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Kunst und ihre Didaktik (Malerei)
Prof. Dr. Jutta Ströter-Bender

2014 Fagus-Werk: Museumskoffer zum Welterbe Fagus-Werk, Alfeld

„Die Gründer des Fagus-Werkes"| Jana Bollweg

Konzept meines Museumskoffers für die UNESCO-Welterbestätte Fagus-Werk in Alfeld im Rahmen des Lehr- und Forschungsprojektes 'World Heritage Education'

Mein Museumskoffer thematisiert den Gründer des Fagus-Werkes Carl Benscheidt. Im Sinne der Welterbepädagogik ist dieses Anschauungsmaterial  auf den ersten 'Annäherung durch Wissen' und vierten Lernpfad 'Alltagsleben, Vom Gebrauch der Dinge' (vgl. Ströter-Bender, 2004) ausgerichtet  und gibt die Lebenseinstellungen und den Lebenslauf Benscheidts wieder. Der Koffer ist für SuS gestaltet im Alter von 10-12 Jahren.

Wenn man den Koffer aufklappt, richtet sich der Blick zunächst auf die Innenseite des Deckels: Dort befinden sich in einem goldenen Rahmen ein großes Portrait von Herrn Benscheidt und sein in der Ich-Perspektive geschriebener Lebenslauf. Daneben sind Fotos von Benscheidt als Kind, von Walter Gropius und vom Fagus-Werk angeordnet. Zusammen mit einer Handpuppe, die sich im Deckel befindet, bekommen die SuS auf diese Weise einen ersten Eindruck von der Person Carl Benscheidt. Den Zeitungsbericht „Carl Benscheidt bestimmt den Wandel Alfelds“ habe ich aus verschiedenen Gründen in den Koffer getan: Auf der einen Seite steht er symbolisch für das Interesse der Öffentlichkeit an Carl Benscheidt als Person und an seinem industriellen Erfolgen. Gleichzeitig bietet er sowohl für interessierte SuS als auch für Erwachsene viele Zusatzinformationen über Benscheidt und sein Werk.

Damit sich die SuS eine Vorstellung von den Produkten des Fagus-Werkes als Schuhleistenfabrik machen können, habe ich eine Holzschuhleiste in den Koffer gelegt. Indem die SuS diese selber fühlen und anfassen, bekommen sie einen erfahrbaren Bezug zu dem Themenkomplex. Die Schuhleisten sind ein grundlegender Teil von Benscheidts Leben geworden. Da vermutlich nicht jedes Kind weiß, welche Funktion Schuhleisten haben und was sie selbst damit zu tun haben, beinhaltet der Koffer auch noch eine Erklärung hierzu. Diese Erläuterungen sind der Homepage der Schuhmarke GABOR entnommen, da insbesondere Schülerinnen diese Marke kennen und somit einen Bezug zu ihrem Alltagsleben herstellen können.

Dazu ergänzend befindet sich in dem Koffer eine Holztafel, die den Unterschied von rechten und linken Schuhleisten zu den ursprünglich symmetrischen Schuhleisten veranschaulicht. Hierdurch erfahren die SuS, welchen Einfluss Benscheidt auf die Fußgesundheit und auch noch auf die aktuellen heutigen Schuhmodelle hat. Einen weiteren Einblick in seine Lebenseinstellungen bieten die Auszüge aus seinen 93 Lebensgrundsätzen.

Des weiteren liegen im Museumskoffer lose Utensilien:

Die Krawatte stellt Benscheidt als ordentlichen Geschäftsmann dar und die Arbeitshandschuhe symbolisieren sein gutes Verhältnis zu den Arbeitern. Die Ehrenbürgerurkunde von Benscheidt unterstreicht sein Engagement in seiner Stadt Alfeld.

Der wichtigste Gegenstand in dem Koffer ist der vielseitige Glaskubus. Mit diesem wird der Wandel der Lichtverhältnisse und der Arbeitsatmosphäre verdeutlicht. Die äußere Papp-wand bewirkt ein dunkles Arbeitsklima. Indem die SuS die Pappwand der „Carl Behrens“ Firma entfernen und das neue Fagus-Werk frei legen, können sie die revolutionäre Entwicklung von Lichtverhältnissen selber nachvollziehen.

Der Koffer ist auf Alt und Neu getrimmt: Vor über 100 Jahren wurde das Fagus Werk als revolutionäres Gebäude gegründet. Noch heute werden dort Schuhleisten produziert, gleichzeitig gilt es als Museum und ist Welterbestätte.

