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Autor: Joakim Jardenberg | Lizenz: CC BY 2.0 Bildinformationen anzeigen
Autor: Michal Dočekal | Lizenz: CC BY-SA 2.0 Bildinformationen anzeigen
Autor: Clyde Robinson | Lizenz: CC BY 2.0 Bildinformationen anzeigen
Autor: Harco Rutgers | Lizenz: CC BY-SA 2.0 Bildinformationen anzeigen
Autorin: Janaina C. Falkiewicz | Lizenz: CC BY 2.0 Bildinformationen anzeigen

Autor: Joakim Jardenberg | Lizenz: CC BY 2.0

Autor: Michal Dočekal | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Autor: Clyde Robinson | Lizenz: CC BY 2.0

Autor: Harco Rutgers | Lizenz: CC BY-SA 2.0

Autorin: Janaina C. Falkiewicz | Lizenz: CC BY 2.0

Ringvorlesung „Archivpraktiken: Sammeln und Speichern unter digitalen Bedingungen“

Nach Friedrich Kittler zählt das Speichern zu den basalen Medienfunktionen – Inhalte werden für den Wiederaufruf oder die Tradierung an spezifischen Orten ,stillgestellt‘ und aufbewahrt. In diesem Sinne schlägt die Medienfunktion des Speicherns eine Brücke zum Begriff des Archivs. Als Dispositive ermöglichen und formieren Archive Zugriffe auf historische Quellen, auf künstlerische Arbeiten, technisch-mediale Artefakte, wissenschaftliche Erkenntnisse oder Alltagsgegenstände.

Theoretische und technische Entwicklungen stoßen dabei immer neue Diskussionen über die Möglichkeiten und Grenzen von Archiven an. Wie lassen sich etwa kulturelle Phänomene archivieren, die sich nicht in Dingen kristallisieren? Als Beispiele können hier Kulturtechniken (z.B. spezifisch mediale Praktiken) oder die performativen Vollzüge von Software (z.B. das play von Videospielen) dienen. Aber auch da, wo sich gegebenenfalls archivierbare Artefakte identifizieren lassen, stellen digitale Phänomene aktuell eine Herausforderung dar. Wie geht man etwa damit um, dass Softwaregeschichte immer auch Versionengeschichte ist? Muss parallel Hardware archiviert werden, um die Lauffähigkeit von Software zu garantieren?

Doch nicht nur auf der Ebene der Gegenstände und ihrer Behandlung, sondern auch auf der Ebene ihrer medialen Infrastruktur sind Archive derzeit Transformationen unterworfen. Methoden und Techniken, wie sie vor allem im Rahmen der digitalen Kulturwissenschaften diskutiert werden, versprechen Antworten auf Fragen und Probleme des Archivs. Unstrittig ist in jedem Fall, dass mit Retrodigitalisaten neue Wissensobjekte auf den Plan treten und sich Zugänge zu Material verändern. Im Kontext des Digitalen kann somit auch eine Neuverhandlung von Archivpraxen erfolgen. Aus medienwissenschaftlicher Perspektive ist hier u.a. interessant, wie (digitale) Archive als mediale Bedingung in die Produktion historischen Wissens eingebunden sind. Welche Rolle spielen etwa Interfaces, um den Zugang zu Archiven vorzustrukturieren? Welche Effekte hat die verstärkte Bedeutung von epistemischen Bildern in Form von Digitalisaten?

In diesem Spannungsfeld bewegt sich das Interesse der Ringvorlesung. Auch die Medienwissenschaft gehört zu den akademischen Disziplinen, die den Zugriff auf mediale Artefakte – Schriftzeugnisse, Kommunikations- und Forschungsapparaturen, Fotografien, Tonaufnahmen, Filme oder Computerspiele – für ihre historische, strukturelle, gesellschaftliche oder ästhetische Erforschung benötigt. Die Ringvorlesung fragt daher nach der Bedeutung, die das Archiv für die gegenwärtige Medienwissenschaft hat. Andersherum bedürfen die skizzierten Transformationen und Herausforderungen einer theoretischen Reflexion durch die Medienwissenschaft.

Terminübersicht

Eine Übersicht über die Termine kann hier heruntergeladen werden.

Die Universität der Informationsgesellschaft