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Foto: Universität Paderborn, Gerrit Mauritz

Komparative Theologie als Wegweiser in der Welt der Religionen

Einer der beliebtesten Vorwürfe gegen Religionen besteht in der Behauptung, dass sie sich gegenseitig ihren Wert und ihre Würde absprechen. Religionen werden verdächtigt, aufgrund ihrer Wahrheits- und Unbedingtheitsansprüche latent gewaltförmig miteinander umzugehen.  Eine gegenseitiges Verstehen und gegenseitige Wertschätzung neu ermöglichende Verhältnisbestimmung zwischen den Religionen steht deshalb unter den ‚aufgeklärten‘ Anhängern der Religionen allerorten auf der Tagesordnung. Denn anders scheint weder das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft noch das Überleben der Menschheit als ganzer möglich zu sein.

Umstritten ist allerdings nach wie vor, wie diese positive Wertung theologisch gedacht und legitimiert werden kann. Denn die allgemeine Skepsis gegenüber Ansprüchen auf Letztverbindlichkeit und Wahrheit, die es unserer Zeit erlaubt, die Verbindlichkeitsansprüche der verschiedenen religiösen Traditionen ohne Bauchschmerzen nebeneinander stehen zu lassen, kann sich eine konfessorische Theologie nicht zu eigen machen. Insofern stellt sich für jede konfessorische Theologie der Religionen die Grundfrage, wie sie der Vielfalt der Religionen eine positive oder zumindest nicht negative Bedeutung zumessen kann, ohne dabei den Wahrheitsanspruch der eigenen Tradition aufzugeben. In diesem doppelten Anspruch, einerseits andere religiöse Traditionen und deren Anhänger in ihrer Andersheit wertschätzen und andererseits am eigenen Anspruch auf Wahrheit und Verbindlichkeit festhalten zu wollen, liegt m.E. die Grundforderung jeder Theologie der Religionen. Die Tatsache, dass die in ihr entwickelten Standardmodelle diese doppelte Anforderung nicht zu bewältigen vermögen, konstituiert ihr grundlegendes Dilemma.

Mit meinem im Frühjahr 2012 erschienenen Buch Komparative Theologie als Wegweiser in der Welt der Religionen lege ich eine theologische Beschäftigung mit der Welt der Religionen vor, die zeigt, wie man aus christlicher Sicht heraus religiöse Überzeugungen und Letztorientierungen von Personen außerhalb des Christentums würdigen und wertschätzen kann, ohne dabei die grundlegenden Grundpositionen der eigenen Religion zurückzunehmen. Auch über diese Monographie hinaus arbeite ich im Verbund mit Kollegen und Kolleginnen aus anderen Religionen und Kontinenten weiter, an den hermeneutischen, methodischen und philosophischen Grundlagen der Komparativen Theologie. An meinem Lehrstuhl besteht die im deutschen Sprachraum einzigartige Möglichkeit zu den unterschiedlichsten Themen der Komparativen Theologie im Promotionsfach „Komparative Theologie“ eine Doktorarbeit anzufertigen. Interessierte aus aller Welt sind herzlich eingeladen, sich bei mir zu melden.

Um die besonderen Leistungen Paderborns im Kontext Komparativer Theologie bekannt zu machen, besteht eine Forschungskooperation mit dem Verein Paderborn überzeugt, der Tagungen und andere Projekte des ZeKK fördert, um den Beitrag Paderborns zur Etablierung Komparativer Theologie besser sichtbar zu machen und um Paderborn als Standort der Religionen zu stärken.

Laufzeit des Projekts: 2012-2017/ Fördernde Institution: Paderborn überzeugt

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