Jana Bollweg

„Albert Renger-Patzsch und seine berühmte Fotografieserie"| Laura Brauner

Im Fokus dieses Museumskoffers steht der Fotograf Albert Renger-Patzsch, der durch  seine berühmte Fotoserie zum Fagus-Werk maßgeblich zur Beliebtheit des Werkes beitrug. Im heutigen digitalen Zeitalter, in dem Fotografien von jedem Laien mühelos und schnell hergestellt werden können, sind sich viele der Heranwachsenden nicht darüber bewusst, dass noch bis vor wenigen Jahren ein weitaus arbeitsintensiveres Verfahren für die Erzeugung von Fotografien notwendig war.Der Museumskoffer soll Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe I und II  durch die gezielte Auseinandersetzung mit Albert Renger-Patzsch und dessen Fotografieserie zum Fagus-Werk einen ästhetischen Zugang zum Themengebiet der Fotografie eröffnen.Hierzu habe ich die Thematik auf vielfältige Art und Weise didaktisch aufbereitet, um diese den Heranwachsenden möglichst anschaulich zu vermitteln.Der Museumkoffer enthält hierzu viele unterschiedliche Exponate wie eine hundert Jahre alte Balgenkamera, Positivplatten sowie  die gesamte Fagus-Serie, anhand welcher die Schülerinnen und Schüler eigenständig die grundlegenden Techniken der Fotografie herausarbeiten können. Zudem beinhaltet der Koffer ein Notizbuch Albert Renger-Patschs, die Handpuppe Albert und viele weitere Gegenstände, welche die Heranwachsenden auf eine spielerische und anschauliche Art an die Thematik heranführen. 

Darauf aufbauend sollen die Lernenden eigene fotografische Arbeiten erstellen und im Plenum reflektieren.

Laura Brauner

„Walter Gropius und Paul Klee"| Julia Ernst

Im Rahmen unseres Kunstseminars beschäftigten wir uns mit dem 1911 gegründeten Faguswerk in Alfeld, welches nicht nur aus historischer, sondern auch aus architektonischer Perspektive eine Vielfalt an Möglichkeiten bietet, sich künstlerisch mit dieser Thematik zu beschäftigen. 

Mein Interesse galt vor allem dem Architekten Walter Gropius, der neben Eduard Werner das Faguswerk maßgebend zu einem modernen und international anerkannten Fabrikgebäude machte, welches am 25. Mai 2011 in das Weltkulturerbe aufgenommen wurde. Die von Gropius gestellte Frage „Sind beim Bau von Industriegebäuden künstlerische Gesichtspunkte mit praktischen und wirtschaftlichen vereinbar?“ machte ich zum Ausgangspunkt meines Koffers, da ich die architektonischen sowie künstlerischen Besonderheiten der Moderne  thematisieren wollte. Um die Komplexität der modernen Kunst zu erfassen, habe ich die Beziehungen zwischen Paul Klee und Walter Gropius herausgestellt, da letzterer ein überzeugter Sammler von Klee war und ähnliche Auffassungen über Raum, Form und Funktion vertrat. Aus diesem Grunde wurde Klee von Gropius an das Bauhaus in Weimar berufen, um dort als Meister in den Bereichen der Malerei und Formentheorie arbeiten und unterrichten zu können. Dabei waren sowohl Gropius als auch Klee von folgender Theorie überzeugt „Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar.“ Angesichts dessen, dass ich noch einen weiteren Koffer zu Paul Klee anlässlich des Ersten Weltkrieges angefertigt habe, war es mir wichtig, einen inhaltlichen Transfer zu meinen beiden Koffern herzustellen, da die Werke von Gropius als auch von Klee den Zeitgeist der Moderne widerspiegeln. Jene repräsentiert sowohl den sozialen und wirtschaftlichen, als auch geistigen Prozess der Erneuerung. 

Julia Ernst

„Arbeit und Arbeiter"| Jana Fischer

Die Leitgedanken des Firmengründers Carl Benscheidt und des Architekten Walter Gropius drehten sich bei der Entstehung des Fagus-Werks um die Frage nach einem optimalen, zufriedenstellenden Arbeitsklima welches den Arbeitsgeist weckt. Der Mensch steht hier im Mittelpunkt, sein Wohlbefinden und seine Gesundheit. Das Ziel, die Gesundheit des Menschen, spiegelt sich daher in vielen Aspekten des Fagus-Werks wider, welche in diesem Koffer entdeckt werden können.

 Dieser Koffer soll zum einen auf die architektonischen Vorteile und Neuheiten aufmerksam machen, speziell auf die Materialverwendung, Transparenz und Funktionalität des Gebäudes. So werden im Koffer ebensolche Materialien verwendet und Bilder des Baus hinzugefügt, welche unmissverständlich wesentlichen Charakteristika verdeutlichen. So soll das Fagus-Werk visuell positiv wahrgenommen werden.

