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Prof. Dr. Eva-Maria Seng und Studierende des Masterstudiengangs Kulturerbe vor Schloss Solitude, Stuttgart Bildinformationen anzeigen
Neues Museum, Berlin Bildinformationen anzeigen
Aufnahme von Corveyer Buchbeständen der EAB/Depositum Dechanei Höxter Bildinformationen anzeigen
Münsterplatz, Ulm, Steinmetzen bei der Arbeit, 1933 Bildinformationen anzeigen
Vortrag von Prof. Dr. Chen Chiyu (Tsinghua Universität Beijing) über Wechselbeziehungen chinesischer und westlicher Kunst im VolksbankForum Paderborn Bildinformationen anzeigen
Städel Museum, Frankfurt am Main Bildinformationen anzeigen
Ofrenda im Museum für Sepulkralkultur, Kassel Bildinformationen anzeigen

Prof. Dr. Eva-Maria Seng und Studierende des Masterstudiengangs Kulturerbe vor Schloss Solitude, Stuttgart

Foto: © Paderborner Bildarchiv

Neues Museum, Berlin

Foto: gemeinfrei

Aufnahme von Corveyer Buchbeständen der EAB/Depositum Dechanei Höxter

Foto: © Andreas Bartsch

Münsterplatz, Ulm, Steinmetzen bei der Arbeit, 1933

Foto: © Stadtarchiv Ulm

Vortrag von Prof. Dr. Chen Chiyu (Tsinghua Universität Beijing) über Wechselbeziehungen chinesischer und westlicher Kunst im VolksbankForum Paderborn

Foto: © Paderborner Bildarchiv

Städel Museum, Frankfurt am Main

Foto: © Strandgut87/Wikimedia Commons

Ofrenda im Museum für Sepulkralkultur, Kassel

Foto: © Christine Drah

Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW

Die Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW unterstützt Bewerber im Verfahren um die Aufnahme von kulturellen Ausdrucksformen in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes des Landes NRW und die weiteren nationalen und internationalen Listen.

Sie arbeitet im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und ist angesiedelt am Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe von Prof. Dr. Eva-Maria Seng an der Universität Paderborn.

Zur Beantwortung von inhaltlichen oder formalen Fragen zu Ihrer Bewerbung steht die Landesstelle Ihnen gerne zur Verfügung. Weitere Informationen erhalten Sie auf den Internetseiten des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Deutschen UNESCO-Kommission e.V.

Immaterielles Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen sind Traditionen, die in das Landesinventar eingetragen sind. Sie dürfen nach der Freigabe durch das MKW das IKE-Landeslogo verwenden.

Aktuelles

Auszeichnung von Steigerlied und Trinkhallenkultur als Immaterielles Kulturerbe in NRW & Film „Ein Glasobjekt entsteht …“

Vertreterinnen und Vertreter von Steigerlied und Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet haben am 9. Juni 2021 im Ministerium für Kultur und Wissenschaft die Urkunde zur Eintragung in das Landesinventar des Immateriellen Kulturerbes erhalten. Für die Auszeichnung haben Glasmacher eigens ein Glasobjekt entworfen und manuell gefertigt. Ein Film mit dem Titel „Ein Glasobjekt entsteht … Immaterielles Kulturerbe in NRW“, der den Herstellungsprozess eindrucksvoll festhält, ist ab sofort hier abzurufen.

Das Land Nordrhein-Westfalen führt ein eigenes Landesinventar des Immateriellen Kulturerbes. Neuaufnahmen in dieses Verzeichnis finden alle zwei Jahre statt. Das Steigerlied und die Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet sind seit 2020 als immaterielles, kulturelles Erbe auf Landesebene anerkannt. Jetzt fand im Ministerium für Kultur und Wissenschaft der Festakt anlässlich der Aufnahme statt. Klaus Kaiser, Parlamentarischer Staatssekretär im Kulturministerium, überreichte den Vertreterinnen und Vertretern der Kulturformen die Urkunde zur Eintragung.

„Trinkhallen mit bewährtem Sortiment bilden für ihre Stammkundschaft eine Plattform für den Austausch und die Integration insbesondere in urbanen Milieus“, sagt Prof. Dr. Eva-Maria Seng als Sprecherin der Landesjury. „Auch das Singen des Steigerliedes entfaltet in Nordrhein-Westfalen eine hohe identitätsstiftende Wirkung über den engeren Kontext des Bergbaus hinaus.“

Der Parlamentarische Staatssekretär Kaiser händigte den Kulturerbeträger mit den Urkunden ein Glasobjekt aus, das Glasmacher der Glashütte Gernheim eigens hierfür entworfen und heiß am Ofen hergestellt haben. Dieses repräsentiert das enorme Wissen und Können der manuellen Glasfertigung und damit eines Handwerks, das in Nordrhein-Westfalen aktiv praktiziert, weitergegeben und entwickelt wird. Gleichzeitig symbolisiert das Objekt, dass beim Immateriellen Kulturerbe ganz unterschiedliche Bereiche von Kultur gleichwertig nebeneinanderstehen: hier mündliche Ausdrucksweisen, gesellschaftliche Bräuche und Rituale sowie traditionelle Handwerkstechniken.

