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Photo: Mark Joyce

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Eine Kita für alle – Vielfalt inklusive: Wissenschaftliche Begleitung

Leitung:
Prof. Dr. Simone Seitz
Prof. Dr. Timm Albers

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Nina-Kathrin Finnern

Laufzeit:
Oktober 2014-Januar 2017

Kooperationspartner:
Caritasverband für die Diözese Speyer e.V., Heike Sienel
Alice-Salomon Hochschule Berlin, Frau Prof. Dr. Corinna Schmude


Finanzierung:
BASF SE – Initiative „Offensive Bildung“

Kurzbeschreibung:

Das Projekt „Eine Kita für alle – Vielfalt inklusive“ ist im Rahmen der Initiative „Offensive Bildung“ zur Förderung der Frühkindlichen Bildung angesiedelt und wird vom Caritasverband für die Diözese Speyer e.V. sowie der Alice-Salomon Hochschule Berlin umgesetzt. Es will zur Entwicklung inklusiver Qualität in Bezug auf die Strukturen, Kulturen und Praktiken in Kindertageseinrichtungen in Rheinland-Pfalz beitragen. Ziel der von uns verantworteten wissenschaftlichen Begleitung des Projekts ist es, in zehn Modellkitas die im Rahmen des Projekts zu erwartenden Veränderungen von Wissen, Haltungen und Handlungs-praktiken der Akteur/innen einer Beschreibung zugänglich zu machen und Aussagen zur Wirksamkeit von Qualifizierungsmaßnahmen zu treffen. Die Ergebnisse und ihre Reflektion sollen Eingang in die Praxis- und Qualifizierungskonzepte finden. Auf der empirisch gewonnenen Grundlage soll so konzep-tionelles und pädagogisches Wissen bereitgestellt werden, das zur Entwicklung und langfristigen Absicherung inklusiver Qualität in den Kindertageseinrichtungen dienen kann und einen Transfer in andere Kindertageseinrichtungen ermöglicht (Rollout). Um sich der Wirksamkeit der Qualifizierung aus verschiedenen Blickwinkeln anzunähern und die Zu-sammenhänge der drei Dimensionen (Strukturen, Kulturen, Praktiken) zu erfassen, werden für die Datenerhebung qualitative und quantitative Methoden kombiniert (Mixed Methods).

Inklusion in Sportvereinen

Laufzeit: April 2013 - Dezember 2015


Leitung Forschungsprojekt:
Prof. Dr. Simone Seitz (Universität Paderborn), Prof. Dr. Heiko Meier (Universität Paderborn)
Durchführung: Universität Paderborn, Department für Sport und Gesundheit, Arbeitsbereich Sportsoziologie

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Cindy Adolph-Börs

Inhaltliche Beratung:
Wiebke Curdt, Universität Bremen

Kontakt:
cindy.adolph[at]uni-paderborn.de

Finanzierung:
Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport Nordrhein-Westfalen (MFKJKS NRW)

Projektpartner:
Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB NRW)
Behindertensportverband NRW (BSNW)

Kurzbeschreibung:
Der vereins- und verbandsorganisierte Sport in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten enorm gewachsen. Vor allem mittels sportpolitischer Maßnahmen ist es gelungen, neue und zuvor vereinsabstinente Sportlerinnen und Sportler als Vereinsmitglieder zu gewinnen. Hiermit einhergehend hat der organisierte Sport die Übernahme gesellschaftlich relevanter Aufgaben für sich reklamiert. So verspricht er unter anderem, eine spezifische Integrationskraft im Hinblick auf soziale Ungleichheit und kulturelle Vielfalt zu übernehmen. Diesen verstärkten Inklusionsbemühungen im Sport folgte eine Binnendifferenzierung, die auch Exklusionsrisiken beinhaltet.
In besonderem Maße betrifft dies den Behindertensport. Als Sonderbereich in eigenständigen Organisationsstrukturen fest etabliert, stellt er seine Integrationskraft bislang dadurch unter Beweis, dass er sowohl quantitativ als auch in seiner gesellschaftlichen Wahrnehmung gewachsen ist.
Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention besteht nun die Verpflichtung, einen diskriminierungsfreien Zugang zu Sportangeboten und Sportvereinen umzusetzen. Zu fragen ist somit, welche strukturellen und welche konzeptionellen Neuerungen sich hierdurch für Breiten- und Leistungssport, aber auch den Behindertensport ergeben. Doch wie inklusiv können Sportvereine und Sportangebote sein? Welche Barrieren struktureller und sozialer, aber auch kultureller Natur bestehen gegenüber einem inklusiven Sport, und wie können inklusive Sportvereinsstrukturen aufgebaut werden? Wie ist es also möglich, Inklusion im Kontext des organisierten Sports strategisch, strukturell, kulturell und operativ-praktisch zu realisieren und zu verankern?
In einem Vereinsentwicklungsprojekt, welches gemeinsam vom Behinderten-Sportverband NW und vom Landessportbund NRW durchgeführt und im Rahmen einer Forschungskooperation unter Leitung von Prof.in Seitz (Uni Paderborn) und Prof. Meier (Uni Paderborn) wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird, sollen diese Fragen beantwortet werden. Im Rahmen dessen haben sich neun Vereine und Sportbünde auf den Weg gemacht haben, inklusive Strukturen, Kulturen und Praktiken in Sportvereinen aufzubauen. Im Rahmen der Wissenschaftlichen Begleitung sollen die praktischen Umsetzungsprozesse beschrieben, analysiert und reflektiert werden, um tiefere Erkenntnisse zur Konzeption und zur vereinsstrategischen sowie fachlichen Fundierung inklusiver Qualität in Sportvereinen (Gütekriterien bzw. Orientierungsmaßstäbe für inklusive Sportvereine) zu gewinnen und so einen Beitrag zur Entwicklung und langfristigen Absicherung inklusiver Qualität im Sportverein zu leisten. 

