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Die Universität der Informationsgesellschaft

Studienstruktur BA Medienwissenschaft

1. Ziele und Leitidee des Studiengangs

2. Berufsfeldorientierung

3. Das Curriculum

1. formale oder studiengangsspezifische Zugangsvoraussetzungen

2. Studieninhalte, Studienverlauf, Studienorganisation, Lehrmethoden.

2.a Studieninhalte

2.b Studienverlauf

2.c Studienorganisation

Den Medien kommt innerhalb der Informationsgesellschaft eine zentrale Bedeutung zu, der Mediensektor wächst und stellt für Hochschulabsolventen ein zunehmend wichtiges Berufsfeld dar. Medienwissenschaft ist ein relativ junges Fach und wurde in Paderborn 1999 − zunächst als Diplomstudiengang − etabliert. Paderborn bietet inzwischen das drittgrößte medienwissenschaftliche Lehrangebot der Bundesrepublik, mit fünf eigens für das Fach geschaffenen Professuren steht eine leistungsfähige Kernbelegschaft zur Verfügung; 120 Absolvent/innen haben die Universität inzwischen verlassen und konnten überwiegend ausbildungsadäquate Stellen finden.

1. Ziele und Leitidee des Studiengangs

Der BA-Studiengang ‚Medienwissenschaften’ zielt darauf ab, die Absolventen auf eine berufliche Tätigkeit im Mediensektor vorzubereiten; das BA-Studium stellt hierfür den ersten berufsqualifizierenden Abschluss dar.

Ziel des Studiums ist es, den Studierenden die grundlegenden Kategorien, Vorgehensweisen, Analyse- und Gestaltungs-Instrumente des Fachs zur Verfügung zu stellen. Im Mediensektor, der dazu neigt, kurzlebigen Trends und Moden zu folgen, kommt es um so mehr darauf an, über valente und längerfristig gültige Kriterien zu verfügen. Vertrautheit mit den basalen theoretischen Modellen ist hierfür ebenso zentral wie eine historische Perspektive, die es erlaubt, Gegenwartsphänomene sicher einzuschätzen und in größere Zusammenhänge einzuordnen.

Besonderheit der Medienwissenschaften in Paderborn ist ein interdisziplinärer Ansatz, der fakultätsübergreifend Lehrangebote aus den Fakultäten Wirtschaftswissenschaften und Informatik einbezieht. Das interdisziplinäre Konzept geht auf die Einsicht zurück, dass eine Tätigkeit im Medienbereich einen neuen Typus von Qualifikation erfordert, der sich von den traditionellen geisteswissenschaftlichen Studiengängen klar unterscheidet. Das Studium soll auf eine Tätigkeit in gemischten Teams vorbereiten, wie sie für den Medienbereich typisch ist.

Eine konzeptionelle Tätigkeit im Mediensektor verlangt neben einer soliden medienwissenschaftlich-fachspezifischen Ausbildung Qualifikationen auch im Feld der Ökonomie und der Informationstechnik. Eine stabile fachliche Basis, die Vertrautheit mit den unterschiedlichen Fachsprachen und eine spezifische Moderations- und Übersetzungsfähigkeit stellen Ausbildungsziele der interdisziplinären Studiengänge Medienwissenschaften dar.

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2. Berufsfeldorientierung des Studiengangs

Das Konzept der Paderborner Medienwissenschaft geht auf intensive Kontakte zu Medienpraktikern zurück, ebenso hat es Konsultationen mit Fachvermittlern der Arbeitsagenturen gegeben. Immer wieder wurde hier betont, dass fachliche Breite und Flexibilität sowie die Möglichkeit, auf neue Entwicklungen kompetent zu reagieren, das wohl wichtigste Erfolgskriterium für Berufeinsteiger ist. Der berufliche Weg der Absolventen des Diplomstudiengangs bestätigt dies.

