Über Praktiken, Orte und Herausforderungen heutiger Wissensproduktion
Wissensproduktion und Wissenschaft sind seit jeher durchzogen vom Kampf um Deutungshoheiten. Aktuell sind es Desinformation, Clickbait und KI-generierte Inhalte, die traditionelle Wissenschaftsmodelle herausfordern, während Citizen Science, Artistic Research und Open Science alternative Wege der Wissensgenerierung und -verbreitung öffnen.
Die Vortragsreihe widmet sich Wegen der Wissensproduktion jenseits klassischer akademischer Prozesse. Sie diskutiert zeitaktuelle Formen der Wissensgenerierung, untersucht digitale Infrastrukturen und Wissensarchive, reflektiert die Rolle von Museen als Akteure kulturellen Gedächtnisses und fragt nach Machtverteilungen bei der Festlegung dessen, was überhaupt als Wissen gilt. Wissenschaftskommunikation wird dabei ebenso thematisiert wie die Nutzung moderner Technologien, die unsere Wahrnehmung von Wissen fortlaufend verändern. Unter welchen Bedingungen kann Wissenschaft also glaubwürdig und wirkungsvoll agieren? Und welche Rolle spielen Transparenz, Partizipation und kritische Reflexion in der Wissensproduktion?
Die Vortragsreihe soll einen Diskussionsraum schaffen, der Wissenschaftler*innen, Akteur*innen aus Kulturinstitutionen, Kommunikationspraktiker*innen, Studierende und die Zivilgesellschaft zusammenbringt und richtet sich an alle, die sich für Prozesse der Wissensgenerierung und -kommunikation interessieren.
Alle Veranstaltungen sind kostenfrei und finden von 19.00 bis 20.30 Uhr im Heinz Nixdorf MuseumsForum statt.
Konzeption: Larissa Lenze & Jutta Weber
Erster Vortrag am 21.10.2025 | Quadrature - Juliane Götz, Sebastian Neitsch: From Sputnik to Starshield: Künstlerische Strategien der Wissensvermittlung am Beispiel der Kolonialisierung des Erdorbits
Das Duo Quadrature (Juliane Götz, Sebastian Neitsch) beschäftigt sich seit über zehn Jahren mit der wissenschaftlichen Erforschung und technischen Kolonisierung des Weltraums. Ausgehend von ihren eigenen Kunstwerken und aktuellen historischen Geschichten beschreiben die Künstler:innen in diesem Vortrag, wie ihre Praxis zwischen poetischer Ästhetik, Abstraktion, realer Weltpolitik und harten wissenschaftlichen Fakten balanciert. Sie gehen der Frage nach, warum in ihren Arbeiten nicht die Vermittlung von reinem Wissen im Vordergrund steht, sondern zusätzliche Dimensionen und Erzählungen über die sozialen, gesellschaftlichen und emotionalen Auswirkungen der fortschreitenden Forschung und Technologie.
Hier gehts es zum vollständigen Programm.