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Die Bereiche des Instituts

Foto: Yvonne Ruhose

Eugenische Fiktionen: Narrative Aushandlungen von (Lebens-)Wissen und Subjektivität im Kontext menschlicher 'Optimierung' in Romanen der Gegenwart

Logo des dritten internationalen Eugenik-Kongresses, 1932

"All creatures would agree that it was better to be healthy than sick, vigorous than weak, well fitted than ill-fitted for their part in life. In short, that it was better to be good rather than bad specimens of their kind, whatever that kind might be. So with men."
(Francis Galton, 1905)

Das in dieser generalisierenden Weise von Francis Galton formulierte Bedürfnis, 'gut' statt 'schlecht' zu sein, markiert zugleich den Ausgangspunkt für ein Bestreben, 'gut' stetig zu 'besser' zu verändern. Diese Vision einer Verbesserung bis zur Vervollkommnung bestimmt das Projekt der Eugenik. Von Eugenikern formulierte Maßnahmen zur Modifizierung des menschlichen Individuums mit dem Ziel einer Optimierung der menschlichen Spezies stehen dabei in einer Wechselbeziehung zu literarischen Imaginationen solcher Eingriffe, die von Klassikern der utopischen und dystopischen Literatur (vor allem Huxley, Orwell, Shelley) zu Texten der Gegenwartsliteratur (Atwood, Houellebecq, Zeh und andere) reichen. Dieser thematische Komplex von Eugenik und Literatur bildet den Ausgangspunkt für die Überlegungen des Dissertationsprojekts, das eugenische Fiktionen zu eugenischen Fantasien ins Verhältnis setzt und dabei anhand paradigmatischer Gegenwartsromane narrative Aushandlungen von (Lebens-)Wissen und Subjektivität im Kontext menschlicher 'Optimierung' in den Blick nimmt.

Innerhalb des gegenwärtigen Diskurssystems von (Bio-)Wissenschaften, (Bio-)Ethik und (Bio-)Kunst profiliert sich die Literatur als fiktionaler Erprobungsraum eugenischer Realitäten. Gekennzeichnet durch ein hohes Maß an Reflexivität werden Formen, Möglichkeiten und Problematiken der Eugenik in vielzähligen Variationen thematisiert, Gesellschaften imaginiert, in denen ein eugenischer Zugriff auf menschliches Leben normalisiert ist, und Subjekte modelliert, die sich innerhalb solcher Machtstrukturen als dezidiert eugenische Subjekte konstituieren. Grenzen und Konstanten des Menschlichen werden somit ausgelotet und Lebenswissen über den Menschen und die Menschheit wird produziert. Diesem aus der Fiktion generierten Wissen kommt eine wichtige kulturelle Bedeutung zu: Während in hohem Tempo neue humangenetische und biotechnologische Forschungsergebnisse vorgelegt werden, neue Bilder des Menschen entstehen und neue Ansatzpunkte der Wirtschaft entwickelt werden, ist es unerlässlich, diese Entwicklungen kritisch zu reflektieren - das spezifische Wissen eugenischer Fiktionen sollte hierfür nicht unbeachtet bleiben.

Kontakt

Ronja Hannebohm

Institut für Germanistik und Vergleichende Literaturwissenschaft > Komparatistik/Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft

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