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von links nach rechts: Isabelle Hoyer, Petra Triska, Prof. Dr. Dr. Oliver Reis, Dr. Theresa Kohlmeyer, Irina Hegel, Jana Rakowski, Fabian Potthast. Foto: Kathrin Heithecker, Universität Paderborn

Partizipationsformen

Inklusion, Teilhabe oder Teilgabe sind alles Begriffe die im Containerbegriff ‚Partizipation‘ wiederzufinden sind. Auch der Grundlagentext der UN-BRK schreibt von ‚participation‘. Im deutschen Sprachgebrauch hat sich jedoch nicht die ‚Partizipation an Bildung‘, sondern die ‚Inklusion‘ durchgesetzt. Neben der schulischen Inklusion gibt es aber noch weitere Partizipationsformen und -orte, die in diesen Projekten gemeinsamen mit dem Bistum Paderborn untersucht werden. ( Theo-Web. Zeitschrift fuer Religionspaedagogik 17(2018), H. 21, 248–262 )

Entwicklung der ehrenamtlichen Mitverantwortung – Eine Evaluationsstudie

Das Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn setzt Partizipation als ein Schlüsselthema der Pastoral der nächsten Jahre und meint damit, dass sich die Ehrenamtlichen die Verantwortung und die Entscheidungen für die Gemeinden mit den Hauptamtlichen teilen. Dafür wurde das Modellprojekt „Entwicklung der ehrenamtlichen Mitverantwortung“ initiiert. In den nächsten Jahren werden die teilnehmenden pastoralen Räume und Pfarreien des Erzbistums Erfahrungen sammeln. Ziel des Modellprojekts ist es zum nächsten Wahltermin 2021 eine Form zu finden, die diese Partizipation sicherstellt und den pastoralen Räumen Empfehlungen zur Auswahl einer Modellstruktur sowie zur Umsetzung geben kann.

Homepage des Modellprojekts

1. Erkenntnisinteresse und Forschungsformate

Dabei nimmt die Evaluation einerseits die partizipative Praxis und andererseits die Akteure dieser Praxis in den Blick.

  • Unsere Fragen zur partizipative Praxis: Wie verlaufen partizipative Entscheidungsprozesse in gewählten Gremien wie dem PGR, in beauftragten Gemeindeteams oder freien Arbeitskreisen? Wie bildet sich die partizipative Praxis in Organisationsstrukturen ab? Wie beeinflussen die partizipativen Strukturen die Arbeitsweise der Gremien, Teams und Arbeitskreise?
  • Unser Vorgehen zur partizipativen Praxis: Zum einen analysieren die Sitzungsprotokolle aller teilnehmenden Gremien, Gemeindeteams und Arbeitskreise auf die Themenwahl, Entscheidungsfindung und -umsetzung. Zum anderen beobachten wir jede Sitzung eines gewählten Gremiums und eines Gemeindeteams, um die Entscheidungsprozesse zu verstehen. Darüber hinaus überführen wir die Organisationsstrukturen in allgemeingültigere Modelle von partizipativer Strukturen in pastoralen Räumen.
  • Unsere Fragen zu den Akteuren innerhalb einer partizipativen Praxis: Welches Leistungsverständnis herrscht bei den Haupt- und Ehrenamtlichen vor? Welche Rollenbilder zu den Akteuren in Kirchen gibt es bei den Haupt- und Ehrenamtlichen? Wie stark ist die partizipative Haltung der Hauptamtlichen ausgeprägt? Warum engagieren sich Ehrenamtliche in verantwortlichen Gremien und Teams? Wo entstehen oder existieren Differenzen zwischen dem theoretischen Leitungsverständnis und Rollenbild und der praktischen Übersetzung in die Alltagssituationen im Gemeindeleben?
  •  Unser Vorgehen zu den Akteuren innerhalb einer partizipativen Praxis: Alle gewählten Gremien und beauftragten Gemeindeteams sowie die Pastoralteams der Modellräume beantworten einen quantitativen Fragebogen, um die Rollenbilder von Priestern, Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten sowie Laien, das Leitungsverständnis und die Motivation zum Engagement bzw. die partizipative Haltung zu erheben. Daneben werden in zwei Modellräume Mitglieder des Pastoralteams sowie der Gremien bzw. Gemeindeteams interviewt, um diese abstrakten Verständnisse mit Alltagsbildern abzugleichen.

Genauso gilt das Erkenntnisinteresse der theologischen Grundlegung dieser Strukturen: Lässt sich Partizipation theologisch begründen und zu welchem Bild von Kirche gehört eine partizipative Haltung? Die Evaluation wird sich aber auch prozessorientiert an den unterschiedlichen Wegen der Modellräume orientieren. Jeder Pastorale Raum hat seinen Eigenwert und seine Eigenarten, die gewachsen und gereift sind. Diese sollen nicht nur in der Strukturentwicklung, sondern auch in der Evaluation Berücksichtigung finden.

2. Prozessorientierte Forschung

Die Erkenntnisse aus der Evaluation werden immer wieder in den Prozess der Modellräume eingespeist, so dass die kommenden Jahre ein gemeinsamer Lernprozess für alle Beteiligten auf den unterschiedlichen Ebenen sein wird. Prozessorientiert wird sich durch die Bedarfe und Erfahrung der einzelnen Modellräume auch noch einmal zeigen, welche Aus- und Fortbildungen und welche weiteren Unterstützungsangebote in den nächsten Jahren notwendig sein werden. Dabei wird die Vernetzung hinein ins Bistum und zu den verschiedenen Bildungsträgern relevant werden. Letztlich wird für das Modellprojekt gut zu beobachten sein, ob sich die unterschiedlichen Prozesse von unternehmerischen Institutionen unterscheiden und ob der gemeinsame Glaube an Gott aus diesen Entwicklungen einen geistlichen Prozess machen kann.

3. Kooperationspartner

Das Modellprojekt des Zukunftsbildes „Entwicklung der ehrenamtlichen Mitverantwortung“ ist angesiedelt in der Hauptabteilung 2 für Pastorale Dienste im Generalvikariat des Erzbistums Paderborn und wird hier von Matthias Kolk (Rätearbeit) geführt.

Kooperationspartner an der Universität Paderborn ist der Lehrstuhl für Religionspädagogik unter besonderer Berücksichtigung von Inklusion von Prof. Dr. Dr. Oliver Reis. Ausführende Mitarbeiterin am Lehrstuhl ist Dr. Theresa Kohlmeyer. In der Evaluationsstudie wird sie von der studentischen Hilfskraft Jana Rakowski unterstützt.

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