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Gewölbemalerei der ehemaligen Domstiftsbibliothek im Nordflügel der Domklausur, Brandenburg an der Havel. Bildinformationen anzeigen
Digitale Kulturwissenschaften - Augmented Reality: Im Lehr- und Forschungsprojekt ‚Historisches Paderborn’-App entwickeln Informatiker und Kulturwissenschaftler eine App zur Erkundung des historischen Paderborns, die Nutzern beispielsweise ikonographische Aspekte am mittelalterlichen Paradiesportal des Doms vor Augen führt. Gelb gekennzeichnet: Apostel Jakobus der Ältere (Jacobus Major) erkennbar an der von ihm gehaltenen grün markierten Muschel (sog. Jakobsmuschel). Bildinformationen anzeigen

Gewölbemalerei der ehemaligen Domstiftsbibliothek im Nordflügel der Domklausur, Brandenburg an der Havel.

Foto: Foto: © Birgit Malter 2009.

Digitale Kulturwissenschaften - Augmented Reality: Im Lehr- und Forschungsprojekt ‚Historisches Paderborn’-App entwickeln Informatiker und Kulturwissenschaftler eine App zur Erkundung des historischen Paderborns, die Nutzern beispielsweise ikonographische Aspekte am mittelalterlichen Paradiesportal des Doms vor Augen führt. Gelb gekennzeichnet: Apostel Jakobus der Ältere (Jacobus Major) erkennbar an der von ihm gehaltenen grün markierten Muschel (sog. Jakobsmuschel).

Foto: A. Schmitt-Chandon

Die ‚Historische Paderborn’-App (HiP-App)

Projektbeschreibung
Raum als Ressource: Die HiP-App macht Geschichte erlebbar.

Interfakultäres Lehr- und Forschungsprojekt zur agilen Softwareentwicklung und mobilen multimodalen Vermittlung vormoderner Artefakte

Die ‚Historisches Paderborn-App‘ (HiP-App) ist ein interdisziplinäres und interfakultäres Lehr- und Forschungsprojekt im Bereich der Digital Humanities, das Methoden der verschiedenen Disziplinen produktiv zusammenwirken lässt.
Das Projekt wird maßgeblich von folgenden Akteuren getragen: Dr. Markus Greulich (Ältere deutsche Sprache und Literatur), Dr. des. Nicola Karthaus (Mittelalterliche Geschichte), Dr. Simon Oberthür (Informatik), Ariane Schmitt-Chandon, M.A. (Mittlere und Neuere Kunstgeschichte), Björn Senft, M.Sc. (Informatik), Kristina Stog, M.A. (Germanistische und Allgemeine Sprachwissenschaft) und Jun.-Prof. Dr. Nicole M. Wilk (Germanistische Sprachwissenschaft).
Ziel des Projektes ist die gemeinsame Entwicklung einer Anwendung für mobile Endgeräte, die auf ansprechende Weise detaillierte und fachlich sinnvoll aufbereitete Materialien zur selbstständigen historischen Erkundung der Stadt Paderborn anbietet. Konzipiert werden derzeit drei verschiedene Stadtrundgänge zum hl. Liborius, zu Karl dem Großen und zu Bischof Meinwerk von Paderborn – drei für die Entwicklung Paderborns zentrale historische Persönlichkeiten des frühen Mittelalters. Ein weiterer Stadtrundgang thematisiert die historischen Orts- und Straßennamen in Paderborn.
Existierende Denkmäler dienen als Ausgangspunkt, um germanistische, historische und kunsthistorische Inhalte zu erläutern. Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, den Stadtraum historisch erfahrbar zu machen. Die Geschichte der Kulturgüter und Artefakte von Paderborn direkt vor Ort mit Hilfe der App ‚sicht- und lesbar’ zu machen, ist hierbei für den Lehrbereich der Mittleren und Neueren Kunstgeschichte von besonderem Interesse. Kunstwerke können nicht nur schriftlich oder mündlich erläutert werden, sondern auch singuläre Details hervorgehoben oder verlorene Sinnzusammenhänge visualisiert werden. Sogar der ursprüngliche Kontext eines Werkes kann so rekonstruiert werden. Auch ist es möglich, kunsthistorische Vergleiche zu ziehen und eine kulturhistorische Kontextualisierung vorzunehmen. Die Kombination von Artefakten und Sprechertexten, Fotos, Skizzen und Legenden, Rekonstruktionen und interaktiven Angeboten führt zu innovativen und anregenden Medienformaten. Die Benutzeroberfläche der App wird u. a. durch aktuellste Präsentationsformen historischer Artefakte im Bereich der Augmented Reality, d. h. der virtuell erweiterten Realität, gestaltet. So wird die Neugier der Nutzer_innen geweckt, die Wahrnehmung des urbanen Umfelds verändert und zur eigenen Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte und dem Kulturraum angeregt.
Das Projekt zeichnet sich durch ihren evolutiven Charakter und ihre enge Verzahnung von Forschung und Lehre aus. Im Fokus des interdisziplinären Projektes stehen neben der Aufbereitung wissenschaftlicher Inhalte auch Aspekte des forschenden Lernens und der Medienkompetenz. Entwicklung und Betrieb sowie Erarbeitung der multimodalen Inhalte der App werden – unter wissenschaftlicher Leitung – von Studierenden der Informatik und der Kulturwissenschaften der Universität Paderborn geleistet. Dazu fanden im Sommersemester 2015, im Wintersemester 2015/2016 sowie im Sommersemester 2106 mehrere fachspezifische Seminare der Kulturwissenschaften und der Informatik statt. In einer einwöchigen Herbstakademie des IEMAN im September 2015 entwickelten darüber hinaus Studierende in interdisziplinären Arbeitsgruppen innovative und nutzerzentrierte Konzepte für das Front-End, d.h. die sichtbare Oberfläche der App.
Zentrales gemeinsames Forschungsanliegen der Kulturwissenschaften und der Informatik ist es, in diesem Projekt Methoden, Prozesse und Analysen im Bereich der Digital Humanities zu entwickeln. Forschungsgegenstand und -grundlage hierfür bilden Genese, Entwicklung, Betrieb und Pflege der HiP-App, aber auch die kritische Reflexion der Kopplung physischer, kartographierter und medialer Räume, die die urbane Topographie diachron lesbar machen. Als Plattform für die Analyse der multimodalen Raumkonstitution soll die HiP-App die vielfältigen Prozesse der Visualisierung und digitalen Aufbereitung von stadtgeschichtlichem Wissen beschreiben und dabei ermitteln, welche Möglichkeiten historischer Sinnstiftung sich mit der Verknüpfung von Artefakten, Sprache und digitalen Medien auf einer interaktiven Benutzeroberfläche eröffnen.
Die Projektgruppe wurde 2015 mit dem Forschungspreis der Universität Paderborn ausgezeichnet und konnte 2016 auf der 3. Tagung des Verbands ‚Digital Humanities im deutschsprachigen Raum‘ eine eigene Sektion mit drei Vorträgen gestalten.