Ein weiterer Aspekt, der das Fagus-Werk mit dem Mensch verbindet, ist die neue Arbeitsphilosophie Carl Benscheidts. Die vielseitige Unterstützung seiner Arbeiter, wie  durch Sport, Wissen sowie finanziell, soll haptisch für die Kinder erfahrbar sein. 

Zur kunsthistorischen Einordnung kann eine Collage zur Kunstszene um 1911, dem Gründungsjahr, erkundet werden. Ausgewählte Werke und Gebäude vermitteln einen Eindruck der deutschen Expressionisten.

Das Fagus-Werk hat über Jahrzehnte mit Buchenholz produziert. Auf unterschiedlichen ist es möglich diesem Hauptrohstoff etwas näher zu kommen.

Das Ziel ist es, durch das Thema Mensch, Aspekte aufzugreifen die Schüler auf sich selbst und ihren Alltag beziehen können, auch in den vertiefenden Aufgaben zum Koffer. Fragen werden aufgedeckt wie: Wie sind meine Arbeitsverhältnisse in der Schule? In welchem Lernklima befinde ich mich? 

Die Gestaltung der Kofferrückwand als Fenster mit Ausblick auf die Fagus Gebäude soll den Eindruck suggerieren sich selbst in einem Arbeitsraum des Werks zu befinden. Daher sind im Koffer selbst die Gegenstände aufgeführt, welche die Arbeitsumstände und Ziele zeigen. 

Jana Fischer

„Bauhaus-Architektur und Walter Gropius"| Miriam Holmann

Das Fagus-Werk ist ein 1911 gebautes, 1925 fertiggestelltes Industriegebäude, in dem Schuhleisten produziert werden. Der Begründer, Carl Benscheidt, war sehr auf die Gesundheit seiner Mitarbeiter und seiner Kunden bedacht. Daher war die Zusammenarbeit mit dem noch unbekannten Architekten Walter Gropius für den Unternehmer sehr vorteilhaft. Das erste eigens geplante und durchgeführte Gebäude dieses Visionärs war der Beginn des Bauhauses. Bereits hier zeigen sich die Vorstellungen einer neuen Bauweise. Große Fenster, die viel Licht für eine natürliche Beleuchtung der Arbeitsfläche bieten und für eine bessere Arbeitsatmosphäre sorgen.

In meinem Museumskoffer beschäftige ich mich mit den Vorstellungen, die Walter Gropius hatte.

Ich habe versucht, das Thema auf möglichst viele verschiedene Weisen aufzubereiten und es dadurch Jedem etwas zugänglicher zu machen. Auch wenn Architektur uns ständig umgibt beschäftigen wir uns doch eher weniger damit. Mithilfe des Koffers sollen sich SuS der Mittel- und Oberstufe näher mit dem Thema befassen können. Dazu dienen die drei verschiedenen Modelle, anhand derer Besonderheiten hervorgehoben werden, aber auch Vergleiche zu dem spätern Bauhaus in Dessau gezogen werden können. Neben dieser ersten sehr anschaulichen Annäherung an mein Thema gibt es des Weiteren aber auch verschiedene andere Medien. Das Bautagebuch von Walter Gropius beschäftigt sich neben architektonischen Grundüberlegungen auch mit dem Verhältnis von Gropius und Benscheidt.

Andere Medien erlauben den Vergleich zu seiner zeits üblicheren Bauweise, der wilhelminischen. Eine nähere Beschäftigung damit erlaubt es, die Neuheiten und Besonderheiten des Bauhauses besser zu verstehen.

Durch die vielen verschiedenen Aufbereitungen und Medien kann man sich mit dem Stil des Bauhauses und seiner Entwicklung näher beschäftigen, um ihre Bedeutung für unsere heutige Architektur besser zu verstehen.

Miriam Holtmann

„Von der Buche zur Schuhleiste"| Simone Kirchner

Meinen ersten Museumskoffer gestalte ich im Rahmen der Alfelder Fagus-Werke, die 2011 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurden. Da mich das eigentliche Produkt der Fagus-Werke am meisten interessiert, beschloss ich das Rohmaterial sowie die Schuhleiste in den Mittelpunkt meines Koffers zu rücken. Die Buche, Namensgeber und Herstellungsmaterial in einem, wird im Koffer vorgestellt und erklärt, wie sie mit dem Namen „fagus“ und dessen Produkt, der Schuhleiste, zusammenhängt. Mein Koffer eignet sich für den Kunst-, Biologie- und Deutschunterricht der Sekundarstufe I. Durch ästhetische Zugänge, Lehrplanbezüge und dem Lernpfad „Annäherung durch Wissen“ (Der erste der acht Lernpfade zur Vermittlung von Weltkulturerbstätten, begründet von Frau Ströter-Bender) wird die Thematik lebendig und authentisch vermittelt.

