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Die Bereiche des Instituts

Foto: Yvonne Ruhose

Forschung

Forschungsschwerpunkte
  • Gattung und Geschlecht in der Tragödie um 1800
  • Repräsentationen des Alter(n)s in Literatur und Film der Gegenwart
  • Alter(n) und Demenz in der Gegenwartsliteratur
  • Zeit- und Raumkonzepte in der Gegenwartsliteratur
  • Literatur und Geschlecht in historischer Perspektive
  • Epische Kurzformen
  • Ästhetiken des Tabuisierten und des Tabubruchs in Literatur und Kultur
Aktuelle(s) Forschungsprojekt(e)

Ende des Aristotelismus? Gattung und Geschlecht in der Tragödie um 1800

Das Projekt fokussiert die Frage nach der Reziprozität von Gattung und Geschlecht in der Tragödie vor und um 1800 von Gottsched bis Kleist. Im Besonderen geht es um die Frage, wie sich die Verhandlungen und Inszenierungen von Geschlecht auf der Ebene des Dramentextes auf die Konstitution und Transformation der Gattung Tragödie in der Zeit auswirken. Dabei prägt die Gattung der Tragödie im zu betrachtenden Zeitraum verschiedenste zu untersuchende Formen aus, angefangen beim formstrengen Staatsklassizismus der Tragödientheorie Gottscheds über das bürgerliche Trauerspiel Lessings bis zum Drama der Weimarer Klassik. Leitend ist im Kontext des Projekts die Überlegung, dass Gattung und Geschlecht seit der Grundlegung der Gattungs- und Tragödientheorie bei Aristoteles besonders über die Kategorien Figur und Rede als logisch miteinander verbunden gedacht werden, wobei für die Gattung der Tragödie insbesondere aufgrund ihrer herausragenden Position in der Gattungshierarchie ein männlicher Held installiert und normativ gesetzt wird. Im noch stark unter dem Einfluss der aristotelischen Poetik stehenden 18. Jahrhundert ist demgegenüber nun ein zahlreiches Vordringen weiblicher Figuren in die Hauptrollen der Tragödien zu verzeichnen, das in deutlichem Zusammenhang mit einem grundlegenden epistemischen Wandel bezüglich des Geschlechterverhältnisses in der Zeit steht. Die Frau wird zum Gegenstand zahlreicher maßgebender Diskurse; die Literatur fungiert dabei als Reflexions- und Aushandlungsspielraum der neu zu vermessenden Weiblichkeit, was in dramatischen Texten zu besonderer Sichtbarkeit gelangt. Es gilt daher zu betrachten, welche Transformationen der stark normierten Gattung Tragödie und ihrer Handlungsstruktur sich im Zuge der sich abzeichnenden Entwicklung ergeben. Diese Wechselwirkung zwischen Gattung und Geschlecht ist dabei innerhalb eines komplexen Zusammenhangs und Wirkungsverhältnisses von gattungstheoretischen Reflexionen, kulturellen und philosophischen Paradigmen wie Klassizismus und Empfindsamkeit, kunstimmanenten Fluchtpunkten wie dem poetologischen Aristotelismus und dem gesellschaftlich-sozialen Rahmen wie etwa den virulenten Geschlechterdebatten vor und um 1800 bzw. dem Gesellschaftsstrukturwandel im Kontext der Auseinandersetzung zwischen Adel und Bürgertum zu verorten und näherhin zu bestimmen.

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