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Foto: (C) Donato Morelli

Aktuelles

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Zeitgenössische belgische Literatur - Lesung von Jacques De Decker und Stéphane Lambert am 27.06.2018 im Deelenhaus

Im Rahmen ihrer Deutschlandtournee wurden die belgischen Autoren Jacques De Decker und Stéphane Lambert nach Paderborn eingeladen, um am 27.06.2018 um 18.30 Uhr im Deelenhaus aus ihren Romanen zu lesen, welche in diesem Jahr vom Aachener Verlag Shaker ins Deutsche übersetzt wurden. De Decker stellte seinen 1985 erschienen Roman Riesenrad (frz.: La grande roue) vor, während Lambert aus Die Farben der Nacht von 2010 (frz.: Les couleurs de la nuit) las. Die Lesung erfolgte auf Französisch und Deutsch, wobei Prof. Stefan Schreckenberg die deutsche Version von Lamberts Roman vortrug. Die kenntnisreiche Moderation des Abends hatte Marie Weyrich vom Belgienzentrum übernommen.

Ausgerichtet wurde die Veranstaltung vom BELZ der Universität Paderborn in Zusammenarbeit mit der Vertretung von Ostbelgien, der Föderation Wallonie-Brüssel und der Wallonie in Berlin sowie dem Belgienzentrum am Institut für Anglistik, Amerikanistik und Romanistik der RWTH Aachen sowie der Deutsch-französischen Gesellschaft Paderborn.

Zunächst führte Lambert mit zwei Auszügen aus Die Farben der Nacht auf eine Reise nach Prag und Venedig. In der tschechischen Hauptstadt bekam das Publikum einen Einblick in den melancholischen und durch Schlafstörungen geprägten Alltag des Protagonisten, der nur im Alkohol seinen Ausweg sieht. Reflexionen über die Pest, die im 14. Jahrhundert in Italien wütete und den frühen Tod eines Malers herbeiführte, unterstreichen mit der grauen Szenerie Prags den Seelenzustand des Erzählenden. In Venedig, dargestellt als eine prächtige, jedoch kalte und menschenleere Stadt, spielt sich dagegen die Trennung des Protagonisten von seiner Liebe ab, die vor dem Hintergrund einer raffinierten Farbmetaphorik ebenso mitreißend geschildert wurde, wie der triste Alltag in Prag.

De Decker dagegen führte das Publikum nach Brüssel, eine durchaus mysteriöse und geheimnisvolle Stadt, über die es, so der Schriftsteller, zu wenig Legenden gibt. Er erklärte, dass französischsprachige Schriftsteller aus Belgien sich oft an Paris als Zentrum französischsprachiger Literatur orientierten. Warum sollte man diesmal nicht einen Blick auf die belgische Hauptstadt werfen? Dies gelang De Decker auf einer besonderen Art und Weise, und zwar in Form von Kurzgeschichten, die verschiedene Persönlichkeiten abbilden. Eine Kurzgeschichte umfasst einen heiteren Dialog zwischen der älteren Krankenhauspatientin Zoé und der Krankenschwester Elisabeth, in welcher Zoé eine Freundin sieht und mit der sie sich über Lebenserfahrungen austauscht. Was an Zoé bemerkenswert ist, ist das poetische Talent, das in ihr schlummert. Der Vierzeiler, den die ältere Dame im Krankenhaus verfasst, vermag es schließlich, Elisabeth zu bezaubern.

Im Anschluss hatte das Publikum die Möglichkeit, mit De Decker und Lambert in einen Dialog zu treten. Während der Diskussion erhielt man nicht nur Einblicke in die Arbeit der beiden Autoren, sondern auch in das literarische Schaffen unseres Nachbarlands selbst. Belgien solle man auch über seine Literatur kennen lernen, so Prof. Sabine Schmitz. Zu Beginn der Lesung betonte die Vorsitzende des BELZ, dass Belgien leider nach wie vor für viele Deutsche eines der unbekannten Nachbarländer sei, obwohl es doch so faszinierend sei, das Land abseits von Mythen und Stereotype kennen zu lernen solle. Jacques De Decker und Stéphane Lambert ist es an diesem wunderbaren Abend gelungen, dem Publikum nicht nur einen Ausschnitt der belgischen Literatur näher zu bringen, sondern auch die Lust, sich auf eine Reise nach Belgien zu begeben.

Die Universität der Informationsgesellschaft