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Foto: Mark Joyce

Laufende Forschungsprojekte

Kooperation Kitas & Frühförderstellen

                             

Leitung:
Prof. Dr. Simone Seitz

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Catalina Hamacher M.A.

Studentische Hilfskräfte:
Tim Löffler, Regina Penner

Laufzeit:
August 2016 bis Juli 2019

Kooperationspartner:
Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e. V.
LAG freie Wohlfahrtspflege NRW in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und dem Landschaftsverband Rheinland

 

„Teilhabechancen für Kinder mit einer (drohenden) Behinderung verbessern - Kooperation von Frühförderstellen und Kitas stärken“

 

Ziele der wissenschaftlichen Begleitung des Projektes „Teilhabechancen für Kinder mit einer (drohenden) Behinderung verbessern - Kooperation von Frühförderstellen und Kitas stärken“ (Caritasverband für das Erzbistum Paderborn e. V., LAG freie Wohlfahrtspflege NRW in Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und dem Landschaftsverband Rheinland) sind genauere Kenntnisse dazu, wie Tagesbetreuung in inklusiven Kindertageseinrichtungen und Frühförderung unter dem Aspekt der Stärkung der Partizipation von Kindern miteinander strukturell und praktisch handelnd verbunden werden können, zu gewinnen.

Im Projekt www.teilhabe-verbessern.de werden in acht verschiedenen Modellregionen Handlungsempfehlungen zur Kooperation und zur Entwicklung einer „gemeinsamen Sprache“ der beteiligten Professionen implementiert. Die wissenschaftliche Begleitstudie knüpft hier an und fragt, wie inklusive Erziehung, Bildung und Betreuung sowie Frühförderung in Kindertageseinrichtungen strukturell sowie konkret handelnd unter der Maßgabe der Partizipation verbunden werden können. In der Datenerhebung werden qualitative und quantitative Methoden kombiniert (Mixed Methods). Auf diesem Weg soll empirisch gewonnenes regulatives, konzeptionelles und pädagogisches Wissen bereitgestellt werden, das zur Entwicklung und langfristigen Absicherung inklusiver Qualität in der kooperativen Gestaltung von Kindertagesbetreuung und Frühförderung dienen kann.

Multiprofessionelle Kooperation in inklusiven Kindertageseinrichtungen

Catalina Hamacher Multiprofessionalität in der Kindertageseinrichtung – eine praxeologische Perspektive

Die frühe Kindheit ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der Bildungsforschung gerückt, um ungleiche Teilhabechancen vorzubeugen. Vor dem Hintergrund ungleich verteilter Bildungschancen begründet sich die frühe Investition in Förderung und Prävention unter dem Paradigma der Intervention (Kelle u.a. 2017; Eßer 2014).


Unter der Maßgabe, Kindern mit diagnostizierten Förderungsbedarfen in nicht-segregierten Settings Bildung zu ermöglichen, ohne sie in ihrer individuellen Spezifität der Konstruktion von Defiziten und Normabweichungen auszuliefern (Cloos et al. 2015), operieren pädagogisch Professionelle aus unterschiedlichen Organisationen. Dass in dieser Orientierung Formen der Reifizierung von Differenzkategorien inbegriffen sind, wenn auch mit dem Ziel des Abbaus von Ungleichheit, ist dahingehend nicht weiter untersucht (Kelle u.a. 2017). Seit einiger Zeit wird die Etablierung neuer Kooperationsstrukturen gefördert, die unterdessen dazu beitragen sollen, eine anschlussfähige und individuelle Begleitung zu ermöglichen und einer linearen Etikettierung von Problemdefinitionen mittels mehrperspektivischer Blicke auszuweichen, indem sich unterschiedliche Expertisen und Kompetenzen ergänzen (Seelhorst et al. 2012).