Meier, Heiko; Seitz, Simone; Adolph-Börs, Cindy (2017): Der inklusive Sportverein. Wie inklusive Vereinsentwicklung gelingen kann. Aachen: Meyer & Meyer Verlag. 

Inklusion in Sportgruppen

Wiebke Curdt Integration im Sport: Heterogenitätsdimensionen in Sportgruppen am Beispiel des Special Olympics Unified Sports®

Mit der Verpflichtung zur Inklusion (vgl. UN-BRK) ist auch der organisierte Sport dazu herausgefordert, allen Interessierten Partizipation im Sport zu ermöglichen. Welche Hinweise kann die Inklusionsforschung für den Aufbau inklusiver Sportprojekte liefern? Welche integrativen Erfahrungen liegen vor? Und wie werden im inklusiven Sport Heterogenität, Gleichheit und Differenz sozial hergestellt? Diesen Fragen widmet sich diese Studie. Mit den Ergebnissen soll ein Beitrag zur theoretischen und konzeptionellen Fundierung des Sports in inklusiven Gruppen geleistet werden.

Zwar kann hierbei auf Forschungsarbeiten zu Formen integrativen bzw. inklusiven Sports zurückgegriffen werden, bei denen der soziale Aspekt im Vordergrund steht (z.B. Sportfeste, Familiensport). Studien zur Identifikation integrativer Momente im wettkampforientierten Sport und aus der Perspektive der Sportler.innen, wie dies in der hier vorgestellten Untersuchung anhand von Sportgruppen der Special Olympics Unified Sports® umgesetzt wird, liegen hingegen bisher nicht vor.

In der Untersuchung werden über Gruppendiskussionen integrative Momente der jeweiligen Gruppe herausgearbeitet, hierbei spielt eine Analyse der Interaktionen innerhalb der Gruppe eine zentrale Rolle. Die Auswertung erfolgt nach der dokumentarischen Methode. Es gilt, die gemeinsamen und differenten Orientierungen der Gruppe herauszuarbeiten, das vorreflexive Wissen und die Erfahrungen zu verdeutlichen und anhand von Typen darzustellen.

Im Ergebnis sollen Anknüpfungspunkte für inklusiven Sport aufgezeigt werden. Der Forschungsprozess, das Forschungsinstrumentarium und die Auswertung werden unter partizipativer Mitwirkung einer Forschungsgruppe gestaltet, entwickelt und durchgeführt. Erste Auswertungen zeigen ein dichotomes Muster der sozialen Dynamik in den Sportgruppen. Die Sportler.innen unterscheiden in Sprache und Interaktion zwischen Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten. Sie spiegeln und unterstreichen damit die strukturelle Rahmung der Special Olympics Unified Sports®: die Differenz zwischen „Athleten“ und „Partnern“.




Gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes

Kontakt: wcurdt(at)uni-bremen.de

Publikationen


Curdt, W./Schuppener, S. (2012). Integrative Erfahrungen und inklusive Perspektiven am Beispiel von Special Olympics Unified Sports®. In: Kiuppis, F.; Kurzke-Maasmeier, S. (Hrsg.): Sport im Spiegel der UN-Behindertenrechtskonvention. Interdisziplinäre Zugänge und politische Positionen. Stuttgart: Kohlhammer.

