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Akzeptanz gewährleisten - Technik humanverträglicher gestalten

Innovationen werden häufig nur von der technischen und/oder wirtschaftlichen Seite betrachtet. Die Perspektive des Anwenders (Humanverträglichkeit) und die des Gemeinwohls (Sozialverträglichkeit) werden dabei vernachlässigt. Fragen der Sicherheit, der Beherrschbarkeit, der Akzeptanz und des individuellen Nutzens der Technologie bleiben außen vor. Dadurch besteht die Gefahr, dass neue Produkte und Produktionssysteme nicht sozialverträglich sind und zu Widerständen und Berührungsängsten bei den Anwendern führen, was wiederum negative wirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Dies zeigte sich beispielsweise bei der Einführung elektronisch gesteuerter Bremsen bei der Daimler S- und E-Klasse, welchen der Nutzer nicht uneingeschränkt vertrauen konnte. Es fehlen konkrete Instrumente, die Gemeinwohl- und Nutzerperspektive in die Technologienentwicklung einbinden. Um entsprechende Fehlentwicklungen bei der Konzeption und Umsetzung intelligenter technischer Systeme und daraus resultierende Risiken sowie Akzeptanzprobleme zu vermeiden, sollten die im Spitzencluster beteiligten Entwickler und Verwender intelligenter technischer Systeme für die Berücksichtigung von Aspekten und Kriterien einer nutzerorientierten und humanverträglichen sozio-technischen Systemgestaltung sensibilisiert und für die Integration solcher Aspekte in den Entwicklungsprozess gewonnen werden

Praktischer Nutzen

Im Rahmen des BMBF Spitzenclusters itsOWL ist das Projekt "Akzeptanz gewährleisten - Technik sozial- und humanverträglich gestalten" als Nachhaltigkeitsmaßnahme angesiedelt. Die Clusterunternehmen werden dabei unterstützt, auf dem Gebiet der humanverträglichen Innovations- und Technikgestaltung Know-how aufzubauen. Das hier beantragte Teilprojekt zur humanverträglichen Technikgestaltung zeigt Wege auf, wie der Usability-Aspekt, der auch prominent in das Leitbild des Clusters aufgenommen wurde, umgesetzt werden kann. Dabei werden nicht nur Gesichtspunkte wie die Benutzerfreundlichkeit und die Bedienbarkeit – über intelligente und aktive Schnittstellen – bei der Planung intelligenter Technischer Systeme berücksichtigt, sondern die Nutzer werden im Rahmen der UCD-Verfahren direkt mit einbezogen. Die Ausrichtung intelligenter technischer Systeme auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer garantiert, dass sich die entwickelten Produkte am Markt behaupten können. Gleichzeitig wird auch der Forderung der Ressourceneffizienz mit einer humanverträglichen Technikgestaltung nachgekommen, denn Systeme, die nutzerfreundlich gestaltet werden, können lange eingesetzt und wartungsarm betrieben werden.

Konkrete Ziele des Projektes

Ziel des psychologischen Teilprojektes ist es, die an dem Spitzencluster it’s OWL beteiligten Unternehmen in die Lage zu versetzen, intelligente technische Systeme auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer auszurichten und dadurch letztendlich eine starke Marktposition aufbauen bzw. behaupten zu können. Bei der Bildung dieser strategischen Kompetenzen werden den beteiligten Unternehmen die Prinzipien des User-Centered-Designs vermittelt, so dass sie in der Produktentwicklung wirkungsvoll mit berücksichtigt und umgesetzt werden können. Nach vier Jahren wird die Mehrzahl der Clusterunternehmen in der Lage sein, diese nutzerzentrierte Gestaltungsmethodik dauerhaft vom Anfang des Produktentstehungs-prozesses an mitzudenken, mögliche UCD-relevante Probleme frühzeitig zu erkennen, sowie problemadäquate Lösungsansätze auszuwählen und umzusetzen. Zu diesem Zweck beteiligt sich das hier beantragte Teilprojekt am Aufbau einer Servicestelle, die im Verlauf der Förderphase im Cluster Kapazitäten und Strukturen zu entwickeln hilft, die Unternehmen für eine human- und sozialverträgliche Technikgestaltung benötigen. Darüber hinaus wird über die gesamte Projektlaufzeit interessierten Clusterunternehmen im Rahmen von Workshops die Möglichkeit gegeben, sich umfassend über die Prinzipien, Möglichkeiten und den aktuellen Forschungsstand des User-Centered-Designs zu informieren und sich in Bezug auf deren Umsetzung beraten zu lassen. Mit mindestens zwei Clusterunternehmen soll ein nutzerzentriertes UCD-Verfahren auch prototypisch umgesetzt werden. Die Ergebnisse werden an alle Clusterpartner gespiegelt. Auf dieser Grundlage wird ein allgemeingültiger Leitfaden zur Berücksichtigung und Umsetzung dieser Aspekte im Gestaltungsprozess erarbeitet mit dem Ziel, andere Entwicklungs- und Gestaltungsprojekte auf dieser Grundlage kontextbezogen zu beraten.

Antragsteller

Universität Paderborn im Verbund mit der Universität Bielefeld

Projektleitung

  • Prof. Dr. Niclas Schaper (Universität Paderborn)

Clustermanagement/Projektträger

Karlsruher Institut für Technologie

Projektbearbeitung

Förderung

BMBF

Laufzeit

07/2012 - 12/2014 (Förderphase I)

Die Universität der Informationsgesellschaft