Aufbau des KoffersDas Thema Buche bietet viele Facetten zur Umsetzung. Um einen Überblick über meinen Koffer zu geben, erläutere ich im Folgenden kurz die einzelnen Bestandteile.

Im Deckel des Koffers erblickt man ein kleines Landschaftsmodell (A), das eine Buche und die Fagus-Werke im Hintergrund zeigt. Der Besucher erhält so einen ersten Eindruck über die Schuhleistenfabrik und wird für die Thematik sensibilisiert. Im Blickfeld liegt ein kleines Lateinwörterbuch (B), in dem schon eine Seite markiert ist...

Als Orientierungshilfe dient die beiliegende Mappe. Sie gibt allen weiteren Materialien eine sinnvolle Reihenfolge durch Nummerierungen und Farbmarkierungen: Eine Collage (1) über die Fagus-Werke soll anschaulich die wichtigsten Daten, Fakten und Persönlichkeiten vorstellen. Unabhängig vom Vorwissen ist man über den Kontext ausreichend informiert.

In zwei Texten (2) wird der Deutsche Buchenwald thematisiert. Sie informieren einen über den aktuellen Stand der Dinge und eröffnen zwei verschiedene Blickwinkel auf das Thema.

"Warum wird bevorzugt Buchenholz zur Schuhleistenproduktion verwendet?" (3) Diese zentrale Frage wird anhand vieler Materialien und Selbstversuchen beantwortet. Dabei geht es darum, eine Verbindung zwischen der Buche und den Fagus-Werk bzw. seinen Schuhleisten herzustellen.

Des Weiteren bietet der Koffer zwei verschiedene Zugänge zum Thema „Buche“an. Man kann sich einmal an Aquarellmalerei (4) ausprobieren sowie die alte deutsche Schrift Sütterlin (5) kennen lernen.

Als letzten Aspekt behandelt der Koffer den Produktionsablauf (6) von Schuhleisten. Wer möchte kann diesen selbst „nach puzzeln“. Zum besseren Verständnis der Abläufe liegen Texte, „alte“ Fotos aus der Produktion und eine Fagus-Schuhleiste bei.

Simone Kirchner

„Glas, Stahl und Beton - die neuen Materialien"| Jule Kraft

Im Rahmen des Museumskofferseminars zur Welterbestätte Fagus-Werk in Alfeld habe ich mich entschieden, die Materialien Glas, Stahl und Beton zu thematisieren. In dem von mir konzipierten Museumskoffer soll es hauptsächlich darum gehen, die Materialien näher kennenzulernen. Man begegnet ihnen häufig im Alltag, dennoch weiß man bei näherer Betrachtung eigentlich eher wenig über die Entstehung und Verwendung in der Architektur. Es soll ein individueller Bezug zum Thema geschaffen werden, indem die Schüler und Schülerinnen eine Verbindungen zum eigenen Lebensraum herstellen. Um an das Grundwissen über die Materialien Glas, Stahl und Beton, ihre Verwendung und Herstellung zu kommen, habe ich dem Koffer kurze Informationstexte zugefügt. Außerdem habe ich ein Fragespiel und Memory zum Thema konzipiert, welche zusätzlich Aufschluss über die Thematik geben. Zusätzlich befinden sich die Materialien selbst im Koffer, sodass sie angeschaut undangefasst werden können. Der Beton kann auch selbst gemischt werden. So können sich die Schüler dem Thema annähern. Fotos im Koffer zeigen Entwicklung desHochhausbaus mit Stahlkonstruktionen und den damalig vorherrschenden Sicherheitsvorkehrungen. In Bezug auf das relativ abstrakte Thema kann nicht davon ausgegangen werden, dass ein ausgeprägtes Hintergrundwissen vorhanden ist. Deshalb habe ich dem Koffer ein Buch beigelegt, das den Bau eines Hauses kindgerecht und leicht verständlich illustriert. Als Zielgruppe kommen die Klassen 1-4 und die Sekundarstufe 1 in Betracht. Der Museumskoffer kann in der Grundschule im Sachkundeunterricht verwendet werden, in der Sekundarstufe 1 innerhalb des Geschichtsunterrichts.

