Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Studierende bei ihrer Arbeit in einem Seminar.
Foto: Universität Paderborn, Daniel Kanthak Bildinformationen anzeigen
Auf der Abschlussveranstaltung einer interdisziplinären Seminarveranstaltung in den Kulturwissenschaften tauschen sich die Studierenden und Lehrenden aus.
Foto: Universität Paderborn, Daniel Kanthak Bildinformationen anzeigen
Studierende besprechen sich in einer Gruppenarbeit mit der Dozentin Prof. Dr. Angelika Strotmann.
Foto: Universität Paderborn, Daniel Kanthak Bildinformationen anzeigen

Studierende bei ihrer Arbeit in einem Seminar. Foto: Universität Paderborn, Daniel Kanthak

Foto: Universität Paderborn/ Daniel Kanthak

Auf der Abschlussveranstaltung einer interdisziplinären Seminarveranstaltung in den Kulturwissenschaften tauschen sich die Studierenden und Lehrenden aus. Foto: Universität Paderborn, Daniel Kanthak

Foto: Universität Paderborn/ Daniel Kanthak

Studierende besprechen sich in einer Gruppenarbeit mit der Dozentin Prof. Dr. Angelika Strotmann. Foto: Universität Paderborn, Daniel Kanthak

Foto: Universität Paderborn/ Daniel Kanthak

Bisherige Forschungsbereiche

Diagnose im Religionsunterricht

Fragestellungen
Diagnose und Förderung im Unterricht gehören heute zum Handwerkzeug professionellen Lehrerhandelns. Während in den Fächern Deutsch und Mathematik diese Aufgabe in den letzten 15 Jahren einen eigenständigen Forschungsbereich entwickelt hat, steckt dieser für religiöses Lernen noch in den „Kinderschuhen“. Das Grundproblem ist, dass – anders als in anderen Fächern – unklar ist, wann religiöses Lernen richtig erfolgt und wann falsch, welches Lernergebnis für den weiteren Lernprozess erfolgreich ist und welches hinderlich. Die starke Ausrichtung auf die Subjektorientierung und die individuellen Bildungsprozesse haben dazu geführt, dass Fehler noch am ehesten im Bereich der kognitiven Lernziele eingeräumt werden, ansonsten aber das religiöse Lernen als unverfügbar gilt. Wenn die Diagnose von religiösem Lernen den Anspruch der Kompetenzorientierung aufnimmt, dann sind allerdings komplexere Diagnosegegenstände notwendig, die auch Fertigkeiten, Fähigkeiten und vor allem auch Einstellungen und Haltungen untersuchen. Das Forschungsprojekt „Diagnose im Religionsunterricht“ untersucht,

  • wie ein Verständnis für die Norm oder der Normabweichung in der Religionsdidaktik so gesetzt werden kann, dass Gespräche über den Glauben bzw. auch aus dem Glauben ermöglicht werden und trotzdem der Religionsunterricht nicht den Anspruch verliert, wissenschaftsorientiertes Leistungsfach zu sein.  Dies geschieht etwa im Hinblick auf die religionsdidaktische Reflexion der Leistungsmessung im Rahmen der Bildungsstandards und der Lernwege für Diagnose und Förderung. Die Orientierungsmarken für eine religionsdidaktische Fehlertheorie sind hierbei zu entwickeln.
  • wie ein tragfähiges Verfahren im Hinblick auf die Diagnostik im Religionsunterricht entwickelt werden kann. Dazu sollen die drei hierfür notwendigen Säulen der Kompetenzorientierten Modellierung des Diagnoseauftrags (1), der Diagnoseinstrumente (2) und der Diagnoseverfahren (3) sowie die drei daraus resultierenden Qualitätskriterien dieser Säulen in den Blick genommen werden.
  • wie sich im metatheoretischen Vergleich eine beurteilende Diagnostik zu anderen sich entwickelnden Ansätzen verhält, die stärker das Verstehen entfalten.  Hierfür ist es notwendig, die Konturen des Modells einer beurteilenden Diagnose und Förderung zu klären und zu berücksichtigen.
  • wie sich das Konzept auf das Lehrerhandeln im Sinne von Rollenanforderungen auswirkt und wie diese hochschuldidaktisch in der Lehrerbildung entwickelt werden können.   
  • wie sich ein spezifisches Konzept für religiöses Lernen im Vergleich der anderen Fachdidaktiken durch den Gegenstand mit seiner eigenen Epistemologie positioniert. Diese Meta-Debatte gerade im Vergleich z.B. zur Mathematikdidaktik ist zugleich für das Selbstverständnis der Religionsdidaktik zentral.

