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Foto: (C) Donato Morelli

2017

Prof. Sabine Schmitz zu Gast in Louvain-la-Neuve: Veranstaltungen im Dezember 2017

Im Dezember vergangenen Jahres wurde Prof. Sabine Schmitz an die Université catholique de Louvain (UCL) in Louvain-la-Neuve (Belgien) eingeladen, um dort in Zusammenarbeit mit verschiedenen Instituten der Partneruniversität die zwei folgenden Veranstaltungen anzubieten:

Am 05.12.2017 fand der Workshop (atelier) mit dem Titel "Le théâtre comme machinerie émotionnelle. La mise en scène du Sabinus (1695) par François Passerat sur la base de l'édition bruxelloise de Georges de Backer" statt, welcher auch durch Ralph Dekoninck von der GEMCA (Group for Early Modern Cultural Analysis) ermöglicht wurde.

Am 07.12.2017 hielt Prof. Sabine Schmitz einen Vortrag zu dem Thema "Des identités musulmanes dans la littérature contemporaine en Belgique et en France: des narrations explicites", welcher in Zusammenarbeit mit CISMOC (Centre interdisciplinaire d'études de l'Islam dans le monde contemporain) und LaRHis (Laboratoire de recherches historiques) an der UCL angeboten wurde.

Ferner traf sich Prof. Sabine Schmitz unter der Leitung von Dr. Geneviève Warland mit Vertretern der Praktikumsbörse der Université catholique de Louvain und der deutschen Botschaft in Belgien, um über den Austausch von Praktikanten, die Einwerbung von Praktikumsplätzen und weitere Kooperationen des Belgienzentrums zu sprechen.

Weitere Informationen können Sie den Veranstaltungsplakaten entnehmen.

 

Allez, venez à Bruxelles, une fois! Ein Erfahrungsbericht über die „Cours de vacances“ der Université Libre de Bruxelles

(v. r.) Kirsten Behr und zwei Teilnehmerinnen des Cours de vacances vor der ULB. Foto: (c) Kirsten Behr

Wer nach Brüssel geht, wird drei Dinge schnell zu schätzen wissen: Seinen Regenschirm, knusprige Fritten und ausdauernde Gastfreundschaft.

Drei Wochen habe ich in diesem Sommer in der belgischen Hauptstadt verbracht: An einem Sprach- und Literaturkurs für ausländische Studierende teilgenommen, Land und Leute vor Ort studiert, mein Französisch kräftig aufpoliert. Die Université Libre de Bruxelles bietet seit vielen Jahren einen „Cours de vacances de perfectionnement en langue et littérature françaises“ an. Als eine von 80 Teilnehmern aus insgesamt 27 Nationen zog es im Juli 2017 auch mich an die ULB, um Einblick in die belgische Kultur und Literatur zu gewinnen. Unterstützt wurde mein Aufenthalt von der „Wallonie-Bruxelles-International“, die auf der ganzen Welt Stipendien an belgieninteressierte Studierende vergibt. Aufmerksam geworden bin ich auf Kurs und Stipendium über das Belgienzentrum der Universität Paderborn.

Mein belgisches Interesse konnte bei den „Cours de Vacances“ auf drei Ebenen ausgelebt werden: Neben der kulturellen und kulinarischen Entdeckung der Stadt und des Landes spielte das Kennenlernen belgischer und Brüsseler Spracheigenheiten des Französischen eine große Rolle. Das erste Wort, das wir nicht nur erlernen, sondern auch erleben durften, war der drache, mit dem der frankophone Belgier den typischen, andauernden und fadenziehenden Regen seines Landes beschreibt. Einen Regenschirm dabei zu haben – das ist in Brüssel Pflicht. Gut, dass die Regenzeiten zumeist am Vormittag und Nachmittag waren, wenn wir ohnehin im Unterricht saßen. Aufgeteilt wurden wir nach einem schriftlichen und einem mündlichen Test in drei Kenntnisstufen. Ich habe an der Perfectionnement 3 Gruppe teilnehmen dürfen. Für uns stand nur wenig grammatikalischer brols, sondern viel mündliche Sprachpraxis, kreatives Schreiben sowie Literatur- und Kulturgeschichte auf dem Programm. So haben wir Debatten, Moderationen und Vorträge geübt, spannende Kriminalgeschichten im wohl belgischsten Viertel Brüssels – den Marolles – geschrieben, Texte berühmter belgischer Literaten gelesen und uns mit der belgischen Chanson-Tradition, der Erzählweise der Bande Dessinée und der Interkulturalität des Landes auseinandergesetzt. Eh bien, ça c’était tof!

