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Jonathan Frommann-Breckner

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 Jonathan Frommann-Breckner

Systematische Theologie (ev.)

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

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10.10., 11.30-12.30 Uhr

16.10., 17.00-18.00 Uhr

05.12., 11.30-12.30 Uhr

18.12., 14.30-15.30 Uhr

08.01., 14.00-15.00 Uhr

23.01., 11.30-12.30 Uhr

Bitte beachten Sie die Hinweise zum wissenschaftlichen Arbeiten und im Prüfungsportal!

Bitte nehmen Sie bei Bedarf am Kolloquium zu den MAM01-Klausuren teil: 24.10., 13.00-14.00 Uhr, L 1.201.

 

 

 

Besucher:
Technologiepark 6
33098 Paderborn

Promotionsprojekt

Hinter die Maske sehen. Maskerade als Motiv in und Schlüssel zu Dietrich Bonhoeffers Theologie und Leben

Eine Maske kann eine doppelte Eigenart haben, die eine Schauseite und eine Innenseite impliziert. Diese im Motiv ‚Maske‘ enthaltene Zweiseitigkeit eignet sich, so meine These, um spannungsvolle Aspekte des Verhaltens von Menschen zu reflektieren. Im Mittelpunkt meiner Überlegungen steht daher weder eine bestimmte Art der Gesichtsmaske noch des Maskengesichts – also weder eine Maske, die vor das Gesicht gehalten oder darauf aufgetragen wird, noch ein Gesicht, das starr wie eine Maske wird oder die Funktion einer Maske übernimmt. Vielmehr setze ich mich mit solchem Verhalten auseinander, das als maskenähnlich gedacht werden kann. Das kann dann der Fall sein, wenn Verhalten zwischen Zeigen und Verbergen, zwischen Aufrichtigkeit und Verstellung, zwischen Selbstausdruck und Selbstschutz pendelt. Die Rede von maskenähnlichem Verhalten ist angemessen, weil der Begriff ‚Maske‘ ganzheitlich auf maskierte Menschen mitsamt ihren Überzeugungen, ihren Haltungen, ihrem Habitus und ihrer Rhetorik bezogen werden kann.

Hinter eine Maske im Sinne maskenähnlichen Verhaltens zu sehen, schließt vor dem Hintergrund der vorherigen Vorbestimmungen folgende Blickrichtungen ein: Einerseits kann ich jemandes Beweggründe durchschauen, die sie oder er eigentlich geheim halten wollte, oder ich kann jemandes Intention durchschauen, die mir oder anderen ansonsten vielleicht geschadet hätte. Andererseits kann ich meinen Blick darauf richten, wie jemand sein Fühlen, Denken und Wollen ausdrückt und inszeniert, indem sie oder er sich maskiert. So gesehen trennt eine Maske Schauseite und Innenseite, wenn sie etwas nicht zeigt, indem sie es verdeckt, oder eine Maske verbindet Schauseite und Innenseite, wenn sie etwas überhaupt erst zeigt, was sonst verdeckt bleiben würde. Diese Unterscheidung halte ich für wichtig, weil sich darin andeutet, dass die Verwendung einer Maske sowohl Potenziale als auch Gefahren bergen kann.

Zudem ergeben sich in Anlehnung an diese Unterscheidung Fragen, denen ich bei meiner Beschäftigung mit Bonhoeffers Theologie nachgehe: Wie positiv oder negativ wertet er Sachverhalte, die er mittels des Motivs ‚Maske‘ veranschaulicht? Wie eröffnet das Motiv ‚Maske‘ wiederum einen Zugang, um bestimmte der von ihm behandelten Themen neu zu erschließen? Bei der Beantwortung dieser Fragen mache ich sukzessive auf Metaphern aus dem semantischen Feld des Sehens aufmerksam, die Bonhoeffer verwendet, weil es im Horizont von maskenähnlichem Verhalten um Erkenntnisprozesse geht. Zu diesen – teils nicht unumstrittenen – Metaphern zählen zum Beispiel: die Bibel als ethische ‚Sehhilfe‘, der auf sich selbst fokussierte ‚Blick‘ versus dem auf Gott fokussierten ‚Blick‘, das Sehen der Wirklichkeit in den ‚Augen‘ Gottes, der ‚Augenblick‘ der Verantwortung oder auch Religionskritik als Methode des ‚Durchschauens‘. Meine Darstellung dieser gewissermaßen visuellen Phänomene dient als Vorbereitung, um einen Beitrag zur in den letzten Jahren diskutierten Ethik der Wahrnehmung zu leisten, der durch Bonhoeffers Theologie und Leben inspiriert ist, aber auch eigenständige kritische und konstruktive Akzente setzt.

Publikationen

Der spielende Jesus. George Herbert Meads Spieltheorie als Zugang zu Jesusvorstellungen in Christopher Moores Roman „Die Bibel nach Biff“ und in der apokryphen „Kindheitserzählung des Thomas 2“, in: Janus, Richard/Niepert-Rumel, Sophia/Nord, Ilona/Schmidt, Jochen/Schroeter-Wittke, Harald (Hgg.), Jesus-Transformationen. Festschrift zum 60. Geburtstag von Professor Dr. Martin Leutzsch, Leipzig 2019, 170-191.

Promovierende und Habilitierende auf den Spuren Bonhoeffers in Berlin. Bericht über das Early Career German-American Bonhoeffer Research Network 2018, in: Bonhoeffer-Rundbrief 120 (2018), 81-89.

Die Maskerade des Bösen. Theologische und philosophische Perspektiven, in: Janus, Richard/Fuchs, Florian/Schroeter-Wittke, Harald (Hgg.), Massen und Masken. Kulturwissenschaftliche und theologische Annäherungen, Wiesbaden 2017 (pop.religion), 293-311.

Die Universität der Informationsgesellschaft