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von links nach rechts: Isabelle Hoyer, Petra Triska, Prof. Dr. Dr. Oliver Reis, Dr. Theresa Kohlmeyer, Irina Hegel, Jana Rakowski, Fabian Potthast. Foto: Kathrin Heithecker, Universität Paderborn

Kirchenraumpädagogischer und hochschuldidaktischer Hintergrund

Die Ansätze der Kirchenraumpädagogik haben sich zur Aufgaben gemacht, didaktische Modell für die Erschließung des Kirchenraumes jenseits des Gottesdienstgeschehens zu entwickeln. Für die Gestaltung von Erkundungen mit Schülerinnen und Schülern ist entscheiden, vorher das Verständnis bzw. den Zugang zum Kirchenraum zu klären. Im Diskurs der letzten Jahre haben sich vier Modelle herausgebildet:

  • Die Kirche als Kunst-Raum setzt die Ästhetik des Raumes und das Staunen über den Raum in den Mittelpunkt.
  • Die Kirche als Ich-Raum rückt die biographisch-persönliche Dimension ins Blickfeld. Die Kirche ist ein Raum der Erinnerung und des individuellen Geborgenseins.
  • Die Kirche als Wir-Raum nimmt den Kirchraum als den gemeindebezogenen Ort für das Gottesdienstgeschehen wahr.
  • Die Kirche als Gottes-Raum wiederum erkennt die Heiligkeit des Ortes und die Gegenwart Gottes, die sich u.a. im Sakrament zeigt (vgl. Dörnemann 2014/Büttner in Vorbereitung).
  • Die unterschiedlichen Fokussierungen im Kirchraumverständnis ziehen unterschiedliche Schwerpunktsetzungen in den Erkundungen des Kirchraums nach sich.
  • Der baukundliche Typ erkundet das Kulturgut und erlernt die Baustile zu bestimmen oder die künstlerischen Darstellungen Epochen zu zuordnen. Der Kirchraum wird hier im Modus des Erklärens erschlossen.
  • Die Typen der Handlungsorientierung oder des Neugestaltenden setzen auf die persönliche und individuelle Aneignung des Kirchenraums, der für die (religiöse) Identitätsbildung genutzt werden kann. Erkundungen sind hier von der kreativen Aktivität der Schülerinnen und Schüler geprägt.
  • Der symboldidaktische Typ stellt den Kirchenraum in die Tradition der Erinnerungsgemeinschaft, durch die erst die Anordnung von Gegenständen oder die Gestaltung von Bildern verstehbar wird.
  • Der katechetische Typ schließt den Kirchenraum über seine liturgische Bedeutung auf. Die zu findenden Gegenstände haben keine ästhetische Relevanz, sondern erhalten diese durch ihre Funktion im Gottesdienstgeschehen, das im Sinne eines Probehandelns erlebt werden kann (Vgl. Degen 1998).

Die kirchenraumpädagogischen Konzepte setzen bei den Schülerinnen und Schülern jeweils eigene Vorerfahrungen voraus und modellieren sie in einer bestimmten Art und Weise. Um möglichst vielen Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden, hat es sich bewährt, in der Domerkundung unterschiedliche Stationen zu gestalten, die jeweils andere Lernformate und damit Voraussetzungen und Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler bedienen (Vgl. Reis 2018).

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