Achtung:

Sie haben Javascript deaktiviert!
Sie haben versucht eine Funktion zu nutzen, die nur mit Javascript möglich ist. Um sämtliche Funktionalitäten unserer Internetseite zu nutzen, aktivieren Sie bitte Javascript in Ihrem Browser.

Entwicklung der ehrenamtlichen Mitverantwortung - Eine Evaluationsstudie

Das Modellprojekt des Zukunftsbildes „Entwicklung der ehrenamtlichen Mitverantwortung“ ist angesiedelt in der Hauptabteilung 2 für Pastorale Dienste im Generalvikariat des Erzbistums Paderborn und wird hier von Matthias Kolk (Rätearbeit) geführt.

Kooperationspartner an der Universität Paderborn ist der Lehrstuhl für Religionspädagogik unter besonderer Berücksichtigung von Inklusion von Prof. Dr. Dr. Oliver Reis.

Die Laufzeit des Projektes beträgt vier Jahre (01.01.18 - 31.12.2022).

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Lisa Hofmeister

Der Projektbericht 1: Modelle, Transformationen, Corona-Erfahrungen (2021) nimmt nach einer Vorstellung des Projektes und der einzelnen Modelle die Implementation dieser in vier Modellräumen mit ihren Wirkungen in den Blick. Ergänzt wird die Auswertung durch eine Betrachtung der Modelle unter Corona-Bedingungen.

Als PDF herunterladen.

Als Buch bestellen.

Entwicklung der ehrenamtlichen Mitverantwortung – Eine Evaluationsstudie

Die Gesellschaft verändert sich – sei es ein verändertes Wahrnehmen ehrenamtlicher Tätigkeit, sich reduzierende Priesterzahlen oder die Corona-Pandemie – und gleichzeitig wird ehrenamtliches Engagement zunehmend wichtiger. Der Pfarrgemeinderat als Gremium pastoraler Mitverantwortung ist nun mehr als 50 Jahre alt, sodass zurecht angefragt werden kann, inwiefern er noch den Bedürfnissen der Haupt- und Ehrenamtlichen entspricht. Hierauf reagiert das Erzbistum Paderborn: Im Rahmen des Modellprojekts Entwicklung der ehrenamtlichen Mitverantwortung begleiten wir drei Pastorale Räume und eine Pfarrei, die unterschiedliche Formen ehrenamtliche Mitverantwortung erproben. Diese reichen von einer Renovierung (PGR ohne amtliches Mitglied, Pastoraler Raum Schmallenberg-Eslohe), über einen Anbau (Kirchengemeinderat, Pfarrei St. Andreas Velmede) bis zu einem Neubau (Teams der Kirche vor Ort, Pastoraler Raum Arnsberg und Pastoralverbund Balve-Hönnetal). Nach einer Evaluation der Implementation ist das Ziel des Modellprojektes, gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort entsprechende neue Wege auszuloten und bei der Umsetzung zu unterstützen. Diese können anderen interessierten Haupt- und Ehrenamtlichen als Impuls dienen.

Homepage des Modellprojekts

Bericht zum Modellprojekt

Erkenntnisinteresse und Forschungsformate

Dabei nimmt die Evaluation einerseits die partizipative Praxis und andererseits die Akteure dieser Praxis in den Blick.

