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Foto: Agentur Silberweiss, Salzkotten

Schwerpunkt „Buddhismus-Studien“

Mit dem WS 2016/17 beginnt der neu eingeführte Schwerpunkt „Buddhismus-Studien“ für Bachelor- und Master-Studenten. Er wird betreut von Dr. habil. Hermann-Josef Röllicke als externem Dozenten vom EKŌ-Haus der Japanischen Kultur, Düsseldorf, e.V. Angesprochen sind vornehmlich Studierende der Theologien und der Philosophie in allen betreffenden Modulen, die sich auf ein gründliches und professionelles Studium des Buddhismus in seiner ganzen Breite spezialisieren und dabei zugleich den Horizont ihrer theologischen und philosophischen Erkenntnis-, Denk- und Begegnungsmöglichkeiten wesentlich erweitern, verändern oder auch problematisieren lernen wollen.

Die Kolonial- und Globalisierungsgeschichte Europas in Asien hat es mit sich gebracht, dass auch der Buddhismus in seinen besonderen Sprachgestalten europäischen Systembegrifflichkeiten oft ohne größere Widerstände eingeordnet wurde. Der neue Paderborner Studienschwerpunkt ist dagegen bemüht, die Kontraste präzise herauszuarbeiten und auf der Grundlage genauer Differenzerkennung den Dialog mit den theologischen und philosophischen Überlieferungen des Abendlandes aufzunehmen und voranzutreiben.

Zunächst aufgeteilt auf ein Programm von vier Semestern, kann der Buddhismus als Religion im Ganzen seiner Geschichte in Asien studiert werden. Im Blick stehen sowohl seine Schriftgelehrten, kontemplativen, gemeinschaftsbildenden als auch rituellen und sich in den Künsten zur Erscheinung bringenden kulturellen Gestalten.

Details zum Programm

Der mit dem WS 2016/17 neu eingeführte Schwerpunkt „Buddhismus-Studien“ für Bachelor- und Master-Studenten ist in seiner Einbindung in das „Zentrum für Komparative Theologie und Kulturwissenschaften“ der Universität Paderborn im Kreis der akademischen Buddhismus-Studien in Europa einmalig und prototypisch. Buddhismus-Studien sind sonst mehrheitlich nur im Rahmen einzelner Kulturwissenschaften und Philologien (Indologie, Sinologie, Japanologie, Tibetologie, Südasien-Wissenschaften, regionaler Religionswissenschaften) oder interfakultativer Promotionsprogramme möglich, nicht aber in der eigens explizit gemachten thematischen, methodischen und sprachlichen Auseinandersetzung mit den christlichen Theologien und den Philosophien des Abendlandes. Angesprochen sind daher vornehmlich Studierende der Theologien und der Philosophie in allen betreffenden Modulen, die sich auf ein gründliches und professionelles Studium des Buddhismus in seiner ganzen Breite spezialisieren und dabei zugleich den Horizont ihrer theologischen und philosophischen Erkenntnis-, Denk- und Begegnungsmöglichkeiten wesentlich erweitern, verändern oder auch problematisieren lernen wollen.

Dieses Studium steht daher in ständiger Rückfrage nach der Berechtigung der Übersetzung der oft zutiefst von den europäischen verschiedenen Vokabulare buddhistischer Grundsprachen in die westlichen Sprachwelten. Gerade die am meisten System bildenden Begriffe abendländischer Systematiken werden bei trennschärferem Hinsehen von buddhistischen Vokabularen weder bestätigt noch unterstützt, sondern letztere gehen andere und eigene Wege des Sprechens und des Denkens. Die Kolonial- und Globalisierungsgeschichte Europas in Asien hat es mit sich gebracht, dass auch der Buddhismus und seine besonderen Sprachgestalten europäischen Systembegrifflichkeiten weitgehend bedenkenlos eingeordnet wurden. Der neue Paderborner Studiengang ist dagegen bemüht, die Kontraste präzise und mit Geduld herauszuarbeiten und auf der Grundlage tiefenscharfer Differenzerkennung dann den Dialog mit den theologischen und philosophischen Überlieferungen des Abendlandes erst neu aufzunehmen und voranzutreiben. 

Westliche Wissenschaften haben sich bis in unsere Zeit mit großer Selbstverständlichkeit in dem Bewusstsein gehalten, dass die mittelmeerisch-europäische kulturelle Ökumene nicht nur ein geschlossenes Gebiet für sich, sondern zumal in Logik, in Sprache und Denken eine Totale des menschlichen Denkuniversums darstelle. Sie verfuhren unter dem Normalanspruch, aus sich selbst in der Lage zu sein, auch ohne Kenntnis des Anderen global gültige universale Systembegrifflichkeiten zu bilden. Was immer hätte begegnen können, es musste sich jederzeit sofort in die eigenen Begriffe transformieren lassen. Sie erwarteten nicht, des Blicks nach Osten zur eigenen In-Frage-Stellung zu bedürfen, und ignorierten in ihrer eigenen Ausbildung die hochsubtil ausgebauten Gelehrsamkeiten und Schrifttraditionen Asiens. 

Gelehrte asiatischer Traditionen, die europäisches Denken studierten, verfuhren hingegen meist so, dass sie sich die im Westen gelernten Begriffe rasch aneigneten, verinnerlichten und ihre eigenen Traditionen so lückenlos wie möglich in sie umwandelten. Plötzlich erschien nun z.B. der Yogāçāra-Buddhismus auch aus dem Mund von Asiaten, als sei er eine Spielart der Phänomenologie oder ihr einzuordnen. 

Der Paderborner Studiengang verfährt anders, indem er den Buddhismus in dessen eigentümlicher Sprachlichkeit erschließt und in ihr selbst zu denken einübt. Aus der ursprünglichen Erfahrung dieses Denkens, der weitestgehende Zurückhaltung im Rückgriff auf eigene Sprech- und Denkgewohnheiten vorausgehen muss – eine Disziplin, die erst gelernt werden muss –, kann danach die Zwiesprache mit christlicher Theologie und Philosophie neu, kritischer und trennschärfer beginnen. Die Maßstäbe möglicher Zwiesprache ergeben sich erst aus der Tiefe und Geübtheit des Denkens und Erfahrens in jeder der jeweiligen Sprache und deren Kulturalisierungen.

Buddhismus-Studien Verlaufsplan

Hier finden Sie den Verlaufsplan für die Buddhismus-Studien.

Lehrveranstaltungen

Ansprechpartner

Dr. Hermann-Josef Röllicke

Institut für Katholische Theologie > Systematische Theologie

Hermann-Josef Röllicke
Web:

EKŌ-Haus der Japanischen Kultur e.V.

Hier geht es zur Homepage.

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