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Kunst und ihre Didaktik (Malerei)
Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender

2013 Bamberg: Museumskoffer zum Welterbe Bamberg

„Die barocke Künstlerin Catharina Treu"| Nadja Schmidt

Die Werke von Chatarina Treu (* 21. Mai 1743 in Bamberg † 11. Oktober 1811 in Mannheim) sind vor allem für ihr Prunk-Stillleben bekannt und sind auf die traditionelle Maltechnik der alten Meister gefertigt worden.

Da sie das Privileg hatte, Mitglied einer Künstlerfamilie zu sein, konnte sie sich, obwohl sie eine Frau war, als Malerin etablieren und brachte es bis zur Titularprofessorin der Kunstakademie in Düsseldorf und Hofmalerin von Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz und Bayern.

Mein Museumskoffer versucht, die alten Arbeitsweisen und -materialien zu vermitteln und gibt Gelegenheit sie zu erproben; Farbpigmente, Bindemittel, Leinöl, etc. sollen mithilfe eines Handbuchs zur leuchtenden Ölfarben angerührt werden und auch ein eigenes Stillleben in der Technik der Schichtenmalerei soll angefertigt werden. Die Steckbriefe zu Catharina Treu und ihrer Familie sollen dazu verleiten, nach weiteren Informationen zu recherchieren und nach der Problematik des Künstlerlebens bzw. des Etablierens zu forschen.

Insgesamt wird mein Koffer sich aber eher von der Person Catharina Treu entfernen und dafür stärker die Arbeitsweisen ihrer Bilder ins Auge fassen, was insofern sinnvoll ist, als dass die Zielgruppe sich mit der Farblehre, -kontrasten, etc. befasst.
Nadja Schmidt 

„Das alte Rathaus von Bamberg"| Corinna Seifert

Das Alte Rathaus gilt als das Wahrzeichen von Bamberg und ist es eines der bedeutendsten und wohl auch interessantesten Bauwerke der historischen Altstadt. Seit vielen Jahrhunderten verbindet es durch seine zwei Brücken die Bergstadt mit der Inselstadt und wurde im 18. Jahrhundert mit einem barocken Kleid voller Illusionsmalerei verschönert. Viele Geschichten und Legenden ranken sich um dieses Gebäude, angefangen bei seiner interessanten Entstehungsgeschichte bis hin zu Erzählungen über die Malereien an seiner Fassade.

In diesem Museumskoffer sollen genau diese Geschichten erzählt werden. Die Handpuppe Angelo, eine kleine Putte, die auch an der Fassade des Alten Rathauses zu finden ist, führt durch den Koffer und stellt seine Inhalte vor. Der Museumskoffer lässt sich in drei Bereiche gliedern: Zum einen wird die Stadtgeschichte von Bamberg, vor allem in Bezug auf das Alte Rathaus, erzählt. Des weiteren werden die drei Stadtgebiete (Bergstadt, Inselstadt und Gartenstadt) vorgestellt und es soll problematisiert werden, welche Lebensumstände die Dreiteilung der Stadt vor allem Stadtbewohner im Mittelalter mit sich brachte. Ein dritter Bereich umfasst die Illusionsmalerei, die einen großen Teil der Fassade des Alten Rathauses ziert. Im Museumskoffer wird erklärt, was Illusionsmalerei überhaupt ist und es werden die verschiedenen Techniken mit sowohl theoretischen als auch praktischen Zugängen vorgestellt.

„Barockisierung in Bamberg"| Amadeus Beberok

Bei dem Koffer ,,Barockisierung in Bamberg“ wird überwiegend der visuelle Sinn angeregt, jedoch gibt es auch einige Gegenstände wie den kleinen Engel und das Stoffstück, die zunächst dienen anfangs Erinnerungen hervorzurufen um eventuell erste Verbindungen mit dem restlichen Inhalt des Koffers herzustellen. Weiterhin sind zwei Gefäße jeweils mit weißer und goldener Farbe enthalten, sozusagen die Stellvertreter des Barocks. Weiterhin liegt ein schwarzes Säckchen dabei, indem sich Geldmünzen befinden. Das typische Geräusch, dass durch das Schütteln der Münzen entsteht soll den akustische Sinn anregen und als Symbol für den Reichtum stehen, den die damaligen Bauherren durch ihre barocken Bauten präsentieren wollten.
Diese erwähnten Gegenstände bilden also den Einstieg in das Thema.


Die eventuell am Anfang noch keine direkte Beziehung von den Farben zum Stil vorhanden ist, so ist es Ziel diesen Zusammenhang zwischen der Farbe und dem Stil zu erzeugen. Daher ist schon die äußere Gestaltung des Koffers so gehalten, damit ein erster visueller Eindruck entstehen. Beim Öffnen des Koffers werden typische Merkmale des Mittelalters ersichtlich wie beispielsweise das Fachwerkmuster im Deckel des Koffers sowie der Kopfsteinboden. So soll der Zugang zum mittelalterlichen Bamberg hergestellt werden. Im Weiteren bildet das auch einen Kontrast zum Äußeren des Koffers sowie der Gestaltung der drei enthalten Kisten, die ebenfalls im typischen barocken Stil gehalten sind.


Der große Pfeil gibt einen kurzen, ausgewählten Abschnitt in der Architekturgeschichte, damit eine zeitliche Orientierung möglich ist. Weiterhin ist jede Epoche mit einer kleinen Notiz und einer simplen Zeichnung versehen, damit man sofort sieht, was besonders typisch für den jeweiligen Zeitabschnitt war. Die einzelnen Zettelansammlungen gewähren Einblick in verschiedene architektonische Grundkenntnisse und gehen auch auf einige zimmermannsmäßige Informationen und Zeichnungen ein, damit man einen Eindruck bekommt, wie ausgefeilt und präzise schon damalige Schriften schon waren. Sie liefern auch ein besseres Verständnis wie einige Gebäudeelemente zu Stande kommen und sie nicht zusammenfallen. Kleine Erläuterungen sind dabei angehängt, damit man weiß, was man sich überhaupt anschaut. 
In der kleinen Kiste mit der Aufschrift Baumaterial, befindet sich eine Kartonplatte mit einem aufgemalten Fachwerkhaus, was ein typisches Bamberger Haus im 17. bzw. 18. Jahrhundert darstellt, dass durch das Auflegen bearbeiteter Folien sich langsam zu einem barocken Gebäude entwickelt, es wird sozusagen barockisiert. Dieses Konzept lässt sich gut im Kunstunterricht als Kooperationsarbeit einsetzen, in dem Schülergruppen dazu aufgefordert werden, eigene Gebäude zu zeichnen, die durch einen Prozess gehen und so zu „neuen“ Gebäuden werden. Eine Möglichkeit bestünde darin, jeden Schüler ein angepassten Element des neuen Gebäudes zu zeichnen, so dass am Ende jeder Schüler/ jede Schülerin seinen Teil zum Gesamtgebäude beiträgt. Dieses Vorgehen fördert die sozialen Fähigkeiten sowie Fertigkeiten wie Teamarbeit, die in vielen Bereichen der Arbeitswelt gefragt sind. 
Einige Zettel zeigen florale Muster, die in vielen Bereichen der barocken Kunst Einzug gefunden haben und sollen die Schüler und Schülerinnen dazu anregen, sich diesen Stil selbst anzueignen und zu erweitern. Dies soll den Zweck haben, sich damit zu beschäftigen, was einen Stil überhaupt ausmacht und was ihn von anderen Stilen unterscheidet. Daher ist die besonderes gut für den kreativen Teil des Kunstunterrichts geeignet. Eine Aufgabe wäre es demnach diese abzuzeichnen, zu verändern oder zu erweitern. Wichtig hierbei ist es zu lernen, was es heißt, einem Stil oder einem bestimmten Genre treu zu bleiben, um ihn dann eventuell zu verfremden. So entsteht ein Verständnis dafür, wie Stile entstehen und im Laufe der Zeit durch Verfremdung, neue Stile hervorbringen können. Es ist noch ein größeres Plakat enthalten, das einmal die Decke des Kaiserdoms zeigt sowie die Decke der Oberen Pfarre. Da Kunstgeschichte methodisch vergleicht, soll diese Fähigkeit an diesem Objekt angewendet werden, um Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten zu finden, was wieder dazuführt, sich mit Merkmalen unterschiedlicher Stile auseinanderzusetzen und diese benennen zu können.