Methodik
Religionspädagogische Konzeptentwicklung, Kompetenzdiagnostik, Theologiedidaktische Theoriebildung und Praxisforschung

Literaturhinweis
Reis, Oliver/ Schwarzkopf, Theresa (Hg.): Diagnose im Religionsunterricht. Konzeptionelle Grundlagen und Praxiserprobung. In: Studienbücher zur Lehrerbildung, Bd. 3, Münster 2015.

Lerngegenstände im Religionsunterricht

Fragestellungen
Welche Schülervorstellungen zu einem Thema des Religionsunterrichts liegen systematisch vor? Wie verhalten sich Schülerproduktionen und fachwissenschaftliche Diskursstruktur zueinander? Welche fachlichen Verständnisse (Modelle) zu einer Sachfrage erzeugen Plausibilität aus Schülersicht? Wie wirkt das fachliche Modell auf den Lernweg (Lernformat)? Wie lassen sich didaktisch händelbar Sache und Zugangsvoraussetzungen zueinander setzen?

Methodik
Systematisch-theologische Diskursanalysen, Meta-Analysen empirischer Forschungsergebnisse, Analysen von Schulmaterialen, Didaktische Konzeptionierung

Literaturhinweis
Oliver Reis: Gott der Schöpfer im Religionsunterricht? Wenn der Gebrauch der Rede zum Gegenstand wird. In: Kontakt. Informationen zum Religionsunterricht im Bistum Augsburg 2/2008, S. 15-21.

Oliver Reis: Wie kommt die Rede von der Auferstehung in den Lernprozess? Das Verstehen von Auferstehung und seine Bedeutung für schulische Lernprozesse. In: Religionspädagogische Beiträge 63/2009, S. 39-56.

Oliver Reis: Didaktik eines Systematisch-theologischen Themas: Anthropologie für das Berufskolleg. In: Florian Bruckmann/Oliver Reis/ Monika Scheidler (Hg.): Kompetenzorientierte Lehre in der Theologie. Konkretionen – Reflexionen – Perspektiven. Berlin 2011, S. 167-196.

Hans Mendl/ Oliver Reis: Zwischen Ethik und Moral. Ethisches Lernen im RU aus konstruktivistischer Perspektive. In: Jahrbuch für konstruktivistische Religionsdidaktik. Bd. 4: Ethik.  Hannover 2013, S. 11-32.

Oliver Reis: Was ist heute „Schöpfung“? Schöpfungsdidaktik an der Grenze von Theologie und Schülerdenken. In: RelliS 4/2014, S. 16-19.

Oliver Reis: „Ich denke, dass Gott die Welt gemacht hat, oder was sonst?“ – Religionslehrende und ihre Konzepte von „Schöpfung“. In: Veit-Jakobus Dieterich/ Gerhard Büttner (Hg.): „Weißt du wieviel Sternlein stehen?“ Eine Kosmologie (nicht nur) für Religionslehrer/innen. Kassel 2014, S. 152-168.

Oliver Reis: „Sakramente gehören in die Oberstufe!“ – Zum schwierigen Stand der Sakramente in der Religionsdidaktik. In: S. Pemsel-Maier/ M. Schambeck (Hg.): Keine Angst vor Inhalten! Systematisch-theologische Themen religionsdidaktisch erschließen. Freiburg i.Br. 2015, S. 331-349.

Oliver Reis/ Irina Delfmann/ Karin Kempfer/ Lisa Krasemann: Der Mensch in christlicher Perspektive. fragen.wissen.glauben. Themenheft zur Anthropologie für die Oberstufe, Stuttgart/Leipzig 2015.

Kompetenzentwicklung in der Religionslehrer/innenbildung

Fragestellungen
Welche Lehre hat welche Effekte? Wie wirken fachwissenschaftliche und fachdidaktische Studienbereiche zusammen? Welche Lehrveranstaltungsformate sind günstige für welche Art von Lernzielen? Wir wirken Prüfungen auf das Lernen? Wie lassen sich akademische Lernstrategien unterstützen? Welche Art von Lehre braucht Theologisches Lernen? Passt die Kompetenzorientierung zur Theologielehre? Wie viel theologische Fachwissenschaft kommt bei den Studierenden an?

