Universität Paderborn - Home Universität Paderborn
Die Universität der Informationsgesellschaft

Kommentierte Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2011

 Alle Raumangaben unter Vorbehalt!

Lehre Sommersemester 2011: Prof. Dr. Eva-Maria Seng


Basismodul II "Anschauung, Vermittlung, Dokumentation":

VL: „Museum und Ausstellungswesen“

„The museum and the different exhibition practices“



Veranstaltungsnummer: L.068.14070                                   

Do 11.00-13.00 c.t.                                                     

Raum: P 5. 203

Beginn: 14.04.2011

Das Museum gehört seit dem Museumsboom der 1980er Jahre zu der am stärksten expandierenden Institution im nordatlantischen Kulturkreis. Nach zuvor diagnostizierten Jahren der Krise lässt sich seither eine sogenannte new museology konstatieren, die nicht zuletzt einer neuen Zuwendung zur Geschichte einerseits und andererseits einer neuen Zuwendung zu authentischen Dingwelten geschuldet ist. Museen wandelten sich von Musentempeln über Lernorte hin zu den publikumswirksamen Institutionen einer neuen Kulturpolitik. Im Zuge des Museums- und Ausstellungsbooms wurde auch die Selbst- und Fremddefinition neu bestimmt, so sind Museen heute nicht mehr normativen Bestimmungen verpflichtet, die sinnliche Vermittlungs- und Erkenntnisebene wurde deutlich profiliert und nicht zuletzt das Museum als Ort der Wissenschaften neu entdeckt.

Die Vorlesung möchte der Geschichte des Ausstellungswesens und der Museen nachgehen. Dabei sollen Entwicklungen, Strategien, Präsentationsformen, Fragen zur Ding- und Sachkulturforschung, zur Aura des Objekts, zum Sammeln, zu Dingbewahr- und Zeigeanstalten ebenso wie zu Bildungsintentionen, politischer Identitätsstiftung oder Formen der Wissenspopularisierung vorgestellt und diskutiert werden. Ein Aspekt wird dabei auch die Fortschreibung der Geschichte des Museums sein, wo in den letzten zehn Jahren aufgrund der Welterbekonventionen und globaler Einflüsse neben der Präsentation materieller Objekte auch das immaterielle Erbe thematisiert wird.

Literatur:

Ballé, Catherine/ Poulot, Dominique: Musées en Europe. Une mutation inachevée, Paris 2004.

Korff, Gottfried: Museumsdinge deponieren - exponieren, 2. Aufl. Köln, Weimar, Wien 2007.

Kratz-Kessemeier, Kristina; Meyer, Andrea; Savoy, Bénédicte: Museumsgeschichte. Kommentierte Quellentexte 1750-1950.

Vieregg, Hildegard: Geschichte des Museums. Eine Einführung, München 2008.


Basismodul II "Anschauung, Vermittlung und Dokumentation";
Vertiefungsmodul 4:

HS: „Architektonisches Kulturerbe: Städtebau, Wiederaufbau, Transformationsprozesse, Denkmalpflege, kulturelles Erbe. Hamburg und die Hansestädte Lübeck, Wismar und Stralsund: Geschichte, Gegenwart, Handlungsstrategien für die Zukunft. (Mit einwöchiger Exkursion)“

„Architecture as Cultural Heritage: Urban development, reconstruction, transformation, preservation, cultural heritage. Hamburg and the Hanseatic cities Lübeck, Wismar and Stralsund: History, present time, strategies for the future. Field trip included“


Veranstaltungsnummer: L.068.14790                                   

Di 11.00-13.00 c.t.                                                     