Weiterhin liegt noch ein Bild sowie ein gefälschtes Notizbuch von Balthasar Neumann bei, einen Architekten, der einige Gebäude in Bamberg gebaut hat. Dies soll dem Koffer noch eine menschliche Note geben und die Möglichkeit gewährleisten, einen Denker und Mitgestalter des Barocks kennenzulernen. 
Amadeus Beberok

„Fachwerkbau"| Colban

Dieser Koffer beschäftigt sich mit der Thematik des Fachwerkbaus. Er ist für den fächerübergreifenden Unterricht der Sekundarstufe I  in den Fächern Kunst, Geschichte und Deutsch erarbeitet worden, wobei keine Begrenzung auf eine bestimmte Jahrgangsstufe vorliegt. Den Einstieg bildet der geschlossene Koffer, der die typische Farbgebung eines Fachwerkhauses hat. 

Der Koffer soll verdeutlichen, dass es sich bei den Fachwerkbauten um ein kulturelles Erbe handelt, das bewahrt werden muss. Dazu soll in unterschiedlichen Zugängen eine Auseinandersetzung mit der Thematik stattfinden. Zwei eigenhändig erstellte Modelle, zum einen des Rottmeisterhäuschens (Altes Rathaus) und zum anderen der alten Hofhaltung, sollen eine veränderte Herangehensweise gewährleisten, indem sie dem Betrachter auch die haptische Erfahrung des Materials Holz ermöglichen. Eine bereits für den Holzdruck vorbereitete Platte mit dem Bamberger Wappen dient als Beispiel für die Arbeit mit Holz im Unterricht. 

Des Weiteren befindet sich in meinem Koffer verschiedene Texte, die eine geschichtliche Einführung in den Fachwerkbau und die Geschichte der dargestellten Bauten geben. Außerdem liegen Arbeitsblätter mit den Etappen der Erstellung eines Fachwerkbaus im Mittelalter zur Verfügung. Weitere Texte geben Einblick in den Alltag eines Zimmerers. Eine Handpuppe mit der Kleidung eines Zimmerers ermöglicht es jüngeren Schülern, über ihre Schwelle zu treten und den Alltag des Zimmerers wiederzugeben. 

Bilder der Holzwerkzeuge aus dem Mittelalter und einige Werkzeuge aus der heutigen Zeit, die sich im Koffer befinden, ermöglichen einen Vergleich und die Erarbeitung der Unterschiede der Werkzeuge und die Veränderung der Bauweise im Wandel der Zeit. 
Colban 

„Fachwerkbau"| Anke Dobberstein

Das Nachwirken und das Leben Heinrich II. dienen als Grundlage für meinen Museumskoffer. Ohne Heinrich II. wäre Bamberg nicht die Stadt, die sie heute ist und auch viele Gotteshäuser wären nicht errichtet worden. Da er und seine Frau Kunigunde kinderlos blieben, investierte das Paar all ihr Vermögen in den sakralen Sektor. Somit stünde ohne ihn beispielsweise kein Bamberger Dom oder das Perikopenbuch wäre niemals in Auftrag gegeben worden. Diese Spuren des elften Jahrhunderts wären uns damit nicht in dieser Art und Weise abrufbar.Bei der Auswahl des Materials habe ich mich vor allem an die  „Acht Lernpfaden zum Kulturerbe“ von Jutta Ströter-Bender gehalten, diese dienen dazu, auch durch die Anlehnung an das Konzept Helga Kämpf-Jansens, der „Ästhetischen Forschung“ dazu viele ästhetische künstlerische Herangehensweisen zu schaffen, die möglichst unterschiedliche Zugänge zum Thema bieten. So gibt es z.B. zeichnerische, grafische, haptische, etc. Objekte. 
Zum einen vermitteln die im Koffer enthaltenen Materialien Wissen und Erkenntnisse (Lernpfad Nr.1) über das Leben Heinrich II. Diese können durch eine oberflächliche Auseinandersetzung alleinig mit der Biografie Heinrichs gewonnen werden, oder durch die Behandlung von Themen wie Herrschaft oder Religion im Mittelalter. Somit zeigt die große Karte den Königsumritt Heinrichs, den er monatelang nach seiner Krönung (1002) zum Kaiser vollzog, um in seinem Land als Oberhaupt anerkannt zu werden. Die Datierungen und Orte geben dabei eine chronologischen Zugang und fordern eine Auseinandersetzung mit diesem Thema und den damit verbundenen Etappen in der Geschichte, als auch mit geografischem Wissen.


 Zum anderen bietet der Koffer unterschiedliche Kunsträume, die immaterieller oder materiell sind. Dabei fördern die Materialien die Kreativität der SchülerInnen und regen durch die sinnliche Erfahrbarkeit, die mit der Welterbestätte verbunden ist, zu eigenen Eindrücken und Nachforschungen dieser an. Ebenso kann darüber philosophiert werden, was die Bedeutungen von Goldgrund oder von Büchern im Mittelalter bis in die heutige Zeit sind. Wie zeitgemäß die Objekte sind oder ob es lohnenswert ist, solche Geschichten/Objekte zu erhalten/reproduzieren.Die Konfrontation mit Unbekannten, wie z.B. einer altertümlichen Landkarte, dem Perikopenbuch oder mit ungewohnten Materialien soll durch die Verbindung mit bekannten Materialien, beispielsweise der Postkarte eine Symbiose ergeben, die die Vermittlung des Themas erleichtert, als auch zu neuen Bezügen und Kenntnissen leitet.
So gibt eine Kerze, ein Gegenstand des Alltags und ein Gebrauchsgegenstand, mit der Behandlung des Lichtes und der Farbe auf Goldgrund im Kunstunterricht additive Zugänge zum Alltagsleben. Die Wahrnehmung von Untergründung soll intensiver werden und das Auge der SchülerInnen wird durch die Bildanalyse der „Verkündigung an die Hirten“ im Perikopenbuch geschult und sensibilisiert.Ein weiterer Lernpfad handelt von Körpern, Gesten und Inszenierungen, die ebenfalls anhand des Perikopenbuches im Unterricht behandelt werden können. Hierbei bekommt die Haltung der Hände die Funktion der Sprache und es die Größe der Körper der Figuren beziehungsweise der Tiere lässt auf die Bedeutungsperspektive schließen. Das Buch ermöglicht ein Nachspielen dieser Szene oder einen Vergleich mit den heutigen Gesten während oder durch die Kommunikation stattfindet.