Der Mediensektor stellt ein breites und heterogenes Berufsfeld dar. Der Studiengang zielt auf redaktionelle Tätigkeiten in unterschiedlichen Medien und mit Medien befassten Unternehmen; Mitarbeit in der Medienorganisation, Recherche, Produktionsvorbereitung, -planung, -begleitung gehören zum Berufsfeld; weiter Content-Management, interne und externe Kommunikation, Aufgaben im medienpädagogischen Bereich, im kulturellen Sektor, sowie in der Festival-, Event- oder Ausstellungsrealisation.

Die Einbeziehung der Wirtschaftswissenschaften eröffnet zusätzlich die Felder Medien- und Kulturmanagement, Werbung und PR sowie Marketing; auf Seiten der Informatik sind, Anwendungsberatung, Erstellung von Nutzerprofilen, Softwareergonomie und Oberflächengestaltung, Technische Redaktion/Dokumentation/Support sowie Mitarbeit in Bereichen der System- und Programmentwicklung zu nennen.

Die Erfahrungen mit den Absolvent/innen des Diplomstudiengangs sowie des Zwei-Fach-BAs bestätigen dies. Nach einer relativ kurzen Übergangsphase (Neuorientierung/Praktika) ist es den meisten Absolventen gelungen, eine adäquate und wunschgemäße berufliche Positionierung zu finden. Ein relativ großer Anteil hat hier speziell den Bereich Werbung/PR gewählt. Das Institut hält zu den Absolvent/innen Kontakt, um den beruflichen Weg zu verfolgen und Inhalt und Ausrichtung der Lehre entsprechend anpassen zu können.

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3. Das Curriculum

1. formale oder studiengangsspezifische Zugangsvoraussetzungen

Zugang zum BA ‚Medienwissenschaften’ hat, wer das Zeugnis der Hochschulreife (allgemeine oder einschlägig fachgebundene) oder ein durch Rechtsvorschrift oder von der zuständigen staatlichen Stelle als gleichwertig anerkanntes Zeugnis besitzt. Wie im Fall der bisherigen medienwissenschaftlichen Studiengänge wird der Zugang auch zum BA Medienwissenschaften ein hochschulinternes Auswahlverfahren durch Numerus Clausus beschränkt. Wegen der großen Bewerberzahl kann nur auf diese Weise ein ordnungsgemäßer Studienablauf sichergestellt werden.

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2. Studieninhalte, Studienverlauf, Studienorganisation, Lehrmethoden.

2.a Studieninhalte

Das Curriculum ist auf die inhaltlichen Ziele des Studiengangs ausgerichtet; es verbindet Lehrangebote des Instituts für Medienwissenschaften und der Fakultät für Kulturwissenschaften mit Lehrangeboten der Fakultäten für Informatik und Wirtschaftswissenschaften.

Struktur und Inhalt des BA-Studiengangs sind im Studienverlaufsplan und den Modulbeschreibungen detailliert zu ersehen. Die wichtigsten Studieninhalte sind:

- Die Beschäftigung mit Theorie liefert die grundlegenden Modelle und Kategorien, die eine Orientierung im komplexen Mediensektor erlauben. Alltagsannahmen über die Medien werden relativiert, das Problembewusstsein wird geschärft, die Studierenden werden mit den Fachsprachen der verschiedenen Medienbereiche vertraut gemacht.

- Die Auseinandersetzung mit Mediengeschichte dient dazu, historische Medienkonstellationen und Entwicklungsprozesse analysieren zu lernen, um hieraus Kriterien für die Analyse gegenwärtiger und zukünftiger Medienkonstellationen abzuleiten. Historische Kenntnis und Prognosefähigkeit hängen unmittelbar zusammen.

- Die Ästhetik der Medien unterscheidet sich von traditionellen Feldern wie Kunst und Literatur; die Begegnung mit möglichst vielfältigem Material, Vertrautheit mit dem Gegenstand, Produktkenntnis, Analysefähigkeit und ästhetische Sensibilität sind Voraussetzung für eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit im Medienbereich. Die Spezifik einzelner Medien (Schrift, Photographie, Film, digitale Medien…) tritt hervor.