Vor diesem Hintergrund stellt sich vor allem die Frage nach den zugrunde liegenden pädagogischen Orientierungen, die in der sozialen Interaktion der Akteur_innen – bezugnehmend auf die Herstellung von Differenz und Gleichheit – zum Ausdruck kommen. Hieran setzt die Studie an und legt den Fokus, in Anlehnung an den praxeologischen Ansatz im Rahmen des Modellprojektes Teilhabechancen für Kinder mit einer (drohenden) Behinderung verbessern – Kooperation von Frühförderstellen und Kitas stärken“, auf das frühpädagogische Orientierungswissen der Professionellen im Feld Kita. Forschungsleitend sind Fragen, wie: Auf welches pädagogisches Orientierungswissen greifen die Professionellen in der Kooperation zurück? Inwiefern wird dieses Wissen von den Akteur_innen in der Pädagogischen Praxis herangezogen und in der Interaktion hervorgebracht?


Praxeologische Ansätze erklären die sozialen Prozesse nicht auf der Grundlage von rationalen Entscheidungen, sondern entlang eines subjektiven Sinns. So entwickeln sich oftmals aus der Logik der Praxis heraus ganz eigene Perspektiven auf die soziale Wirklichkeit. Vordergründig sind in diesem Zusammenhang die sozialen Praktiken und Handlungsroutinen, die zumeist durch implizite Vorstellungen von Normalität geleitet werden (Sturm 2017). Hiervon ausgehend nähert sich die Studie den prozessierten Wissensarten mit besonderem Blick auf die Differenzkonstruktionen in der Zusammenarbeit, die unmittelbar mit pädagogischen Praktiken zusammenhängen.


Hierfür ist ein qualitatives Forschungsdesign gewählt worden. Um sich der Frage nach den Normalitätsvorstellungen und den pädagogischen Orientierungen der Akteur_innen zu nähern, werden Gruppendiskussionen mit den Teams in unterschiedlichen Kindertageseinrichtungen durchgeführt, in denen interne sowie externe Frühförderung stattfindet. Ergänzend dazu beinhaltet die Erhebung mehrtägige teilnehmende Beobachtungen in den inklusiven Kindertageseinrichtungen, um sich für das spezifische Feld zu sensibilisieren und einen Einblick in die Kooperationsprozesse zu gewährleisten.

Eine Kita für alle – Vielfalt inklusive: Wissenschaftliche Begleitung

Leitung:
Prof. Dr. Simone Seitz
Prof. Dr. Timm Albers

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:

Nina-Kathrin Finnern

Studentische Hilfskräfte:
N.N.

Laufzeit:
Oktober 2014-Januar 2017

Kooperationspartner:
Caritasverband für die Diözese Speyer e.V., Heike Sienel
Alice-Salomon Hochschule Berlin, Frau Prof. Dr. Corinna Schmude


Finanzierung:
BASF SE – Initiative „Offensive Bildung“

Kurzbeschreibung:

Das Projekt „Eine Kita für alle – Vielfalt inklusive“ ist im Rahmen der Initiative „Offensive Bildung“ zur Förderung der Frühkindlichen Bildung angesiedelt und wird vom Caritasverband für die Diözese Speyer e.V. sowie der Alice-Salomon Hochschule Berlin umgesetzt. Es will zur Entwicklung inklusiver Qualität in Bezug auf die Strukturen, Kulturen und Praktiken in Kindertageseinrichtungen in Rheinland-Pfalz beitragen. Ziel der von uns verantworteten wissenschaftlichen Begleitung des Projekts ist es, in zehn Modellkitas die im Rahmen des Projekts zu erwartenden Veränderungen von Wissen, Haltungen und Handlungs-praktiken der Akteur/innen einer Beschreibung zugänglich zu machen und Aussagen zur Wirksamkeit von Qualifizierungsmaßnahmen zu treffen. Die Ergebnisse und ihre Reflektion sollen Eingang in die Praxis- und Qualifizierungskonzepte finden. Auf der empirisch gewonnenen Grundlage soll so konzep-tionelles und pädagogisches Wissen bereitgestellt werden, das zur Entwicklung und langfristigen Absicherung inklusiver Qualität in den Kindertageseinrichtungen dienen kann und einen Transfer in andere Kindertageseinrichtungen ermöglicht (Rollout). Um sich der Wirksamkeit der Qualifizierung aus verschiedenen Blickwinkeln anzunähern und die Zu-sammenhänge der drei Dimensionen (Strukturen, Kulturen, Praktiken) zu erfassen, werden für die Datenerhebung qualitative und quantitative Methoden kombiniert (Mixed Methods).