Ferner gibt der Koffer Einblicke in den Einfluss, den Heinrich II. auf Bamberg hatte und noch heute hat. Da ohne ihn viele Bauten nicht ermöglicht worden wären und es würde keine Andacht an seinen Todestag noch heute in Bamberg geben.Schließlich zeigt der Koffer auch fächerübergreifende Zugänge auf, die seinen Einsatz nicht nur im Kunstunterricht, sondern auch im Geschichts- oder Religionsunterricht ermöglichen. Des Weiteren regt  er zu einer künstlerisch-ästhetischen und kritischen Auseinandersetzung mit Themen wie ottonische Kunst, Architektur, Buchmalerei, Kartographie, Religion und Herrschaft im Mittelalter an.Das Erbe Heinrichs II. gilt daher zu bewahren und auch für die Zukunft zu sichern, damit auch weitere Generationen die Baukunst des Domes, die Pracht des Perikopenbuches oder Heinrichs menschliches Wirken voller Hingabe und Staunen begutachten können. Literaturhinweise:
Kämpf-Jansen, Helga: Ästhetische Forschung. Wege durch Alltag, Kunst und Wissenschaft, Köln 2002.
Ströter-Bender, Jutta: Lebensräume von Kunst und Wissen. UNESCO Welterbestätten in NRW, Paderborn 2004.
Anke Dobberstein

„Bamberger Frauen"| Nathalie Ebel

Was ist die Frau?

Diese Frage beantworteten Tertulian und Chrysostromos mit einer langen Reihe von Lastern.

Da die Kirchenväter Eva der Schuld am Sündenfall bezichtigten, galt die Frau fortan als „das Einfallstor des Teufels“.1

Definiert wurde sie als „Feindin der Freundschaft, notwendiges Übel, naturhafte Versuchung, Bedrohung des Hauses, ergötztes Unheil und als die Natur des Bösen“.2

„Üblich war eine scharfe polarisierung der Geschlechter“3, dabei war die Frau auch „für Thomas von Aquin ein „verfehlter“ oder „unvollkommener Mann“ (mas occasionatus)“.4

Über die Jahrhunderte hinweg, hatten es Frauen mehr als schwer „ihre Neigungen, ihre Intelligenz und ihr Können zu bilden und auszuleben.“5 Dennoch haben sie es geschafft immer wieder aus dem Schatten der Männer heraus zu treten und Einfluss auf die Entwicklung Bambergs zu nehmen.

Diese Truhe soll den „Starken Frauen Bambergs“ ein Gesicht geben. Sie schafft ein Andenken an 6 besondere Persönlichkeiten, die allen Widrigkeiten trotzten und durch ihre Stärke und ihr Selbstbewusstsein aus allen damals vorgegebenen „Rollenbildern“ fielen.

Bei diesen Persönlichkeiten handelt es sich um:

 

  • 1.) Hl. Kaiserin Kunigunde (Mittelalter)
  • 2.) Hofapothekerin Barbara Lustenauer (17. Jahrhundert)
  • 3.) Malerin und Professorin. Katharina Treu (18. Jahrhundert)
  • 4.) Barocke Dame Franziska Böttinger (18. Jahrhundert)
  • 5.) Gärtnersfrau Nani Hums (19. Jahrhundert)
  • 6.) Nina Schenk, Gräfin von Staufenberg (20. Jahrhundert)

Diese Truhe entstand auf Basis der „Bamberger Frauengeschichten“ von Christin Freise Wonka. Sie zeigt verschiedene Seiten auf, ist jedoch bei weiten nicht bis ins Detail vollständig, da viele Informationen im Dunkeln der Zeit verschwunden sind.

Sie zeigt „Bamberger Häuser, Plätze und Kirchen“6 welche zu Schauplätzen von Frauengeschichten wurden. Sie soll zum Weiterdenken anregen und ein Denkmal an das Schaffen und Leben der Bambergerinnen darstellen, damit nie in Vergessenheit gerät, wie rühmlich sich Frauen hervorgetan haben und zwar in jeder Kunst.7

Denn „der sich in der Geschichte auskennt, weiß von ihrem noch immer unverblasstem Ruhm.“8

 

  • 1. Bock, Giesela: Frauen in der europäischen Geschichte. Vom Mittelalter bis zu Gegenwart. C.H. Beck oHG Verlag, München 2000, S. 14)
  • 2. Ebenda.
  • 3. Ebenda.
  • 4. Ebenda. 
  • 5. Freise-Wonka, Christina: Bamberger Frauengeschichten. Heinrichts-Verlag GmbH, Bayrische Verlagsanstalt Balberg, 2006, S. 6)
  • 6. Ebenda, S. 7.
  • 7. Ebenda,  S.6. (Ludovico Ariost, 20. Gesang des Epos L´Orlando Furioso, 1520)
  • 8. Ebenda.

Nathalie Ebel

„Der Himmelsgarten in der St. Michaelkirche"| Laura Amelie Fabritz

Das Konzept zum Museumskoffer „Der Himmelsgarten in der St. Michaelkirche in Bamberg“

Der Museumskoffer eignet sich für eine Unterrichtseinheit zu den Themen Botanische Zeichnung, Herbarien und Pflanzenfarbenherstellung und stellt das Kunstwerk des Himmelsgartens in der Bamberger St. Michaelkirche vor. Darüber hinaus steht er in Bezug zum Weltkulturerbe Bamberg. Die Thematiken eignen sich für die Sekundarstufe I und können gegebenenfalls fächerübergreifend im Kunst- und Religions- oder Biologieunterricht durchgenommen werden.

Als Einstieg in eine Unterrichtseinheit in der Schule, die mit dem Koffer gestaltet werden soll, dient ein Modell des Himmelsgarten, das im Kofferdeckel angebracht ist. Der Rest des Koffers bleibt vorerst mit einem Tuch bedeckt. Die Schülerinnen und Schüler (SuS) sollen beschreiben, was sie sehen, mutmaßen, wo dieses Kunstwerk zu finden sein könnte und vor allem warum. Ergebnisse dieser Überlegungen könnten sein, dass viele Zeichnungen von Blumen in ein Muster gemalt wurden oder man viele unterschiedliche Pflanzen und auch einige Vögel finden kann. Vielleicht kommen einige SuS darauf, dass die dunklen Halbkreise am oberen und unteren Rand die Gewölbe von Kirchenfenstern sind, vielleicht, dass es sich bei dem Kunstwerk um die Decke einer Kirche handelt. Auf die Frage nach dem Warum kann hilfestellend gefragt werden, ob sie SuS Pflanzen kennen, die in der Bibel vorkommen. Ergebnis dieses Einstiegs sollte sein, dass es eine Verbindung zwischen Natur und Religion gibt und Pflanzen oft symbolischen Charakter haben.

In einem weiteren Schritt wird das Tuch entfernt und die SuS sehen eine Sammlung von Gegenständen, die sich um die Themen Schöpfung, Botanik, botanische Zeichnung, Pflanzen pressen und archivieren und Pflanzenfarben herstellen drehen. Sie können sie aus dem Koffer herausnehmen, betasten, den Geruch von altem Holz und Blech wahrnehmen und Fragen stellen. Jeder Gegenstand hat dabei eine andere Bedeutung. Der Steckbrief zum Himmelsgarten, der das Geheimnis um das faszinierende Kunstwerk im Kofferdeckel lüftet, kann laut vorgelesen werden. Der Vergleich des Himmelsgartens mit dem Paradiesgarten zeigt den SuS, dass Naturerkenntnis verknüpft ist mit Gotteserkenntnis und dass die Menschen von der Natur lernen können. Durch einen Apfel und die Bibel wird die Verbindung zur Schöpfungsgeschichte hergestellt. 

