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Die Bereiche des Instituts

Foto: Yvonne Ruhose

Prof. Dr. Claudia Öhlschläger

Genres performing Gender/Gender doing Genres (mit Prof. Dr. Jörn Steigerwald)
Kulturen des Kleinen. Mikroformate in Literatur, Kunst und Medien

Überregionale Arbeitsgruppe "Kulturen des Kleinen"

 Die Künste des 20. und 21. Jahrhunderts (darunter werden Literatur, Artefakte und Medien gefasst) reagieren auf Tendenzen zunehmender Beschleunigung, begrenzter Aufmerksamkeits- und Zeitressourcen mit dem "kommunikativen Imperativ" (Jäger) der Kürze. Literarische, künstlerische und mediale Mikroformate präsentieren sich oftmals als Ergebnis von Praktiken der Mikroanalyse, der Verdichtung, der Zerschlagung großer Sinneinheiten. Sie verleihen nicht nur dem Wunsch nach umstandsloser Erfassung des Gegenstands Ausdruck, oder gar der Distribution von Wissen in komplexen Lebenswelten; sie lenken zugleich den Blick auf Details und transferieren Erfahrungen von Vergänglichkeit und Flüchtigkeit. In diesem Sinne bewegen sie sich unterhalb der Werkgrenze. Die überregionale Arbeitsgruppe ´Kulturen des Kleinen´ untersucht Mikroformate auch in ihrem handlungspraktischen Bezug, um Parallelen und Differenzen zwischen verschiedenen Medien in den Blick zu nehmen, die Rückschlüsse auf eine qualitative Funktionsbestimmung kleiner Formate erlauben. Gegenstandsbereiche der Arbeitsgruppe sind literarische, kommunikative, mediale und künstlerische Formate der Kürze, des Nebensächlichen, Mediokren, Beiläufigen, Experimentellen, wie Kurz- und Kürzestprosa, Notizen, Stenogramme, Danksagungen, schriftbildliche/mediale Miniaturen (Blogs, SMS-Botschaften, Twitter, Video- und Werbeclips, Sitcoms) sowie Mikroformate (bild)künstlerischer Provenienz.

 

Initiatorinnen:

Prof. Dr. Sabiene Autsch (Kunst, Paderborn)

Prof. Dr. Claudia Öhlschläger (Komparatistik, Paderborn)

in Kooperation mit Kolleg/innen der Germanistik, Kunst-, Film- und Medienwissenschaften der Universitäten Paderborn, Siegen, Dortmund, Hagen, Braunschweig, Köln, Mainz, Bochum, Münster, Trier.

 

Ein Tagungsband, hrsg. von Sabiene Autsch und Claudia Öhlschläger, ist 2014 beim Fink Verlag, Paderborn, erschienen.

Realismus nach den europäischen Avantgarden (Internationale Kooperation mit Salerno, Italien)
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung "Realismus nach den europäischen Avantgarden"

Initiatorinnen:

 

Prof. Dr. Claudia Öhlschläger

Universität Paderborn

Fakultät für Kulturwissenschaften

Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft

Warburgerstraße 100

33098 Paderborn

 

Prof. Dr. Lucia Perrone Capano

Dipartimenti Studi Linguistici e Letterarii

Università degli Studi di Salerno

 

Prof. Dr. Vittoria Borsò

Institut für Romanistische Literaturwissenschaft

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

 

Im Zentrum der im Oktober 2010 stattfindenden Tagung „Realismus nach den europäischen Avantgarden“ steht die deutschsprachige Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg mit ihren unterschiedlich ausgeprägten realistischen Darstellungskonzepten. Nach der Hochphase der europäischen Avantgarden und der Abstraktionstendenzen um 1900, spätestens aber mit der Bewegung der „Neuen Sachlichkeit“ und ihrer europäischen, aber auch amerikanischen Variante des „Magischen Realismus“ nach dem Ersten Weltkrieg erhalten realistische Schreib- und Darstellungsweisen eine neue Konjunktur, die bis in die Gegenwart hineinreicht. Im Fokus steht der Zusammenhang zwischen realistischen Zugangsweisen und der Thematisierung von politischer wie ästhetischer Vergangenheit. Folgende Schwerpunktbildungen sind vorgesehen:

 

1.    Die neusachlichen Avantgarden der 20er Jahre und ihre Rezeption: Kontinuitäten/Diskontinuitäten

Diese Sektion wendet sich den neusachlichen Avantgarden der 20er Jahre und ihrer Rezeption zu. Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Wirkung der Avantgarden auf die realistischen Konzepte der 50er Jahre: Besteht eine Kontinuität realistischer Konzepte seit den 20er Jahren? Inwiefern ging das provokative Potential der künstlerischen Avantgarde zugunsten der verklärenden Tendenzen der 50er Jahre verloren? Welche Gültigkeit haben Systematisierungsbegriffe, die von vermeintlichen Stilen abstrahiert und als umfassende Kategorien angewandt werden? Ist eine historische Kategorie, die die Avantgarde als das Ende der Kunst versteht und sich mit Konstruktionen wie „Neo-“ oder „Post-“ behilft, haltbar? Oder sollten besser analytische Kategorien entwickelt werden, die sich über die Avantgarden hinaus auf realistische Darstellungsweisen anwenden ließen?