Raum: W 1.101

Beginn: 12.04.2011

Der Städtebau bildet einen zentralen Bereich des kulturellen Erbes. Kaum ein Gegenstand ist in seiner Vielschichtigkeit so geeignet wie die Stadt, Auskünfte über die Entwicklung der Architektur, des Städtebaus, der Landschaftsgestaltung, der menschlichen Siedlungsform und der kulturellen, religiösen, öffentlichen oder privaten Interaktion und Nutzung ihrer Orte und Räume zu geben.
Anhand der Modellstadt Lübeck für die Städtefamilie der Hansestädte im gesamten Ostseeraum, sowie zweier weiterer Beispiele dieser Gruppe Wismar und Stralsund, sollen Geschichte, Entwicklung, Probleme und Strategien der Entwicklung und Transformation im 21. Jahrhundert anhand von historischen Städten thematisiert und untersucht werden. Demgegenüber bildet Hamburg als Stadtstaat, Hafenstadt, Industriestadt mit seinen zahlreichen Um-, Aufbau- und städtebaulichen reformerischen Ansätzen auch als IBA-Stadt 2013 das urbane Gegenmodell.
Die einwöchige Exkursion mit zahlreichen Expertengesprächen vor Ort dient zur Vertiefung der im Seminar erarbeiteten Ansätze und Ergebnisse.

Literatur:
Beseler, Hartwig; Gutschow, Niels: Kriegsschicksale Deutscher Architektur. Verluste, Schäden, Wiederaufbau. Eine Dokumentation für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Bd. 1, 1988, S. IX-LXVII, 10-33, 35-103.
Bix, Michael (Hrsg.): Lübeck, die Altstadt als Denkmal: Zerstörung, Wiederaufbau, Gefahren, Sanierung, München 1975.
Düwel, Jörn; Gutschow, Niels: Fortgewischt sind alle überflüssigen Zutaten. Hamburg 1943 – Zerstörung und Städtebau, Berlin 2008.
Frank, Hartmut: Genius loci und Genius temporis. Fritz Schumachers Aufbruch zu einer modernen Großstadtarchitektur, in: Schumacher, F., Reformkultur und Moderne, Stuttgart 1994, S. 11-39.
Hannmann, Eckart: Carl Ludwig Wimmel (1786-1845). Hamburgs erster Baudirektor, in: Schädel, Dieter (Hrsg.), Wie das Kunstwerk Hamburg entstand. Von Wimmel bis Schumacher. Hamburger Stadtbaumeister von 1841-1933, Hamburg 2006, S. 24-45.
Harth, Susanne: Stadt und Region. Fritz Schumachers Konzepte zu Wohnungsbau und Stadtgestalt in Hamburg, in: Schumacher, F., Reformkultur und Moderne, Stuttgart 1994, S. 157-181.
Kähler, Gert: Von der Speicherstadt bis zur Elbphilharmonie. Hundert Jahre Stadtgeschichte Hamburg, Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs, München/Hamburg 2009.
Pieper, Hans: Lübeck. Städtebauliche Studien zum Wiederaufbau einer historischen deutschen Stadt, Hamburg 1946.
Riedl, Peter Anselm: Heidelberg, Bamberg, Regensburg, Lübeck. Eine vergleichende Untersuchung unter dem Aspekt der Erhaltung der historischen Stadtbilder, Heidelberg 1982.
Schädel, Dieter: Wie das Kunstwerk Hamburg entstand. Von Wimmel bis Schumacher. Hamburger Stadtbaumeister von 1841-1933, Hamburg 2006.
Walter, Jörn: Der Masterplan für die Hafen-City: Die Zukunftsoptionen der Hamburger Stadtentwicklung gewinnen an Kontur, in: Hamburgische Architektenkammer (Hrsg.), Architektur in Hamburg, Hamburg 2000, S. 127-130.
Walter, Jörn: Pläne, Projekte, Bauten. Architektur und Städtebau in Hamburg 2005-2015, Berlin 2006.


Vertiefungsmodul 5:

HS: „Die Landschaft in der Neuzeit. Kultur – Natur – Politik – Wirtschaft“

„The Landscape in Modern Times. Culture – Nature – Politics – Economics“



Veranstaltungsnummer: L.068.14780                                   

Di 14.00-16.00 c.t.                                                     

