Prof. Dr. Hermann Kamp

Mittelalterliche Geschichte

Raum: N 2.347
Telefon: (05251) 60 - 2443

E-Mail: Hermann.Kamp[at]uni-paderborn.de


Sprechstunde im Sommersemester 2013

Mittwoch, 11.00 bis 12.00 Uhr
 

 


Werdegang

Arbeitsschwerpunkte

Lehrveranstaltungen

Veröffentlichungen

Beruflicher Werdegang

Studium der Fächer Geschichte, Publizistik und Romanistik an den Universitäten Mainz, Dijon, München und Münster

1991 Promotion an der Universität Münster

1991–2000 Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent an den Historischen Seminaren der Universitäten Gießen, Bonn und Münster

2000 Habilitation an der Universität Münster

2000–2006 Hochschuldozent an der Universität Münster

WS 2006/2007 Vertretung der Professur für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Münster

SS 2008 Vertretung der Professur für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Paderborn

seit WS 2008/2009 Inhaber des Lehrstuhls für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Paderborn



Arbeitsschwerpunkte

Konfliktführung und Friedenstiftung im Mittelalter

Geschichte Burgunds im Mittelalter

Allgemeine politische Geschichte des hohen Mittelalters

Beziehungen zwischen Völkern und Reichen im Mittelalter


Lehrveranstaltungen im Sommersemester 2013

Königsgewalt und Reichsbildung im hohen Mittelalter

V  2:             Mi         9 – 11                         Beginn: 17.04.2013

Das hohe Mittelalter, die Zeit zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert gilt allgemein als eine Zeit der Institutio­nalisierung. Das zeigte sich auch auf dem Feld der Politik, wo sich in dieser Zeit auf europäischem Boden König­reiche mit festen Grenzen, Apparaten herausbildeten. Dieser Prozess läuft in den verschiedenen europäischen Ländern unterschiedlich ab.
Die Vorlesung will die unterschiedlichen Entwicklungen im Reich, in Frankreich, England und Dänemark nachzeichnen und ein Verständnis für die Faktoren und Strukturen schärfen, die im Mittelalter das politische Leben und die Bildung kollektiver Identitäten bestimmten
.
Literatur
:
Michael Borgolte, Europa entdeckt seine Vielfalt. 1050-1250 (Handbuch der Geschichte Europas 3) Köln u.a. 2002; Bernhard Jussen (Hg.), Die Macht des Königs. Herrschaft in Europa vom Frühmittelalter bis in die Neuzeit, München 2005.

Der schottische Unabhängigkeitskrieg 1297-1357

HS 2:             Mo       16– 18                           Beginn: 15.04.2013

Der schottische Unabhängigkeitskrieg, der seit 1297 gegen die englischen Versuche, das Nachbarreich zu annektieren, geführt wurde, galt bis in die jüngste Vergangenheit hinein immer wieder als Wiege des schottischen Nationalgefühls und wurde nicht selten als ein frühes Produkt des spätmittelalterlichen Nationalismus dargestellt. Diese Lesart soll in dem Seminar an ausgewählten Quellen überprüft werden, wobei sowohl die dabei von den Akteuren verfolgten Ziele als auch ihre Handlungsmuster in den verschiedenen Phasen der Auseinandersetzung eingehend analysiert werden sollen. Dabei kommen die Eroberungspolitik Eduards I. , der Widerstand unter der Führung von William Wallace und das Königtum des Robert Bruce ebenso zur Sprache wie die Rolle des Klerus, die Deklaration von Arbroath und die späteren Friedensverträge mit England, die mehr oder minder zur Anerkennung der Eigenständigkeit Schottlands führten.
Literatur: Alexander Grant, Independence and Nationhood: Scotland 1306-1461, 1984 Michael Brown, The Wars of Scotland. 1214-1371, Edinburgh 2004.
 