Methode
Kompetenzdiagnostik, Inhaltsanalyse

Literaturhinweis
Oliver Reis: Systematische Theologie für eine kompetenzorientierte Religionslehrer/ innenbildung. Ein Lehrmodell und seine kompetenzdiagnostische Auswertung im Rahmen der Studienreform. Münster 2014 (=Theologie und Hochschuldidaktik, 4). [zugl. Diss]

Geplante Forschungsbereiche mit dem Schwerpunkt Inklusion

Sicherung der förderpädagogischen Lernkultur

Fragestellungen
Durch die Entscheidung der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen die Schüler mit besonderem Förderbedarf in der Regel an den allgemein bildenden Schulen zu unterrichten, wird in Nordrhein-Westfalen die ausdifferenzierte Förderschullandschaft zügig zurückgebaut und damit auch eine spezifische Kultur des Religionsunterrichts. Für eine inklusive Religionsdidaktik wäre es wichtig, die originären sonderpädagogischen Erfahrungen in den didaktischen Formaten, Lernsettings und Methoden zu sichern. Denn die gegenwärtige Diskussion um einen inklusiven Religionsunterricht ist stark integrierend angelegt: In Arbeitshilfen, Handreichungen usw. wird von den Lerntraditionen des Religionsunterrichts an den allgemein bildenden Schulen ausgegangen und dann wird dieser meist über wenig überzeugende Projektionen eines gemeinsamen Unterrichts methodisch angepasst. Welche Lernkultur hat der Religionsunterricht an den Förderschulen hervorgebracht? Wie sind dort die religiösen Inhalte mit den methodischen Differenzierungen verbunden worden? Welche Formen von Individualisierung und gemeinsamer Lernperspektive gibt es dort? Gibt es an Förderschulen mit Kindern mit kombinierten Förderschwerpunkten vielleicht schon erste Erfahrungen mit Inklusion? Mit Blick auf die Diagnose wäre besonders interessant, welche erfahrungsorientierten Repräsentationen eingesetzt und damit auch welche fachlichen Perspektiven im Lerngegenstand realisiert werden.

Methodik
Diese Sicherungsarbeit wäre ein lohnendes Forschungsprojekt, bei dem sich methodisch z.B. die „dichten Beschreibungen“ nach Geertz anbieten würden. Durch den ethnologischen Blick sind sie in der Lage, den bisherigen sonderpädagogischen Unterricht in seiner operativen Geschlossenheit in den symbolischen Repräsentationen und Vollzügen zu erfassen. Es sollten aber auch ganz konkret Lerngegenstand und ihr didaktischer Begründungszusammenhang für die Diagnosewerkstatt geborgen werden. Es ist eine videografische Dokumentation notwendig.

Lernwirkungen im inklusiven Lernen

Fragestellungen
Die Qualität des inklusiven Religionsunterrichts wird davon abhängen, ob Formen gefunden und als didaktische Modelle beschreibbar werden, die Differenz und Einheit von der Heterogenität ausgehend neu zuordnen. Gegenwärtig verstärkt das Inklusionsanliegen Tendenzen, den Religionsunterricht religionskundlicher auszurichten, auf die unteren Taxonomiestufen des Kennens festzulegen sowie Diagnostik und Förderung unterhalb ausreichender Standards anzulegen. Das ist m.E. nach nicht Folge der Inklusion, sondern Folge einer schlecht verarbeiteten Kompetenzorientierung. Es gibt bis auf wenige Ausnahmen – wie z.B. das Projekt KERKS – zu wenige explizit kompetenzdiagnostische Untersuchungen, wie sich (inklusiver) Religionsunterricht auf die Lernleistung auswirkt, welche Lernleistung in welchem Setting (zieldifferent-integrativ, zieldifferent-inklusiv, zielgleich) bei wem entsteht. Ein solcher Ansatz würde dazu auffordern, die stark von idealistischen Annahmen oder paradoxalen Beschreibungen geprägten didaktischen Konzepte empirisch auf den Prüfstein zu stellen.

Methodik

Kompetenzdiagnostik

Die Universität der Informationsgesellschaft