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Photo: Pexels via pixabay.com

Studentische Erfahrungsberichte - Master Kultur und Gesellschaft mit dem Fach Soziologie

Hier finden Sie einige Erfahrungsberichte von aktuellen und ehemaligen Studierenden zu möglichen Fächerkombinationen im Master Kultur und Gesellschaft mit dem Fach Soziologie. Erhalten Sie Einblicke, was Sie erwarten kann, wenn Sie sich für Soziologie im Master an der Universität Paderborn entscheiden.

Soziologie und Management

Zum Ende meines Bachelor-Studiums war ich mir zunächst unsicher, welchen weiteren Weg ich einschlagen sollte. Mein Grundstudium bestand aus einem Zwei-Fach-Bachelor mit Sozialwissenschaften als Kernfach und Wirtschaftswissenschaften als Nebenfach an der Universität Bielefeld. Ich habe damals ein freiwilliges Praktikum an den Bachelor angehängt, um mir etwas Bedenkzeit zu ermöglichen. Da die damalige Universität keinen Master-Studiengang anbot, der mich reizte, war ein Wechsel unumgänglich und der Zwei-Fach-Master „Kultur und Gesellschaft“ an der Universität Paderborn bot mir den Vorteil aufgrund der geografischen Nähe und zudem der Vielfalt an Kombinationsmöglichkeiten, die es mir erlaubte, die Schwerpunkte des Grundstudiums weiter zu vertiefen.

Die Kombination Soziologie und Management erscheint vielen auf den ersten Blick sehr konträr, im Rahmen des Bachelors gab es da auch tatsächlich wenige Überschneidungen, da die Wirtschaftswissenschaften dort einen starken mathematischen Fokus hatten und weniger Augenmerk auf Theorien legten. An der Universität Paderborn ist der Management-Master in die zwei Schwerpunkte Philosophie und Theologie unterschieden und bietet damit eine für mich sehr angenehme Ergänzung und Abwechslung zur Soziologie, in der ich auch schon den Bereich der Wirtschaftssoziologie im Bachelor sehr spannend fand. In der Soziologie kann man aus einem breiten Spektrum an Modulen und Seminaren wählen und so die Schwerpunkte im Master sehr gut selbst gestalten. Hier gefällt mir besonders, dass viele Seminare an sehr aktuelle Problematiken anknüpfen und diese auf der Grundlage soziologischer Theorien behandeln. In meinem Master reichte die Themenvielfalt von der digitalen Transformation über die feministische Arbeitsforschung bis hin zur Bildungssoziologie.

Die Seminare in der Soziologie sind durch den kleinen Studiengang meist mit einer überschaubaren Anzahl an Teilnehmer*innen besetzt und so ist in der Regel immer die Möglichkeit gegeben, mit den anderen Studierenden und Dozent*innen in den Diskurs zu treten. Auch der Zugang zu meinem Studiengang wurde mir leicht gemacht, da ich in meinem Bachelor nicht alle notwendigen Bereiche der Soziologie abdecken konnte, diese aber nun im Master nachholen kann. Auch beruflich konnte ich mir bereits einige Perspektiven schaffen, sowohl im Bereich des Journalismus, in dem man die Kompetenzen als Geisteswissenschaftler*in sehr gut anwenden kann, als auch im Bereich der Unternehmenskommunikation. Hier kann ich nur empfehlen, sich früh genug um Praktika zu kümmern und selbst Erfahrungen zu sammeln, da ein Studium der Soziologie / Sozialwissenschaften in viele verschiedene Berufsfelder führen kann.

Louis Leßmann studiert seit dem Wintersemester 2020/21 im Master Kultur und Gesellschaft mit den Schwerpunkten Soziologie und Management an der Universität Paderborn. Seit dem Sommersemester 2021 ist er WHB im Fach Soziologie (Arbeitsbereich Bildungssoziologie) an der Fakultät für Kulturwissenschaften. – Louis Leßmann

 

Soziologie und Erziehungswissenschaft I

Nach dem erfolgreichen Abschluss meines Zwei-Fach-Bachelorstudiums der englischsprachigen Literatur und Kultur sowie Geschichte an der Universität Paderborn habe ich mich ziemlich schnell für das Fortführen meines Studiums an der UPB entschieden – einerseits aufgrund des Standorts, andererseits aufgrund des Formats des Zwei-Fach-Master-Studiengangs „Kultur und Gesellschaft“.