  • Unsere Fragen zur partizipative Praxis: Wie verlaufen partizipative Entscheidungsprozesse in gewählten Gremien wie dem PGR, in beauftragten Gemeindeteams oder freien Arbeitskreisen? Wie bildet sich die partizipative Praxis in Organisationsstrukturen ab? Wie beeinflussen die partizipativen Strukturen die Arbeitsweise der Gremien, Teams und Arbeitskreise?
  • Unser Vorgehen zur partizipativen Praxis: Zum einen analysieren die Sitzungsprotokolle aller teilnehmenden Gremien, Gemeindeteams und Arbeitskreise auf die Themenwahl, Entscheidungsfindung und -umsetzung. Zum anderen beobachten wir jede Sitzung eines gewählten Gremiums und eines Gemeindeteams, um die Entscheidungsprozesse zu verstehen. Darüber hinaus überführen wir die Organisationsstrukturen in allgemeingültigere Modelle von partizipativer Strukturen in pastoralen Räumen.
  • Unsere Fragen zu den Akteuren innerhalb einer partizipativen Praxis: Welches Leistungsverständnis herrscht bei den Haupt- und Ehrenamtlichen vor? Welche Rollenbilder zu den Akteuren in Kirchen gibt es bei den Haupt- und Ehrenamtlichen? Wie stark ist die partizipative Haltung der Hauptamtlichen ausgeprägt? Warum engagieren sich Ehrenamtliche in verantwortlichen Gremien und Teams? Wo entstehen oder existieren Differenzen zwischen dem theoretischen Leitungsverständnis und Rollenbild und der praktischen Übersetzung in die Alltagssituationen im Gemeindeleben?
  •  Unser Vorgehen zu den Akteuren innerhalb einer partizipativen Praxis: Alle gewählten Gremien und beauftragten Gemeindeteams sowie die Pastoralteams der Modellräume beantworten einen quantitativen Fragebogen, um die Rollenbilder von Priestern, Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten sowie Laien, das Leitungsverständnis und die Motivation zum Engagement bzw. die partizipative Haltung zu erheben. Daneben werden in zwei Modellräume Mitglieder des Pastoralteams sowie der Gremien bzw. Gemeindeteams interviewt, um diese abstrakten Verständnisse mit Alltagsbildern abzugleichen.

Genauso gilt das Erkenntnisinteresse der theologischen Grundlegung dieser Strukturen: Lässt sich Partizipation theologisch begründen und zu welchem Bild von Kirche gehört eine partizipative Haltung? Die Evaluation wird sich aber auch prozessorientiert an den unterschiedlichen Wegen der Modellräume orientieren. Jeder Pastorale Raum hat seinen Eigenwert und seine Eigenarten, die gewachsen und gereift sind. Diese sollen nicht nur in der Strukturentwicklung, sondern auch in der Evaluation Berücksichtigung finden.

Prozessorientierte Forschung

Die Erkenntnisse aus der Evaluation werden immer wieder in den Prozess der Modellräume eingespeist, so dass die kommenden Jahre ein gemeinsamer Lernprozess für alle Beteiligten auf den unterschiedlichen Ebenen sein wird. Prozessorientiert wird sich durch die Bedarfe und Erfahrung der einzelnen Modellräume auch noch einmal zeigen, welche Aus- und Fortbildungen und welche weiteren Unterstützungsangebote in den nächsten Jahren notwendig sein werden. Dabei wird die Vernetzung hinein ins Bistum und zu den verschiedenen Bildungsträgern relevant werden. Letztlich wird für das Modellprojekt gut zu beobachten sein, ob sich die unterschiedlichen Prozesse von unternehmerischen Institutionen unterscheiden und ob der gemeinsame Glaube an Gott aus diesen Entwicklungen einen geistlichen Prozess machen kann.

Literatur

Masterarbeiten:

Jana Naomi Rakowski: Jede Gemeinde hat eine Geschichte. Entwicklung einer empiriegestützten Handreichung zur Synchronisation emotionaler Kommunikationsprozesse des kollektiven Gedächtnisses einer katholischen Kirchengemeinde des Erzbistums Paderborn. Paderborn September 2020.

Carola Hackstedt: Partizipation, Selbstorganisation und Charismenorientierung im Pastoralen Raum Schmallenberg-Eslohe. Eine Rekonstruktion zur Wirkung der Strukturintervention im Modellprojekt. Paderborn März 2021.

Sarah Kornels: Die Gemeindeteams und der Ansprechpartner. Eine Rekonstruktion der wechselseitigen Rollenperspektiven. Paderborn September 2021.

Die Universität der Informationsgesellschaft