Der wissenschaftliche Abschlussbericht liegt vor und erscheint in Kürze im Beltz Verlag. 

INKLUSION IN SPORTVEREINEN

Laufzeit: April 2013 - Dezember 2015


Leitung Forschungsprojekt:
Prof. Dr. Simone Seitz (Universität Paderborn), Prof. Dr. Heiko Meier (Universität Paderborn)
Durchführung: Universität Paderborn, Department für Sport und Gesundheit, Arbeitsbereich Sportsoziologie

Wissenschaftliche Mitarbeiterin:
Cindy Adolph-Börs

Inhaltliche Beratung:
Wiebke Curdt, Universität Bremen

Kontakt:
cindy.adolph[at]uni-paderborn.de

Finanzierung:
Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport Nordrhein-Westfalen (MFKJKS NRW)

Projektpartner:
Landessportbund Nordrhein-Westfalen (LSB NRW)
Behindertensportverband NRW (BSNW)

Kurzbeschreibung:
Der vereins- und verbandsorganisierte Sport in Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten enorm gewachsen. Vor allem mittels sportpolitischer Maßnahmen ist es gelungen, neue und zuvor vereinsabstinente Sportlerinnen und Sportler als Vereinsmitglieder zu gewinnen. Hiermit einhergehend hat der organisierte Sport die Übernahme gesellschaftlich relevanter Aufgaben für sich reklamiert. So verspricht er unter anderem, eine spezifische Integrationskraft im Hinblick auf soziale Ungleichheit und kulturelle Vielfalt zu übernehmen. Diesen verstärkten Inklusionsbemühungen im Sport folgte eine Binnendifferenzierung, die auch Exklusionsrisiken beinhaltet.
In besonderem Maße betrifft dies den Behindertensport. Als Sonderbereich in eigenständigen Organisationsstrukturen fest etabliert, stellt er seine Integrationskraft bislang dadurch unter Beweis, dass er sowohl quantitativ als auch in seiner gesellschaftlichen Wahrnehmung gewachsen ist.
Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention besteht nun die Verpflichtung, einen diskriminierungsfreien Zugang zu Sportangeboten und Sportvereinen umzusetzen. Zu fragen ist somit, welche strukturellen und welche konzeptionellen Neuerungen sich hierdurch für Breiten- und Leistungssport, aber auch den Behindertensport ergeben. Doch wie inklusiv können Sportvereine und Sportangebote sein? Welche Barrieren struktureller und sozialer, aber auch kultureller Natur bestehen gegenüber einem inklusiven Sport, und wie können inklusive Sportvereinsstrukturen aufgebaut werden? Wie ist es also möglich, Inklusion im Kontext des organisierten Sports strategisch, strukturell, kulturell und operativ-praktisch zu realisieren und zu verankern?
In einem Vereinsentwicklungsprojekt, welches gemeinsam vom Behinderten-Sportverband NW und vom Landessportbund NRW durchgeführt und im Rahmen einer Forschungskooperation unter Leitung von Prof.in Seitz (Uni Paderborn) und Prof. Meier (Uni Paderborn) wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird, sollen diese Fragen beantwortet werden. Im Rahmen dessen haben sich neun Vereine und Sportbünde auf den Weg gemacht haben, inklusive Strukturen, Kulturen und Praktiken in Sportvereinen aufzubauen. Im Rahmen der Wissenschaftlichen Begleitung sollen die praktischen Umsetzungsprozesse beschrieben, analysiert und reflektiert werden, um tiefere Erkenntnisse zur Konzeption und zur vereinsstrategischen sowie fachlichen Fundierung inklusiver Qualität in Sportvereinen (Gütekriterien bzw. Orientierungsmaßstäbe für inklusive Sportvereine) zu gewinnen und so einen Beitrag zur Entwicklung und langfristigen Absicherung inklusiver Qualität im Sportverein zu leisten. 

Die Publikation erscheint in Kürze: 

Meier, Heiko; Seitz, Simone; Adolph-Börs, Cindy (2017): Der inklusive Sportverein. Wie inklusive Vereinsentwicklung gelingen kann. Aachen: Meyer & Meyer Verlag. 

