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Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe, Exkursion 2016, hier: Besuch des Schlosses Solitude Bildinformationen anzeigen
Exkursion der Alten Geschichte nach Aphrodisias, Türkei (2011) Bildinformationen anzeigen
Kupferstich von Matthäus Merian (1647) Bildinformationen anzeigen

Foto: CC BY SA Hans Weingartz/Wikicommons

Lehrstuhl für Materielles und Immaterielles Kulturerbe, Exkursion 2016, hier: Besuch des Schlosses Solitude

Foto: Privat

Exkursion der Alten Geschichte nach Aphrodisias, Türkei (2011)

Foto: Privat

Kupferstich von Matthäus Merian (1647)

Foto: http://www.zeno.org - Contumax GmbH & Co. KG

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Koloniale Welten Westfalen

Die Beschäftigung mit der deutschen Kolonialgeschichte wurde lange Zeit vernachlässigt. Erst in den letzten Jahren erfolgte vermehrt eine Auseinandersetzung mit der Thematik unter geschichts- und sozialwissenschaftlichen Aspekten. Auswirkungen und Folgen des Kolonialismus – sowohl in den ehemaligen Kolonien als auch in Deutschland – werden unter postkolonialen Perspektiven kritisch reflektiert. Anstöße hierfür kamen aus rassismus-kritischen Initiativen und Selbstorganisationen.

Nicht nur auf nationaler (Ausstellung Deutscher Kolonialismus im Deutschen Historischen Museum in Berlin 2016/17), sondern auch auf regionaler Ebene hat die Auseinandersetzung mit dem deutschen Kolonialismus Resonanz gefunden. Lokale Initiativen (z.B. Bielefeld postkolonial, Dortmund postkolonial) und Universitäten (Bielefeld, Münster, Paderborn) haben durch verschiedene Aktivitäten (Seminare, Veröffentlichungen, Straßenumbenennungen, Stadtrundgänge, Ausstellungen, Websites) die Zeit des deutschen Kolonialismus als regionalgeschichtlich relevantes Thema entdeckt. Im Rahmen der gegenwärtigen Diskussion um die Rückgabe von Objekten, die in kolonialen Kontexten nach Europa kamen, erfahren ethnographische Sammlungen hinsichtlich ihrer Provenienz eine Überprüfung, die ggf. mit einer kritischen Neueinordnung dieser Objekte in der Präsentation einhergeht.

Die Tagung möchte Spuren des Kolonialismus in Westfalen-Lippe kenntlich machen, eine Auseinandersetzung mit dem Thema Kolonialismus auf regionaler Ebene anstoßen sowie einen Austausch zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Museen sowie (lokal-)historisch Engagierten anregen und Perspektiven hinsichtlich des Umgangs mit dem kolonialen Erbe diskutieren.

Um verbindliche Anmeldungen wird bis zum 22. März 2019 gebeten:

registration-zg@kw.upb.de

Die Anzahl der Tagungsplätze ist begrenzt.

 

Programm:

Donnerstag, 4. April 2019

Ab 13.00 Anmeldung/Imbiss

13.30-14.00 Eröffnung: Sebastian Bischoff (Paderborn), Barbara Frey (Bielefeld), Andreas Neuwöhner (Paderborn)
Grußwort: Birgitt Riegraf, Präsidentin der Universität Paderborn (angef.)

14.00-15.30 1. Sektion: Orte der Erinnerung
Moderation: Sebastian Bischoff, Universität Paderborn

Tobias Scheidt, Universität Siegen
Unter der Krone: Die kolonialen Kommunikationspraktiken des Fürsten Johann Moritz von Nassau-Siegen und die Entstehung eines städtischen Wahrzeichens

Fabian Fechner, FernUniversität Hagen
Außerhalb des Kanons, oder: Warum der „Entdecker“ der Nilquellen in seiner Geburtsstadt Hagen ein Unbekannter ist

Thoralf Klein, Loughborough University, GB
Clemens von Ketteler: Denkmäler für einen „gefallenen Helden der Zivilisation“ in Münster und Beijing

15.30-16.00 Kaffee

16.00-17.30 2. Sektion: Regionalgeschichte postkolonial
Moderation: Barbara Frey, Bielefeld postkolonial

Detlev Brum, Dortmund postkolonial
Koloniale Spurensuche in Dortmund und Umgebung

Thorsten Heese, Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück
Stadtgeschichte als lokale Weltgeschichte erzählen. Postkoloniale Museumsnarrative zur Entschlüsselung und Überwindung kolonialer Szenografien

Johannes Häfner, Philipps-Universität Marburg
Regionalise Colonialism! Potenziale einer landes- und regionalgeschichtlich fundierten Kolonialgeschichtsschreibung

19.30 Öffentlicher Vortrag (Stadtmuseum Paderborn)
Einführung: Andreas Neuwöhner, Stadtmuseum Paderborn

Serge Palasie, Eine Welt Netz NRW e.V., Düsseldorf
Alles Vergangenheit? Die Bedeutung der Kolonialzeit für die Gegenwart

Freitag, 5. April 2019

9.00-11.00 3. Sektion: Westfälische Netzwerke
Moderation: Jürgen Scheffler, Museum Hexenbürgermeisterhaus, Lemgo (angefragt)

Marianne Bechhaus-Gerst, Universität zu Köln
Das Ehepaar Schmidt und das Ende einer Ära – ein schriftlicher und fotografischer Nachlass im Stadtarchiv Bad Salzuflen

Stefanie Michels, Universität Hamburg
Die Familie Zintgraff, Afrika und ihr Netzwerk in Westfalen

Tristan Oestermann, Humboldt-Universität zu Berlin
L. Pagenstecher: Ein afrokaribisch-deutsches Familienunternehmen zwischen Westfalen, Haiti und Kamerun, 1800-1914

Julia Rensing, Universität Freiburg/ freiburg-postkolonial.de
Stimmen aus dem Familiennachlass: Fragmente aus dem Leben der Detmolder Familie von Werthern in Deutsch Südwestafrika

11.00-11.30 Kaffee

11.30-13.00 4. Sektion: Koloniales Erbe im Museum
Moderation: Michael Zelle, Lippisches Landesmuseum Detmold

Paul Duschner, Universität Paderborn
Das Verhältnis von Airport Art und Kolonialismus am Beispiel einer westfälischen Sammlung der 1960/70er Jahre

Brigitte Reuter, Museum Huelsmann. Kunst und Design, Bielefeld
Die Ostasiatika Sammlung im Vermächtnis der Sammlung Huelsmann in Bielefeld. Zum Stand der Provenienzforschung

Amir Theilhaber, Technische Universität Berlin
Imperialgeschichtliche Bestände Friedrich Rosens in Detmold

13.00-14.00 Mittagspause

14.00-14.30
Markus Köster, LWL-Medienzentrum für Westfalen, Münster
„Schwarz-Weiß“ – Koloniale Kriegsgefangene in Westfalen in Filmaufnahmen aus dem Zweiten Weltkrieg

14.30-15.00 Diskussion und Ausblick
Gemeinsame Fahrt nach Bielefeld

17.00-18.30 Uhr
Barbara Frey, Bielefeld postkolonial
Kolonialgeschichtlicher Stadtrundgang in Bielefeld

Die Universität der Informationsgesellschaft