Neuaufnahmen in das Bundesweite Verzeichnis – Kulturformen auf Vorschlag von Nordrhein-Westfalen als Immaterielles Kulturerbe anerkannt

Das Buchbinderhandwerk, die Demoszene und das Papiertheater gehören zu den insgesamt 20 Neuaufnahmen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Sie zeigen die Vielseitigkeit lebendiger Traditionen, die durch die Weitergabe und -entwicklung von Wissen und Können eine wichtige kulturelle Ressource darstellen.

Aus dem Bewerbungsverfahren 2019–2021 haben deutschlandweit 18 Kulturformen und zwei Modellprogramme zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis geschafft. Auf Empfehlung der sachkundigen, unabhängigen Landesjury für das Immaterielle Kulturerbe hat Nordrhein-Westfalen erfolgreich das Buchbinderhandwerk, die Demoszene und das Papiertheater nominiert. Grundlage der Entscheidung bildeten die Bewerbungsunterlagen, welche die Trägergruppen in ihrem Bundesland eingereicht haben. Buchbinderhandwerk, Demoszene und Papiertheater werden dabei nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern auch länder- und staatenübergreifend ausgeübt. Sie fanden im mehrstufigen nationalen Auswahlverfahren auf allen Ebenen Zustimmung zur Anerkennung als kulturelles Erbe.

Die Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis soll zu mehr öffentlicher Bekanntheit, Aufmerksamkeit und Wertschätzung beitragen. Dadurch soll Risiken für die Weitergabe und das Fortbestehen der Kulturformen begegnet werden, zu denen z.B. rückläufige Aufträge in der Buchbinderei, der Verlust der ursprünglichen digitalen und analogen Trägermedien in der Demoszene oder das vergleichsweise hohe Durchschnittsalter der Spielerinnen und Spieler beim Papiertheater zählen können. Außerdem sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit zu bedenken. Für die Gesellschaft stellen die gewachsenen und tradierten Kulturformen einen Speicher von Wissen und Fertigkeiten dar, der die Basis für Innovationen bildet. Immaterielles Kulturerbe wirkt gemeinschafts-, identitäts- und sinnstiftend und regt Reflexionsprozesse über die Verständigung und den Zusammenhalt zwischen den Menschen an.

Als positiv für die Ausgewogenheit des Bundesweiten Verzeichnisses ist hervorzuheben, dass die drei nordrhein-westfälischen Vorschläge einerseits dem bislang nicht genügend repräsentierten urbanen Raum zuzuordnen sind, andererseits mit der anteiligen Verortung der Demoszene im Digitalen eine neue Raumkategorie beim Immateriellen Kulturerbe zutage tritt. Ein Beispiel einer noch nicht geschlossenen Leerstelle sind migrantische Traditionen, die in Deutschland vielerorts praktiziert werden. Eine breite, vielfältige und kreative Teilnahme am Bewerbungsverfahren 2021 vom 1. April bis 30. November 2021 ist deshalb sehr zu wünschen.

Weitere Informationen, Beratung und Unterstützung bietet die Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW an der Universität Paderborn allen Interessierten und Bewerbenden kostenfrei an. Eine öffentliche Informationsveranstaltung mit Beteiligung der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. findet am 10. Mai 2021 als Online-Videokonferenz statt. Kontakt und Anmeldung unter: landesstelle(at)ike.upb(dot)de. Siehe auch: www.kulturerbe-forschung.de.

Bauhüttenwesen als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt – aus NRW sind Aachen, Köln, Soest und Xanten vertreten

Das Bauhüttenwesen zählt ab sofort zum Immateriellen Kulturerbe bei der UNESCO. Die Listung im internationalen Register Guter Praxisbeispiele bedeutet, dass die Aktivitäten der Kulturerbe-Träger dem UNESCO-Übereinkommen von 2003 in besonderer Weise entsprechen. Erstmalig gelang es einer Nominierung mit deutscher Beteiligung, den Status eines Modellprogrammes zu erreichen. In Nordrhein-Westfalen befinden sich Bauhütten an den Domen in Aachen, Köln und Xanten sowie an der Soester Wiesenkirche.