Ein Trockenbuch, eine antike Sammeltrommel, eine Pflanzenpresse und Herbarien sollen zeigen, wie Menschen vor mehreren hundert Jahren die Natur erforschten und lernten, Pflanzen zu konservieren, zu beschreiben und zu ordnen. Mit welcher Genauigkeit sie ihre Erkenntnisse in Form von botanischen Zeichnungen festhielten, gibt Aufschluss über die Leistung des Künstlers des Himmelsgartens und soll zum genauen Betrachten und Nachahmen anregen. Außerdem sind ein Mörser, unterschiedliche Substanzen in Gläsern und mit Farbe gefüllte Muscheln in dem Koffer zu finden, Materialien, die zur Herstellung von Pflanzenfarbe benötigt werden. Selbst hergestellte Pflanzenfarbe soll für die SuS einen besonderen Weg darstellen, sich der Natur zu nähern und künstlerisch tätig zu werden.

Für den weiteren Verlauf der Unterrichtseinheit sind dem Museumskoffer Informationsblätter beigefügt, die im Museum zur Hand genommen, in der Schule aber auch als Kopiervorlagen genutzt werden können. Hier wird beschrieben, wie eine botanische Zeichnung, wie sie im Himmelsgarten vorzufinden ist, angefertigt wird, wie eine Pflanzenpresse gebaut und ein Herbarium angelegt und wie ein Pflanzenfarbsaft, eine Safttinte oder ein Pflanzenfarbpigment hergestellt wird. Diese Informationsblätter können dann für ein Stationenlernen im Unterricht verwendet werden, sodass jedes Blatt eine Station darstellt und die SuS sich selbst einteilen können, in welcher Woche sie welches Thema bearbeiten. Natürlich können die Themen aber auch in einer festgelegten Reihenfolge von der ganzen Klasse parallel bearbeitet werden. Ihre Ergebnisse sollten die SuS dann in einer Mappe sammeln und ordnen. 

Nach der Unterrichtseinheit sollten die SuS ein Verständnis für das Kunstwerk des Himmelsgartens und für die Verbindung zur Religion entwickelt haben und verstanden haben, was das Weltkulturerbe ist. Außerdem sollten sie botanische Zeichnungen angefertigt, eine Pflanzenpresse gebaut und ein Herbarium erstellt, sowie eigene Pflanzenfarbe hergestellt haben.
Laura Amelie Fabritz

„Die Obere Pfarre"| Katja Hardekopf

Unsere Liebe Frau – Ein Titel der den Koffer von außen schmückt lässt auf den ersten Blick jedoch nicht erahnen was sich im Inneren verbirgt. Erst der Museumskoffer selbst öffnet die Tür zu einem der schönsten alten Gemäuer in Bamberg, der Oberen Pfarre.

Der Koffer beinhaltet Fotos, Gesteinsproben oder auch Gegenstände. Die einzelnen Kirchenobjekte sollen den Betrachter, die Kirche sowohl als Bauwerk, aber auch als Symbol näher bringen und ihn gleichzeitig dazu animieren sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Darüber hinaus thematisiert der Koffer, die Architektur der damaligen Zeit und gewährt dem Betrachter somit einen viel weitläufigeren Blick als das Bauwerk an sich.

Der Museumskoffer möchte den Menschen, die Obere Pfarre näher bringen und ihnen die Besonderheit dieser Kirche vergegenwärtigen, sowie grundlegende Fragen zur Gotik und zum Barock beantworten. Darüber hinaus kann der Koffer als Anstoß dienen, um sich mit der Institution Kirche und deren Bedeutung für sich selbst, aber auch in der Gesellschaft zu beschäftigen.

Katja Hardekopf

„Süßholz - Ein Wahrzeichen Bambergs"| Verena Laker

„Süßholz? Ist das süßes Holz? Aber wieso süß? Holz ist doch nicht süß!“

Mit diesem Spruch möchte ich zunächst alle Laien ansprechen, die noch nie etwas von Süßholz gehört oder gelesen haben und sich als erstes fragen, was sich hinter dem ungewohnten Namen verbirgt. Dabei handelt es sich hierbei um eine Pflanze, die „Glycyrrhiza“ (griech: Süße Wurzel), die wirklich ihren Namen dem süßlich-herb- schmeckenden Wurzelextrakt verdankt. Die bereitliegende Verköstigung eines getrockneten Süßholzstückes soll nicht nur misstrauische Personen überzeugen, sondern auch über ein kleines ästhetisches Geschmackserlebnis in die Thematik des Süßholzes einführen. Über den Geschmack, der einige bestimmt an das bekannte „Lakritze“ erinnert, können die Teilnehmer erfahren, wie es von dem griechischen Namen „Glycyrrhiza“ zu der Namengebung „Lakritze“ kommt. Des Weiteren soll auf anschaulich-haptische Weise gezeigt werden, wie das Süßholz noch heute zum Lakritzbrot, dem eingedickten Süßholzsaft, gemacht wird und dabei seine typische schwarzbraune Farbe bekommt. Durch einige Repräsentanten des süßen, salzigen und herben Lakritzkonfekts, sowie Hart- und Weichlakritz, Bonbons, Lakritzpulver, Süßholzraspel zum Süßen und Süßholztee wird die vielfältige Verwendbarkeit der Pflanze und ihres Saftes veranschaulicht. Aber auch die medizinische Verwendung, durch die sich die Pflanze zunächst einen Namen machte, soll mithilfe der Handpuppe Lauritz de la Lakritz, dem Lakritz- und Süßholzgärtner aus Bamberg auf phantastischen Wege angesprochen werden. Die Handpuppe, die zunächst über Husten und Heiserkeit klagt, wird anschließend auf die Bedeutung des Süßholzes für die Stadt und für die Freilandgärtnereien in Bamberg überleiten, wofür im Deckel des Koffers eine Gedenktafel mit Erinnerungen an das einstige Zentrum für Süßholz im Mittelalter erinnert.
Verena Laker

„Das Kaisergrab"| Hannah Messelink

Der Museumskoffer mit dem Titel „Das Kaisergrab“ hat die Grablege Heinrichs II. und seiner Frau Kunigunde zum Thema, welche sich im Dom zu Bamberg befindet. Sein Inhalt informiert über das Leben des heilig gesprochenen Kaiserpaares, über die Errichtung ihres Sarkophages durch den Bildhauer Tilman Riemenschneider und führt spielerisch in das Thema der mittelalterlichen Bilderzählung ein.

Wann erzählt ein Bild eine Geschichte und wann nicht? Was berichten die Reliefs auf den Seiten des Sarkophages über die Wunder, die Heinrich und Kunigunde taten oder die ihnen zuteil wurden? Und wie gestaltet man eine Bildergeschichte so, dass jemand anderes sie auch versteht? Antworten auf all diese Fragen finden sich beim Durchstöbern dieses Museumskoffers, welcher sowohl informative Texte als auch Arbeitsmaterialien für eigenes kreatives Schaffen bereithält.
Hannah Messelink

„Handwerksberufe im Mittelalter"| Quante

In meinem Museumskoffer thematisiere ich drei Handwerksberufe des Mittelalters. Dabei habe ich mich für den Fischer, den Gerber und den Müller entschieden. Dies sind drei Berufsgruppen, die zur Verrichtung ihrer Arbeit einen Fluss benötigen. Mit Hilfe des Koffers sollen die Schülerinnen und Schüler (schwerpunktmäßig die des 1.-4. Schuljahres) einen Einblick in das Alltagsleben der Menschen des Mittelalters bekommen und Antworten auf zahlreiche Fragen erhalten.