Ich sollte dazu sagen, dass mein akademischer Werdegang bis dahin nicht ‚unbedingt‘ geradlinig war. Mit der Aufgabe eines Lehramtsstudiums der Fächer Englisch und Geschichte und dem Wechsel in den Zwei-Fach-Bachelor war es mir daran gelegen, neue Erfahrungsräume außerhalb von ‚Schule‘ zu erschließen, was ich dann auch im Rahmen von Praktika in Verlagshäusern und Forschungsinstituten in Hamburg und Münster getan habe.

Vor Aufnahme meines Masterstudiums stand für mich fest, dass ich mein Interesse an soziologischen Themen und Theorien, welches insbesondere im Zuge meines Geschichtsstudiums gewachsen war, weiter ausbauen und schärfen wollte. Um ‚Gesellschaft‘ und gesellschaftliche Entwicklungen nachvollziehen und verstehen zu können, ist das Zusammendenken soziologischer und geschichtswissenschaftlicher Perspektiven praktisch unumgänglich. Um die Geschichte kommt man nie herum. Das sich ergänzende Studium der Geschichtswissenschaft im Bachelor und Soziologie im Master war daher eine für mich sinnvolle und stimmige Entscheidung; auch mit Blick auf die Reihenfolge und den Auf- und Ausbau der Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens.

Die Fächerkombination Soziologie und Erziehungswissenschaft erschien mir insofern als eine gute Kombination für den Master, da mein Interesse an (Aus-)Bildungs- und Wissensmanagement auch nach Aufgabe des Lehramtstudiums da war. Das Einschreiben in die Fächer Soziologie und Erziehungswissenschaft war zwar in beiden Fällen an Auflagen gekoppelt und damit mit Mehraufwand verbunden, jedoch haben diese zu keinem Zeitpunkt einen Nachteil für mich bedeutet – im Gegenteil. Der Einstieg und die Orientierung fielen mir dadurch sogar leichter. Es gab häufigere Gelegenheiten zum Austausch und Zusammenkommen; auch über die Seminare hinaus, bspw. durch die offenen Treffen im Fach Soziologie, etwa zu Beginn des jeweiligen Semesters. Beide Fächer zeichneten sich vor allem durch die überwiegend kleinen Teilnehmer*innenzahlen in den Seminaren aus, was dem Arbeiten, Lernen und nicht zuletzt den Diskussionen sehr zugute kam!

Trotz der sich schnell und deutlich abzeichnenden, z.T. sehr unterschiedlichen forschungspraktischen Denk- und Handlungsweisen innerhalb der beiden Fächer sind es meines Erachtens v.a. die method(olog)ischen Synergien, die ich rückblickend als sehr vorteilhaft empfand. Was ich methodisch im Fach Erziehungswissenschaft gelernt habe, konnte ich gut in die Soziologie übertragen, wo Methodenseminare eher selten waren. Vice versa konnte ich beispielsweise mein Wissen im Bereich der Organisationssoziologie in die Erziehungswissenschaft transferieren, was sich bspw. bei dem obligatorischen, eigenständigen Forschungsprojekt bezahlt gemacht hat, das ich im Fach Erziehungswissenschaft (Modul 3) geplant und durchgeführt habe. Der Studiengang Kultur und Gesellschaft und dabei vor allem das Fach Soziologie bieten viel Freiraum für eigene Schwerpunktsetzungen und Forschungsinteressen in Hinblick auf die Auswahl der Seminare und Vorlesungen. Das hat mir immer sehr gefallen und habe ich teilweise in der Erziehungswissenschaft vermisst. Beide Fächer zeichnen sich durch ihr hohes inhaltliches Niveau, eine gute Arbeitsatmosphäre und Partizipationsmöglichkeiten für Studierende aus. Auch ergaben sich  berufspraktische Verknüpfungen und Perspektiven außerhalb von ‚Schule‘, ‚Uni‘, und ‚Forschung‘, obgleich dies – wie in anderen Fächern im Bereich der Kultur- und Humanwissenschaft auch – häufig (noch) zu kurz kommt oder ganz fehlt. – Josefine Finke

Josefine Finke ist seit Januar 2021 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Technik und Diversität an der Fakultät für Maschinenbau der Universität Paderborn.