Am vierten Tag seiner sechstägigen Online-Sitzung vom 14. bis 19. Dezember 2020 traf der Zwischenstaatliche Ausschuss die Entscheidung für die Aufnahme des Bauhüttenwesens in die UNESCO-Liste. Im März 2019 hatten die Staaten Deutschland, Frankreich, Norwegen, Österreich und Schweiz die Bewerbung von insgesamt 18 europäischen Bauhütten bei der UNESCO nominiert. Die vorbildhafte Art, traditionelle Handwerkstechniken zu bewahren, weiterzugeben und fortzuentwickeln, konnte überzeugen. Insbesondere die Initiativen zur Stärkung der multinationalen Zusammenarbeit begeisterten die Gutachtenden. Gemeint sind beispielsweise der Zusammenschluss in der europäischen Vereinigung Dombaumeister e. V. sowie das Ausbildungssystem, das die Mobilität der Lernenden innerhalb des Bauhüttennetzwerkes vorsieht und fördert. Die Eintragung hat auf allen Stufen Prof. Dr. Eva-Maria Seng von der Universität Paderborn beraten und begleitet.

Bauhütten entstanden im Mittelalter an den Baustellen großer Sakralbauten. Einige wenige existieren seitdem ohne Unterbrechung; die meisten gründeten sich im 19. oder 20. Jahrhundert neu für die Wiederherstellung und den Weiterbau monumentaler Gebäuden. Heutzutage besteht ihre Aufgabe vor allem in der permanenten, sachgerechten Instandhaltung. Die Bauhüttenwerkstätten liegen hierfür günstig in unmittelbarer Nähe zum betreuten Bauwerk und somit oft im Zentrum der jeweiligen Stadt. Das Werkstattpersonal setzt sich aus Expertinnen und Experten unterschiedlicher Gewerke und Disziplinen zusammen. Diese leisten in identitätsstiftender Arbeitsgemeinschaft die Dokumentation, Weitergabe und -entwicklung des kulturellen Erbes des Bauhüttenwesens. Sie kooperieren mit Akteuren aus Politik, Kirche, Denkmalpflege, Wirtschaft und Forschung und vermitteln die Bedeutung ihrer Kulturform in die Öffentlichkeit. In all diesen Punkten agieren Bauhütten extrem erfolgreich und sind dadurch modellhafte Einrichtungen für den Bau und Erhalt pflegeintensiver Gebäudetypen. Hierauf macht das Label der UNESCO nun weltweit aufmerksam. 

Die aktuell in Nordrhein-Westfalen aktiven Bauhütten (wieder-)eröffneten 1823 (Köln), 1928 (Xanten), 1949 (Aachen) und 1994 (Soest). Die weit auseinanderliegenden Gründungsjahre verweisen auf unterschiedliche Entstehungskontexte, die mit den Stichworten Nationalbewegung, Beseitigung von Umwelt- und Kriegsschäden sowie nachhaltige Denkmalpflege umrissen werden können. Unterstützung bei ihrer Tätigkeit erhalten die Hütten unter anderem durch in Dombauvereinen organisiertes bürgerschaftliches Engagement. Auch das Land Nordrhein-Westfalen gehört neben weiteren zu den Förderern. Bereits 1978 respektive 1996 sind die Dome in Aachen und Köln als Weltkulturerbe der UNESCO anerkannt worden. Dem liegt eine UNESCO-Konvention aus dem Jahre 1972 zugrunde, die andere Ausformungen kulturellen Erbes zum Gegenstand hat als die zum Immateriellen Kulturerbe und auch andere Kriterien und Verfahren vorgibt.

Hintergrund: Die Bundesrepublik Deutschland ist dem UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes von 2003 im Jahre 2013 beigetreten. Der völkerrechtliche Vertrag verpflichtet die Mitgliedsstaaten dazu, eigene Kulturerbe-Listen zu führen, aus denen für die internationalen nominiert wird. Deshalb ist das Bauhüttenwesen im Jahre 2018 bereits in das nationale Register Guter Praxisbeispiele aufgenommen worden, bevor nun die Eintragung in das UNESCO-Register erfolgen konnte. Im Frühjahr 2021 beginnt voraussichtlich die nächste Bewerbungsrunde zur Anerkennung von Kulturformen als Immaterielles Kulturerbe in Deutschland. Interessierte können sich unter anderem durch die Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW an der Universität Paderborn beraten lassen.

Den Film zur Bewerbung der 18 Bauhütten finden Sie hier.