Wie schmeckt überhaupt das Brot, das im Mittelalter gebacken wurde? Wie sieht die Arbeit eines Gerbers aus? Gab es bereits Maschinen, die einem Arbeit abnahmen?...

Als Einstieg sehen die Kinder lediglich einen Fluss aus der Vogelperspektive. Auf diesem ist ein kleines Fischerbötchen, eine Mühle und ein Gerberhaus zu erkennen. Jedes Utensil verweist auf den Inhalt in der Box, welche sich unter dem aufgemalten Fluss befindet. Klappt man den Deckel auf, so ist auf der Deckelrückseite ein typisches Haus der jeweiligen Berufsgruppe zu erkennen. Außerdem befindet sich in der jeweiligen Box noch eine Handpuppe (Fischer, Müller, Gerber) und Material zu dem entsprechenden Handwerksberuf. 

Durch den hohen Aufforderungscharakter der Materialien wird das Interesse und die Faszination für das Leben der drei Handwerksberufe geweckt. Durch eigene ästhetische Erfahrungen vergrößert sich somit die sinnliche Wahrnehmung der Kinder. Des Weiteren bewirkt die individuelle Herangehensweise, dass die Kinder ihren Horizont erweitern, ohne dass sie dies bemerken. 

Zum Abschluss der Auseinandersetzung mit dem Koffer sollen die Handpuppen als Lernzielkontrolle dienen. Mit Hilfe dieser Puppen sollen die Kinder in die Rolle des Fischers, Gerber und Müller schlüpfen und den anderen Kindern, als Experte, von dem jeweiligen Beruf berichten. 


Quante

„E.T.A. Hoffmann"| Rindel

„Die Wochentage bin ich Jurist und höchstens etwas Musiker, sonntags, am Tage wird gezeichnet, und abends bin ich ein sehr witziger Autor bis in die späte Nacht.“1, so beschreibt sich E.T.A. Hoffmann, eine der faszinierendsten deutschen Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts. Der Koffer  repräsentiert sein Leben und Wirken im Allgemeinen und in der Weltkulturerbe-Stadt Bamberg im Besonderen.  

1. Xlibris.de
Rindel

„E.T.A. Hoffmann"| Christine Schlichtig

Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann (1776-1822) war aus familiärer Tradition heraus studierter Jurist und als solcher auch umfassend tätig. Relativ schnell jedoch entdeckte er die Musik, Kunst und Literatur für sich als leidenschaftliches Ausdrucksmittel. So komponierte, zeichnete und karikierte er und verfasste etliche Schriften, die in die Literatur der Romantik einzuordnen sind. Von 1808 bis 1813 lebte er in Bamberg und arbeitete in vielerlei Funktionen, z.B. als Kapellmeister, Komponist, Theatermaler, Musikkritiker und Schriftsteller. Noch heute prägen das E.T.A. Hoffmannhaus und das E.T.A. Hoffmanntheater die Stadt Bamberg. Dieser Museumskoffer soll in der Kulisse eines Theaters in sein Leben und Werk einführen. Aus dem Orchester ertönt seine Musik, auf den Bühnenrequisiten finden sich seine Zeichnungen und ein Foto des Apfelmädchen-Türknaufs seines Wohnhauses. Die Bühne lädt dazu ein, selbstreflexiv nachzudenken, um schließlich die eine oder andere Selbsterkenntnis zu erlangen. Jeder Zuschauer sitzt auf einer Dose, deren Inhalt in die schuldidaktische Arbeit mit seinen Werken einführt. Da E.T.A. Hoffmann schreibt, um sein Innerstes und seine Erlebnisse zu verarbeiten, bedeutet die Arbeit mit seinen Werken, ihn auch weit nach seinem Ableben kennenlernen zu können. Insgesamt bietet die Bühne viel Raum, um in der Begegnung mit E.T.A. Hoffmann sich selbst zu begegnen und ganz im Sinne der Romantik dem Gefühl, dem Wunderbaren und der Leidenschaft freien Lauf zu lassen.

Literaturhinweise: 

  • Kremer, Detlef (Hrsg.), E.T.A. Hoffmann. Leben – Werk – Wirkung, Berlin 2009
  • Schulz, Gerhard, Romantik. Geschichte und Begriff, München 1996
  • Ströter-Bender, Jutta  (Hrsg.), World Heritage Education. Positionen und Diskurse zur Vermittlung des UNESCO-Welterbes, Marburg 2010

Christine Schlichtig

„Die mittelalterliche Grundstruktur Bambergs" | Sandvoß

Das fünfte Kriterium für die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste ist jenes, das die Altstadt Bambergs 1993 zum UNESCO-Welterbe berechtigt. Demnach ist die Altstadt Bamberg „ein hervorragendes Beispiel einer überlieferten menschlichen Siedlungsform [...], die für eine oder mehrere bestimmte Kulturen typisch ist, oder der Wechselwirkung zwischen Mensch und Umwelt, insbesondere, wenn diese unter dem Druck unaufhaltsamen Wandels vom Untergang bedroht wird.“

Die Altstadt Bambergs repräsentiert in einzigartiger Weise die mittelalterliche Grundstruktur einer mitteleuropäischen Stadt. Zu der Altstadt zählen die Stadtteile Bergstadt, Inselstadt und Gärtnerstadt, welche durch die Hauptarme der Regnitz voneinander getrennt sind. Die Bergstadt überzeugt mit einer Synthese aus monumentalen Bauten wie Dom St. Peter und St. Georg, dem Kloster Michelsberg und barocken Bürgerhäusern.

Den Übergang von Bergstadt zur Inselstadt stellt das Alte Rathaus dar. Das auf der Regnitz erbaute Fachwerkhaus fungierte einst als Verbindungsstelle zwischen dem bischöflichem Bamberg und der bürgerlichen Innenstadt. Den Kern der Inselstadt bilden die beiden Marktanlagen, die Lange Straße und der Grüne Markt. Dieser war einst von einer Stadtmauer umgürtelt. Des Weiteren ist die Inselstadt von dem heute romantisch benannten Klein Venedig geprägt. Die an der Regnitz platzierte Häuserrei repräsentiert das Handwerk der Fischerei in Bamberg, das neben der Gerberei und Brauerei in Bamberg einst eine Wirtschaftskraft darstellte.

Die im Hoch- und Spätmittelalter entstandene Gärtnerstadt hatte zwar weder geistliche noch weltliche Bedeutung, jedoch bildet sie mit ihren weiten, freien Räumen und den typischen Häusern der Bamberger Gärtner ein städtebauliches Alleinstellungsmerkmal.


Der Museumskoffer versucht am Beispiel der mittelalterlichen Grundstruktur Bambergs den Schülern und Schülerinnen Wissen über Städte im Mittelalter zu vermitteln. Kern des Koffers stellt das auf dem Stadtplan Bambergs basierende Spiel dar. Es lässt die Schüler und Schülerinnen erfahren, welche Elemente typisch für eine mittelalterliche Stadt sind. Das Quizspiel führt sie an prägnante Bauten und historisch wichtige Ereignisse Bambergs heran. Die Schülerinnen und Schüler können so spielerisch erfahren, was mittelalterliche Städte ausmacht.

Ein weiterer Arbeitsauftrag, der als ästhetischer Zugang fungiert, führt vom speziellen Fall Bambergs ins Allgemeine und fordert die Schülerinnen und Schüler auf kreativ zu werden und sich ihre eigene mittelalterliche Stadt zu erschaffen.