- Die Sozialwissenschaften liefern wichtige Kernkonzepte des Fachs (Modelle von Öffentlichkeit und Kommunikation, Aspekte medialer Sozialisation, Fragen zur Rezeption und zur Struktur von Zielgruppen). Modelle der Pädagogik, insbesondere der Medienpädagogik, der Psychologie, der Psychoanalyse und der Soziologie übernimmt die Medienwissenschaft, wo es gilt die Rolle der Medien für die Subjekt-Konstitution, für Lernprozesse und in massen- und sozialpsychologischer Perspektive zu beschreiben.

- Die Wirtschaftswissenschaften erschließen den Bereich der Medienökonomie. Da viele Medien privatwirtschaftlich organisiert sind, sind wirtschaftliche Kriterien in nahezu allen Medienbereichen wichtig; die Studierenden lernen hier die grundlegenden Modelle und die Fachsprache kennen; wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse erscheinen in besonderer Weise berufsrelevant.

- Der Bezug auf die Informatik wurde genannt: Mit der Digitalisierung vieler Medien dringen Informatikfragen in den Kern des Fachs vor; die Studierenden lernen, medientechnische und ingenieurwissenschaftliche Aspekte einzubeziehen und sich mit Technikern über Medienfragen zu verständigen. Behandelt werden die für das Verständnis digitaler Medien erforderlichen Informatikkonzepte von der Nutzung von Auszeichnungssprachen über elementare Maschinenarchitekturen und Programmiersprachen, die Programmierung und Modellierung von abstrakten Datenstrukturen bis hin zu verteilten Anwendungen im Netz.

Besonderes Augenmerk verlangt die Integration der Lehrangebote der Informatik sowie der Wirtschaftswissenschaften. Folgende Maßnahmen gewährleisten, dass diese in das medienwissenschaftliche Curriculum eingepasst werden:

- die Lehrveranstaltungen der Informatik werden für den BA-Studiengang Medienwissenschaften speziell konzipiert; die Einführung integriert Informatik, kultur- und gesellschaftswissenschaftliche Aspekte; das Modul ‚Grundkonzepte des WWW’ wurde mit Blick auf die medienwissenschaftlichen Interessen der Studierenden entwickelt. Zudem hat die Informatik eine weitere Professur (‚Wissensverarbeitung und digitale Medien’) geschaffen, die die Schnittstelle zwischen Informatik und Kulturwissenschaften weiter stärken soll.

- im Bereich Wirtschaftswissenschaften besuchen die Studierenden Lehrveranstaltungen, die zunächst allgemeine wirtschaftswissenschaftliche Kompetenzen vermitteln; die Professur für ‚Organisation/Medienwirtschaft’ ist am Modul ‚Grundzüge BWL A’ beteiligt und bringt hier medienökonomische Inhalte ein. Zudem wird die Integration wirtschaftswissenschaftlicher Inhalte auch von Seiten der Fakultät für Kulturwissenschaften gestärkt: Im Rahmen der Module Medientheorie/-geschichte wird eine Veranstaltungsreihe ‚Ökonomische Modelle in der Medienwissenschaft’ angeboten; zudem hat die Fakultät eine zusätzliche Professur ‚Medienorganisation’ geschaffen, die die Schnittstelle zur Wirtschaftswissenschaft gezielt ausbauen wird.

Weitere Studieninhalte sind:

- Praktikum: Die Vorbereitung auf den Berufseinstieg erweist sich für Medienwissenschaftler als anspruchsvoll, da die Praxisfelder heterogen und die Ansprüche an Absolventen komplex sind. Ein Praktikum außerhalb der Hochschule kann helfen, erste Praxiserfahrungen zu sammeln, mögliche Berufsfelder zu eruieren und Kontakte zu möglichen Arbeitgebern zu knüpfen. Darüber hinaus geht es darum, Medienproduktion unter professionellen Bedingungen kennen zu lernen und das an der Hochschule Erlernte im Feld der praktischen Berufstätigkeit zu erproben.