Abb. 1: Dombaumeister Jürgen Prigl bei der Arbeit, © Westf. Dombauhütte St. Maria zur Wiese Soest
Abb. 2: Ausbau eines Turmengels vom Nordturm des Kölner Doms, © Dombauarchiv Köln
Immaterielles Kulturerbe: Steigerlied und Trinkhallenkultur werden in Landesinventar aufgenommen

Landesinventar zeugt von Tradition und Vielfalt des immateriellen Kulturerbes in Nordrhein-Westfalen – Land nominiert fünf weitere Kulturformen für Bundesweites Verzeichnis

In einem fortlaufenden Prozess ermittelt und dokumentiert das Land das kulturelle Erbe auf seinem Gebiet. Eine Jury hat im diesjährigen Verfahren aus insgesamt 18 eingegangenen Bewerbungen zwei Traditionen ausgewählt, die nun von Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen bestätigt worden sind: Das Steigerlied und die Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet erhalten jeweils einen Eintrag im Landesinventar des immateriellen Kulturerbes. Vier weitere Traditionen sowie ein gutes Praxisbeispiel der Erhaltung werden zudem durch das Land Nordrhein-Westfalen für das Bundesweite Verzeichnis nominiert. Darunter befindet sich mit der Demoscene erstmalig ein Vorschlag aus dem Bereich der digitalen Kultur.

„Das Landesinventar ist ein eindrückliches Zeugnis der menschlichen Kreativität und kulturellen Vielfalt in Nordrhein-Westfalen“, sagt Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen. „In diesem Jahr kommen mit dem Steigerlied und der Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet zwei lebendige Traditionen dazu, die für Solidarität und sozialen Zusammenhalt und damit für eine ganz besondere Facette der kulturellen Ausdruckformen in Nordrhein-Westfalen stehen.“

Steigerlied: „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt“ – selbst nach dem Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland hat das Steigerlied, das zu vielfältigen Anlässen gesungen wird, seine identitätsstiftende Kraft nicht eingebüßt. Der von einer eingängigen Melodie begleitete Text spiegelt die Lebenswelt der Bergleute wider und zeugt von Schaffenskraft, Solidarität und Optimismus.

Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet: Auch bei der Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet spielt der soziale Zusammenhalt eine zentrale Rolle: Trinkhallen nehmen als typische Treffpunkte eine wichtige Funktion für die Nachbarschaft ein und stellen Orte der Integration und des Austausches dar.

Beide Kulturformen sind auch in anderen Regionen Deutschlands teils weit verbreitet, zeichnen sich jedoch durch ihren deutlichen Bezug zu Nordrhein-Westfalen für die Aufnahme in das NRW-Landesinventar aus.

Das Landesinventar wurde eingerichtet, um die Sichtbarkeit der kulturellen Vielfalt zu erhöhen und das ehrenamtliche Engagement im Land zu stärken. Mit dem Steigerlied und der Trinkhallenkultur im Ruhrgebiet umfasst das Landesinventar nun insgesamt zwölf Einträge, darunter die Anlage und Pflege von Flechthecken, die Bolzplatzkultur, die Martinstradition, der Rheinische Karneval sowie das Schützenwesen.

Nominierungen für das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes:

Brieftaubenwesen: Das Brieftaubenwesen mit der Zucht, der Pflege und dem Einsatz von Tauben ist eine in vielen Regionen der Welt – hier insbesondere in Bergbaugebieten – beheimatete Tradition mit einer mehr als viertausendjährigen Geschichte. Bereits 2018 wurde das Brieftaubenwesen in das nordrhein-westfälische Landesinventar des Immateriellen Kulturerbes eingetragen.

Buchbinderhandwerk: Viel Erfahrung, Traditionswissen und praktisches Können sind zur Ausübung dieser handwerklichen Tradition notwendig, die auch künstlerische, konservatorische und restauratorische Tätigkeiten umfasst. Die Fähigkeiten der Buchbinderinnen und Buchbinder werden auch in den heutigen Umbruchszeiten dringend benötigt und müssen für die Zukunft erhalten werden.

Demoscene: Die Demoscene vereint technisches und künstlerisches Knowhow zur Produktion von digitalen audiovisuellen Werken, sogenannten Demos, die auf „Demopartys“ präsentiert, miteinander verglichen und beurteilt werden. Neben der technischen Exzellenz gehört ein stark international ausgerichtetes Gemeinschaftsgefühl zu den Identifikationsfaktoren der Szene.

Papiertheater: Mit (Papp-)Schauspielern, Bühnenbild und -technik ist das Papiertheater ausgestattet wie ein großes Theater. Seine Trägerinnen und Träger bringen mit breitem Wissen und Können vielfältige Stücke im heimischen Kontext, aber auch öffentlich, z. B. auf Festivals, zur Aufführung, die die Fantasie der Zuschauer besonders beflügeln.

Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege: Der Preis macht den Wert traditioneller Handwerkstechniken, die hohe Kompetenz der Handwerksbetriebe und herausragende Denkmalpflegeleistungen besser sichtbar. Damit besitzt der Preis einen besonderen Modellcharakter und wird für das Register Guter Praxisbeispiele der Erhaltung Immateriellen Kulturerbes als Teil des Bundesweiten Verzeichnisses nominiert.

Ob die nominierten Kulturformen in das Bundesweite Verzeichnis aufgenommen werden, steht nach Beschlussfassung durch den Kulturausschuss der Kultusministerkonferenz, weiterer Prüfung auf Bundesebene und abschließender Bestätigung zu Beginn des Jahres 2021 fest.

Hintergrund des Bewerbungs- und Auswahlverfahrens ist die Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes, dem die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2013 beigetreten ist. Als Immaterielles Kulturerbe gelten mündliche Traditionen und Ausdrucksweisen, darstellende Künste, gesellschaftliche Bräuche, Wissen in Bezug auf die Natur und das Universum sowie traditionelle Handwerkstechniken. Die nächste Bewerbungsrunde beginnt voraussichtlich im Frühjahr 2021. Interessenten können sich ab sofort in Nordrhein-Westfalen an die Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW an der Universität Paderborn wenden, um weiterführende Informationen zu beziehen oder sich beraten zu lassen. E-Mail: mharnack(at)mail.upb(dot)de; Tel.: 05251 605462

Bericht: StadtGemeinsamkeiten – Immaterielles Kulturerbe im urbanen Raum, 9. Juli 2019, Dortmund

Bericht von Paul Duschner, Paderborn

Seit Deutschlands Beitritt zum UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes im Jahre 2013 wurden 97 kulturelle Phänomene in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes eingetragen. Allerdings sind die urbanen Zentren gegenüber dem ländlichen Raum bislang auf den Listen unterrepräsentiert. Gegenstand der vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft Nordrhein-Westfalens geförderten Tagung vom 9. Juli 2019 war daher die Befassung mit dem immateriellen Kulturerbe im urbanen Raum. Veranstalter waren die Landesstelle Immaterielles Kulturerbe NRW und die Geschäftsstelle Immaterielles Kulturerbe der Deutschen UNESCO-Kommission e.V., gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, mit Unterstützung der Beratungsstelle Immaterielles Kulturerbe Bayern. Als Tagungsort diente die ehemalige Zeche Zollern in Dortmund, heute ein Industriedenkmal mit entsprechendem Museum.

Frau Prof. Eva-Maria Seng als Leiterin der Landesstelle für Immaterielles Kulturerbe Nordrhein-Westfalen begrüßte die ReferentInnen und Gäste. In einer kurzen Einführungsrede bot sie einen Überblick über den gegenwärtigen Stand der Bewerbungen und Eintragungen in die Verzeichnisse und Listen des immateriellen Kulturerbes auf Landes-, Bundes- und internationaler Ebene seit dem Beitritt Deutschlands zum UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes im Jahre 2013. Dabei verwies sie auf die Unterrepräsentation städtischer Phänomene in Bayern wie in Nordrhein-Westfalen, aber auch darüber hinaus – ein Befund, der den Landesstellen beider Bundesländer die Anregung zur gemeinsamen Tagung gegeben hatte. Prof. Seng bedankte sich bei dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe für die Einladung auf die Zeche Zollern und stellte das Programm der Tagung vor. Dann trat Frau Hildegard Kaluza, die Leiterin der Abteilung Kultur im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, ans Podium um im Namen ihrer Landesregierung das erste Grußwort zu sprechen. Dabei stellte sie die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden großen Flächenländer Bayern und Nordrhein-Westfalen in den Mittelpunkt ihrer Erörterungen. So verfügten beide sowohl über internationale Großstädte als auch über kulturell höchst disparate Landesteile, unterschieden sich aber in ihren Besiedlungsmustern und politischen Strukturen. Die zahlreichen bayerischen Trägergemeinschaften seien bezüglich der Eintragungen ihres Kulturerbes bislang besonders aktiv geworden. Nordrhein-Westfalen, so Kaluza, habe inzwischen nachgezogen. Auch forderte sie zur Reflexion wichtiger grundsätzlicher Fragen auf. Dazu gehöre die der Sinnhaftigkeit einer Unterscheidung zwischen urbanem und ländlichem immateriellem Kulturerbe sowie die Frage, wann eine neue Kulturform als Erbe und nicht mehr als kurzfristige Modeerscheinung gelten könne. Ferner, so Kaluza, müsse darüber nachgedacht werden, wie mit kulturellen Phänomenen wie der Street Art umzugehen sei, die über keine Institutionen als Ansprechpartner und Vermittler verfügten. Die Kulturdezernentin des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Frau Barbara Rüschoff-Parzinger, hieß die Teilnehmer ebenfalls willkommen und stellte ihnen den Tagungsort vor, die ehemalige Musterzeche Zollern, die aufgrund bürgerlichen Engagements dem Abriss entging und heute als Industriedenkmal dient. Die erst im letzten Jahr endgültig eingestellte Kohleförderung im Ruhrgebiet habe allerdings nicht nur ein bauliches Erbe hinterlassen, so Rüschoff-Parzinger, sondern auch einen nachhaltigen Einfluss auf die Mentalität der Menschen, Traditionen und Vereinigungen. Auch bei diesem immateriellen Erbe stelle sich die Frage der Erhaltung unter Anpassung an neue Bedingungen und Aufgaben. Als Beispiel nannte sie die Knappschaften der Bergleute, deren Engagement für Bildung und soziale Unterstützung in neuen Kontexten gewinnbringend fortgeführt werden solle.