Curdt, W. (2011). Forschung mit und für Menschen mit geistiger Behinderung. Partizipativ in integrativen Settings. Posterpräsentation auf dem 7. Berliner Methodentreffen. 15.- 16. Juli 2011. www.qualitative-forschung.de/methodentreffen/angebot/ps/2011.html

Curdt, W. (2011). Reflexionen zur Rolle des Forschers: machtvoll-machtlos. In: Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft zur Förderung der Forschung für Menschen mit geistiger Behinderung DIFGB) (Hrsg.): Forschungsfalle Methode? Partizipative Forschung im Diskurs. Dokumentation der Jahrestagung der DIFGB. 18.-19.11.2010. Leipzig 2011.

Behrens, H.-J.; Curdt, W. (2011). Empowerment und Special Olympics Unified Sports® Ressourcenorientierung und Integration. In: Milles, D.; Meseck, U. (Hrsg.): Inklusion und Empowerment Wirkungen sportlicher Aktivität für Menschen mit geistiger Behinderung. Kiel: Universität Kiel, S. 87-98.

Curdt, W. (2011). Integrativ oder inklusiv: Integration in ein Forschungsvorhaben. In: Flieger, P.; Schönwiese, V.: Menschenrechte - Integration - Inklusion. Berichte und aktuelle Diskussionen aus der Forschung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Inklusion in den Schulsystemen Nigerias und Deutschlands

Julia Biermann

Der Einfluss der UN-Behindertenrechtskonvention auf die Entwicklung inklusiver Schulsysteme. Eine vergleichende Studie zwischen Nigeria und Deutschland
 

Im Zentrum der Studie steht die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) und deren Einfluss auf die Entwicklung inklusiver Schulsysteme. Mit der BRK ist der Aufbau inklusiver Bildungssysteme erstmals zur bindenden Verpflichtung für die Staaten geworden, die die BRK ratifiziert haben. Damit trifft eine auf internationaler Ebene erarbeitete, verankerte und überwachte Konvention auf höchst unterschiedliche nationale Kontexte und muss in diesen umgesetzt werden. Wie werden die Vorgaben des Artikels 24 auf nationaler Ebene debattiert und für den Bereich der Schule ausgestaltet? Basierend auf zwei explorativen Fallstudien in Nigeria und Deutschland wird sowohl der Diskurs um die Entwicklung inklusiver Schulsysteme unter den Aspekten des gesellschaftlichen Verständnisses sowie der politischen und rechtlichen Ausgestaltung untersucht. In beiden Fallstudien wird jeweils eine Dokumenten- und Diskursanalyse durchgeführt, aber auch Interviews mit Experten und Expertinnen von an der Umsetzung involvierter Organisationen geführt. Die Wahl fiel auf diese Staaten, da beide die BRK ratifiziert haben, sich aber hinsichtlich allgemeiner sozialstruktureller Faktoren, des Ausbaus des allgemeinen Bildungssystems und auch hinsichtlich der Verankerung eines Sonderschulwesens signifikant voneinander unterscheiden. Das Ziel der Studie ist es, über die Analyse der Rolle der BRK für die Entwicklung inklusiver Schulsysteme Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erarbeiten und darauf aufbauend die Grundlage für einen länderübergreifenden Vergleich mit Faktoren, welche den Aufbau inklusiver Bildungssysteme befördern und behindern, zu entwickeln.


Gefördert durch die Friedrich Naumann-Stiftung

Kontakt: julia.biermann(at)gmail.com

 

Inclusive School Systems in Nigeria and Germany

Julia Biermann The Influence of the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities on the Development of Inclusive School Systems in Nigeria and Germany

The study`s focal point is Article 24 of the United Nations Convention on the Rights of Persons with Disabilities (CRPD) and focuses on its influence on the development of inclusive school systems. With the CRPD, the development of inclusive education systems has become for the first time a binding obligation to all those states that have ratified the convention. How are the requirements within Article 24 of the CRPD being debated at the national level and crucially, how are they being applied within schools? Based on two exploratory case studies in Nigeria and Germany, the national discourse on the development of inclusive schools systems will be analysed through the rubric of social understanding, as well as political and legal structures within each country. In both case studies, a document and discourse analysis will be carried out. Further, interviews will be conducted with those experts involved in the implementation of the CRPD. The rationale for selecting these two countries is that both have ratified the CRPD, but differ significantly in terms of general social structural factors, the expansion of the education system and also in terms of the establishing of special schools. The aim of the study is to examine the role of the CRPD in the development of inclusive school systems in relation to similarities and differences within such diverse contexts. This is to build the foundation for a transnational comparison of developing factors that promote and/or hinder the development of inclusive school systems.