Das Praktikum soll einen Umfang von 2 Monaten umfassen. Da der Wissenstransfer von der Hochschule in die Praxis nicht unilinear verläuft, sondern die Felder je eigenen Logiken folgen, bedarf es einer wissenschaftlich reflektierten Begleitung von Praxiserfahrungen. Dies soll durch vorbereitende und nachbereitende Veranstaltungen vermittelt werden, die die Studierenden dazu befähigen, ihre Praxiserfahrungen vor dem Hintergrund wissenschaftlicher Konzepte einordnen und bewerten zu können.

Hinzu tritt ein Optionalbereich. Durch die Veranstaltungen in diesem Rahmen sollen die Studierenden die Möglichkeit haben, sich über die Grenzen ihres Fachs hinaus zu qualifizieren und interdisziplinär zu arbeiten.

Alle fachwissenschaftlichen Veranstaltungen, die innerhalb des Studiengangs angeboten werden, dienen auch dem Erwerb von Schlüsselqualifikationen; um diese weiter zu stärken wurde ein Bereich ‚Schreiben, Argumentieren, Präsentieren’ ins Curriculum integriert.

Neben der inhaltlichen Ausbildung vermittelt das BA-Studium folgende fachübergreifende Kompetenzen:

- Präsentationsfähigkeit (mündlich, schriftlich; Anpassung der eingesetzten Mittel an die jeweiligen Zielgruppen; angemessene Aufbereitung der Formen und Inhalte einer Präsentation)

- softskills (soziale Kompetenz, Fähigkeit zu Gruppenarbeit und Kooperation, Auftreten, Fähigkeit zu Kritik und Selbstkritik)

- Techniken wissenschaftlichen Arbeitens (Recherche, Umgang mit wissenschaftlichen Standards und wissenschaftlichen Materialien, Belegtechniken)

- Darstellung von Ergebnissen in Text und multimedialer Form

- Beherrschung büro- und medienrelevanter Standardsoftware

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2.b Studienverlauf

Die Regelstudienzeit beträgt 6 Semester, insgesamt werden 180 Leistungspunkte erbracht (50 LP in Pflicht-, 118 LP in Wahlpflichtveranstaltungen, 12 LP BA-Arbeit).

Den genauen Studienverlaufsplan finden Sie hier.

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2.c Studienorganisation

Vor Beginn jedes Semesters erscheint ein kommentiertes Vorlesungsverzeichnis, aus dem das Veranstaltungsangebot und die Zuordnung der Veranstaltungen zu den Modulen detailliert zu ersehen ist.

Die Inhalte des BA-Studienganges werden überwiegend in Seminaren − sowie in den Fächern Medieninformatik und –ökonomie auch in Vorlesungen − vermittelt. Die Seminarformen sind vielfältig: Reader- und Referatseminare, Arbeitsgruppen und Auseinandersetzungen mit medialem Material wechseln sich ab. Daneben gibt es Praxisworkshops, Projektpräsentationen und Exkursionen.

Die Fakultät für Kulturwissenschaft bietet den Studierenden Sprachkurse an, daneben ist ein Selbststudium in den Sprachlabors des Medienzentrums möglich. Studierende, die ein Auslandssemester anstreben, werden vom akademischen Auslandsamt unterstützt. Zusätzlich können sie die Auslandskontakte der Lehrenden nutzen.

Prüfungen: Jedes Modul des Bachelor-Studienganges wird abgeschlossen durch die Modulprüfung. Die Prüfungsleistungen der Modulprüfung beziehen sich auf die Inhalte der zum Modul gehörigen Lehrveranstaltungen. Im Fach Medienkultur wird die Modulprüfung in derjenigen Lehrveranstaltung erbracht, mit der das Modul abgeschlossen wird, die Inhalte der anderen Lehrveranstaltungen des Moduls sind hierbei einzubeziehen. Prüfungsformen sind Klausuren, Hausarbeiten (10-15 Seiten), in Ausnahmenfällen die mündliche Prüfung, sowie in den Medienpraxismodulen Projektarbeiten.

Abschluss: Der Studiengang wird mit dem ‚Bachelor of Arts (B. A.)’ abgeschlossen.

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