In seiner Keynote bot der Europäische Ethnologe Wolfgang Kaschuba einige Überlegungen zur urbanen Kultur und wodurch sich diese von jener der ländlichen Regionen unterscheide, mit denen immaterielles Kulturerbe bislang noch bevorzugt assoziiert werde. Dabei betonte Prof. Kaschuba, dass der urbane Raum sich durch eine auf dem Lande nicht gegebene Vielfalt an kulturellen Phänomenen auszeichne. Neben ökonomischen Anreizen sei die Möglichkeit zur individuellen Selbstentfaltung ein Grund für die Abwanderung junger Menschen aus den ländlichen Regionen in die Städte, was sich in Europa als Ost-West- bzw. Süd-Nord-Migration bemerkbar mache. Die urbane Freiheit und Vielfalt sei es, die als Wesensmerkmal der Städte anerkannt und bewahrt werden müsse. Eine akute Bedrohung geht in der Einschätzung Prof. Kaschubas von rechtsgerichteten Parteien wie der AfD aus. Diese arbeite mit einem wissenschaftlich überholtem Kulturbegriff, wonach es eine ursprüngliche, einheimische Lebensart gäbe, die es gegen fremde Einflüsse, ihre Träger und Förderer zu verteidigen gelte. Mittels Kleiner Anfragen in den Parlamenten versuche sie außerdem, mit ihren Vorstellungen nicht konforme kulturelle Einrichtungen zu delegitimieren. Ferner verwies Kaschuba auf die Notwendigkeit eines Bestandsschutzes für städtische Kulturereignisse wie Open Air-Musikveranstaltungen, um diese vor Verboten zu bewahren, die beispielsweise mit dem Verweis auf Ruhestörung gerechtfertigt werden könnten. In der anschließenden Diskussion wurde der von Prof. Kaschuba gezeichnete scharfe Stadt-Land-Gegensatz von einigen Teilnehmern kritisch hinterfragt. Der Referent erläuterte, dass es sich um eine bewusst gewählte, weil zur Debatte anregende Überspitzung gehandelt habe.