Berichte und Publikationen

Reckendorf, Nina, Das ist HiP: Erkundung der Domstadt mithilfe einer App, in: upb.aktuell, Ausgabe 32, 8. Oktober 2015, S. 2-3.

Greulich, Markus / Karthaus, Nicola, Digital Humanities und Design Thinking. Selbständig das historische Paderborn erkunden, in: Paderborner Universitätszeitschrift (PUZ) 2, Wintersemester 2015/2016, S. 36-37.

Greulich, Markus / Karthaus, Nicola / Schmidt, Ariane, Ins Leben gerückt. Zum Potential mobiler Anwendungen für die Vermittlung vormoderner Artefakte, in: Dhd 2016: Modellierung – Vernetzung – Visualisierung. Die Digital Humanities als fächerübergreifendes Forschungsparadigma, Universität Leipzig 7.-12. März, Konferenzabstracts, hg. von Elisabeth Burr, Leipzig 2016, S. 70-73.

Forschungspreis 2015: Zwei fachübergreifende Projekte erhalten rund 100.000 Euro, in: Paderborner Universitätszeitschrift (PUZ) 2, Wintersemester 2015/2016, S.50-51.

Negri, Julia, Design Thinking? Heiliger Liborius! SICP-Nachricht vom 9. Juni 2017.

Vorträge und Präsentationen

06.03.2015
Universität Paderborn: 44. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik „Hochschuldidaktik im Dialog. Tag(ung) des Lernens und Lehrens“

Dr. Katrin Bourée, Dr. Markus Greulich, Ariane Schmidt M.A., DisQspace-Beitrag: Dimensionen einer interdisziplinären Kooperation in universitärer Lehre ‚Historisches Paderborn‘-App (HiP-App)

10.03.2016
Universität Leipzig: 3. Tagung des Fachverbandes Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) „Modellierung – Vernetzung – Visualisierung. Die Digital Humanities als fächerübergreifendes Forschungsparadigma“

Dr. Markus Greulich, Dr. des. Nicola Karthaus, Dr. Simon Oberthür, Ariane Schmidt, M.A., Björn Senft M.Sc., Kristina Stog, M.A., Jun.-Prof. Dr. Nicole M. Wilk, Sektion: Mobile Anwendungen als multimodale Medien zur Vermittlung vormoderner Artefakte. Die ‚Historisches Paderborn‘-App – ein interdisziplinäres Forschungs- und Lehrprojekt“

26.06.2016
Präsentation der HiP-App im Rahmen der Wissenschaftstage der Universität Paderborn [zusammen mit Dr. Markus Greulich, Dr. des. Nicola Karthaus, Dr. Simon Oberthür, Björn Senft, M.Sc., Kristina Stog, M.A. und Jun.-Prof. Dr. Nicole M. Wilk]

13.07.2016
Universität Paderborn: Interdisziplinäre Ringvorlesung des Instituts für Kunst, Musik, Textil „Kunstbegriffe 4: Orte“

Dr. Markus Greulich, Dr. des. Nicola Karthaus, Ariane Schmidt, M.A., Kristina Stog, M.A., Jun.-Prof. Dr. Nicole M. Wilk, Vortrag: Karl der Große vor Ort. Herstellung geschichtlicher Räume durch multimodale Darstellung

22.09.2016
Universität Bochum: 45. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik „Gelingende Lehre: erkennen, entwickeln, etablieren“

Dr. Markus Greulich, Dr. des. Nicola Karthaus, Dr. Simon Oberthür, Ariane Schmidt, M.A., Björn Senft, M.Sc., Kristina Stog, M.A., Jun.-Prof. Dr. Nicole M. Wilk, DisQspace-Beitrag Design Thinking als Methode in den Digital Humanities. Optionen interdisziplinären, forschenden Lehrens und Lernens

Die Universität der Informationsgesellschaft