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Kolloquium der Soziologie

Die Veranstaltungsreihe existiert seit dem Wintersemester 2017/2018 und wird organisiert vom Fachbereich Bildungssoziologie, Prof. Dr. Bettina Kohlrausch und Magdalena Polloczek. Das Kolloquium richtet sich an alle Interessierten der Universität Paderborn und möchte über die Fachgrenzen hinaus einen Raum zur Diskussion soziologischer Fragestellungen bieten. Die jedes Semester stattfindenden Vorträge geben einen Einblick in Themen, die uns aktuell im Rahmen von Forschungsarbeiten beschäftigen.

Wintersemester 2019 / 2020

Das Kolloquium findet an den genannten Terminen in Raum L2 201 von 14.15 – 15.45 Uhr statt.

30.10.2019: Kommunitaristen vs. Kosmopoliten – eine neue gesellschaftliche Bruchlinie? Prof. Dr. Bettina Kohlrausch

In der sozialwissenschaftlichen Auseinandersetzung wird  das Erstarken der AfD häufig als Ausdruck der Entstehung einer neuen gesellschaftlichen Konfliktlinie zwischen sogenannten Kosmopoliten und Kommunitaristen interpretiert. In dem Vortrag diskutiert Bettina Kohlrausch dieses Argument kritisch vor dem Hintergrund empirischer Befunde über die Motivation und sozial-strukturelle Verortung der AfD-Wähler*innen.

04.12.2019: Interdependenzen von Beruf und Privatem aus einer organisationalen Ungleichheitsperspektive. Prof. Dr. Anja Abendroth, Universität Bielefeld

Initiativen zur Förderung von Familienfreundlichkeit in Arbeitsorganisationen finden sich auf europäischer und nationaler Ebene. In diesem Vortrag präsentiert Anja Abendroth, auf Basis repräsentativer Daten von Beschäftigten in deutschen Großbetrieben, inwiefern Arbeitsorganisationen mit ihren Politiken, Kulturen und Strukturen Vereinbarkeitschancen von Beruf und Privatem sowie geschlechtsspezifische Erwerbsmuster und Karrieren strukturieren.

08.01.2020: Weltmusik zwischen Exotismus und Hybridisierung. Dr. Thomas Schroedter
05.02.2020: Im Spannungsfeld von Bedarf und Akzeptanz – die Nachfrage nach haushaltsbezogenen und familienunterstützenden Dienstleistungen in Deutschland und im internationalen Vergleich. Prof. Dr. Natascha Nisic

Ein wesentlicher Teil der sozialen Wohlfahrtsproduktion findet als unbezahlte, vor allem von Frauen geleistete, private Sorgearbeit im Haushalt statt. Allerdings gerät diese Form der gesellschaftlichen Arbeitsteilung im Zuge der gestiegenen Erwerbsorientierung von Frauen, demographischer Veränderungen und des Rückbaus sozialer Sicherungssysteme immer mehr unter Druck. Die entgeltliche Auslagerung der Sorge- und Haushaltstätigkeiten an Dritte wird dabei in Politik und Öffentlichkeit zunehmend als Lösung für die entstehenden Vereinbarkeitskonflikte erachtet. Jedoch wurde das spezifische Nachfrageverhalten nach entsprechenden Dienstleistungen bislang national und international kaum systematisch untersucht. In den wenigen vorhandenen Studien dominieren zum einen quantitativ orientierte ökonomische Ansätze, die aber inkonsistente Befunde aufweisen und aus soziologischer Perspektive zu kurz greifen sowie zum anderen kultursoziologisch informierte qualitative Untersuchungen, die wiederum relevante aber nur eingeschränkt generalisierbare Einsichten liefern. Ziel des Projekts ist daher die systematische theoretische und empirisch-quantitative Analyse von Entwicklung und Determinanten der Nachfrage nach haushaltsbezogenen und familienunterstützenden Dienstleistungen in Deutschland und im internationalen Vergleich unter Einbezug dezidiert soziologischer Perspektiven. Die zentrale These ist, dass neben den in ökonomischen Studien hervorgehobenen Zeit- und Budgetrestriktionen, weitere noch kaum berücksichtigte Bestimmungsfaktoren einen wesentlichen Erklärungsbeitrag liefern. Hierzu gehören erstens mit der Haushaltstätigkeit eng verknüpfte soziokulturelle Leitbilder zu Privatheit, Familie und Geschlecht. Zweitens wird aus wirtschaftssoziologischer Perspektive abgeleitet, dass mit ökonomischen Austauschbeziehungen einhergehende Qualitäts- und Vertrauensprobleme eine zentrale Rolle für die Akzeptanz und Inanspruchnahme der Dienste spielen. Drittens bilden institutionelle und wohlfahrtsstaatliche Rahmenbedingungen wichtige Determinanten für Arbeitsteilungs- und Auslagerungsentscheidungen von Haushalten. Die empirische Umsetzung erfolgt mittels fortgeschrittener Regressionsverfahren und greift zum einen auf nationale und internationale Sekundärdatensätze zurück, die die Nutzung von Kinderbetreuung, Haushaltshilfen, Altenpflege, Food-Away-From-Home und Reparaturen erfassen. Zudem wird auf eine bereits erfolgte Primärerhebung im Rahmen des Beziehungs- und Familienpanels pairfam zurückgegriffen, die eine Überprüfung der noch neuen kultur- und wirtschaftssoziologischen Überlegungen ermöglicht. Das Projekt liefert nicht nur umfassende Einsichten in die vielschichtigen Bestimmungsfaktoren der Nachfrage und die Tragweite etwaiger neuer gesellschaftlicher Sorgearrangements, sondern auch Aufschlüsse über die Relevanz kultureller Rahmungen für ökonomische Prozesse und soziale Ungleichheitsdynamiken, die sich aus der unterschiedlichen Inanspruchnahme der Dienste ergeben.