Der Koffer kann fächerübergreifend für die Fächer Kunst und Geschichte eingesetzt werden. Während im Fach Kunst ein besonderer Stellenwert auf die Bearbeitung des ästhetischen Zugangs gelegt werden kann, kann im Fach Geschichte eine Konzentration auf die Bearbeitung der Informationstexte gelegt werden.
Sandvoß

„Facettenreiches Bamberg"| Mareike Schwirtz

Dieser Museumskoffer dient als didaktische Auseinandersetzung mit der Vielfalt eines UNESCO Weltkulturerbes, der Stadt Bamberg. Welche Einflüsse und welches Leben haben Bamberg über die Jahrhunderte zu der einzigartigen Stadt gemacht, die wir heute vorfinden?

Schülerinnen und Schüler sollen sich dem Thema mit freiem Erleben nähern. Sie können Gegenstände untersuchen, Zusammenhänge erkunden und Bamberg in ihrer Vorstellung zu einem großen Ganzen erwachsen lassen. Bedeutende Gebäude wie der Bamberger Dom, die Klöster oder das malerische Rathaus spiegeln die Architekturmerkmale durch die  Jahrhunderte wieder – aber was macht das Mittelalter aus und was den Barock? Die Inselstadt, die Gartenstadt und die Bergstadt – welche Menschen und Berufe siedelten sich in den einzelnen Stadtteilen an? Und wer sind eigentlich Heinrich und Kunigunde?

Mit unterstützender Literatur können die Schülerinnen und Schüler aufkommenden Vermutungen auf den Grund gehen und ihr Wissen zum Thema vertiefen. Darüber hinaus sollen ästhetische Projekte und Aufgaben helfen einen individuellen Zugang zu Bamberg zu finden und das Wissen kreativ und individuell zu vertiefen.

Das Vorgehen beginnt dabei mit einem lockeren gemeinsamen Einstieg in der Gruppe und verteilt sich später auf kleine Gruppen, die einzelne Stationen mit Aufgaben selbstständig erarbeiten und am Ende präsentieren.
Mareike Schwirtz

„Heiligenverehrung"| Stefanie Seidel

Sachanalyse

Der Koffer setzt sich mit der Heiligenverehrung und -darstellung in mittelalterlichen Kirchen (Epoche der Gotik ca. 1100 - ca. 1500) auseinander. Da die Heiligen und besonders Gott das Hauptthema der mittelalterlichen Kunst und im mittelalterlichen Leben war, habe ich das Thema von vornherein speziell gewählt ohne auf Umwegen zu diesem Darstellungsmotiv zu gelangen.

Die Gotik ist die zweite Epoche mittelalterlicher Baukunst. Sie hat ihre Wurzeln in einer sich ständig erweiternden Konstruktion und einer in tiefem innerlichen Gotteserleben entspringenden Richtung des inneren Sinnes. Ziel war es alles irdisch Schwere aufzulösen, durchlässig und losgelöst von allen Schwerkraftgesetzen erscheinen zu lassen. Grundlegend für die Entstehung der Gotik waren tief greifende sozialökonomische und politische Wandlungsprozesse in der Gesellschaft.

Die Malerei der Gotik  entwickelte sich in derselben Phase wie die gotische Architektur im 12 Jahrhundert und reichte bis in das 16. Jahrhundert hinein. Die ausgesuchten Bildthemen befassten sich hauptsächlich mit religiösen Themen, biblischen Szenen oder Alltagsszenen aus der Ritter- und Adelswelt. Das hauptsächlich verwendete Material zur Bemalung beschränkte sich auf Holztafeln, welche später durch Leinwände ersetzt wurden. Gemalt wurde am Anfang der Gotik mit Tempera sowie mit Ölfarbe, jedoch wurde die Tempera Malerei im Laufe der Zeit verdrängt, da sich die Farben der Ölmalerei als leuchtender und länger haltbar erwiesen.1

In ihrer Hochphase, war die gotische Malerei ausschließlich Bedeutungsmalerei. Dies bedeutet, dass nicht die naturgetreue Darstellung von Personen oder Landschaften im Vordergrund der Malerei standen, sondern die Anordnung, die Perspektive, der Stand einer Person oder die Farbgebung nach religiösem Sinngehalt. Somit scheint es nicht sonderlich verwunderlich, dass die charakteristischen Merkmale einzelner Personen weggelassen wurden. Dadurch ähnelten sich die meisten auf dem Bild erkennbaren Personen stark. Den Stand der einzelnen Personen konnte man gut anhand der Größenunterschiede auf dem Bild erkennen. So sahen Bauern oder Knechte im Gegensatz zu Königen oder Heiligen aus wie Kleinwüchsige. Ein weiteres Merkmal der gotischen Malerei war die Farbgebung, welche in den meisten Fällen eine besondere Aussage verfolgte. So standen Gold und Blau sowie Rot für den Reichtum, das Adelsgeschlecht oder die besondere Stellung vor Gott. Die Kleidung des untertänigen Volkes hingegen wurde mit Erdfarben wie Sand, Oker oder Sienna gemalt. Ein weiteres wichtiges Merkmal für Malerei war die nicht vorhandene Tiefenräumlichkeit, welche das Bild sehr steif und starr erschienen ließ. Für diese Starrheit sprechen außerdem die kaum vorhanden Eigenschatten und die flächige Farbigkeit, welche sehr stark ausgeprägt war. Somit konnte nur schwer ein Gefühl von Räumlichkeit erzeugt werden und das Bild wirkte nicht lebendig.

Zunächst muss geklärt werden, was überhaupt eine Skulptur der Plastik ist und wie diese zustanden kommt. Eine Skulptur ist ein dreidimensionales Objekt, welches im subtraktiven  Verfahren zustande kommt. Das subtraktive Verfahren meint das Abtragen eines Materials das, dass Ziel hat, eine bestimmte Form daraus zu gewinnen. Der Begriff  Skulptur steht zum einen für eine bestimmte Gattung der Bildhauerei und zum anderen für das entsprechende dreidimensionale Kunstwerk. Die Plastik wird in der Bildhauerei verstanden als ein gegossener bzw. aus einem Material geformter dreidimensionaler Gegenstand. Hierbei werden zum Beispiel Bronze, Beton, Gips oder Stahl verwendet.

Ob drinnen oder draußen, die Skulpturen sind an Kathedralen und Kirchen überall zu finden.Die Skulpturen und Plastiken der Gotik fielen durch ihre Verbundenheit zu der hinter ihnen liegenden Wand auf. Sie waren stets mit ihr durch einen mehr oder weniger kleinen Keil verbunden, sodass sie niemals ganz frei standen. Außerdem außergewöhnlich war ihr immer wiederauftretendes Dach über dem Kopf welches oft einer Burg ähnelte, auch Baldachin genannt. Es galt als eine Art Heiligenschein und Schutz. Da die Figuren nicht in der Luft schweben konnte wurde ihnen ein Sockel in die Wand gelassen auf dem sie standen (Konsole). Obwohl sie relativ losgelöst von der Wand standen, waren sie dennoch nicht von jeder Seite begehbar. Für den Betrachter waren immer nur drei Seiten erkennbar und zumeist waren auch nur diese Seiten (Links, Rechts, Vorn) vom Künstler ausgebildet. Da das Künstlertum kein sonderlich angesehener Beruf war und es keinen Hype wie heutzutage gab, waren die meisten Werke durch Unbekannte erschaffen wurden. Es gibt keinerlei Hinweise bei einer Überzahl von damals entstandener Werken auf den Künstler.