Inklusion – Im Spannungsfeld von Individualisierung und Gemeinsamkeit

Inklusion und speziell die Gestaltung inklusiven Unterrichts stellen viele Lehrkräfte vor neue Anforderungen. Einerseits sind sie angehalten, passende Lernangebote für jedes Kind bereitzuhalten, andererseits sollen sie Inklusion im Sinne sozialer Eingebundenheit herstellen.

Das Spannungsfeld ‚Individualisierung und Gemeinsamkeit‘ ist ein zentrales Thema in der Pädagogik im Allgemeinen und in der Inklusiven Didaktik im Besonderen. Gleichzeitig stellt es für Lehrkräfte täglich eine zentrale Herausforderung in ihrer Praxis dar.

Katja Scheidt hat nach Antworten auf die Frage nach der Verknüpfung von Gemeinsamkeit und Individualisierung gesucht und diese in dem Erfahrungswissen inklusionserfahrener Lehrer*innen gefunden. Diese hat sie in ihrer qualitativ angelegten Studie herausgearbeitet und mit dem vorliegenden Buch für Theorie und Praxis zugänglich gemacht.

Dabei zeigt die Autorin auf, welche Orientierungen und Praktiken inklusionserfahrene Lehrer*innen entwickelt haben, um die vermeintlichen Gegensätze ‚Gemeinsames Lernen‘ und ‚Individualisiertes Lernen‘ zusammenzuführen. Die Autorin gibt Implikationen für die Schul- und Unterrichtsentwicklung sowie für die Lehrer*innen-Bildung im Kontext Inklusion. Außerdem leistet sie mit ihrer Studie einen Betrag zur Konkretisierung und Erweiterung der Konzepte einer Inklusiven Didaktik.

„Für alle, die sich ernsthaft mit Inklusion an ihrer Schule beschäftigen, bietet dieses Buch eine Fülle praktikabler Denkanregungen.“ (aus dem Vorwort der Herausgeberin)

  

Die Autorin:

Katja Scheidt, Dr. phil., hat an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Lehramt an Sonderschulen studiert. Nach Absolvierung des Referendariats in Niedersachsen war sie fünf Jahre als Sonderpädagogin und zeitweise als stellvertretende Schulleiterin an einer inklusiven Grundschule in Thüringen tätig. Im Anschluss daran entstand im Rahmen ihrer sechsjährigen Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Bremen sowie als Doktorandin an der Universität Paderborn die vorliegende Dissertation. Die Autorin legt großen Wert auf eine enge Theorie-Praxis-Verknüpfung. Aktuell arbeitet sie als Sonderpädagogin an einer inklusiven Bremer Oberschule und ist weiter an Forschungsprojekten und der Qualifizierung von Lehrer*innen für den inklusiven Unterricht beteiligt."

Vielfalt im Kindergarten - aus Kinderperspektive

Nina-Kathrin Finnern Vielfalt im Kindergarten - Verschiedenheit und Gleichheit aus Kinderperspektive

Die (integrative) Kita ist ein Ort, an dem Kinder vielfältige soziale Erfahrungen mit anderen Kindern machen. Die Untersuchung setzt hier an und geht der Frage nach, wie Kinder die soziale Vielfalt in ihrer Gruppe wahrnehmen. Forschungsleitend sind die Fragen: Welche Differenzen und Gemeinsamkeiten werden von den Kindern konstruiert? Auf welche Weise findet dies statt? Welche sozialen Funktionen haben Differenzierungspraktiken? Wie schlagen sich Konstruktionen von sozialer Vielfalt in der Peer-Kultur der Kindergruppe nieder?

Ein besonderer Fokus der Arbeit liegt auf Kindern, bei denen eine Behinderung diagnostiziert wurde. Diese werden als „Integrationskinder“ mit besonderem Förderbedarf in den Kindergarten aufgenommen. Bislang liegen wenige Erkenntnisse darüber vor, welche Bedeutung dieser formale Sonderstatus für das betroffene Kind und andere Kinder in der Gruppe hat. Zu fragen ist, inwieweit mit der Zuschreibung einer Behinderung eine besondere Wahrnehmung und Behandlung des Kindes in der Gruppe einhergeht.