Soziologie und Erziehungswissenschaft II

Im Bachelor habe ich Erziehungswissenschaft und Philosophie an der Universität Paderborn studiert und für mich war klar, das Studium hier fortzuführen und an meine Fächer anzuknüpfen. In der Philosophie habe mich sehr für den Bereich der kritischen Sozialphilosophie interessiert, wo wir viel Foucault und Adorno gelesen haben. Beste Voraussetzungen also für ein Studium der Soziologie! Auch in der Erziehungswissenschaft und über das „Studium Generale‘ habe ich immer wieder Kurse aus der Soziologie besucht, beispielsweise zur Medien- oder Jugendsoziologie. Am Ende des Bachelorstudiums stellte sich dann für mich die Frage nach einem möglichen Fachwechsel, da ich mich mit diesen Themen näher beschäftigen wollte. Nach einem Gespräch mit der Fachstudienberaterin stellte sich heraus, dass ich genug ECTS-Punkte in soziologischen Veranstaltungen gesammelt hatte, um ohne Auflagen den Fachwechsel in die Soziologie durchführen zu können.

Die Kombination Erziehungswissenschaft und Soziologie ergänzt sich in dem Sinne gut, als dass man verschiedene wissenschaftliche Perspektiven auf bestimmte Forschungsbereiche erhält. Als Beispiele zu nennen sind Arbeit und Bildung. Erziehungswissenschaft im Master legt den Fokus auf Bildungsforschung in der Weiterbildung. Soziologisches Wissen über die Struktur von Arbeit und Bildung in unserer Gesellschaft ist da besonders hilfreich  – vor allem dann, wenn Bildung und Arbeit (im besten Fall) Hand in Hand gehen sollen, wie es bei der Weiterbildung ebenfalls Ziel ist. Beispielsweise können theoretische Konstrukte aus der Soziologie bei der Erklärung von empirisch erfassten Phänomenen in der Erziehungswissenschaft helfen. Andersherum können bildungstheoretische Überlegungen aus der Erziehungswissenschaft bei bildungssoziologischen Untersuchungen herangezogen werden.

Doch nicht nur dort profitiert man als Studierende*r von Synergien. Für mich ergeben beide Fächer vor allem im Hinblick auf die Methodenforschung eine gute Kombination! Denn als Studierende dieser beiden Fächer im 2-Fach-Master wird man sowohl mit qualitativen als auch quantitativen Methoden vertraut gemacht und beherrscht diese auch am Ende seines Masterstudiums. Diese sind nicht nur zum Verfassen einer Masterarbeit zu gebrauchen, sondern auch im späteren Berufsleben nützlich. Egal, ob man sich am Ende des Studiums für eine weitere wissenschaftliche Karriere oder eine Karriere auf dem freien Arbeitsmarkt entscheidet, Wissen zur Interviewführung oder Auswertung von quantitativen Datensätzen sowie die Nutzen entsprechender Programme dafür sind in beiden Fällen nützlich. Neben meinem Studium arbeite ich bereits bei einem Unternehmen, das Fort- und Weiterbildungen im Gesundheitsbereich anbietet und betreue dort eine E-Learning Plattform. Da ich dort unter anderem auch Evaluationen der Veranstaltungen auswerte, ist das Wissen um die manchmal doch unbeliebte Statistik unverzichtbar. Andere berufliche Perspektiven im Anschluss an diesen Master bzw. diese Fächerkombination liegen beispielsweise im Bereich der Personal- oder Organisationsentwicklung, besonders, wenn man sich für Arbeits- und Organisationssoziologie interessiert.

Besonders angenehm am Fach Soziologie an der Uni Paderborn empfinde ich die persönliche und intensive Betreuung, sei es bei Hausarbeiten oder anderen Anliegen rund um‘s Studium. Man stößt immer auf offene Ohren und erhält tolles Feedback, auf Augenhöhe. Das motiviert sehr! Weiteren Raum zum Austausch bietet unter anderem auch das offene Kolloquium, welches vom Fach angeboten wird, oder auch informelle Treffen außerhalb der Uni. – Maximilian Lukat

Maximilian Lukat studiert seit dem Wintersemester 2019/2020 Soziologie in Kombination mit Erziehungswissenschaft im 2-Fach-Master „Kultur und Gesellschaft“ an der Universität Paderborn. Neben dem Studium arbeitet er als WHB und Tutor im Fach Soziologie (Bereich: Allgemeine Soziologie) sowie bei einem Bildungsanbieter für Fort- und Weiterbildungen im Gesundheitsbereich. 