Die Motivwahl stimmt mit der Motivwahl der Malerei überein. Es wurden Adelige, Adelsszenen (Beispiel das Kaisergrab; Szenen vom Tod Heinrichs), Ritter oder Heilige in Stein, Marmor oder Holz gehauen. Auch ähnlich der Malerei waren die sehr starren und ähnlichen Gesichter. Es gab keine individuellen Gesichtszüge. Die Kleidung fiel ebenfalls sehr starr aus und fiel durch die sehr stark ausgeprägten Schattenbildungen auf. Starke Ausbildung der Gewandfalten lassen den anatomisch gestalteten Körper darunter erahnen. Neben den Heiligenfiguren werden zunehmend Andachtsbilder geschaffen:

Pieta: (Madonna mit Christusleichnam auf dem Schoß). Es entstehen große Schnitzaltäre, deren Figuren miteinander zu sprechen scheinen und deren Gedanken und Gefühle ablesbar sind. Holzskulpturen sollen so lebenstreu wie möglich sein und werden deshalb bemalt (gefaßt).2

 

Didaktische Analyse

Erläutert werden soll das Darstellungsmotiv, welches Kofferthema ist, eine Auswahl an Darstellungsmethoden und –mitteln. Um zu verstehen, was dargestellt wird, muss zunächst eine Klärung des Begriffs „Heilige“ stattfinden. Auf dieser Grundlage können dann Bilder besser analysiert und Darstellungsmethoden und –mittel besser nachvollzogen werden. Hierbei werden auch die wichtigsten Merkmale der Heiligen genannt, an denen man sie auf Bildern erkennen kann. Außerdem ist eine kurze Auseinandersetzung mit der geschichtlichen bzw. in der damaligen Zeit vorherrschenden Gesellschaftsstruktur wichtig (Mittelalter, zeitliche Einordnung, Fokussierung auf die Gotik). Ohne diese Reaktivierung des zum Teil schon vorhandenen Wissens kann ein Aufbau von neuem Wissen nur eingeschränkt stattfinden. Die Darstellungsmethoden werden von mir auf die Malerei in der Gotik und auf gotische Skulpturen bzw. Plastiken beschränkt. Dies werde ich so wählen, weil die in der Oberstufe vorgeschriebenen praktischen Erfahrungen sich mit der Malerei und der Bearbeitung von Ton oder Ähnlichem auseinandersetzen. Dazu werde ich einige selbsthergestellte Beispiele liefern. Gedacht habe ich an erste Erfahrungen mit dem subtraktiven Verfahren anhand einer Seife. Diese ist leicht zu bearbeiten und die Fläche ist für den Anfang nicht zu groß, sodass die Bearbeitung relativ zügig voran geht und ein Ergebnis schnell zu erkennen ist. Dies soll anhand der vorher erarbeiteten Merkmale gotischer Skulpturen geschehen. Es gibt zudem die Möglichkeit, eine kleine Tonfigur herzustellen und in diesem Bereich weitere Erfahrungen zu sammeln. Außerdem gibt es Malübungen zum Erlernen des Umgangs mit Ölfarbe. Viele SchülerInnen haben vorher noch nie mit Öl gemalt und bekommen damit die Gelegenheit einen leichten Einstieg zu finden und erste Erfahrungen zu machen. Dies soll auch anhand der vorher entwickelnden Merkmale zur Malerei und Herstellung von Plastiken/Skulpturen geschehen, um diese zu verinnerlichen und einen tieferen Einstieg ins Thema zubekommen. Um den Begriff Ölfarbe mit Inhalt zu füllen, werde ich ein kleines Rezept herstellen, um Ölfarbe selbst herstellen zu können. Da es dabei zu Verständnisschwierigkeiten bezüglich einiger Fachwörter kommen kann, ist ein kleines Fachwörterbuch zu empfehlen, dies werde ich selbst aufarbeiten.

Ein Übergang zum Weltkulturerbe soll durch eine kurze Darstellung der mittelalterlichen Stadtstruktur in Bamberg gezeigt werden, welche beispielhaft die mittelalterliche Stadt- und Gesellschaftsstruktur vertreten soll. Außerdem werden alle im Koffer enthaltenen Beispiele aus dem Bamberger Dom oder in der Umgebung liegenden Kirchen sein. Dies soll Bamberg mit einbeziehen, aber dennoch den Koffer in seinen Beispielen und Möglichkeiten offen lassen, sodass es dennoch möglich ist, neue Beispiele hinzuzufügen, welche nicht zum Weltkulturerbe gehören müssen. Das macht ihn im Unterricht flexibler und auf andere Bereiche anwendbar.

Der Koffer spricht somit kunst- und gesellschaftshistorische Fakten an, sowie praktische Bezüge und Anwendungstechniken. Die Epoche der Gotik wird in den Bereichen der Malerei und Skulptur/Plastik umfangreich bearbeitet und bietet sogar einen kurzen Einblick in der Bauart gotischer Kathedralen. Wenn gewünscht, ist hierbei eine tiefere Auseinandersetzung möglich. Mit dem Verarbeitenden von Ton können Torbögen oder einzelne Elemente der Architektur nachgeahmt und aufgearbeitet werden. Dies ist auch ein Grund, warum ich diese Epoche gewählt habe, sie ist sehr umfangreich und mehrschichtig. Die Theorie wird hier sinnvoll mit der Praxis verbunden und fördert das Einlagern von neuem Wissen auf der Grundlage von Altem. Die Schüler werden durch einige Praxisphasen dazu gebracht sich individuell mit dem Thema auseinanderzusetzen und einen eigenen Bezug herzustellen. In der Oberstufe ist es zu erwarten, dass grundlegendes Wissen über das Mittelalter vorhanden ist. Hierbei ist es nicht wichtig, dass alles im kleinsten Detail bekannt ist, sondern nur, dass auf altem Wissen aufgebaut werden kann um die Einprägung von Neuem zu fördern. Bekanntlich lagert sich neues Wissen besser ein, wenn es sich mit altem Wissen verbinden lässt. Nicht nur die Kunst beschäftigt sich mit dem Mittelalter als Thema, sondern auch Geschichte oder das Fach Deutsch. So ist eine fächerübergreifende Behandlung des Themas möglich und verdichtet das Wissen umso besser, desto weniger Zeit zwischen den einzelnen Unterrichtseinheiten liegt. Hier bietet sich die Chance die mittelalterliche Literatur, Geschichte und Kunst in Einem zu lehren und den Schülern die Möglichkeit zu geben, alles zusammen abspeichern zu können. Das Fach- und Allgemeinwissen wird angeregt und aufgefüllt.

Bei der Auseinandersetzung mit der Darstellung sind besonders Farbgebung und deren Bedeutung. Zu erkennen, welche Farben warum gewählt werden und in welchem Bezug kann dazu führen, dass Beziehungen zur Religion und Geschichte hergestellt werden und Intentionsansätze stattfinden.

Das Thema soll durch die eigenständige Bearbeitung von Texten und der darin enthaltenen Merkmalen theoretisch bearbeitet werden und zu einem späteren Zeitpunkt mit praktischen Aufgaben angewendet werden. So soll ein kunsthistorisches Wissen, Denken und Empfinden erzeugt und kunstpraktische Fähigkeiten und Fertigkeiten ausprobiert und erlernt werden.