Soziale Differenzen werden jedoch nicht als per se in der Kindergruppe gegeben vorausgesetzt. Vorausgehende Zuschreibungen und Kategorisierung von Gruppen durch die Forscherin werden daher vermieden, bzw. soweit diese für den Interpretationsrahmen erforderlich sind, transparent gemacht. Es wird entsprechend nicht die Perspektive einer vordefinierten Gruppe von Kindern auf eine andere Gruppe erhoben, sondern es werden die (kategorialen) Zuschreibungen, die Kinder selbst vornehmen, sowie damit verbundene Bedeutungen betrachtet. Die dynamischen Prozesse der Ko-Konstruktion von Verschiedenheit und Gemeinsamkeit im sozialen Handeln von Kindern und damit verbundene individuelle Repräsentationen rücken in den Mittelpunkt der Betrachtung.

Die Untersuchung folgt einem ethnografischen Zugang mit teilnehmender Beobachtung über einen längeren Zeitraum in verschiedenen integrativen Kindergartengruppen.

Gefördert durch die Zentrale Forschungsförderung der Universität Bremen Kontakt: finnern(at)mail.upb.de SHK: Noemi Heister Publikationen Seitz, Simone; Finnern, Nina-Kathrin (2012): Inklusion in Kindertageseinrichtungen - eigentlich ganz normal. In: Timm, Albers; Jung, Stefan; Bree; Edita; Seitz, Simone (Hg.): Vielfalt von Anfang an. Inklusion in Krippe und Kita. Freiburg/Br.: Herder, S. 15-26. Seitz, Simone; Finnern, Nina-Kathrin; Korff, Natascha; Scheidt, Katja (Hg.) (2012): Inklusiv gleich gerecht? Inklusion und Bildungsgerechtigkeit. Bad Heilbrunn: Klinkhardt. Finnern, Nina-Kathrin; Thim, Anja (2013): Zur Konstruktion und Reifizierung von ‚Behinderung‘ durch Forschung. In: Carmen Dorrance und Clemens Dannenbeck (Hg.): Doing inclusion. Inklusion in einer nicht inklusiven Gesellschaft. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 158–167.

 

Das Buch ist mittlerweile erschienen und frei erhältlich. 

Joyce-Finnern, N. (2017): Vielfalt aus Kinderperspektive. Verschiedenheit und Gleichheit im Kindergarten. Bad Heilbrunn: Julius Klinkhardt. 

ISBN: 3781521583

Projekt ‚Adaption des „Index for inclusion“ für den deutschsprachigen Raum‘

Projektbeteiligte:

  • Dr. Elisabeth Plate, AG Inklusion und Sonderpädagogische Förderung, Universität Paderborn (Projektleitung)
  • Dr. Donja Amirpur, AG Inklusive Pädagogik, Universität Paderborn (Projektleitung)
  • Bruno Achermann, unabhängiger Berater für inklusive Schul- und Unterrichtsentwicklung Nottwil, Schweiz 
  • Prof. Dr. Maria Luise Braunsteiner, Department für Angewandte Kindheits- und Jugendwissenschaft, Pädagogische Hochschule Niederösterreich, Österreich 
  • Heidrun Demo, Fakultät für Bildungswissenschaften, Freie Universität Bozen, Südtirol
  • Prof. Dr. Andrea Platte, Forschungsschwerpunkt non-formale Bildung, TH Köln


Laufzeit: Mai 2015 – Frühjahr 2017


Finanzierung:

  • Universität Paderborn
  • Aktion Mensch
  • Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft
  • Eigenmittel


Forschungsfragestellungen:

  • Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten zeigen sich zwischen den Bildungssystemen der Länder?
  • Welche Adaptionen müssen hinsichtlich der identifizierten bildungssystemischen Unterschiede im „Index for Inclusion“ vorgenommen werden, um ein Material zur Unterstützung inklusiver Schulentwicklungen in allen deutschsprachigen Ländern zu sein?


Kurzbeschreibung:

Ziel des Projektes ist die Veröffentlichung einer Adaption der neuesten Auflage des „Index for Inclusion“ (vgl. Booth/Ainscow, 2011) für deutschsprachige Länder. Im Unterschied zu einer Übersetzung geht es dabei nicht nur um sprachliche Anpassungen, sondern darüber hinaus um die Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Bildungssystems.

Der „Index for Inclusion“ dient der Unterstützung inklusiver Entwicklungsprozesse in Bildungssystemen. Er wurde unter der Leitung von Prof. Tony Booth (University of Cambridge) und Prof. Mel Ainscow (University of Manchester) in England zunächst für Schulen entwickelt und im Jahre 2000 erstmals herausgegeben.

