Wie ist die Osnabrücker Kulturszene vernetzt, welche Herausforderungen prägen sie und wie könnte ihre Zukunft aussehen? Im Rahmen des Forschungsprojekts „Cultural Wallet“ führte das Forschungsteam - angeschlossen an das C:POP Forschungszentrum - am 17. September 2026 eine erste Fokusgruppe mit Vertreter*innen der Osnabrücker Kulturszene durch.
Im Kulturhaus Osnabrück kamen Vertreter*innen des Theaters Osnabrück, des Musikbüros Osnabrück, der Lagerhalle Osnabrück und des Fachbereichs Kultur der Stadt Osnabrück zusammen. Seitens des Forschungsteams (C:POP) nahmen Prof. Dr. Beate Flath, der wissenschaftliche Mitarbeiter Yannick Dietrich und die wissenschaftliche Hilfskraft Gesine Flick teil.
Im Mittelpunkt der Fokusgruppe standen die Strukturen der lokalen Live Culture Ecology. Gemeinsam wurde diskutiert, welche Akteur*innen die Osnabrücker Kulturlandschaft prägen, wie sie miteinander in Verbindung stehen und an welchen Stellen besonders wichtige Kooperationen und Netzwerke entstehen. Darüber hinaus ging es um aktuelle Herausforderungen, unterschiedliche Perspektiven auf die lokale Kulturszene sowie um die Frage, welche Bedingungen und Entwicklungen für ihre Zukunft eine Rolle spielen.
Der Austausch ermöglichte es, bestehende Strukturen und Beziehungen innerhalb der Osnabrücker Kulturlandschaft aus der Perspektive ihrer Akteur*innen genauer zu erfassen. Die Fokusgruppe bildet damit einen wichtigen Baustein für die weitere Forschungsarbeit des C:POP Forschungszentrums im Projekt „Datenökosysteme und Dienstleistungen zur Stärkung von Loyalität und kultureller Teilhabe (Cultural Wallet)".
Über das Projekt „Cultural Wallet“
Das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Projekt „Datenökosysteme und Dienstleistungen zur Stärkung von Loyalität und kultureller Teilhabe (Cultural Wallet)“ startete im Januar 2026. Unter der Projektleitung von Prof. Dr. Daniel Beverungen (SICP) wird gemeinsam mit universitären und außeruniversitären Partner*innen aus Kultur und IT untersucht, welchen Beitrag eine im Projekt entwickelte Cultural Wallet zur Kundenloyalität und kulturellen Teilhabe leisten kann. Neben dem C:POP Forschungszentrum ist unter anderem Prof. Dr. Lena Steinhoff an dem Projekt beteiligt. Kooperationspartner sind die Stadt Paderborn und die adesso business consulting AG.
Ziel ist der Aufbau eines digitalen Datenökosystems, das eine gemeinsame Nutzung von Veranstaltungs-, Ticket- und Besuchsdaten ermöglicht und dadurch neue datenbasierte Dienstleistungen für den Kulturbereich unterstützen soll. Vor dem Hintergrund sinkender Besucher*innenzahlen, steigender Kosten und begrenzter öffentlicher Förderung werden insbesondere akteursübergreifende Ansätze zur Förderung von Loyalität und kultureller Teilhabe entwickelt und erprobt.
Der Beitrag des C:POP Forschungszentrums
Das C:POP Forschungszentrum beschäftigt sich innerhalb des Projekts insbesondere mit den Strukturen und Dynamiken lokaler Live Culture Ecologies. Im Fokus stehen dabei die beteiligten Akteur*innen, ihre Beziehungen und Netzwerke sowie die Bedingungen, unter denen kulturelle Angebote entstehen und weiterentwickelt werden. Dabei werden auch aktuelle Herausforderungen, unterschiedliche Wertvorstellungen sowie Transformationsprozesse in den lokalen Kulturlandschaften betrachtet.
Die Fokusgruppen ermöglichen es, Erfahrungen und Perspektiven der beteiligten Kulturakteur*innen unmittelbar in die Forschung einzubeziehen und ein differenziertes Bild der jeweiligen lokalen Kulturökosysteme zu entwickeln. Die Ergebnisse fließen in die weiteren Arbeitsschritte des Projekts „Cultural Wallet“ ein.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Beteiligten für den offenen Austausch und die vielfältigen Einblicke in die Osnabrücker Kulturszene.