Ziele für den Unterricht:

Die SchülerInnen

 

  • wissen die grundlegenden (im Unterricht besprochenen) Merkmale der Gotik und können diese (Epochen-spezifischen) Fachbegriffe benennen und erklären
  • bewerten und interpretieren ein Bild oder eine Skulptur/Plastik der Gotik anhand der gelernten Kriterien
  • analysieren eigenständig eine Plastik/Skulptur oder ein Bild  anhand der erlernten Analysekriterien(z. B. Farbe, Komposition, Bedeutung)
  • benutzen die erlernten Merkmale um eigene Skizzen anfertigen zu können
  • können das Material selbstständig erkunden und erforschen
  • erlernen und wenden die im Koffer enthaltenen Methoden im Unterricht und zur eigenen Analyse ihrer Bilder an
  • erarbeiten und präsentieren selbständig eigene Projekte zum Thema
  • sind in der Lage eine eigene Analyse anfertigen
  • sind in der Lage die Analysepunkte auf andere Bilder und Epochen zu übertragen

Lehrplanbezug

Bei der Auswahl der Unterrichtsinhalte gilt das Prinzip des Exemplarischen. Es ist wichtig einen groben Überblick über die gesamte Kunstgeschichte zu erhalten und die einzelnen Epochenfelder miteinander verbinden zu können. Der Unterrichtsinhalt sollte sich auf repräsentative und bedeutsame Fachinhalte beschränken, welche dazu geeignet sind grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln. Dies sollten Inhalte sein, welche Schlüssel für Verstehensprozesse im Gesamtfeld bildnerischer Systeme bieten. Sie sind geeignet  die Entwicklung der Kunst- und Kulturgeschichte sowie der Medienkunde im gesamten Umfang zu verdeutlichen. Die Auswahl sollte so erfolgen, dass Vorwissen aktiviert wird und neues Wissen aufgebaut werden kann. Durch die Reaktivierung und Verknüpfung des vorhanden Wissens und dem Wissensnachschub lassen sich neue Inhalte besser einprägen. Die von der Lehrperson ausgewählten Lerninhalte sollten in fachlicher und fachübergreifender Hinsicht selbstständiges methodisches Arbeiten ermöglichen und entsprechende Kompetenzen aufbauen.

Auf Grundlage der letzten Themen für das Zentralabitur lässt sich ablesen, dass der Kunst im Mittelalter eine zentrale Rolle im Themenbereich der Kunst zu kommt. Die Zeit des Mittelalters hat unsere Kultur und unser Denken in einem starken Maß geprägt, es ist wichtig den SchülerInnen diese Gesellschafts- und Kulturstrukturen näher zu bringen und ihnen einen Überblick darüber zu schaffen, warum sich unsere heutige Kultur so entwickelt hat. Darum sind die Abbildungen des Mittelalters wertvolle Überträger des damalige Denken und Empfinden. Hinzukommt das bei der Behandlung des Themas nicht nur theoretisches Kultur- und Kunsthistorisches Wissen angehäuft werden kann sondern, dass bei der praktischen Nachahmung des Stils, der Umgang mit verschiedensten Materialien (Tempera, Öl-Farbe, Ton, Holztafeln) individuell erprobt werden kann. Somit werden alle wichtigen Bereiche des Vorgeschriebenen Lehrplans erfüllt, denn es lässt sich anhand dieses Themas theoretisches Wissen aufbauen, praktischer Umgang mit Materialien üben und eigene Projekte oder andere Projekte analysieren und interpretieren.3
Stefanie Seidel

„Kunigunde - Heilige und Herrscherin"| Semper

Kunigunde war die Tochter des Grafen Siegfried I. von Luxemburg und gehörte dem Geschlecht der Ottonen an. Um 998 wurde sie die Frau von Herzog Heinrich IV. von Bayern, dem späteren Kaiser Heinrich II. Mit Heinrich zusammen gründeten sie zahlreiche Klöster und Bistümer. Unter anderem das Bistum Bamberg. Dieses schenkte Heinrich seiner Braut bei ihrer Vermählung als Morgengabe (Die Morgengabe war eine Art Lebenssicherung bei Verwitwung). Heinrich und Kunigunde hatten ihr ganzen Leben lang ein besonderes Verhältnis zu Bamberg. So erhob Heinrich 1007 Bamberg zum Bistum, um seine irdischen Taten festzuhalten und göttlichen Beistand zu gewinnen. Auch sollte das Bistum ihr Andenken und zur Fürbitte des Stifterpaares dienen. Nach dem Tod Heinrich II. und der Ernennung seines Nachfolgers Konrad II, zog sich Kunigunde in das Kloster Kaufungen zurück, welches sie selbst 1017 gründete, und widmete sich Gott. Nach ihrem Tod, wurde sie neben ihrem Mann in der Kathedrale zu Bamberg bestattet.

Kunigunde wurde schon zu Lebzeiten verehrt und bewundert. Sie befasste sich mit den Reichsgeschäften und galt auch als gute Ratgeberin für Heinrich. Sie übernahm ungewöhnlich viele Aufgaben und ihr Engagement gegenüber dem Volk, ist bist heute nicht vergessen. So wurde sie auch, gegen den üblichen Brauch, rechts neben Heinrich II bestatten. Heinrich und Kunigunde galten als Gleichgestellte, wohingegen sie beim Volk größeres Ansehen genoss als ihr Ehemann. Auch wurde sie wegen ihrer Gottesfürchtigkeit und ihrem Wohlwollen gegenüber der Kirche und ihrem Volk, sowie der Legenden zur Heiligen ernannt. Die Kanonisation Kunigundes fand am 29. März 1200 durch Papst Innozenz III statt.

Im Museumskoffer soll den Schüler und Schülerinnen einen Bezug zu den beiden Seiten dieser besonderen Persönlichkeit bekommen. Auf der einen Seite wird die Heilige Kunigunde thematisiert, auf der anderen, die der Herrscherin. Jedoch muss man sagen, dass beide Seiten auch ineinander Verwoben sind, und sich eine Seite nie ganz von der Anderen lösen kann. Der Lernprozess  soll durch die Nutzung verschiedener Lernpfade geschehen. Unter anderem dem Lernpfad „Annäherung durch Wissen“ oder auch „Unbekanntes. Ungewohntes. Andersartiges“. Diese werden durch verschiedene Techniken und Nutzung von Gegenständen bewerkstelligt.
Semper

„Hexerei und Kräuterheilkunde im Mittelalter"| Marcel André Weizenkörner

Dieser Museumskoffer beschäftigt sich mit dem Thema der Hexerei und der Kräuterheilkunde im Mittelalter. Er veranschaulicht die Verarbeitung von Kräutern zu Naturheilmitteln. Hierzu dienen ein Kräuterlexikon, Rezepte und allgemeine Informationen zu Pflanzen. Man lernt die Vielfalt der Heilkräuter kennen und kann sich mit ihren Eigenschaften und Wirkstoffen auseinandersetzen und damit vertraut werden.

Man kann selber Erfahrungen mit Kräutern machen. Riechen, fühlen, schmecken, man kann die Kräuter verarbeiten und z.B. Tees oder Tinkturen im Hexenkessel herstellen. 

Des weiteren offenbart der Koffer einen Einblick in ein kleines „Hexenequipment“.

Außerdem enthält es ein kleines Spiel, welches verdeutlichen soll, wie schnell man vom „Pöbel“ der Hexerei bezichtigt wurde, wie schnell man verurteilt und exekutiert wurde.

Das eigentliche Hauptziel dieses Koffers ist, in den Mythos der Hexen etwas Klarheit zu bringen und zu zeigen, dass nicht jeder „Zauber“ Schwindel oder „Hocus Pocus“ ist, sondern eine auf Jahrhunderte altes Wissen basierende Heilkunst.
Marcel André Weidenbörner

The University for the Information Society