Aufgrund der großen Nachfrage gibt es inzwischen zwei englischsprachige Neuauflagen (2002, 2011) sowie weitere Ausgaben für außerschulische Bildungsbereiche, bspw. der „Index for inclusion for early years and child care“ (Booth/Ainscow/Kingston 2006). Auch international findet der Index for inclusion große Beachtung und ist bereits in über 35 Sprachen erhältlich. In Deutschland gibt es den „Index für Inklusion“ für Schulen seit 2003, herausgegeben von Ines Boban und Prof. Dr. Andreas Hinz (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg). 

Die langjährige, inzwischen weitverbreitete Arbeit mit dem „Index“ im deutschsprachigen Raum sowie die großen Veränderungen in der dritten englischsprachigen Auflage (vgl. Booth/Ainscow 2011) ließen den Bedarf an einer Neuauflage des „Index für Inklusion“ (Boban/Hinz 2003) erkennen. Eine Gruppe von Expert_innen für inklusive Bildung aus unterschiedlichen Bereichen (non-formale, informelle und formale Bildung) und aus verschiedenen deutschsprachigen Ländern nehmen sich der Adaption des Index für die deutschsprachigen Länder im Rahmen dieses Projekts an. 

Das Buch ist mittlerweile erschienen und frei erhältlich. 

Booth, T.; Ainscow, M. (2017): Index für Inklusion. Ein Leitfaden für Schulentwicklung. Mit Online-Materialien. Auch für Kindergärten, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen. Hrsg. v. Bruno Achemann; Sonja Amirpur; Maria-Luise Braunsteiner; Heidrun Demo; Elisabeth Plate; Andrea Platte. Weinheim und Basel: Beltz.  

HOCHBEGABUNG INKLUSIVE

Forschungsprojekt: Hochbegabung inklusive



Montag, 04. Juli 2011

Wissenschaftliches Forschungsprojekt
„Begabungsförderung in inklusiven Schulen“

Laufzeit: August 2011 bis November 2014
Finanziert durch: Karg Stiftung, Senatorin für Bildung und Wissenschaft, Bremen.
Projektpartner: Grundschule Pfälzer Straße, Oberschule Koblenzer Straße in Bremen.
Wissenschaftliches Team: Prof. Dr. Simone Seitz (Leitung), Dr. Lisa Pfahl (Forschungsstelle Inklusion), Katja Scheidt (wiss. Mit.), Sarah Graen

Ziel der Studie:
Bestimmung von Kennzeichen begabungsfördernden Unterrichts in bewusst heterogen zusammengesetzten, d. h. inklusiven Lerngruppen (Grundschule/Oberschule) in einem soziokulturell benachteiligten Stadtteil.

Ausgangspunkt:
Heterogenität ist für die Grundschule seit ihrer Entstehung als Schulform kennzeichnend.
Grundschulklassen werden zudem seit mehreren Jahrzehnten gezielt heterogen zusammengesetzt (jahrgangsübergreifend, Integration / Inklusion). Mit der Überführung der Sekundarstufen in eine gemeinsame Oberschule werden Schüler und Schülerinnen mit heterogenen Lernausgangslagen auch in dieser Altersstufe bewusst gemeinsam unterrichtet. Das Forschungsfeld (Stadtteil) ist von kultureller und sozialer Vielfalt gekennzeichnet. Dies wurde in den am Projekt beteiligten Schulen konzeptionell aufgenommen und soll auch im Forschungsdesign entsprechend Berücksichtigung finden. Leistungsstarke und leistungsschwache Schüler und Schülerinnen sollten gleichermaßen vom Unterricht in heterogenen (inklusiven) Klassen profitieren. Vorliegende wissenschaftliche Begabungskonzepte charakterisieren begabte Kinder insbesondere als leistungsstarke und schnellentwickelnde Schüler und Schülerinnen sowie als besonders produktiv, sozial, sportlich oder kreativ.

Zentrale Fragestellung:
Welche Potentiale, Fähigkeiten und Kompetenzen von Kindern werden im inklusiven Unterricht als Begabungen verhandelt und welchen Umgang mit Begabungen von Schülern und Schülerinnen entwickeln Lehrkräfte an inklusiven Schulen?

Vorgehensweise:
Für die konkrete Unterrichtsgestaltung zentral sind einerseits die Vorstellungen und Konzepte, die Lehrkräfte über Begabungen besitzen und die ihrem didaktischen Handeln in Bezug auf Begabungsförderung unterliegen. Andererseits sind die Unterrichtsstrukturen zu berücksichtigen, die es Lehrkräften und Schülerschaft ermöglichen, Begabungen zu entfalten und zu zeigen. Neben Alter, Geschlecht, kultureller und sozialer Herkunft der Schülerschaft stellen dabei die Unterrichtspraxen in der Grundschule und der Oberschule die zentrale Vergleichsdimension der wissenschaftlichen Auswertung der qualitativen Studie dar.