Raum: W 1.101

Beginn: 05.04.2011

In der regelmäßig in den unterschiedlichsten Disziplinen aufflammenden Diskussion über das Wesen, die Entstehung, die Konstruktion von Räumen, kurz über deren Eigenheit als „Entität“ spielt der Begriff der „Landschaft“ eine zentrale Rolle. Die vorwissenschaftliche Vorstellung von Landschaft sieht sie als „naturgegeben“ an und nimmt sie in hohem Maße emotional wahr. Daß dies problematisch ist, läßt sich an der schlichten Tatsache ablesen, daß selbst die der Kultur-Landschaft traditionell entgegengesetzte Natur-Landschaft letztlich als soziales Konstrukt betrachtet werden muß. Mit Beginn der Neuzeit scheint sich die Wahrnehmung des umgebenden Raumes durch den Menschen zunehmend zu ändern: von dem die Existenz bedrohenden zum nutz- und gestaltbaren und zunehmend emotional positiv konnotierten Raum. „Landschaft“ entwickelt sich zu einem Deutungs- und Aneignungsbegriff und zum Sinnträger menschlichen Lebensvollzugs und Identität. Das zeigt sich gleichermaßen in Theorie und Praxis der im Untertitel des Seminars genannten Wissenschafts- und Daseinsbereiche von Kultur, Natur, Politik und Wirtschaft.
Gerade der Begriff und das Phänomen der „Kulturlandschaft“ ist neuerdings wieder – wie schon um 1900 - Gegenstand der Theoriedebatten und daraus folgernd praktischer Handlungsanweisungen oder politischer Vorgaben. So wurde der Begriff der Kulturlandschaft 1992 als weiteres Kriterium in die Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der UNESCO aufgenommen und schlug insbesondere durch die Aberkennung der Welterbestätte Dresdner Elbetal, einer Kulturlandschaft, im Jahr 2009 Wellen. Im Gefolge zu den internationalen Vorgängen und Diskussionen wurden Kulturlandschaften auch wieder Gegenstand der nationalen Denkmalpflege, nachdem sie zuvor weitgehend dem Naturschutz überlassen worden waren.
Im Mittelpunkt des Seminars soll die Diskussion über Wahrnehmung, Konstruktion, Formierung und Darstellung von „Landschafts-Räumen“ stehen. Nach der Aufarbeitung des allgemeinen wissenschaftlichen Raumdiskurses im ersten Drittel des Seminars soll an Hand von Fallbeispielen die „Entwicklung“ der Landschaft als „reales Phänomen“ und als „mentales Konstrukt“ in der Neuzeit herausgearbeitet werden – etwa als „Landschaft“ des Künstlers, des Naturwissenschaftlers, des politischen Herrschaftsträgers, des Reisenden, des den Raum wirtschaftlich nutzenden Menschen, des materiellen und immateriellen Kulturerbes, der Denkmalpflege.

Literatur:
Bollnow, Otto Friedrich: Mensch und Raum, 11. Aufl. Stuttgart 2010.
Buchholz, Werner: Vergleichende Landesgeschichte und Konzepte der Regionalgeschichte von Karl Lamprecht bis zur Wiedervereinigung im Jahre 1990, in: Buchholz, S. 11-60.
Franz, Birgit, Hubel, Achim (Hrsg.), Historische Kulturlandschaft und Denkmalpflege. Definition, Abgrenzung, Bewertung, Elemente, Umgang (Veröffentlichung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege e.V. Bd. 19), Holzminden 2010
Göttmann, Frank: Über den Raum als Forschungsgegenstand und Forschungsansatz der Geschichte – ein Problem nicht nur der Landes- und der Regionalgeschichte. In: Paderborner Beiträge zur Stadtgeschichte, westfälischen Landesgeschichte und neueren deutschen Geschichte. FS für Karl Hüser zum 65. Geburtstag. Hg. v. Ludger Grevelhörster u. Wolfgang Maron. Vierow 1995, S. 42-63.
Göttmann, Frank: Zur Bedeutung der Raumkategorie in der Regionalgeschichte, Paderborn 2009 (2004). (http://ubdok.uni-paderborn.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-10334/Goettmann_Raumkategorie.pdf – 28.12.2009).
Jäger, Helmut: Entwicklungsprobleme europäischer Kulturlandschaften. Eine Einführung, Darmstadt 1987.
Knox, Paul L./ Marston, Sallie A.: Humangeographie. Aus dem Engl. übers. v. Bettina Metz u.a, Heidelberg 2001
Küster, Hansjörg: Geschichte der Landschaft in Mitteleuropa von der Eiszeit bis zur Gegenwart, 4., vollst. überarb. u. aktualisierte Aufl. München 2010.
Küster, Hansjörg: Garten und Wildnis. Landschaft im 18. Jh. München 1997.
Küster, Hansjörg: Aus Natur wird Landschaft: Westfalen, in: Westfälische Forschungen 57 (2007), S. 13-26.
Löw, Martina: Raumsoziologie, Frankfurt a. M. 2001.
Seng, Eva-Maria, Kulturlandschaften: Die Rückgewinnung des immateriellen Kulturerbes in die Landschaft, in: Lino Klevesath (Hg.), Gesellschaft theoretisieren! Politik, Wirtschaft, Interkulturalität, FS für Walter Reese-Schäfer, München 2011
Ströker, Elisabeth: Philosophische Untersuchungen zum Raum, 2. Aufl. Frankfurt a. M. 1977.
Tippach, Thomas: Die Visualisierung einer Region – Westfalen im Kartenbild um 1800, in: Westfälische Forschungen 52 (2002), S. 110-132.
Trom, Danny, Natur und nationale Identität. Der Streit um den Schutz der Natur um die Jahrhundertwende in Deutschland und Frankreich, in: François, Etienne, Siegrist, Hannes, Vogel, Jakob, Nation und Emotion. Deutschland und Frankreich im Vergleich 19. und 20. Jahrhundert, Göttingen1995, S. 147-167.
Weichhart, Peter: Raumbezogene Identität. Bausteine zu einer Theorie räumlich-sozialer Kognition und Identifikation (Erdkundliches Wissen 102), Stuttgart 1990.