Jule Kraft

„Der Beruf des Schuhmachers"| Lara Krüger

Als sich die Menschen vor tausenden von Jahren Felle, Blätter und Tierhäute um die Füße wickelten, um sich so vor der Kälte, Dornen und spitzen Steinen zu schützen, dachte niemand daran, welchen Weg das Schuhwerk um den Globus antreten würde. Schuhe zählen zu den ältesten Kleidungsstücken der Menschheitsgeschichte. Auch das Handwerk des Schuhmachers gehört zu den ältesten der Zünfte, die im 12. Jahrhundert gegründet wurden. Zünfte dienten dazu, das Handwerk zu fördern und die gemeinsamen Interessen der jeweiligen Handwerker zu vertreten.

In Zeiten von Massenproduktion und Fließbandarbeit gerät dieses Traditionshandwerk immer mehr in Vergessenheit. Grund genug für, sich einmal Zeit für einen Streifzug durch die wechselseitige Geschichte der Schuhmacher zu nehmen.

Lara Krüger

„Carl Benscheidt und seine Idee eines gesunden Fußes"| Stephanie Lerke

Dieser Museumskoffer soll SchülerInnen und Faguswerkinteressierten die Biographie von dem Firmengründer des Fagus-Werks Carl Benscheidt und seine Idee eines gesunden Fußes näher bringen. Aufgrund seiner Geburt als Frühchen war Carl Benscheidt oft krank. Somit war sein Leben von unzähligen Genesungsversuchen geprägt. Demnach ist es auch nicht verwunderlich, dass ihm als junger Mann, die Gesundheit des Menschen sehr am Herzen lag. 

Sein Interesse an der Naturheilkunde, speziell der Fußgesundheit sollte er dann, in der Blüte seines Lebens durch seine eigene Schuhleistenfirma, dem Fagus-Werk in Hannover Alfeld an der Leine, 1911 verwirklichen. Denn ein falscher Schuh, der nicht richtig passt, kann auch noch heute schwerwiegende Folgen auf die Gesundheit des Menschen haben, die ihn trägt. Doch wie entwickelte sich die Idee Carl Benscheidts, etwas für die Fußgesundheit zu tun? Wie wurden Schuhleisten früher und wie werden sie heute hergestellt? Was haben die Leisten mit einem gesunden Fuß zu tun und was kann ich selber für einen gesunden Fuß machen? 

Diese und viele weitere Fragen versucht der Museumskoffer zu beantworten. Die Suche nach genau diesen Antworten bewegt den Betrachter dazu, sich spielerisch und mit unterschiedlichen Sinnen, mit dem vorliegenden Material auseinander zu setzen. 

Stephanie Lerke

„Früher und Heute"| Ariane Michel

Dieser Museumskoffer stellt das  Fagus-Werk, dass im Jahr 2011 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde, in seiner Anfangszeit, der aktuellen modernen Zeit gegenüber. Wie hat sich das Fagus-Werk hinsichtlich der Schuhleistenproduktion und der Funktionen der einzelnen Gebäude entwickelt? Was ist geblieben? Was hat sich verändert? Die Beantwortung dieser Fragen bildet die thematische Grundlage des vorliegenden Museumskoffers. 

Führt man sich vor Augen, dass das Fagus-Werk schon über 100 Jahre existiert, umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass sich die Fabrik in der Architektur, bis auf Erweiterungen aufgrund der steigenden Produktion, kaum verändert hat.  Dies liegt vor allem daran, dass Walter Gropius die einzelnen Gebäude von Beginn an auf ihre Funktion hin ausgerichtet hat,  ohne jedoch die Arbeitsbedingungen der Arbeiter außer Acht zu lassen. 

Doch technische Erneuerungen führten zu einem Wandel der  Schuhleistenproduktions-möglichkeiten und somit auch zu einem Funktionswandel bzw. die Umnutzung der einzelnen Gebäudekomplexe.

Der ästhetische Zugang in Form des Museumskoffers soll vor allem jüngeren Betrachtern den Zugang zu der Thematik erleichtern und Lernprozesse anstoßen. Hierbei sollen die Heranwachsenden spielerisch Erfahrungen sammeln und Entdeckungen machen können, indem sie sich intensiv mit dem vorliegenden Material des Museumskoffers auseinandersetzen.  

Ariane Michel

„Die Welt der Arbeiter zur Zeit des Zweiten Weltkrieges"| Anna Lea Roscher-Loreno

Im Jahr 2011 wurde das Fagus-Werk zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. 

Die von Carl Benscheidt vor über hundert Jahren gegründete Schuhleistenfabrik blickt auf eine lange Entwicklung zurück, die auch von schweren Zeiten, wie derer der beiden Weltkriege, geprägt war. Unter dem besonderen Gesichtspunkt der ‘Schattenseiten’ möchte ich die besonderen Umstände und Veränderungen, die der 2. Weltkrieg mit sich brachte, in Bezug auf das Leben der Arbeiter im Fagus-Werk näher beleuchten. 