Es folgten im Programm drei Fallbeispiele zur Veranschaulichung und Anregung der weiteren Diskussion. Den Anfang bildete die „Deutsche Theater- und Orchesterlandschaft“, 2014 aufgenommen in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes und gegenwärtig Anwärter für die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit. Prof. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates e.V., bezeichnete Musik- und Theateraufführungen als flüchtige Kunstformen, deren performative Akte sich nicht reproduzieren ließen. In Deutschland gäbe es eine historisch gewachsene große Dichte an Orchestern, die eine wohl weltweit ihres Gleichen suchende Grundversorgung der Bevölkerung mit Kultur gewährleisteten. Voraussetzung der professionellen Musikszene seien die Musikschulen und Amateure, weshalb beide Sphären nicht zu trennen seien. Basierend auf seinen eigenen Erfahrungen bot Prof. Höppner Überlegungen zum Nutzen der Bewerbungen und Eintragungen der Theater- und Orchesterlandschaft auf Listen des immateriellen Kulturerbes. Dazu erinnerte er an die gegenwärtige Ökonomisierung aller Lebensbereiche auf Kosten einer Vorstellung vom Gemeinwohl, die sich auch in der Förderung der Kultur bemerkbar mache. So sei der Wert der Musik zwar bei Bevölkerung und Politik grundsätzlich anerkannt und würde in „Sonntagsreden“ bekräftigt. Allerdings würden diesen allzu häufig keine „Montagstaten“ folgen. Dem gegenüber biete das UNESCO-Übereinkommen ein potentiell mächtiges Instrument um auf den Bedarf einer langfristig gesicherten Finanzierung der Musikkultur durch die öffentliche Hand hinzuweisen, die sich nicht durch einzelne Projekte ersetzen lasse. Doch bereits der Prozess der Bewerbung habe seinen Nutzen, indem er zur Vernetzung und Gemeinschaftsbildung unter den verschiedenen Akteuren sowie zu wichtigen Klärungsprozessen anrege. Hierzu gehören die Reflexion des Selbstverständnisses, Vokabulars und gesellschaftlichen Anspruchs: Wolle man Kunst im Dienst einer Sache betreiben, etwa der positiven Mitgestaltung gesellschaftlicher Prozesse, oder als Kunst um ihrer selbst willen? In diesem Zusammenhang sprach Prof. Höppner auch über die Möglichkeit einer Vereinnahmung durch die Politik. So könnte von Orchestern verlangt werden, dass sie fehlenden schulischen Musikunterricht kompensieren, ein Bildungsauftrag für den diese nicht ausgestattet seien. Wie seinem Vorredner war es Herrn Höppner ein Anliegen, vor der Gefahr einer Einschränkung der Kunstfreiheit durch rechtsgerichtete PolitikerInnen zu warnen. Er betonte, dass, wo Kunst nicht totalitär unterdrückt werde, sie sich in einem ständigen Transformationsprozess befinde. Sie sei geeignet, die Neugier der Menschen zu bewahren und zu entwickeln und gesellschaftlichen Ängsten vor neuen Entwicklungen wie der Zuwanderung entgegenzuwirken.

Es folgte das zweite Fallbeispiel, vorgestellt von Andreas Lange von der European Federation of Game Archives, Museums and Preservation Projects e.V. und Tobias Kopka vom Digitale Kultur e.V. Thema des Referentenpaars war die „Demoscene“ und die von ihnen gestartete Initiative für deren Anerkennung als Immaterielles Kulturerbe in mehreren UNESCO-Mitgliedstaaten. Dies wäre in Deutschland die erste Bewerbung einer digitalen Kulturform. Ihre Anfänge lassen sich in den frühen 1980er Jahren verorten, der Zeit, als es erstmals möglich wurde, Computer zu kreativen Zwecken zu nutzen. Hacker lernten den Software-Kopierschutz von Computerspielen zu entfernen und signierten die vervielfältigen Exemplare mit eigenen Intros, bestehend aus kurzen musikunterlegten Echtzeit-Animationen. Aus diesen entwickelte sich eine eigene, vor allem in Europa gepflegte Form der digitalen Kunst, die heute auf eigenen Demo-Partys und Wettbewerben mit Großleinwänden praktiziert wird, wie sie vom Verein für Digitale Kultur ausgerichtet werden. Als Besonderheiten der Demoscene nannten Lange und Kopka den sich im digitalen Raum auflösenden Gegensatz zwischen Stadt und Land, die Nutzung der englischen Sprache als Lingua Franca und die hohe Bedeutung der Selbstorganisation über das Internet. Von der Würdigung als Immaterielles Kulturerbe versprachen sich die Referenten neben der generationenübergreifenden Anerkennung der digitalen Kunst und Kultur, eine Verbesserung des internen Diskurses und die Gewinnung neuer Interessenten. Sie verwiesen auf den noch zu geringen Frauenanteil, der nun Gegenstand einer Diskussion innerhalb der Szene geworden sei. Überhaupt sei erst durch den Bewerbungsprozess ein Bewusstsein für die Herausforderung der Bewahrung der Demoscene entstanden. Entsprechend ihres pan-europäischen Charakters sei die Bewerbung über die nationalen Bestrebungen hinaus als zwischenstaatliche Initiative angelegt.

