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Die Bereiche des Instituts Show image information

Die Bereiche des Instituts

Photo: Yvonne Ruhose

Veranstaltung

Tuesday, 25.06.2019 - Wednesday, 26.06.2019

Intern. Tagung: Transkulturelle Wechselwirkungen durch Künste und Soziales: Iranische Diaspora in Europa und darüber hina

Transkulturelle Wechselwirkungen durch Künste und Soziales: Iranische Diaspora in Europa und darüber hinaus

Die ‚iranische Diaspora‘ ist extrem vielgestaltig. So wie auch der Iran selbst ein sehr vielgestaltiges Land ist, ist auch das, was man weltweit als ‚iranische Diaspora‘ bezeichnen kann, ein sehr heterogenes und komplexes Phänomen, das mitunter natürlich auch in Verbindung mit, zum einen, dem Aspekt ‚Exil‘ und, zum anderen, dem Aspekt ‚Islam‘ gesehen werden kann und sollte, das jedoch weder auf diese Aspekte reduzierbar noch mit ihnen gleichzusetzen ist. Es handelt sich vielmehr um ein sehr dichtes Geschehen u.a. allein schon in dem Sinne, dass unbedingt auch Menschen und Generationen mit einzubeziehen sind, für die die beiden eben genannten Aspekte ‚Exil‘ und ‚Islam‘ und sogar der Aspekt ‚Iran‘ selbst sicher bisweilen auch eine Rolle spielen, für die sie dies aber auf oftmals völlig andere Art tun, als es z. Bsp. bei ihnen vorangehenden (Diaspora)-Generationen womöglich der Fall ist. Und bisweilen spielen diese Aspekte eben auch überhaupt keine Rolle (mehr), oder nur eine untergeordnete, andere dafür umso mehr. Die Vielgestalt ist, wie gesagt, sehr groß.

Bei der Konferenz wird es vor allem darum gehen, aufzuzeigen und zu reflektieren, ob, wie und wo das Phänomen ‚iranische Diaspora‘ in den Künsten der Länder, wo diese Diaspora zu finden ist, und auch durch diese Künste im Sozialen dieser Länder sichtbar, hörbar, nachvollziehbar, erlebbar und reflektierbar wird. Ebenso kann es von Interesse sein, das, was die jeweiligen länderspezifischen Iran-Diaspora-Künste hervorbringen, untereinander zu vergleichen oder auch zu diskutieren, ob und falls ja wie und inwieweit diese Hervorbringungen quer durch die iranische Diaspora hindurch in Verbindung stehen.

Vorrangig wird es um künstlerische Produktionen gehen, die – so sie mit Sprache arbeiten – in der Sprache des jeweiligen Landes entstehen, wo sie hervorgebracht wurden oder werden. Es geht also vornehmlich nicht um rein Persisch-Sprachiges und es geht auch nicht um die Kulturhervorbringungen vor Ort im Iran, d.h. die Konferenz widmet sich vorrangig dem, was eben nicht auf Persisch geschaffen wurde oder wird. Es wird daher vor allem um Werke gehen, die sozusagen ‚beidseitig‘ rezipierbar und von vorneherein auch so angelegt sind.

Besondere Beachtung werden jene Aspekte erfahren, die von den Verflechtungen kultureller Zugehörigkeiten ‚erzählen‘, von dem Transitiven und Transkulturellen also und damit von der Hybridität der kulturellen Räume sowie von der stets Austausch erzeugenden Beweglichkeit und ihren Psychodynamiken, die der Idee menschlicher ‚Kultur‘ und ‚Identität‘ ebenso ursächlich innewohnen wie dem Leben als Bewegung selbst. Es geht um das Hinterfragen und das Sicht- und Hörbarmachen der Verquickungen von Eigenem und Fremdem, von Selbst- und Fremdwahrnehmung, von Zuschreibungen und deren Annahme bzw. Ablehnung.