Inklusion aus Sicht angehender Sachunterrichtslehrkräfte

Inklusion aus Sicht angehender Sachunterrichtslehrkräfte

Toni Simon


Mit der Studie werden Einstellungen und Überzeugungen sowie deklaratives Wissen angehender Sachunterrichtslehrkräfte zu schulischer Inklusion erfasst. Hintergrund ist die Bedeutsamkeit dieser Konstrukte für professionelles Handeln. Das Vorhaben verortet sich damit im Spektrum sozialpsychologisch orientierter Forschungen zu Lehrereinstellungen und -überzeugungen sowie von Forschungen zur pädagogischen Profession und Professionalisierung und der sachunterrichtlich-inklusionspädagogischen Forschung.

Anliegen ist die Entwicklung eines Instrumentes und z.T. neuer Skalen zur Erfassung von Einstellungen zu schulischer Inklusion mit einem Schwerpunkt auf didaktischen Fragen. Die Items der Subskalen wer- den aus integrations- und inklusionspädagogischen Diskussionen und empirischen Arbeiten übernommen oder abgeleitet. Die Fokussierung auf sachunterrichtsdidaktische Aspekte greift ein spezifisches Forschungsdesiderat lernbereichsspezifischer Inklusionsforschung auf. Die Untersuchung wird als Fra- gebogenstudie im quantitativen Design (Paper-Pencil-Test) in mehreren Bundesländern durchgeführt.

Publikationen:

Simon, T. (2015): Widersprüche des Inklusionsdiskurses im Spiegel der Sicht angehender Sachunter- richts-Lehrerinnen auf schulische Inklusion. In: Schnell, I. (Hrsg.): Herausforderung Inklusion- Theorie- bildung und Praxis. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 91-99.

Simon, T. (2015): Was hat die Sicht angehender Sachunterrichtslehrkräfte auf Inklusion mit einer zeit- gemäßen Sachunterrichtsdidaktik zu tun? In: Michalik, K./Giest, H./Fischer, H.-J. (Hrsg.): Bildung im und durch Sachunterricht. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 261-267. 

Inklusion in Sportgruppen

Wiebke Curdt Integration im Sport: Heterogenitätsdimensionen in Sportgruppen am Beispiel des Special Olympics Unified Sports®

Mit der Verpflichtung zur Inklusion (vgl. UN-BRK) ist auch der organisierte Sport dazu herausgefordert, allen Interessierten Partizipation im Sport zu ermöglichen. Welche Hinweise kann die Inklusionsforschung für den Aufbau inklusiver Sportprojekte liefern? Welche integrativen Erfahrungen liegen vor? Und wie werden im inklusiven Sport Heterogenität, Gleichheit und Differenz sozial hergestellt? Diesen Fragen widmet sich diese Studie. Mit den Ergebnissen soll ein Beitrag zur theoretischen und konzeptionellen Fundierung des Sports in inklusiven Gruppen geleistet werden.

Zwar kann hierbei auf Forschungsarbeiten zu Formen integrativen bzw. inklusiven Sports zurückgegriffen werden, bei denen der soziale Aspekt im Vordergrund steht (z.B. Sportfeste, Familiensport). Studien zur Identifikation integrativer Momente im wettkampforientierten Sport und aus der Perspektive der Sportler.innen, wie dies in der hier vorgestellten Untersuchung anhand von Sportgruppen der Special Olympics Unified Sports® umgesetzt wird, liegen hingegen bisher nicht vor.

In der Untersuchung werden über Gruppendiskussionen integrative Momente der jeweiligen Gruppe herausgearbeitet, hierbei spielt eine Analyse der Interaktionen innerhalb der Gruppe eine zentrale Rolle. Die Auswertung erfolgt nach der dokumentarischen Methode. Es gilt, die gemeinsamen und differenten Orientierungen der Gruppe herauszuarbeiten, das vorreflexive Wissen und die Erfahrungen zu verdeutlichen und anhand von Typen darzustellen.

Im Ergebnis sollen Anknüpfungspunkte für inklusiven Sport aufgezeigt werden. Der Forschungsprozess, das Forschungsinstrumentarium und die Auswertung werden unter partizipativer Mitwirkung einer Forschungsgruppe gestaltet, entwickelt und durchgeführt. Erste Auswertungen zeigen ein dichotomes Muster der sozialen Dynamik in den Sportgruppen. Die Sportler.innen unterscheiden in Sprache und Interaktion zwischen Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten. Sie spiegeln und unterstreichen damit die strukturelle Rahmung der Special Olympics Unified Sports®: die Differenz zwischen „Athleten“ und „Partnern“.