 

2.    Neue Perspektiven auf den italienischen Neorealismus im europäisch-amerikanischen Kontext

Der italienische Neorealismus stellt für die Herkünfte der Realismuskonzepte in der deutschsprachigen Literatur ebenso wie für die Frage nach ihrer Anknüpfung an die historische Avantgarde ein wichtiges internationales Bindeglied dar. Diese Sektion möchte neue Perspektiven auf den italienischen Neorealismus eröffnen, indem sie Rezeptionsspuren offenlegt (vgl. etwa die Rezeption des Neorealismus durch Schriftsteller wie z. B. Alfred Andersch oder die Rezeption deutscher Literaturtheoretiker wie Georg Lukács durch namhafte italienische Neorealisten und Germanisten), die Anknüpfung des Neorealismus an die Neue Sachlichkeit in Deutschland prüft, den Einfluss des Neorealismus auf die Herausbildung des amerikanischen Realismus nachzeichnet, die Abgrenzung des Neorealismus vom Nouveau Roman untersucht, das Bestreben des Neorealismus, zugunsten eines am Menschen orientierten und Identität stiftenden Erklärungsmodells von Wirklichkeit die Tiefenstruktur/„Magie“ von Realität zu ergründen, genauer in den Blick nimmt.

 

3.    Neorealistische Transferprozesse in den Medien nach dem Zweiten Weltkrieg (Hörspiel, Film, Fotografie)

In dieser Sektion sollen die intermedialen Transferprozesse des Neorealismus untersucht werden. In welcher Weise fließen Medien wie Film und Fotografie, aber auch das gerade für Deutschland wichtige Hörspiel in die theoretischen Debatten und literarischen Entwürfe eines Nachkriegsrealismus ein? Hier zählen z. B. der Einfluss des filmischen Realismus in Italien auf die Entwicklung des deutschen Trümmerfilms, auf das Genrekino und den Dokumentarfilm, die Entwicklung narrativer Techniken und Sprachformen in Film und Fotografie und umgekehrt die Herausbildung fotografischer und filmischer Darstellungsprinzipien in der Literatur, der Einfluss des Hörspiels und seine Techniken der Reportage, die transmediale und intermediale Reorganisation des Verhältnisses von Dokumentation und Fiktion.

 

4.    Realistische Schreibweisen: Die ethisch-politische Dimension der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur und Literaturtheorie nach dem Zweiten Weltkrieg

In einer grundsätzlichen Weise soll nach der ethisch-politischen Dimension realistischer Schreibkonzepte gefragt werden, die beispielsweise mit der breit geführten Debatte um W.G. Sebalds Thesen zu Luftkrieg und Literatur (1999) oder durch Publikationen Alexander Kluges brisant geworden, aber schon in der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur auffindbar ist: Dokumentation als ein ethisches Verfahren, realistische Schreibweisen und ihre ideologiekritische Funktion zur Entlarvung geschichtspolitischer Legenden, das Selbstverständnis von Schriftstellern und Künstlern, Perspektivismus oder normative Ästhetik des Realismus in Literaturtheorien von z.B. Georg Lukács oder Erich Auerbach.

 

Die Tagung wurde von der DFG und der Universität Salerno finanziert. Der Tagungsband erschien 2012 im transcript Verlag.

 

 

Narration und Ethik in historischer und interkultureller Perspektive

Die Kulturwissenschaften haben in jüngster Zeit ein verstärktes Interesse für Modelle ethischen Denkens und Handelns bekundet. Das Projekt "Narration und Ethik in interdisziplinärer und interkultureller Perspektive" fragt nach dem Stellenwert des Ethischen, nach der Kasuistik von Handlungen und deren Reflexion in der Literatur. Eine Prämisse lautet, dass literarische Erzählungen und Erzählstrukturen normativen Vorgaben nicht einfach nur folgen, sondern dass sie vielmehr das Konfliktpotential möglicher Handlungsweisen zur Diskussion stellen, Handlungsentwürfe modellieren oder gar suspendieren. Literarische Texte und ihre narrative Struktur lassen sich als performative Experimentierfelder möglichen Handelns bestimmen. Im imaginär-fiktionalen Raum der Literatur werden alternative Formen des Handelns und Nicht-Handelns durchgespielt, die dem Erzählen einen selbstreflexiven Impuls verleihen. Dieser selbstreflexive Impuls eröffnet die Möglichkeit des kritischen Einspruchs. Es läßt sich fragen, ob gerade literarischen Texten die Bedeutung und Funktion zukommt, nicht nur die Souveränität ethischen Handelns, sondern auch die Souveränität von Sprachhandlungen zu hinterfragen. Inwiefern bringen Narrative der Literatur die diskursive Gewalt ethischen Urteilens zum Vorschein? Das Verhältnis von Ethik und Ästhetik wäre vor diesem Hintergrund historisch und systematisch neu zu bestimmen.