Basismodul II:

„Kolloquium für fortgeschrittene Studierende, Magistranden und Doktoranden“

„Colloquium for Advanced Students, Master- and Ph.D. Students“


Veranstaltungsnummer: L.068.14860                                                                                 

Termin wird noch bekannt gegeben.

Raum: siehe Aushang

Teilnahme nur nach persönlicher Anmeldung in der Sprechstunde.

Wie in jedem Semester sollen in einem mehrtägigen Kolloquium die Fortschritte und Entwicklungen der Abschluss- und Qualifizierungsarbeiten vorgestellt und besprochen werden. Zudem werden Gastredner zu relevanten Themen der Forschungsgebiete eingeladen.


Lehre Sommersemester 2011: Lehrbeauftragte

(Dr. Jan Carstensen, Dr. David Gropp, Prof. Dr. Jörn Axel Kämmerer / Dr. Christian Ernst)


Basismodul II "Anschauung, Vermittlung, Dokumentation";
Vertiefungsmodul 4,5,6,7:

HS/ Eü: „Chaos und Ordnung. Sammeln und Dokumentieren von Alltagskultur aus kulturhistorischer Perspektive“

„Chaos and Order. Collecting and recording everyday culture from a historical point of view “

Veranstaltungsnummer:  L.068.14750                                               

Blockveranstaltung:
            Vorbesprechung: Dienstag, 19.04.2011, 16.00-18.00 Uhr, Raum W 1.101
            Fr/Sa  10.00-17.00 (20.05./21.05.2011)    
            Fr/Sa  10.00-17.00 (01.07./02.07.2011)
            Abschlusspräsentation (Termin wird noch bekannt gegeben)                                                 

Raum: W 1.101

Beginn: 19.04.2011

Dozent: Dr. Jan Carstensen (Museumsleiter des LWL-Freilichtmuseums Detmold - Westfälisches Landesmuseum für Volkskunde)

Welchen Stellenwert hat das Sammeln und Dokumentieren von Alltagskultur für die Erforschung von Sachkultur in kulturhistorischen Museen? Am Beispiel des LWL-Freilichtmuseums Detmold in seiner Funktion als Westfälisches Landesmuseum für Volkskunde bietet die Veranstaltung einen allgemeinen Einblick in museale Sammlungskonzepte. Anschließend werden zu einzelnen Sachgebieten der Sammlung praktische Übungen durchgeführt, die den Teilnehmenden ermöglichen, kulturwissenschaftliche Techniken der museologisch-wissenschaftlichen Dokumentation und Sammlung kennenzulernen und in ersten Schritten zu erproben. Sachkulturforschung wird dabei in Bezug gesetzt zum System Museum, dessen Auftrag die Erhaltung des materiellen und immateriellen Kulturerbes ist.