Daneben galt es natürlich, Brüssel kulinarisch zu erleben und sich in den Wettstreit um die besten baraques à frites der Stadt zu stürzen. (Die sich übrigens gar nicht weit von der Universität am Place Flagey oder hinter der Bourse verbergen.) Da wir in den kot der Studentenwohnheime untergebracht waren, hatten wir aber auch die Möglichkeit vor Ort zu kochen. Die Einzelzimmer mit eigenem Bad boten für die drei Wochen einen absolut ausreichenden Komfort.

Nach dem Unterricht und an den wéék-ends stand die Erkundung der Stadt im Vordergrund. Ein besonderes Erlebnis war der belgische Nationalfeiertag am 21. Juli, der vor allem in Brüssel groß gefeiert wird. Konzerte, Straßenkünstler und eine Militärparade prägten das Stadtbild. Nicht nur hier galt die Maßgabe: Sobald wir einen Brüsseler in ein Gespräch verwickelt hatten, verwickelte seine oder ihre Gastfreundschaft uns – au vogelpijk – in einen langen Abend, an dem bereitwillig nicht nur eine pintje ausgegeben wurde. Und das waren sicher die lehrreichsten und spannendsten Momente des Aufenthalts!

Deshalb bleibt mir nur eines hinzuzufügen: „Allez, venez à Bruxelles, une fois!“, wie die Belgier sagen würden, um sich über ihre eigenen sprachlichen Besonderheiten zu amüsieren. Informationen zur ULB und den „Cours de vacances“ finden sich auf der Homepage der ULB. Über Stipendien und Sprachkurse wird außerdem regelmäßig auf den Seiten des BELZ informiert!

Kirsten Behr

Spreek je al Nederlands? Ein Erfahrungsbericht über einen Niederländischkurs in Flandern

Universitätsbibliothek von Löwen. Foto: (c) Donato Morelli

Belgien hat drei Landessprachen, von denen eine das Niederländische ist, welches in Flandern und neben dem Französischen in der Hauptstadt Brüssel gesprochen wird. In meinen bisherigen Tätigkeiten, die sich mit der Kultur und Literatur unseren Nachbarlandes befassen, gebrauchte ich bisher nur das Französische. Doch kann ich behaupten, Belgien zu kennen, wenn ich das Niederländische nicht beherrsche? Während des Sommersemesters fasste ich einen Entschluss und meldete mich für einen Niederländischintensivkurs an, der vom 28.07.2017 bis zum 25.08.2017 am Sprachinstitut (Institut voor levende talen) der KU Leuven stattfand.

Ich wohnte für vier Wochen in der Innenstadt von Löwen und hatte montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr Unterricht. Die anderen TeilnehmerInnen des Kurses kamen aus unterschiedlichen Ländern, doch in der Klasse sprachen wir einzig und allein Niederländisch. Die Tatsache, dass wir regelmäßig Hausaufgaben aufbekamen, jeden Donnerstag einen Test schrieben und am Ende des Kurses an einer Prüfung (schriftlich und mündlich) teilnehmen mussten, ließ mich in die Rolle eines Schülers zurückversetzen. Allerdings war der Unterricht mit solch einer Vielseitigkeit organisiert, dass alle verschiedenen Sprachfertigkeiten (Lesen, Schreiben, Sprechen, Hören) gleichermaßen ausgebildet wurden. Ein positives Klassenklima sowie motivierte und kompetente Dozenten trugen dazu bei, dass das Erlernen der Sprache zu einer schönen Erfahrung werden konnte.

Allerdings lernten wir nicht nur im Klassenraum. Das Sprachinstitut legte ebenfalls Wert darauf, dass wir die Kultur Flanderns kennenlernten. Darum wurden u.a. Workshops (z.B. zu flämischen Volkstänzen), eine Führung durch Löwen oder eine Exkursion nach Mecheln (Provinz Antwerpen) inklusive Bootstour angeboten. Somit konnten wir mit dem Niederländisch, das wir nach und nach erlernt haben, auch nach und nach die Vielseitigkeit dieser Region entdecken und die Freundlichkeit ihrer Menschen kennenlernen.

Als ich am Ende mein Zertifikat in den Händen hielt, war ich traurig, dass die vier Wochen so schnell vergangen waren, aber ich blickte und blicke sogar heute noch auf ein wundervolles Erlebnis zurück, das ich im nächsten Jahr gern wiederholen möchte.

Falls Sie in Erwägung ziehen, in den Semesterferien Niederländisch zu lernen, kann ich Ihnen die Kurse des Sprachinstituts der KU Leuven dringend weiterempfehlen. Auf der Homepage wird stets über neue Angebote informiert. Es lohnt sich!
 

Veel plezier met het leren van het Nederlands!
Donato Morelli

Die Universität der Informationsgesellschaft