Als drittes Fallbeispiel sprachen Julia Staron und Eva Decker von der Initiative Kulturerbe Sankt Pauli über die Möglichkeit der Auszeichnung des Lebensgefühls dieses Stadtviertels als immaterielles Kulturerbe. Dabei argumentierten sie mit der spezifischen Lebens- und Umgangsform, die sich in dem Hafenviertel vor Hamburg und Altona herausgebildet habe. Dieses zeichne sich durch eine Gemeinschaftsbildung in der Vielfalt aus, durch die Ko-Existenz armer und reicher Menschen unterschiedlicher Herkunft und mit verschiedenen Lebensentwürfen. In St. Pauli, so Staron und Decker, sei das Fremde das regional Typische. In diesem besonders freiheitlichen und toleranten Umfeld bestünden Solidarität und soziale Kontrolle, aber ohne Wertung des Anderen. Als Ort der Unterhaltungskultur sei St. Pauli, welches heute als Touristenmagnet pro Jahr rund 23 Millionen Besucher anziehe, ferner eine prägende Station im Leben von Künstlern wie Udo Lindenberg und den Beatles gewesen. Von der Bewerbung als immaterielles Kulturerbe versprachen sich die Referentinnen neben einer Wertschätzung St. Paulis die Erhaltung der dortigen Diversität, den sie als wichtigen kulturellen Nährboden beschrieben, ebenso wie eine positive Signalwirkung für das übrige Deutschland. Allerdings wurde von Staron und Decker auch thematisiert, dass ihre Initiative in St. Pauli durchaus kritisch diskutiert werde. Bedenken bestünden aufgrund einer möglichen Verteuerung des Wohnraumes und eines weiteren Anstiegs der Touristenzahlen. Man fürchte eine Musealisierung des Stadtteils, der zu einer „blutleeren Kulisse“ werden könnte.

Auf die Vorträge folgte eine von Frau Prof. Seng moderierte Podiumsdiskussion, deren Teilnehmer das breite Spektrum an urbanen Kulturphänomenen und des Umgangs mit ihnen widerspiegelten. Mit Muchtar Al Ghusain aus Essen war der Beigeordnete für die Bereiche Jugend, Bildung und Kultur einer der Ruhrmetropolen vertreten, mit Iris Mann die Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Soziales der Stadt Ulm, welche neben dem bekannten Münster und der zugehörigen Bauhütte über zahlreiche Bezüge zu Phänomenen des immateriellen Kulturerbes verfügt. Aus der Beratungspraxis auf Landesebene berichten konnte Helmut Groschwitz von der Beratungsstelle Immaterielles Kulturerbe Bayern. Die nationale und internationale Ebene war durch Benjamin Hanke von der Deutschen UNESCO-Kommission e.V. vertreten. Für die Institution des Museum als einem Ort des Sammelns und Ausstellens auch immaterieller Kulturgüter sprach Anne Kugler-Mühlhofer, Leiterin des LWL-Industriemuseums Zeche Zollern. Für die freien Künste saß Harald Redmer, der Geschäftsführer des NRW Landesbüros Freie Darstellende Künste e.V., auf dem Podium.

Thema der lebhaften Diskussion waren der Nutzen und die Herausforderungen, die mit der Auszeichnung kultureller Phänomene als Erbe einhergehen. So gilt die Anerkennung als immaterielles Kulturerbe als Zeichen der Wertschätzung und bietet ein gewichtiges Argument zur Sicherung einer angemessenen Finanzierung durch die öffentliche Hand. Doch wird die Auszeichnung auch mit höheren Anforderungen und bisweilen sogar mit einer Erschwerung der praktischen Arbeit assoziiert. Ferner bestehe die Gefahr einer Selbstethnisierung, ebenso der Kanonisierung wandelbarer kultureller Phänomene, wenn der Erbe-Begriff nicht das Moment der Veränderung beinhalte und als Ausgang für neue Kreativität verstanden werde. Nicht nur als Empfänger und Bewahrer, sondern auch als Erblasser müsse man sich in dieser Hinsicht verstehen. Mit Blick auf die Möglichkeit einer politischen Instrumentalisierung wurde daran erinnert, dass die Organisation der Bewerbung in die Verzeichnisse des immateriellen Kulturerbes als bottom-up-Verfahren einer von oben gelenkten Konstruktion kultureller Identitäten entgegenstehe. Betont wurde schließlich die Rolle urbanen Kulturerbes für die Gemeinschaftsbildung heterogener Stadtbevölkerungen.

Leitung

Prof. Dr. Prof. h.c. mult. (HAUST, LIT) Eva- Maria Seng

Fakultät für Kulturwissenschaften > Historisches Institut > Materielles und Immaterielles Kulturerbe

Inhaberin des Lehrstuhls für Materielles und Immaterielles Kulturerbe und federführende Vertrauensdozentin der Studienstiftung des…

Eva- Maria Seng
Telefon:
+49 5251 60-5488
Büro:
W1.111

Sprechzeiten:

Werden bis auf weiteres telefonisch durchgeführt (i. d. R. nach vorheriger Vereinbarung per E-Mail)

Ansprechpartnerin

Dr. Maria Harnack

Fakultät für Kulturwissenschaften > Historisches Institut > Materielles und Immaterielles Kulturerbe

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Maria Harnack
Telefon:
+49 5251 60-5462
Büro:
W1.109

Sprechzeiten:

dienstags, 16–17 Uhr

Die Universität der Informationsgesellschaft