Sommersemester 2019

03.07.2019: Diversität, Technik und Feuerwehrwesen im Paderborner Ansatz. Prof. Dr. Ilona Horwath

Forschungsarbeiten und Erfahrungen aus dem internationalen Kontext zeigen, dass die Förderung von Diversität in der Feuerwehr ein äußerst schwieriges Unterfangen ist. Obwohl sie seit vielen Jahren von gleichstellungs- und diversitätspolitischen Bemühungen adressiert werden, lassen sich nur mäßig Erfolge verbuchen. Im Rahmen des Forschungsvorhabens FORTESY wird das Ziel formuliert, mit Hilfe qualitativer Forschungsmethoden Organisationskultur und Handlungsroutinen des Feuerwehrwesens so herauszuarbeiten, dass die Hemmnisse und Herausforderungen in Hinblick auf diversitäre Öffnungsprozesse sichtbar werden. Die These ist, dass dies in erster Linie durch die Einbindung von Forschung zu Technikeinsatz im Team möglich ist, da Einsatztechnologie für das Feuerwehrwesen eine zentrale Ressource darstellt. Diese Verbindung zwischen Technikanalyse und sozialwissenschaftlicher Diversitätsforschung erlaubt es letztlich, die sozialen Prozesse des Feuerwehrwesens in ihrem Zusammenwirken mit der stark interdisziplinären Ausrichtung im Paderborner Ansatz möglich zu machen.

05.06.2019: Das Archiv des Körpers. Prof. Dr. Hannelore Bublitz

Das Archiv des Körpers bildet den historisch situierten Diskursraum, in dem spezifische Körperkonzepte und Körperbilder produziert werden. Es bildet das Potential, aus dem heraus der Körper sich historisch im Kontext spezifischer Konstruktionsapparate, technischen Medien und Phantasmen materialisiert. Die historische Rekonstruktion dieses Archivs zeigt, dass die Produktion wirklicher Körper und deren Visualisierung in der Moderne nicht nur immer abstrakter wird, durch Apparate, Daten und Technologien erfolgt, sondern darüber hinaus eine phantasmatische Funktion erfüllt, die sich nicht zuletzt auch in seiner technisch-imaginären Konfiguration zeigt. Kernthese ist, dass der Körper der Moderne zunächst metaphorisch, dann zunehmend real als ›Maschine‹ gedacht wird, die, je künstlicher, umso natürlicher wirkt.

08.05.2019: Arbeit an der Grenzfläche. Aushandlung– und Gestaltungsprozesse von Inter– und Transdisziplinarität, Dr. Anna-Lena Berscheid

Wintersemester 2018 / 2019

09.01.2019: Die Bedeutung von Statusängsten für das Erstarken des Rechtspopulismus in Deutschland. Prof. Dr. Bettina Kohlrausch
05.12.2018: Stammtischkämpfer/-innen-Seminar. Bündnis Aufstehen gegen Rassismus. Eckart Koepsell-Zerbst
07.11.2018: Digitalisierung: Neue Arbeits- Organisations- und Geschlechterbeziehungen? Dr. Lena Weber
10.10.2018: Betriebliche Selektionskriterien und ihr Einfluss auf den Bewerbungserfolg von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Sophie Krug von Nidda

Wintersemester 2017/2018

07.02.2018: Im Spannungsfeld von Bedarf und Akzeptanz – Die entgeltliche Auslagerung von Sorgearbeit. Prof. Dr. Natascha Nisic.
10.01.2018: Gender und Exzellenz. Eine international vergleichende Betrachtung. Prof Dr. Birgitt Riegraf
06.12.2017: It takes a network to defend one. Soziale Netzwerke im Kontext von Krieg und Überwachung. Prof. Dr. Jutta Weber
08.11.2017: Die AfD und die soziale Frage. Was Rechtspopulismus mit sozialer Ungleichheit zu tun hat. Prof Dr. Bettina Kohlrausch

Die Universität der Informationsgesellschaft