Das Buch ist mittlerweile erschienen und frei erhältlich. 

Seitz, Simone; Pfahl, Lisa; Lassek, Maresi; Rastede, Michaela; Steinhaus, Friederike (2016): Hochbegabung inklusive. Inklusion als Impuls für Begabungsförderung an Schulen. Weinheim und Basel: Beltz. 

Inklusive Grundschule - LINES III

Evaluation des Projekts „Lokales Inklusions-Netzwerk zur Werte- und Normenbildung im Elementar-, Primar- und Sekundarbereich“ (LINES III)

Leitung:
Prof. Dr. Simone Seitz

Wissenschaftliches Personal:
Dr. Eileen Schwarzenberg
Stephanie Schmidt (ab Mai 2014)

Studentische Hilfskräfte:
Lisa Pulsfort
Ricarda Hartmann

Laufzeit:
01.09.2013 bis 31.07.2014

Kooperationspartner:
Stadt Osterholz-Scharmbeck in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Osterholz-Scharmbeck/ Hambergen/ Schwanewede e.V. sowie der Arbeitsgemeinschaft Berufsbildung und örtliche Entwicklung (ABÖE) e.V.

Finanzierung:
Europäischer Sozialfonds
Land Niedersachsen (Programm „LINES: Inklusion durch Enkulturation“)

Kurzbeschreibung:
Die qualitativ angelegte Evaluationsstudie LINES III schließt an die Projekte LINES I (Link zu abgeschlossenem Projekt) und LINES II an. Der Schwerpunkt des LINES III Projekts liegt in der prozessualen Begleitung und formativen Evaluation der Entwicklung einer Grundschule in schwieriger Lage zu einer Modellschule für Inklusion.

Ziel der Studie ist es, genauere Aussagen zur Entwicklung einer Grundschule als Modellschule für Inklusion und zur Wirksamkeit von entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen der professionellen Akteure zu erhalten.
Mittels qualitativer Erhebungsmethoden werden die Perspektiven von Schulleitung, Lehrkräften, pädagogischen MitarbeiterInnen, Eltern und SchülerInnen hinsichtlich folgender Aspekte erfasst:

  • Überzeugungen von Lehrkräften und pädagogischen MitarbeiterInnen sowie von SchülerInnen und ihren Eltern zu Inklusion – Exklusion und zur Entwicklung der Schule zur Modellschule für Inklusion sowie
  • Vernetzung im Stadtteil (Kommune), Kooperation mit außerschulischen Partnern und Akteurskonstellationen
  • Inklusiver Unterricht und inklusive soziale Settings in der Grundschule



Kontakt:
Prof. Dr. Simone Seitz
Dr. Eileen Schwarzenberg 

Publikation:

Seitz, Simone; Hartmann, Ricarda; Schmidt, Stefanie; Schwarzenberg, Eileen (2015): Inklusive Schulentwicklung. Abschlussbericht zur Evaluation des Projektes "Lokales Inklusions-Netzwerk zur Werte und Normenbildung im Elementar-, Primar- und Sekundarbereich (LINES III). Im Auftrag des Europäischen Sozialfonds/ Land Niedersachsen. 

Inklusiver Matheunterricht in der Primarstufe

Inklusiver Mathematikunterricht in der Primarstufe

Prof. Dr. Natascha Korff

Der konstruktive Umgang mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen ist in Forschung und Praxis der Grundschulpädagogik längst ein zentrales Thema. Dennoch mangelt es bisher insbesondere an fachdidaktischen Modellen für einen inklusiven Unterricht. Dieses Desiderat wurde mit dieser Studie aufgegriffen. Als Basis zur Entwicklung einer inklusiven Fachdidaktik wurden Beliefs von Lehrkräften zu inklusivem (Mathematik)Unterricht erhoben.

Im Ergebnis liefert die Arbeit Erkenntnisse sowohl zur weiteren Konturierung inklusiver Unterrichtsforschung wie auch zur Professionalisierungsforschung, denn neben didaktischen Implikationen wurde zugleich ein professionalisierungstheoretischer Rahmen für mathematikdidaktisches inklusionspädagogisches Denken entwickelt.

Die Dissertationsstudie wurde 2015 mit dem Wissenschaftspreis der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, Sektion Sonderpädagogik, ausgezeichnet.

