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Paderborner Medienverbundbibliothek (PMB)

 

Was sind Medienverbünde und was leistet die Paderborner Medienverbundbibliothek (PMB)?

Der Begriff „Medienverbund“ beschreibt einen Zusammenschluss von (kinder- und jugendliterarischen) Erzählmedien, die aus einem Entwicklungsprozess hervorgegangen sind, in dem „ein Leitmedium in andere Medien umgesetzt wird“ (Kümmerling-Meibauer 2007, S. 11f.). So wird beispielsweise ein Kinderroman, der als schriftbasierter Buchtext vorliegt, zu einem mit Text und Bild erzählenden Bilderbuch oder zu einem Comic verarbeitet. Auch Adaptionen in auditive Formate wie Hörbuch oder Hörspiel werden vorgenommen. Ebenso entstehen Spielgeschichten für Konsolenspiele oder Apps. Eine herausragende Rolle innerhalb der medial vielfältigen Adaptionen zu einer literarischen Vorlage kommt den Verfilmungen zu. Hier entstehen Spielfilme und/oder Serien im Real- oder Animéformat. Medienverbünde nutzen vielfältige Erzählmodalitäten für die Entfaltung einer (Kern-)Narration und damit werden auch die „Dimensionen des Literarischen und des Ästhetischen“ (Kruse 2014, S. 2) multimodal ausgestaltet. Ein Literaturunterricht, der Medienverbünde nutzt, möchte literarische Lernprozesse initiieren, „die sich auf die Darbietung und das Arrangement vieler zur Verfügung stehender medialer Präsentationsformen beziehen“ (ebd.). Dabei steht der medialen Vielfalt eine Vielfalt der Komplexitäts- und Anspruchsniveaus gegenüber, so dass Zugangschancen zu ästhetisch-fiktionalen Narrationen geschaffen werden, die passend sind für Lernerinnen und Lerner (Rezipientinnen und Rezipienten) mit je unterschiedlichen Wahrnehmungs- und Rezeptionsgewohnheiten. Solche Wahrnehmungsgewohnheiten zu berücksichtigen und in Lehr- und Lernprozesse einfließen zu lassen, ist für einen innovativen Literaturunterricht in der zunehmend digital geprägten Medienkultur unerlässlich.

Damit stellen Medienverbünde zu kinder- und jugendliterarischen Narrationen innerhalb des medienkulturellen Wandels einen wichtigen und innovativen Unterrichtsgegenstand für einen zeitgemäßen Literaturunterricht dar. Datenbank und bereitgestellte Medien geben Studierenden und Lehrenden (sowie Lehrer/innen aus Paderborn und Umgebung) die Möglichkeit, sich über das breite und schwer überschaubare Feld medial aufbereiteter Literatur zu informieren und begründete Auswahlentscheidungen für einen innovativen Literaturunterricht (auch im Praxissemester) zu treffen.

Hier finden Sie eine Liste der im Deutsch-Treff vorhandenen Medienverbünde und Medienverbundbeschreibungen.

 

Verwendete Literatur

Kruse, Iris (2014): Brauchen wir eine Medienverbunddidaktik? Zur Funktion kinderliterarischer Medienverbünde im Literaturunterricht der Primar- und frühen Sekundarstufe. In: Leseräume 1, H. 1, S. 1-30.

Kümmerling-Meibauer, Bettina (2007): Überschreitung von Mediengrenzen: Theoretische und historische Aspekte des Kindermedienverbunds. In: Josting, Petra/ Maiwald, Klaus (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund. Grundlagen, Beispiele und Ansätze für den Deutschunterricht (= kjl&m 07.extra). München: kopaed, S. 11–21.

 

Weitere ausgewählte Publikationen von Prof. Dr. Iris Kruse zu Medienverbünden und zur Medienverbunddidaktik

Kruse, Iris (2019): Trivialität, Komplexität, Intermedialität – Praxistheoretische Perspektiven auf Medienverbunddidaktik und intermediale Lektüre. In: Maiwald, Klaus (Hrsg.): Intermedialität. Formen – Diskurse – Didaktik. Baltmannsweiler: Schneider, S. 111-130.

Kruse, Iris (2018): Literarästhetische Praktiken von Kindern aufnehmen und erweitern. Seriell verfilmte Kinderliteratur in Medienverbund-Arrangements. In: Anders, Petra / Petra Wieler (Hrsg.): Literalität und Partizipation. Reden, Schreiben, Gestalten in und zu Medien. Tübingen: Stauffenburg, S. 191-204

Kruse, Iris (2016): Kinderliterarische Medienverbünde im inklusiven Literaturunterricht der Grundschule - Mediale Darstellungsvielfalt als Chance für gemeinsame literarästhetische Erfahrungen. In: Frickel, Daniela A. / Andre Kagelmann (Hrsg): Der inklusive Blick. Die Literaturdidaktik und ein neues Paradigma. Frankfurt am Main: Peter Lang, S. 171-191.

Kruse, Iris (2016): Intermedial und inklusiv. Ein kinderliterarischer Medienverbund stiftet gemeinsame literarische Erfahrungen. In: Grundschulunterricht Deutsch, H. 1/2016, S. 34-38.

Kruse, Iris (2015): Im Gestöber der Medien entdecken, erfahren und lernen. Kinderliterarische Medienverbünde herausfordernd arrangieren. In: Dehn, Mechthild/ Daniela Merklinger (Hgg.): Erzählen - Vorlesen - Zum Schmökern anregen. Frankfurt am Main: Grundschulverband e.V., S. 244 - 255.

Kruse, Iris (2014): Intermediale Lektüre(n). Ein Konzept für Zu- und Übergänge in intermedialen Lehr- und Lernarrangements. In: Weinkauff, G./ Dettmar, U./ Möbius, Th. / Tomkowiak, I. (Hrsg.): Kinder- und Jugendliteratur in Medienkontexten. Adaption – Hybridisierung – Intermedialität - Konvergenz. Frankfurt a.M.: Peter Lang, S. 179-198.

Die Universität der Informationsgesellschaft