Soziologie und Gender Studies

Nach meinem Bachelorstudium an der Universität Osnabrück mit den Fächern Soziologie und Erziehungswissenschaft habe ich mich für den 2-Fach-Master „Kultur und Gesellschaft“ an der Universität Paderborn mit den Fächern Soziologie und Gender Studies entschieden. Dieser Master war für mich persönlich genau das Richtige, weil ich es gut fand, weiterhin zwei Kernfächer zu studieren und ebenso wie im Bachelor mir bis zum Ende meines Masterstudiums offen halten zu können, in welchem Fach ich letztlich meinen persönlichen und inhaltlichen Schwerpunkt setzte und meine Abschlussarbeit (die Masterarbeit) schreibe. Dass Soziologie total mein Ding ist, war mir durch mein Bachelorstudium auch schon vorher klar, mich reizte vor allem die große Vielfalt des Fachs Soziologie mit einem zweiten Fach zusammen und die Möglichkeit, sich durch Interdisziplinarität zu „spezialisieren“.

Meines Erachtens ist das heute umso mehr gefragt und auch notwendig, denn komplexe, gesellschaftliche Probleme – ob national oder international – kann man in einer globalisierten Welt nur unter Einbezug verschiedener Blickwinkel zielführend verhandeln und sozial gerecht lösen.

Die Fächer Soziologie und Gender Studies sind sich in vielerlei Hinsicht sehr nah und passen gut zusammen: 1.) inhaltlich und thematisch, denn beispielsweise sind Fragen danach, wie Geschlechtergerechtigkeit innerhalb unserer Gesellschaft nicht nur formal erreicht, sondern auch praktisch umgesetzt werden kann, immer auch ein Teilaspekt grundsätzlicher Auseinandersetzung mit sozialer Ungleichheit. Damit ist die Geschlechterforschung eine zentrale Perspektive der Allgemeinen Soziologie und nimmt insbesondere im Fach Soziologie an der Universität Paderborn einen wichtigen Forschungsschwerpunkt ein. 2.) Ist das Fach Soziologie mit dem Genderzentrum für Geschlechterforschungan der Uni Paderborn eng vernetzt. Beide Bereiche arbeiten gut zusammen, und auch von den Dozierenden im Fach Soziologie an der UPB sind einige im Wissenschaftsfeld der Geschlechterforschung international sehr gut eingebunden und vernetzt. Das alles hat mir als Studentin im Masterstudium einen guten Studienverlauf, eine vielfältige Bandbreite und Auswahlmöglichkeit an Seminaren und Veranstaltungen geschaffen und mir Synergien beider Fächer gut sichtbar gemacht. Ich hatte das Gefühl, dass ich tatsächlich einen eigenen „Schwerpunkt“ (Profil) im Master setzte, so wie es im Masterstudium auch passieren soll. Insofern war diese Fächerkombi für mich genau richtig.        

Wichtig zu betonen finde ich, dass aber auch für Studierende, die vorher (im BA) kein Soziologie studiert haben, das Ankommen in unser Fach sehr leicht gemacht wurde. Es gab einige Kommiliton*innen von mir, die unter Auflagen zum Master zugelassen wurden und soziologische Grundlagen „nachstudieren“ mussten. Das hat wunderbar funktioniert und war fair und machbar.

Generell fand ich es als Masterstudentin immer großartig, dass wir durch den recht kleinen Masterstudiengang inhaltlich starke und intensive Betreuung erfahren haben und ich mich immer gut begleitet gefühlt habe. Zwischen Lehrenden und Studierenden herrscht ein sehr aufgeschlossenes und harmonisches Miteinander. Das hat es mir sehr leicht gemacht, mich vor allem aber sehr motiviert, mich ins Fach einzubringen und etwas „bewirken“ und mitgestalten zu wollen. „Heute“ – nach meinem Masterabschluss im Januar 2020 – arbeite ich aktuell als wissenschaftliche Mitarbeiterin und promoviere im Fach Soziologie.

Mein Fazit:

Das Fach Soziologie an der Uni Paderborn bietet tolle Erasmus-Austauschprogramme mit Partneruniversitäten in Estland oder Tschechien für all diejenigen, die zum Beispiel Lust auf ein Auslandssemester haben. Und auch generell gilt: Für Studierende, die anspruchsvoll studieren und Interesse an Mitgestaltung und Partizipation haben, bietet der Soziologie-Master an der UPB – insbesondere in dieser Kombination mit dem Fach Gender Studies – eine gute Plattform. – Larissa Rieke

Larissa Rieke ist seit Februar 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fach Soziologie (Arbeitsbereich Allgemeine Soziologie) an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Universität Paderborn.

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