Die Person des Leistendrehers Karl Hansemann, dessen Leben ich mithilfe ‘persönlicher Gegenstände’, u. a. einem Tagebuch und einem Fotoalbum, skizziere, soll dabei exemplarisch für die Arbeiter jener Zeit stehen. 

Ein bedeutender Moment innerhalb der Dienstzeit Karl Hansemanns stellte das 25-jährige Jubiläum des Fagus-Werkes dar: Für sein zu diesem Anlass ausgestelltes, aus 7000 Streichhölzern bestehendes Miniatur Modell des Fagus-Werkes wurde ihm großes Lob zuteil. Das Miniaturmodell, zu dessen Gestaltung ich ebenfalls Streichhölzer verwendet habe, ist diesem nachempfunden.

Die architektonische Besonderheit des Fagus-Werkes zeichnet sich insbesondere durch den hohen Anteil an Glas aus, durch das viel Sonnenlicht in die Räume gelangen kann  und somit eine angenehme Arbeitsatmosphäre erzeugt wird: Das Miniatur-Gewächshaus greift die “angenehme Arbeitsatmosphäre” durch seine Glas-Konstruktion und die sich im Inneren befindenden Elemente auf. 

Schuhleisten, Arbeitsgeräte und zeichnerische Studien stehen repräsentativ für den Alltag der Arbeiter. 

Das Gedicht Die Füsse, die uns tragen reflektiert die Situation der Arbeiter, die, zu Zeiten des Krieges, Schuhleisten für die in den Krieg ziehenden Soldaten herstellten. Es lässt jedoch gewollt Interpretationsspielraum offen und kann somit an einigen Passagen auch aus der Sicht von Kriegshäftlingen verstanden werden. 

Die beiden Gemälde zeigen das Fagus-Werk und einen Arbeiter, der exemplarisch für alle Arbeiter des Fagus-Werkes steht, jedoch hinsichtlich des konkreten Themas Karl Hansemann repräsentieren könnte. Dies bleibt der Phantasie des Betrachters überlassen.

Der literarische Band Alfeld 1945-1980 stellt die Entwicklung Alfelds ab dem Ende der Diktatur bis zur demokratischen Staatsform dar, wodurch ein thematischer Übergang zur Gegenwart vollzogen werden kann. 

Anna-Lea Roscher-Loreno

„Der Beruf des Architekten"| Theo Scheuß

Mein Museumskoffer beinhaltet den Beruf des Architekten. Er soll dem Betrachter den Beruf des Architekten näherbringen und einen Bezug zu dem Fagus-Werk aufbauen. Der gesamte Koffer steht  auf einer Konstruktion aus Holz, Plexiglas und einem Stück Stahlträger. Der Stahlträger soll den Betrachtern ein Gefühl für das wertvolle Material geben. Der gesamte Aufbau enthält die wichtigsten Elemente der Architektur des Fagus-Werkes. Als erstes, den Stahl als tragendes Element, der durch den Stahlträger symbolisiert wird, der die gesamte Konstruktion hält. Ein zusätzliches kleines Stück Stahl wurde zum Anfassen und hoch heben ausgelegt um dem Betrachter mit den Eigenschaften von Stahl vertraut zu machen. Auf dem Stahlträger ist eine Plexiglasplatte befestigt, denn Glas war ein wichtiges Material im Bau des Fagus-Werkes. Carl Benscheidt, der Gründer und Auftraggeber des Fagus-Werkes, wollte eine arbeiterfreundliche Umgebung schaffen, indem er die Räume von Licht durchfluten lassen wollte. So sollte der Arbeitende das Gefühl haben, unter freiem Himmel zu arbeiten. Dazu war Tageslicht nötig. Dieses Kriterium konnte nur Glas erfüllen. Zuletzt wurde bei der Konstruktion auch Holz verwendet, weil auch das Fagus-Werk Elemente aus Holz enthält. Der Koffer wirkt schwebend, was eine Anspielung auf die „offenen Ecken“ aus Glas ist, welche scheinbar die schwere Betondecke tragen.

Der Koffer besteht aus vier Regionen.