Gefördert durch die Studienstiftung des Deutschen Volkes

Kontakt: wcurdt(at)uni-bremen.de

Publikationen


Curdt, W./Schuppener, S. (2012). Integrative Erfahrungen und inklusive Perspektiven am Beispiel von Special Olympics Unified Sports®. In: Kiuppis, F.; Kurzke-Maasmeier, S. (Hrsg.): Sport im Spiegel der UN-Behindertenrechtskonvention. Interdisziplinäre Zugänge und politische Positionen. Stuttgart: Kohlhammer.

Curdt, W. (2011). Forschung mit und für Menschen mit geistiger Behinderung. Partizipativ in integrativen Settings. Posterpräsentation auf dem 7. Berliner Methodentreffen. 15.- 16. Juli 2011. www.qualitative-forschung.de/methodentreffen/angebot/ps/2011.html

Curdt, W. (2011). Reflexionen zur Rolle des Forschers: machtvoll-machtlos. In: Deutsche Interdisziplinäre Gesellschaft zur Förderung der Forschung für Menschen mit geistiger Behinderung DIFGB) (Hrsg.): Forschungsfalle Methode? Partizipative Forschung im Diskurs. Dokumentation der Jahrestagung der DIFGB. 18.-19.11.2010. Leipzig 2011.

Behrens, H.-J.; Curdt, W. (2011). Empowerment und Special Olympics Unified Sports® Ressourcenorientierung und Integration. In: Milles, D.; Meseck, U. (Hrsg.): Inklusion und Empowerment Wirkungen sportlicher Aktivität für Menschen mit geistiger Behinderung. Kiel: Universität Kiel, S. 87-98.

Curdt, W. (2011). Integrativ oder inklusiv: Integration in ein Forschungsvorhaben. In: Flieger, P.; Schönwiese, V.: Menschenrechte - Integration - Inklusion. Berichte und aktuelle Diskussionen aus der Forschung. Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Didaktische Expertise an inklusiven Grundschulen

Katja Scheidt Inklusive Didaktik - Eine Studie zur didaktischen Expertise von Lehrern und Lehrerinnen an inklusiven Grundschulen

Das Ziel dieser Studie ist ein Beitrag zur Weiterentwicklung einer inklusiven Didaktik. Die Relevanz dieses Themas besteht in dem bildungspolitischen Auftrag zur Inklusion in Schulen in Deutschland. Es bedarf einer Schul- und Unterrichtsentwicklung in Richtung einer inklusiven Pädagogik und Didaktik.

Hier ansetzend folgt die Untersuchung der Forschungsfrage, welches Handlungswissen Lehrer/-innen mit langjähriger Expertise im inklusiven Unterricht entwickelt haben. Dabei geht es zum einen um den (konstruktiven) Umgang mit einer (leistungs-)heterogenen Schüler/-innenschaft im Allgemeinen und zum anderen um den bei der Bewältigung von Antinomien im Besonderen, wobei der Fokus hierbei auf dem Individualisierten und Gemeinsamen Lernen liegt.

Es wurde ein qualitativer methodischer Zugang gewählt: Die Erhebung findet deutschlandweit an sieben bis zehn Schulen statt. Hierfür werden mehrtägige teilnehmende Unterrichtsbeobachtungen in jeweils einer Lerngruppe mit leistungsheterogener Schülerschaft durchgeführt. Zusätzlich beinhaltet die Erhebung Leitfadeninterviews mit den Lehrer/-innen-Teams der Lerngruppe. Die Voraussetzung zur Aufnahme in das Sample ist eine mindestens fünfjährige Berufserfahrung in einem inklusiven Setting. Das Ziel der Untersuchung ist es, über die (didaktische) Expertise von Lehrkräften, Ableitungen zur Weiterentwicklung und Konkretisierung eines Konzepts inklusiver Didaktik zu treffen.