Das römisch-deutsche Reich und seine Nachbarn im 12. Jahrhundert

HS 2:              Di       14– 16                           Beginn: 16.04.2013

Die Beziehungen zwischen dem römisch-deutschen Reich und seinen Nachbarn wurden im 12. Jahrhundert mit dem Herrschaftsantritt der Staufer neuen Belastungen ausgesetzt. Die aus den Konflikten mit den Päpsten erwachsene Akzentuierung der kaiserlichen Stellung, und der Versuch, andere Königreiche lehnsabhängig zu machen, führten zu Gegenreaktionen, die nicht nur die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der eigenen Reiche teils mit national anmutenden Selbststilisierungen untermauerten, sondern auch abwertende Fremd­bilder und Vorurteile in Umlauf brachten. Zugleich wurden die Bündnisse des Kaisers etwa mit dem französi­schen König nicht mehr nur für den Moment geschlossen, sondern dauerhaft angelegt, so wie auch die Bündnisse seiner Gegner mehr Konstanz gewannen, so dass man von einer Europäisierung der Politik im 12. Jahrhundert sprechen kann. Inwieweit die Beziehungen zwischen den Reichen damals auf eine neue Grundlage gestellt und die zunehmend anzutreffende xenophoben Vorurteile als Vorboten eine  National­gefühls verstanden werden können, diesen Fragen soll in dem Seminar anhand der Beziehungen zu den verschiedenen Nachbarn (Frankreich, Dänemark, Polen, Böhmen) nachgegangen werden.
Literatur: Dieter Berg, Deutschland und seine Nachbarn 1200-1500 (Enzyklopädie Deutscher Geschichte 40) München 1997; Ludwig Schmugge, Über nationale Vorurteile im Mittelalter, in: Deutsches Archiv 38, 1982, 439-459.


Kolloquium für Doktoranden und Staatsexamenskandidaten

K 2:                  Mo     18 – 20                          Beginn: 15.04.2013

Das Kolloquium bietet Examenskandidaten aller Studiengänge die Möglichkeit, sich mit Techniken der Prüfungs­vorbereitung und der systematischen Aneignung von Spezialgebieten vertraut zu machen.
Welche Schwer­punkte behandelt werden, hängt von den Interessen der Teilnehmer ab.


Veröffentlichungen

Monographien

Burgund. Geschichte und Kultur (Beck Wissen 2414), München 2007, 2. Aktualisierte Auflage 2011.

Friedensstifter und Vermittler im Mittelalter (Symbolische Kommunikation im Mittelalter und in der Vormoderne), Darmstadt 2001.

Memoria und Selbstdarstellung. Die Stiftungen des burgundischen Kanzlers Rolin (Beihefte der Francia 30), Sigmaringen 1993.

Sammelbände

gemeinsam mit Claudia Garnier (Hgg.), Die Spielregeln der Mächtigen. Mittelalterliche Politik zwischen Gewohnheiten und Konventionen, Darmstadt 2010.

Aufsätze

Gewalt in der Kultur des späten Mittelalters. Eine Zusammenfassung,  in: Zwischen Widerstand und Umsturz. Zur Bedeutung von Gewalt für die politische Kultur des späten Mittelalters, hg. von Martin Kintzinger, Jörg Rogge u. Frank Rexroth, (Vorträge und Forschungen) Ostfildern, im Druck.

Kultur und Politik am Hof der Herzöge von Burgund, in: Europa im 15. Jahrhundert. Herbst des Mittelalters - Frühling der Neuzeit, hg. von Klaus Herbers - Florian Schuller, Regensburg 2012, S. 71-90.

 Burgund, in Johannes Fried / Olaf Rader, Die Welt des Mittelalters: Erinnerungsorte eines Jahrtausends, München 2011, S. 25-44.

Vermittlung in der internationalen Politik des späten Mittelalters, in: Mediation in der Geschichte, hg. von Gerd Althoff, Darmstadt, 2011, S. 98-123.

 Erinnerungspolitik im Zeichen der Krone. Der französisch-burgundische Sieg von Roosebeke und die  Einäscherung Kortrijks 1382, in: Wege der Erinnerung im und an das Mittelalter. Festschrift für Joachim Wollasch, hg. von Andreas Sohn, Bochum 2011,
S. 135-146.

Die Macht der Spielregeln im Mittelalter. Eine Einführung, in: ders. – Claudia Garnier, (Hgg.), Die Spielregeln der Mächtigen. Mittelalterliche Politik zwischen Gewohnheiten und Konventionen, Darmstadt 2010, S. 1–18.

 "... von edler Herkunft und Lebensart". Adligsein im 10. und 11. Jahrhundert., in: Für Königtum und Himmelreich: 1000 Jahre Bischof Meinwerk von Paderborn, hg. von  Martin Kroker – Christoph Stiegemann, Regensburg, S. 100–107.

New Masters and Old Rituals. Edward I, Robert the Bruce, Philipp the Fair and the Role of Rituals with Conquest, in: (Hg.), State, Power and Violence, vol. III, hg. von Margo Kitts, Bernd Schneidmüller, Gerard Schwedler, Elena Tounta u.a. Wiesbaden 2010,
S. 485
503h.