Für die Kulturwissenschaft im Allgemeinen wie auch die Öffentlichkeit sind differenzierte Betrachtungsweisen der Phänomene ‚iranische Diaspora‘ und ‚Transkulturalität‘ sehr wichtig, gerade auch in einer Zeit, in der im öffentlichen Diskurs das differenzierte Denken droht, in den Hintergrund gedrängt zu werden. Im öffentlichen Diskurs nämlich wird zwar oft über den Iran berichtet. Eine breite Wahrnehmung dessen aber, was Mitbürger mit Bezug zum Iran in hiesigen Breiten künstlerisch leisten und hervorbringen und welche Bedeutung diese Werke nicht nur für Menschen mit Bezug zum Iran sondern für uns alle in unserem Kulturraum haben bzw. haben können, ist nur sehr wenig gewährleistet, denn eine breitere Rezeption dieser Werke ist in Europa bisher kaum gegeben, weder in der Öffentlichkeit noch in den Wissenschaften.

Ein Ziel der Tagung ist es deshalb auch, dazu beizutragen, speziell die Künste der iranischen Diaspora weiter aus der Marginalität, in der sie sich in Europa befindet, herauszuholen und sie auf lange Sicht einem größeren Publikum zugänglich und bekannt zu machen und im Bewusstsein sowohl der Wissenschaften als auch der breiten Öffentlichkeit zu verankern. Auf der nun stattfindenden Konferenz wird es, auch weil es sich im Zuge der Vorbereitung speziell dieser Konferenz so ergeben hat, vor allem um literarische Werke gehen (s. Programm).

Unterschiedliche literatur- und kulturwissenschaftliche Perspektiven spielen daher für die Konferenz eine wichtige Rolle. Da diese in Bezug auf speziell die Künste der iranischen Diaspora, und eben die Literatur miteingeschlossen, bisher nur sporadisch zum Zuge gekommen sind (anders als zum Beispiel soziologische oder sozio-politische Perspektiven, die weitaus öfter zum Einsatz kommen, die jedoch die Künste der iranischen Diaspora meist nicht einbeziehen), erscheint es wissenschaftlich nicht nur ergiebig, sondern auch dringend erforderlich, sich diesem Forschungsfeld intensiv zuzuwenden.

Dazu genau leistet die Paderborner Konferenz einen Beitrag, dem selbstverständlich weitere folgen sollen, ja: folgen müssen, und dem daher, wie natürlich zu hoffen steht, auch weitere folgen werden.

 

Die Konferenzausrichter, Paderborn im Juni 2019.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

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Short summary in English:

 

The ‘Iranian Diaspora’ is extremely varied. Like Iran itself, which is a very diverse country, the worldwide phenomenon of the ‘Iranian Diaspora’ is a very heterogeneous and complex reality that in certain cases can and, of course, should be seen in relation to, on the one hand, the heading of ‘exile’ and, on the other, the heading of ‘Islam’, but which cannot be reduced or equated to these headings. It is rather the expression of a very dense and multiform phenomenon involving multiple generations, the members of which experience ‚exile’, ‚Islam’, and ‚Iran’ differently.

The main concern and quest of the conference will be to depict and reflect whether, how and where the phenomenon ‘Iranian Diaspora’ becomes visible, audible, comprehensible and thinkable within the arts of the countries where this diaspora is to be found and also through these arts within the social life of these countries. In the same way it might be of interest to compare the outputs of the different ‘Iranian Diasporic Arts’ and to examine the extent to which these outputs may be connected through the Diaspora itself.

Paramount for this conference will be the analysis of artistic productions that – as far as they work with language – are produced in the language of the respective country where they are being or have been generated. So, the conference will not be about works produced in Farsi or any other language spoken in Iran or about works produced in Iran itself.

Particular attention shall be paid to transculturality which is: to those aspects which ‘narrate’ the ‘Transitive’: the interrelations of cultural affiliation or ‘belonging’ and therefore the permeability and hybridity of cultural spaces as well as exchange-creating mobility and its psychodynamics which are etiologically inherent to the idea of human ‘culture’ and ‘identity’ as well as of life-as-movement. The aim will be the questioning, scrutinising and uncovering involved in rendering visible and audible the commingling of self(hood) and other(hood), of attributions and ascriptions and their acceptance or refusal. 

 

The Organisers of the Conference, Paderborn, June 2019.

 

Further program information are available here.

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