Kontakt: scheidt(at)uni-bremen.de Publikationen Seitz, Simone; Scheidt, Katja (2012): Vom Reichtum inklusiven Unterrichts - Sechs Ressourcen zur Weiterentwicklung. In Zeitschrift für Inklusion Nr. 1-2. Im Internet: www.inklusion-online.de.net/index.php/inklusion/article/view/148/140 [11.6.12]. Scheidt, Katja; Köpfer, Andreas (2013): Die Antinomie. Individualisiertes & Gemeinsames Lernen - Versuch einer Strukturierung. In: Dorrance, Carmen/Dannenbeck, Clemens (Hg.): Doing Inclusion. Inklusion in einer nicht inklusiven Gesellschaft. Bad Heilbrunn, Klinkhardt. 217-225. Seitz, Simone; Scheidt, Katja (2012): Die Gruppe ist der größte Schatz. Kooperative Lernformen im inklusiven Unterricht. In: Grundschule 3/12, 14-15. Seitz, Simone; Finnern, Nina-Kathrin; Korff, Natascha; Scheidt, Katja (2012) (Hg.):Inklusiv gleich gerecht? Inklusion und Bildungsgerechtigkeit. Bad Heilbrunn: Klinkhardt. Seitz, Simone; Scheidt, Katja (2011): Professionalisierung von Lehrkräften für inklusiven Unterricht. In: Lütje-Klose, Birgit et al. (Hg.): Inklusion in Bildungsinstitutionen. Eine Herausforderung an die Heil- und Sonderpädagogik, 157-163. Korff, Natascha; Scheidt, Katja (2011): Inklusive (Fach)Didaktik und LehrerInnenexpertise: Ergebnisse zweier Pilotstudien. In: Flieger, Petra; Schönwiese, Volker (Hg.): Menschenrechte, Integration, Inklusion. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, 91-97. Scheidt, Katja (2010): Kompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern an inklusiven Schulen. In: Verband Sonderpädagogik e.V.: Inklusion braucht Professionalität. CD mit Beiträgen zum Sonderpädagogischen Kongress vom 22. bis 24. April 2010 in Weimar. Scheidt, Katja (2009): Von "hochbegabt" bis "geistig behindert". In: Die Grundschulzeitschrift 230 / 2009, 12-13. 

Inklusion in der Frühförderung in Deutschland und Schweden

Anja Wohlfart Rahmenbedingungen und Arbeitsmethoden einer an Inklusion orientierten Frühförderung in Deutschland (Mecklenburg-Vorpommern) und Schweden (Skåne).

Gegenstand der Forschungsarbeit ist ein systematischer Vergleich der Institution Frühförderung in Mecklenburg-Vorpommern und Skåne (Schweden). Einem inklusions- und partizipationsorientierten Verständnis folgend werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Frühförderung beider Regionen nach den drei Ebenen des Neo-Institutionalismus herausgearbeitet und diskutiert. Das Erkenntnisinteresse folgt der Fragestellung, inwieweit die Menschenrechtsdimensionen Inklusion und Partizipation durch die Förderinstitutionen verwirklicht werden. Die Arbeit ist damit der international vergleichenden erziehungswissenschaftlichen Forschung im Bereich der Inklusiven Pädagogik zuzuordnen. Im Forschungsfeld der institutionellen Frühförderung wurden bisher deutschlandweit keine Untersuchungen unter inklusions- und partizipationsrelevanten Gesichtspunkten durchgeführt. Schweden gilt in Bezug auf die Umsetzung inklusiv orientierter Richtlinien im frühkindlichen Bereich im europäischen Vergleich als vorbildlich, die Überprüfung der strukturellen, konzeptionellen und normativen Gegebenheiten erfolgt daher im Vergleich mit den schwedischen Frühförderdiensten.

Die Forschungsfragen lauten: Wie sieht die institutionelle Frühförderung in Mecklenburg-Vorpommern und Skåne aus? Welche Indikatoren lassen sich mit Blick auf die institutionellen Frühförderdienste zur Förderung von Inklusion und Partizipation des Kindes finden?