Literatur:
Jan Carstensen: Chaos und Ordnung. Sammeln als Grundlage für die Erforschung von Sachkultur. In: Hermann Heidrich (Hg.): Sach-Kultur-Forschung. Gesammelte Beiträge der Tagung der Arbeitsgruppe Sachkulturforschung und Museum in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde vom 15. bis 19. September 1998 in Bad Windsheim. Bad Windsheim 2000, S. 34-47.
Jan Carstensen: Die Sachgutsammlungen. Von der Ausstattung der Häuser zur Dokumentation der Kulturgeschichte Westfalens. In: Stefan Baumeier/Jan Carstensen (Hg.), Westfälisches Freilichtmuseum Detmold. Geschichte – Konzepte – Entwicklungen. Detmold 1996, S. 109-152.
 


Basismodul II „Anschauung, Vermittlung, Dokumentation“;
Vertiefungsmodul 4, 8:

HS/ EÜ : „Der Haagener Impuls und die Folgen. Erfassung und denkmalpflegerischer Umgang mit den Gebäuden in Hagen“ 

„The impetus of Hagen and its consequences. Preservation of monuments in Hagen“

Veranstaltungsnummer: L.068.14760                                               

Blockveranstaltung:
            Vorbesprechung: Do, 12.05.2011, 18.00-20.00 Uhr, Raum W1.101
            Fr/Sa    10.00-18.00 (27.05./28.05.2011)    
            Fr         10.00-18.00 (24.06.2011), Exkursion nach Hagen
            Sa        10.00-18.00 (25.06.2011)                                                                  

Raum: W 1.101

Beginn: 12.05.2011

Dozent: Dr. David Gropp (Wissenschaftlicher Referent am LWL-Amt für Denkmalpflege in Westfalen, Münster)


„Man muss sich immer den Gegensatz zwischen dem rauchigen und rußigen, dem an Stahl- und Hochöfen schwitzenden Hagen und dem auf die Spitze getriebenen Kunstgeschmack jenes Sammlers vorstellen, um seine Taten zu bestaunen.“ Dieses zeitgenössische Zitat verdeutlicht die enorme Leistung des Kunstmäzens Karl Ernst Osthaus. Aus tiefster pädagogischer Überzeugung versuchte er in der von Stahl- und Textilindustrie geprägten Stadt, architektonische, städtebauliche und museale Konzepte zu verwirklichen, die zum Ziel hatten, die Architektur sowie den Geschmack und den Kunstsinn der Bevölkerung zu verändern. Er schaffte es durch den Einsatz seiner finanziellen Möglichkeiten, internationale Künstler und Architekten nach Hagen zu holen, die hier beispielgebende Projekte verwirklichten.
In der Einführungsveranstaltung wird ein Überblick über das Thema gegeben. Dabei sollen die architektur- und kunsthistorischen Zusammenhänge erläutert und die Berührungspunkte mit der Denkmalpflege beschrieben werden.
In der Übung geht es darum, die baulichen Zeugnisse dieser kurzen Epoche (ca. 1900-1921) kennenzulernen. Neben dem architektur- und kunsthistorischen Stellenwert wird auch der denkmalpflegerische Umgang mit den Baulichkeiten zur Sprache kommen.
Ein weiterer Aspekt der Übung betrifft die Nachwirkung des oben beschriebenen Impulses. Wie sind die ortsansässigen Architekten mit den Anregungen, die sie durch den sogenannten „Hagener Impuls“ bekommen haben, umgegangen?
Bei einer Exkursion nach Hagen kann die Kenntnis über die im Seminar behandelten Bauten vertieft und das angewandte denkmalpflegerische Konzept diskutiert werden.

Literatur:
Herta Hesse-Frielinghaus, u.a., Karl Ernst Osthaus – Leben und Werk, Recklinghausen 1971.
Nic. Tummers, Der Hagener Impuls. J.L.M. Lauweriks’ Werk und Einfluss auf Architektur und Formgebung um 1910, Hagen 1972.
Andrea Sinzel, Ein stiller Moderner – J.L.M. Lauweriks in Hagen. Hagen 2003
Rainer Stamm (Hrg.) Karl Ernst Osthaus. Reden und Schriften. Köln 2002
Rouven Lotz, Der Hagener Hohenhof. Das Landhaus für Karl Ernst Osthaus von Herny van de Velde, Hagen 2009.
Birgit Schulte (Hrg.), Henry van de Velde in Hagen, Hagen 2006.