Publikation:
Korff, Natascha (2015): Inklusiver Mathematikunterricht in der Primarstufe: Erfahrungen, Perspektiven und Herausforderungen. Hohengehren: Schneider (Basiswissen Grundschule). 

Fachkraft Inklusion - LINES

LINES: Inklusionsnetzwerk Osterholz-Scharmbeck

Titel des Forschungsprojekts:

Evaluation des Projekts „Lokales Inklusions-Netzwerk zur Werte- und Normenbildung im Elementar-, Primar- und Sekundarbereich“ (LINES)

Leitung:
Prof. Dr. Simone Seitz

Wissenschaftliches Personal:
Katja Scheidt
Anja Thim
Nina Finnern

Studentische Hilfskräfte:
Lisa Heinken
Anke Zimmermann

Laufzeit:
01.08.2009 bis 31.07.2010

Publikation:

Seitz, Simone; Finnern, Nina; Scheidt, Katja; Thim, Anja (2010): Fachkraft Inklusion. Abschlussbericht zur Evaluation des Projektes "Lokales Inklusions-Netzwerk zur Werte- und Formenbildung im Elementar-, Primar und Sekundarbereich" (LINES). Online verfügbar: www.osterholz-scharmbeck.de.

Diagnostik in inklusiven Schulen - Schulbegleitforschung

Diagnostik zwischen Integration und Selektion - Schulbegleitforschungsprojekt


Im Netzwerk "Förderdiagnostik zwischen Integration und Selektion" der Bremer Schulbegleitforschung arbeiteten Forscher/innen der Universität Bremen (Arbeitsgebiet Inklusive Pädagogik) und Lehrer/innen verschiedener Bremer Schulen gemeinsam zur Frage des Verhältnisses von Integration und Selektion in Bezug auf das Phänomen "Zuschreibung sonderpädagogischen Förderbedarfs" in Schulen.

In der ersten Forschungsphase (2007-2008) wurden der diagnostische Prozess der Feststellung "sonderpädagogischen Förderbedarfs" (Dokumentenanalyse) sowie soziale Unterscheidungspraxen in Bremer Integrations- und Kooperationsklassen (Unterrichtsbeobachtungen) untersucht.

Die Ergebnisse dieser Forschungsphase wurden im September 2008 auf der Jahrestagung des Nordverbundes Schulbegleitforschung in Bremen vorgestellt.

In der zweiten Phase des Forschungsprojekts (2008-2009) wurden mittels schriftlicher Befragungen (Fragebögen) sowie Interviews Konzepte von Lehrer/innen zu "sonderpädagogischem Förderbedarf" und zu Unterrichtsmustern in Integrations- bzw. Kooperationsklassen erhoben.

Die Ergebnisse zu dieser Forschungsphase wurden u. a. im Februar 2010 auf der "Jahrestagung der Integrations-/InklusionsforscherInnen" in Innbruck / Österreich präsentiert.

Unter Dreijährige in inklusiven Kindertageseinrichtungen - Integration U3

Inklusive Pädagogik in Kitas mit Kindern unter drei Jahren Projektleitung: Prof. Dr. Simone Seitz Wissenschaftliches Personal: Natascha Korff und Viola Blaume Förderung durch: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL-Landesjugendamt) Laufzeit: August 2007 - August 2008 Kurzbeschreibung:

Für das derzeit entstehende Praxisfeld integrativer bzw. inklusiver Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen besteht die dringende Notwendigkeit zur Entwicklung von Konzepten und Qualitätskriterien.

Zu fragen ist hierbei einerseits individuumsbezogen nach der Wirksamkeit eines frühen Einstiegs von Kindern mit schwierigen Entwicklungsbedingungen in die institutionalisierte öffentliche Erziehung sowie andererseits nach der konzeptionellen Gestaltung und Qualitätssicherung. Schließlich ist nach den Implikationen dieser praktischen und strukturellen Veränderungen für die Theorieentwicklung einer inklusiven Elementarpädagogik zu fragen.

Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung des Modellprojekts „Förderung von Kindern mit Behinderung unter drei Jahren“ gingen wir mit einer explorativen Studie der Frage nach, wie eine wirksame und qualitativ gute integrative bzw. inklusive Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen organisiert und praktiziert werden kann?

Im Ergebnis wurden Wirksamkeitsindikatoren, geeignete Rahmenbedingungen sowie Qualitätskriterien entwickelt bzw. benannt.

Der Projektbericht ist fertiggestellt. Er kann über die Projektseite des LWL-Landesjugendamtes bestellt werden.

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