Mit der Arbeit werden somit erstmalig Indikatoren für Inklusion und Partizipation auf das Handlungsfeld der Frühförderung übertragen und in einem internationalen Kontext betrachtet. Zielsetzung ist es, ausgehend von den Vergleichsergebnissen Ressourcen und Schwachstellen einer an Inklusion und Partizipation orientierten Qualitätsentwicklung im Handlungsfeld Frühförderung aufzuzeigen und Empfehlungen zur Qualitätsentwicklung im deutschen System der Frühförderung zu geben.

Als Erhebungsmethoden wurden Dokumentenanalysen und Experteninterviews (nach Meuser und Nagel) durchgeführt. Insgesamt wurden sieben Interviews in Mecklenburg-Vorpommern sowie fünf Interviews in Skåne mit Leitungspersonen heilpädagogischer und interdisziplinärer Frühförderstellen, eines SPZ sowie der schwedischen Habilitationsdienste geführt.

Gefördert durch die Katholische Hochschule Berlin Kontakt: Wohlfart(at)uni-bremen.de

Inklusion in den Schulsystemen Nigerias und Deutschlands

Julia Biermann

Der Einfluss der UN-Behindertenrechtskonvention auf die Entwicklung inklusiver Schulsysteme. Eine vergleichende Studie zwischen Nigeria und Deutschland

Im Zentrum der Studie steht die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) und deren Einfluss auf die Entwicklung inklusiver Schulsysteme. Mit der BRK ist der Aufbau inklusiver Bildungssysteme erstmals zur bindenden Verpflichtung für die Staaten geworden, die die BRK ratifiziert haben. Damit trifft eine auf internationaler Ebene erarbeitete, verankerte und überwachte Konvention auf höchst unterschiedliche nationale Kontexte und muss in diesen umgesetzt werden. Wie werden die Vorgaben des Artikels 24 auf nationaler Ebene debattiert und für den Bereich der Schule ausgestaltet? Basierend auf zwei explorativen Fallstudien in Nigeria und Deutschland wird sowohl der Diskurs um die Entwicklung inklusiver Schulsysteme unter den Aspekten des gesellschaftlichen Verständnisses sowie der politischen und rechtlichen Ausgestaltung untersucht. In beiden Fallstudien wird jeweils eine Dokumenten- und Diskursanalyse durchgeführt, aber auch Interviews mit Experten und Expertinnen von an der Umsetzung involvierter Organisationen geführt. Die Wahl fiel auf diese Staaten, da beide die BRK ratifiziert haben, sich aber hinsichtlich allgemeiner sozialstruktureller Faktoren, des Ausbaus des allgemeinen Bildungssystems und auch hinsichtlich der Verankerung eines Sonderschulwesens signifikant voneinander unterscheiden. Das Ziel der Studie ist es, über die Analyse der Rolle der BRK für die Entwicklung inklusiver Schulsysteme Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erarbeiten und darauf aufbauend die Grundlage für einen länderübergreifenden Vergleich mit Faktoren, welche den Aufbau inklusiver Bildungssysteme befördern und behindern, zu entwickeln.


Gefördert durch die Friedrich Naumann-Stiftung

Kontakt: julia.biermann(at)gmail.com

 

Inclusive School Systems in Nigeria and Germany

Julia Biermann The Influence of the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities on the Development of Inclusive School Systems in Nigeria and Germany

The study`s focal point is Article 24 of the United Nations Convention on the Rights of Persons with Disabilities (CRPD) and focuses on its influence on the development of inclusive school systems. With the CRPD, the development of inclusive education systems has become for the first time a binding obligation to all those states that have ratified the convention. How are the requirements within Article 24 of the CRPD being debated at the national level and crucially, how are they being applied within schools? Based on two exploratory case studies in Nigeria and Germany, the national discourse on the development of inclusive schools systems will be analysed through the rubric of social understanding, as well as political and legal structures within each country. In both case studies, a document and discourse analysis will be carried out. Further, interviews will be conducted with those experts involved in the implementation of the CRPD. The rationale for selecting these two countries is that both have ratified the CRPD, but differ significantly in terms of general social structural factors, the expansion of the education system and also in terms of the establishing of special schools. The aim of the study is to examine the role of the CRPD in the development of inclusive school systems in relation to similarities and differences within such diverse contexts. This is to build the foundation for a transnational comparison of developing factors that promote and/or hinder the development of inclusive school systems.

Die Universität der Informationsgesellschaft