Die Vorwürfe gegen Heinrich IV. - eine Zusammenfassung, in: Heinrich IV., hg. von Gerd Althoff, (Vorträge und Forschungen 69) Ostfildern 2009, S. 355–367.

La Vengeance, le roi et les competitions faidales dans l’empire des Othons, dans: La Vengeance. 400-1200, hg. von Dominque Barthélemy, François Bougard et Regine Le Jan (Collections  de Ècole française d’Athène et Rome) Rom 2006, S. 259–280.

Tugend, Macht und Ritual. Politisches Verhalten beim Saxo Grammaticus, in: Zeichen Rituale – Werte. Internationales Kolloquium des SFB 496 der Westf. Wilhelms-Universität Münster, hg. von Gerd Althoff, Münster 2005, S. 179–200.

Gutes Geld und böses Geld. Die Anfänge der Geldwirtschaft und der ‚Gabentausch‘ im hohen Mittelalter, in: Geld im Mittelalter. Wahrnehmung – Bewertung -  Symbolik, hg. von Klaus Grubmüller und Markus Stock, Darmstadt 2005, S. 91–112.

 L’intercession dans les relations politiques au Moyen Age classique, in: L’intercession du Moyen Age au Temps modernes, hg. von Jean-Marie Moeglin (Publications de l’École des hautes études en histoire), Genf 2004. S. 67–87.

 Geld, Politik und Moral im hohen Mittelalter, in: Frühmittelalterliche Studien 35, 2001, S. 329–347.

 Konflikte und Konfliktführung in den Anfängen der Regierung Ottos I., in: Otto der Große, Magdeburg und Europa. Ausstellungskatalog Magdeburg 2001, hg. von Matthias Puhle, Mainz 2001, S. 168–178.

 Die Macht der Zeichen und Gesten bei Dudo von Saint-Quentin, in: Formen und Funktionen der Öffentlichkeit im Mittelalter, hg. von Gerd Althoff (Vorträge und Forschungen 51) Sigmaringen 2001, S. 125–155.

 Nicolas Rolin, le salut de l'âme et l'imitation du duc, in: La splendeur des Rolin. Un mécénat privé à la cour de Bourgogne, hg. von Brigitte Maurice-Chabard, Paris 1999, S. 67–88.

 Moderne Herrschaftsformen vor der Moderne: das Beispiel Burgund, in: Gerd Althoff – Hans-Werner Goetz – Ernst Schubert, Menschen im Schatten der Kathedrale. Neuigkeiten aus dem Mittelalter, Darmstadt 1998, S. 99–110.

 Commynes und der Umgang mit der Öffentlichkeit im 15. Jahrhundert, in: Das Öffentliche und Private in der Vormoderne, hg. von Gert Melville u. Peter von Moos, Köln Weimar Wien 1998, S. 687716.

 Vermittler in den Konflikten des hohen Mittelalters, in: La giustizia nell' alto medioevo II. Secoli IX-XI., 2 Bde. (Settimane di studio del Centro italiano di studi sull'alto medioevo XLIV), Spoleto 1997, Bd. 2, S. 675–714.

 Stiftungen Gedächtnis, Frömmigkeit und Repräsentation, in: Die Kunst der burgundischen Niederlande. Eine Einführung, hg. von Birgit Franke u. Barbara Welzel, Berlin 1997, S. 29–44.

 Amortisation und Herrschergedenken im Burgund des 15. Jahrhunderts, in: Memoria als Kultur, hg. von Otto Gerhard Oexle (Veröffentlichungen des Max-Planck-Instituts für Geschichte 121), Göttingen 1995, S. 253–284.

 Konflikte im hohen Norden. Ein Blick auf einige Neuerscheinungen zur isländischen und norwegischen Geschichte im Mittelalter, in: Historische Zeitschrift 230, 1994, S. 99–107.

Lexikonartikel

Die Schlacht von Bornhöved (mit Dänemark im hohen Mittelalter),  in: Brockhaus Weltgeschichte. Das hohe  Mittelalter Bd. 2, im Druck.

Die Dänen, in: Brockhaus Weltgeschichte. Das frühe Mittelalter Bd. 1, im Druck.

Arbitration and Peacemaking, in: Medieval Warfare and Military Technology: An Encyclopedia, 3 Bde., hg. von Clifford Rodgers u.a.,
Oxford 2010.

 

Rezensionen in:

Editionen in der Kritik – Deutsches Archiv – Francia – Historische Zeitschrift – Revue d'Histoire Écclésiastique – Zeitschrift für Historische Forschung – Zeitschrift für Neuere Rechtsgeschichte – Rheinische Vierteljahresblätter.

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