In der ersten Region (im Deckel) werden Texte aufgehängt um dem Betrachter Informationen zu vermitteln und ein Grundwissen zu schaffen. Hier sollte der Betrachter mit seiner Auseinandersetzung mit dem Koffer beginnen. Es liegen Puppen aus, die verwendet werden können, um den kleineren Betrachtern den Koffer mit Inszenierungen näherzubringen. Die ausgelegten Zettel können genutzt werden um sich Notizen zu machen. In der zweiten Region ist ein kleines Büro eines Architekten aufgebaut worden. Der Raum leitet die praktische Phase ein. Der Betrachter kann sich an den Blättern bedienen (oder das schon benutzte Blatt verwenden) und auf Grund der gelesenen Texte eine eigene Skizze eines Gebäudes anfertigen, in denen er sich wohlfühlen würden. Außerdem liegen hier mehr Informationen zu dem Architekten des Fagus-Werkes, Walter Gropius, in Form eines Tagebuches aus seiner Sicht. Die Puppen können auch hier gerne genutzt werden, um den kleineren Betrachtern die Sachlage zu erklären und ihnen zu helfen. In der dritten Region sind verschiedene Materialien ausgelegt. Nun wird sich zeigen, in wie weit sich die angefertigte Skizze in die Tat umsetzen lässt. Alles darf verwendet werden und auch Kombinationen sind erlaubt. Den Kleineren kann mit der Bauarbeiter Puppe geholfen werden. Die vierte Ebene zeigt die Materialien die beim Bau des Fagus-Werkes genutzt worden sind und es zeigt durch einen Lichtprojektor den wichtigen Aspektes des Lichts. 

Theo Scheuß

„Schuhleistenproduktion - von der Leiste zum Schuh"| Erika Schrainer

Perspektivenwechsel, wie entstehen Schuhleisten eigentlich? Wie wurden Schuhleisten früher hergestellt und wie werden diese heute entwickelt? Was haben Leisten überhaupt mit uns zu tun? 

Das Fagus-Werk ist eine Fabrikanalage in der seit 1911 Schuhleisten produziert werden. Der Name Fagus ist lateinisch und bedeutet Buche. Buchenholz war der Rohstoff aus dem die Schuhleisten produziert wurden. Heutzutage werden diese aus Kunststoff hergestellt. Die Schuhleisten spiegeln in ihrer Form das Gedankengut und den Trend der Zeit wieder. Der Museumskoffer enthält Material aus dem die Schuhleisten bestanden und zeigt die Arbeitsprozesse, wie die Schuhleisten hergestellt wurden. Die Präsentation der Schuhleistenproduktion regt zum Nachdenken an und zeigt, welche Bedeutung die Schuhleisten für uns haben.

Erika Schrainer

„Die Lebensgrundsätze von Carl Benscheidt"| Maike Sturm

Mein Museumskoffer zum Faguswerk in Alfeld thematisiert die 93 Lebensgrundsätze von Carl Benscheidt. Die Grundsätze beziehen sich auf jeden Lebensbereich. So werden Themen wie Ernährung, Natur, Mut, Religion, Sauberkeit und Ordnung oder Freundschaft und Liebe aufgegriffen. Viele der Grundsätze sind immer noch aktuell und auf das heutige Leben anwendbar. Vor allem der Grundsatz Nummer 9, „Nähre deinen Körper gut, aber mäßig.“, gewinnt immer mehr an Brisanz. So ist Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen heutzutage ein ernstes Problem und sehr aktuell. Oder der Grundsatz Nummer 81, indem Benscheidt schreibt „Jede Religion sei dir heilig.“, ist ein wichtiger Aspekt in unserer heutigen Gesellschaft. Schon von klein auf an werden die Kinder mit unterschiedlichen Kulturen und Religionen konfrontiert. Es gilt ihnen beizubringen diese nicht als fremdartig abzustempeln, sondern sie zu respektieren und sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Diese beiden Grundsätze habe ich neben den Grundsätzen zur Natur, Ordnung, Fairness und Freundschaft und Mut in meinem Koffer aufgegriffen. Die Originalformulierungen der Grundsätze sind natürlich etwas veraltet. Somit habe ich versucht, die Grundsätze in ein aktuelleres Licht zu rücken und sie mit moderneren Mitteln verdeutlicht. 

Maike Sturm

„Carl Benscheidt - vom Arbeiter zum Geschäftsführer"| Katharina Bianca van Zutphent

Thema des KoffersAuch Carl Benscheidt packte am 10. Oktober 1910 bei der Firma C. Behrens seinen Koffer und legte bereits ein Jahr später ein Fundament für seine Firma auf der gegenüberliegenden Seite des Firmengeländes Behrens.Doch warum gründet ein gestandener Mann im Alter von 53 Jahren, dem eigentlich das Rentenalter bevorsteht und der einen soliden Job inne gehabt hätte, eine eigene Firma und geht solch ein finanzielles Risiko ein ? Und vor allem, wie ist er dazu gekommen?