Eine Internationale Tagung zum Thema fand vom 23.1.-26.1.2007 an der Universität Paderborn statt. Das Programm finden Sie hier.

Ein Sammelband mit den Tagungsbeiträgen ist beim Wilhelm Fink Verlag, Paderborn erschienen. (link)
Reihenübersicht_Ethik-Text-Kultur.pdf

Kooperationen "Narration und Ethik":

Paderborner Graduierte und Studierende des Studiengangs "Ethik der Textkulturen" an den Universitäten Erlangen/Nürnberg und Augsburg veranstalteten vom 6.-8.10.2008 in der Carl Friedrich von Siemens Stiftung in München ein Nachwuchskolloquium zum Thema "Ethik im Diskurs der Künste". Eine Fortsetzung des Kolloquiums erfolgte vom 5.10.-7.10.09 an der Universität Paderborn.

Projektgruppe "Dialogizität des Wissens"

Projektgruppe "Dialogizität des Wissens" an der Universität Paderborn (Sprecherin 2006-2010: Prof. Dr. Claudia Öhlschläger)

Als Teil der Profilbildung der Paderborner "Universität der Informationsgesellschaft" nimmt die 2006 gegründete Projektgruppe "Dialogizität des Wissens" kulturelle Formen, Praktiken und Strategien des Wissenstransfers in den Blick. Dieser Transfer ist stets mit Transgressionserfahrungen verbunden, mit der Erfahrung also, dass die Vermittlung zwischen heterogenen kulturellen und epistemologischen Feldern an die Überschreitung tradierter Sinnmuster und Bedeutungshorizonte geknüpft ist. Die Vermittlung zwischen dem sogenannten Eigenen und Fremden, zwischen Altem und Neuem, zwischen Kulturen, Institutionen und Disziplinen erfolgt in einem Spannungsfeld der Vielstimmigkeit, für die der von Michail Bachtin geprägte Begriff "Dialogizität" einsteht. Die kulturwissenschaftliche Projektgruppe, die derzeit aus Vertreterinnen und Vertretern der evangelischen und katholischen Theologie, der Germanistik, Anglistik, Komparatistik, der Kunst- und Medienwissenschaften besteht, richtet ihre Aufmerksamkeit auf Fragen der Vermittlung und Reflexion kulturellen Wissens in fachwissenschaftlicher und anwendungsorientierter Perspektive. Die Arbeit der Gruppe wird durch das PLAZ (Paderborner Lehrerausbildungszentrum) organisatorisch unterstützt.

 

Allgemeine Forschungsfelder

- Dialog zwischen Kulturen (Interkulturalität vom Mittelalter bis zur Moderne)

- Dialog in der Kultur (Parallelgesellschaften, Subkulturen)

- Kultur als Dialog (kulturelle Vielfalt, Utopien)

- Dialog als Kultur (Narrative und Kultur, Dialogtexte, Dialogizität des Göttlichen)

 

Teilgruppe "Rahmen und Rahmungen in Literatur und Architektur" (2006-2008)

Prof. Dr. Claudia Öhlschläger (Komparatistik)

Claudia Röser (wiss. Mitarbeiterin)

Prof. Dr. Stephan Müller (Mediävistik)

Prof. Dr. Eva-Maria Seng (Materielles und Immaterielles Kulturerbe UNESCO)

(Laura Gieser, M.A., wiss. Mitarbeiterin)

Rahmen und Rahmungen sind Konstruktionen, die in der Literatur und in den Künsten vorführen, auf welche Weise  sozial-kommunikative, historische, mediale und ästhetische Ordnungsstrukturen entwickelt und etabliert werden. In der europäischen und außereuropäischen Kulturgeschichte sind Metapher und Praxis der Rahmung immer wieder bemüht worden, um das Denken der Differenz von Innen und Außen zu verdeutlichen. Rahmungen besitzen aber nicht nur eine systematische und klassifikatorische Funktion; sie lassen sich mit Blick auf die interdisziplinäre Theoriebildung zum Rahmen im 20. Jahrhundert als Denk- und Analysefiguren mit epistemologischer Funktion beschreiben.

 

Die interdisziplinäre Projektgruppe möchte aus der jeweiligen Fachperspektive (Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte) Rahmen und Rahmungen als Organisatoren von Unterscheidung, als Schnittstellen von Realität und Fiktion, als Struktur generierende Artefakte in ihrer jeweils historischen und medialen Ausrichtung genauer bestimmen. Ein besonderes Augenmerk gilt materialisierten Rahmen, aber auch Formen der narrativen, diskursiven und institutionalisierten Rahmung.

Die Universität der Informationsgesellschaft