse aus dem Projekt liefern wichtige Hinweise, wie eine Förderung sprachlich beeinträchtigter Kinder in KiTas und dem Anfangsunterricht der Grundschule umgesetzt werden kann. Darüber hinaus können wichtige Erkenntnisse gewonnen werden, welche Kompetenzen pädagogische Fachkräfte in inklusiven Kontexten besitzen müssen, um die sprachliche Entwicklung förderbedürftiger Kinder anzuregen. Somit wird ein Desiderat der sprach- und literaturdidaktischen Forschung bearbeitet, das zurzeit eine hohe gesellschaftspolitische Relevanz besitzt.

Finanzierung

Das Projekt ProFis wird durch Mittel aus der Forschungsreserve der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Paderborn unterstützt. 

Kontakt

Dr. Benjamin Jakob Uhl (benjamin.jakob.uhl(at)uni-paderborn(dot)de

Literatur

Kruse, Iris (2007): Vorlesegespräche und das Verstehen erzählender Texte. In: Texte verstehen – Texte gestalten. Grundschulunterricht Deutsch, H. 5, S. 4-8.

Müller, Claudia (2015): Frühe Literalität an der Schnittstelle des sprachlichen und literarischen Lernens. In: LiLi – Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik, H. 178, S. 7-27.

Spinner, Kaspar (2005): Höreraktivierung beim Vorlesen und Erzählstruktur. In: Wieler, Petra (Hrsg.): Narratives Lernen in medialen und anderen Kontexten. Freiburg: Fillibach, S. 153-166.

Uhl, Benjamin (2015): Tempus – Narration – Medialität. Eine Studie über die Entwicklung schriftlicher Erzählfähigkeit an der Schnittstelle zwischen Grammatik und Schreiben. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Uhl, Benjamin (2016): Vom Bild zum Wort – vom Bild zum Text. Wie Bilder sprachbildende Prozesse anregen können. In: Kruse, Iris (Hrsg.): Ästhetisches Lernen und Sprachbildungsprozesse im inklusiven Unterricht. Grundschulunterricht Deutsch, H. 1/2016, S. 38-45.

Wieler, Petra (1997): Vorlesen in der Familie. Fallstudien zur literarisch-kulturellen Sozialisation von Vierjährigen. Weinheim: Juventa.

Die Universität der Informationsgesellschaft