 

Basismodul III „Kulurrect, Kulturmanagement“;
Vertiefungsmodul 8:

HS/ EÜ : „Kulturrecht“ 

„Cultural Policy“

Veranstaltungsnummer: L.068.14796                                             

Blockveranstaltung:
            Fr/Sa    10.00-18.00 (06.05./07.05.2011)    
            Fr/Sa   10.00-18.00 (13.05./14.05.2011)
                                                                               

Raum: W 1.101

Beginn: 06.05.2011

Dozent: Prof. Dr. Jörn Axel Kämmerer, Dr. Christian Ernst (Bucerius Law School, Hamburg)

Module:
Geschichte: GymGes alt Modul A1-II/III / 3-I/II/III/IV / 4-I/II/III/IV, GymGes neu Modul A1-II/III / 2-III/IV / 3-I/II/III/IV / 4-I/II/III/IV, MA-Hist.
Modul B8-I/III / 9-I/II/III / A6-I/II/III / 7-I/II/III / 9-I/II, MA-Kulturerbe Modul B3 / Vertiefungsmodul 8

Der Streit um den Bau der Waldschlösschenbrücke im Dresdner Elbtal führte nicht nur zur Aberkennung des Welterbe-Status durch die UNESCO, die damit zum zweiten Mal in ihrer Geschichte ein Gebiet von der Liste der Stätten des Welterbes strich, sondern rückte den Schutz kulturell bedeutender Gebiete, Einrichtungen und Güter auch in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion. Sowohl auf völker- und europarechtlicher Ebene als auch im nationalen Recht finden sich einerseits besondere Normen zum Schutz von Kultur und kulturellen Gütern, andererseits sind auch kulturelle Einrichtungen rechtlichen Beschränkungen und vor allem kulturelle Waren und Dienstleistungen den Mechanismen eines weitgehend liberalisierten Marktes unterworfen.
Ziel der Vorlesung ist es, in einer ersten Schwerpunkteinheit den Kulturschutz und kulturrelevante Normen auf nationaler Ebene zu erarbeiten, wobei neben öffentlich-rechtlichen Normen im Verfassungs- und Verwaltungsrecht (Kunstfreiheit, Baurecht, Denkmalschutz u.a.) auch privatrechtliche kulturrelevante Rechtsgebiete wie der Schutz von Immaterialgüterrechten, rechtliche Regelungen zur Rückführung von Kunstwerken, das Recht des Kunsthandels sowie das Stiftungsrecht behandelt werden.
Eine zweite Einheit befasst sich mit den internationalen Rahmenbedingungen für den Schutz der Kultur durch internationale Abkommen und Verträge in Kriegs- und Friedenszeiten. Schwerpunkte sind hierbei das Regelwerk der UNESCO, der internationale Kulturgüterschutz sowie kulturrelevante Normen des europäischen Primär- und Sekundärrechts.

Literatur:
Scheytt, Oliver, Kommunales Kulturrecht. Kultureinrichtungen, Kulturförderung und Kulturveranstaltungen, Nomos 2008. 
Hoeren, Thomas/Holznagel, Bernd/Ernstschneider, Thomas (Hrsg.), Handbuch Kunst und Recht, Lang 2008. 
Schack, Heimo/Schmidt, Karsten (Hrsg.), Rechtsfragen der internationalen Museumspraxis. Kunstrechtssymposium in der Bucerius Law School am 21. und 22. Oktober 2005, Heymanns 2006. 
Schack, Heimo, Kunst und Recht: Bildende Kunst, Architektur, Design und Fotografie im deutschen und internationalen Recht, Heymanns 2004. 
Weller, Matthias/Kemle, Nicolai u.a. (Hrsg.): Des Künstlers Rechte - die Kunst des Rechts. Tagungsband des Ersten Heidelberger Kunstrechtstags am 8. September 2007 in Heidelberg, Nomos 2008.

Index A-Z | Impressum | Webmaster | Login | Geändert am: 02.03.2011