Der Koffer ist auf bestimmte Art und Weise, ein Versuch, die verschiedenen Beweggründe darzustellen, die Benscheidt dazu ermutigt bzw. gebracht  haben, eine eigene Firma aufzubauen. Wichtige Einflussfaktoren sind hierbei sein Angestelltenverhältnis bei Behrens, seine Kontaktknüpfung nach Amerika, seine Lebensgrundsätze , seine taktische Vermarktungsstrategie und Zufälle/Schicksale.

Zielgruppe /  Didaktische Zugänge

Der Koffer ist für die Sekundarstufe I, im Besonderen für die Klassen 8 und 9, konzipiert und ist gemäß des vierten Lernpfades Alltagsleben. Vom Gebrauch der Dinge (vgl. Ströter-Bender, 2004) im Sinne der Welterbepädagogik didaktisch aufbereitet worden. Der Bezug zum Alltag soll durch das Einbeziehen von Objekten, Materialien und Dingen aufrechterhalten werden, mit denen die Schülerinnen und Schüler an eigenen Modellen arbeiten sollen. Es ist eine Verknüpfung mit dem Realienunterricht. Der Koffer ist insofern eine Hilfestellung, als dass er möglichen Anreiz zur Fertigung eigener Modelle geben und auch den theoretisch-geschichtlichen Hintergrund einführen kann.

AufbauIm Wesentlichen ist der Koffer in vier Bereiche aufgeteilt. Von außen sind lediglich Flugaufkleber zu erkennen, die auf Reisen schließen lassen. Dieser Aspekt wird im Innendeckel, in dem Carl Benscheidt mithilfe des Scherenschnitts und einem Porträt vorgestellt wird, noch einmal durch eine Amerika- und Deutschlandkarte verstärkt. Im Innenraum des Koffers ist das Firmengelände durch das Modell der Firma Behrens und das des Fagus-Werkes zu erkennen. Als vierten Bereich - außerhalb des Koffers - ist der Tisch zu nennen, der  im Wesentlichen die Schreibtischsituation von Carl Benscheidt sowohl bei Behrens als auch bei Fagus abbildet. Dort befindet sich zum Beispiel ein grünes Notizbuch, das in Sütterlin-Schrift einige seiner Lebensgrundsätze enthält. Sie hatten einen immensen Einfluss auf die Firmenpolitik bei Behrens und ebneten ihm auch den späteren Umgang mit seinen Arbeitern. Mithilfe dieses Buches kann somit ein Einblick in seine Lebensphilosophie gewonnen werden.

Informationstexte1 zu allen Bereichen lassen sich sowohl im Notizständer in Schuhleistenform, aber auch direkt in oder in der Nähe der beiden Modelle finden.

Katharina Bianca van Zutphent

„Walter Gropius und sein Weg zum Bauhaus"| Julia Wittköpper

Ich möchte mich in meinem Museumskoffer mit der Biografie von Walter Gropius beschäftigen. Dazu möchte ich den Lernpfad Annäherung durch Wissen mit hinzuziehen. Es soll ein Überblick über Gropius´ Leben und Schaffen übermittelt werden, insbesondere wie er das Bauhaus geprägt hat bzw. gegründet hat. Die Umstrukturierung der Kunstsschulen, mit den neuen Lehrmethoden und Ansichten ist eins von drei zentralen Themen. Welche Materialien, Formen und charakteristischen Merkmale für die Bauhaus Architektur wichtig sind sollen herausgestellt werden, insbesondere in Bezug auf das Fagus-Werk. Inwiefern war das Fagus-Werk Vorreiter? Beispiel des neuen Bauens? Industrie und Kunst zusammengeführt? Ich möchte Kenntnisse über diesen speziellen Stil vermitteln, sodass architektonische Werke dem Bauhaus zugeordnet werden können.

Da es aber ein biografischer Koffer ist, werde ich weitere Punkte aus Gropius´ Leben hinzunehmen, wie beispielsweise der 1. Weltkrieg, Gropius und sein Schaffen geprägt hat. Auch die Wichtigkeit von Gropius´ Lehrmeister Peter Beherns soll aufgezeigt werden. Seine Auseinandersetzung mit dem Massenwohnbau interessiert mich ebenfalls und Gropius´ Schaffen in diese Richtung soll im Koffer auch deutlich werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist seine Flucht aus Deutschland auf Grund der nationalsozialistischen Führung. Diese Aspekte habe ich innerhalb des Koffers in die Themen Gropius als Person und sein Schaffen aufgegliedert. Insgesamt, mit dem Aspekt der Kunstschulen, liegen dem Koffer drei zentrale Themen vor.

Anhand des Wissens über Gropius´ Leben und sein Schaffen soll das Bauhaus verdeutlicht und in die Gegenwart überliefert werden.

Julia Wittköpper

The University for the Information Society