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Collage
Detailaufnahme aus dem Werkstattbereich des Silos.
Kopfschutz-Kopfschmuck Bildinformationen anzeigen

Collage Detailaufnahme aus dem Werkstattbereich des Silos. Kopfschutz-Kopfschmuck

Foto: Lisa Kuntze-Fechner, Julia Schäfer

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AI WEIWEI, SAFETY JACKETS ZIPPED THE OTHER WAY (2019/20)

Der kleine Ausstellungsraum OPEN SPACE des Faches Kunst zeigt aktuell eine Arbeit des chinesischen Künstlers Ai Weiwei. „Safety Jackets Zipped the Other Way“ ist ein Multiple, welches Ai Weiwei in Kooperation mit der Baumarktkette Hornbach realisiert hat. Die Arbeit ist mehrteilig und besteht aus einzelnen Warn- bzw. Schutzwesten, die durch Reißverschlüsse miteinander verbunden sind. Die Kunstbetrachter sind aufgefordert, die Kleidungsstücke nach den Anweisungen des Künstlers neu miteinander zu kombinieren und zu arrangieren. Die ursprüngliche Bedeutung der Alltagskleidung wird dadurch zerstört und erhält durch das bewusste Eingreifen, Verändern und Präsentieren im Schauzusammenhang eine neue Funktion. Durch Legen oder Hängen transformiert sie hier in eine weiche und zugleich temporäre Skulptur, die zum Betrachten, Erkunden und Berühren einlädt.

Der chinesische Künstler Ai Weiwei, 1957 in Bejing geboren, begann seine künstlerische Arbeit Ende der 1970er Jahre, in der Umbruchzeit, die Chinas Abschied vom Maoismus bedeutete. Von 1983 bis 1993 lebte er in New York. Nach seiner Rückkehr 1993 nach China spielte er eine zentrale Rolle in der alternativen Kunstszene. Durch seine Teilnahme an der documenta 12 in Kassel (2007) mit zwei Großinstallationen „Fairytale“ und „Template“ und weitere Einzelausstellungen in den USA und in Kanada, aber auch in München (So Sorry, 2009) und Berlin (Evidence, 2014) wurde er auch im Westen bekannt. Kennzeichnend für seine installativen Arbeiten ist das Aufgreifen und die ständige Weiterentwicklung von aktuellen gesellschafts-politischen Themen und die kritische Auseinandersetzung mit Chinas Tradition und Gegenwart. Dinge und Materialien des Alltags wie Stühle, Töpfe, Gefäße oder Fahrräder bilden sein künstlerisches Basismaterial. Durch seine Internetpräsenz ab 2005 wurde er zu einem internationalen Weltstar der Kunst; seine Biografie ist seither immer auch Thema und Motiv in seinen Werkserien und begehbaren, medialen Rauminstallationen, wodurch der Betrachter zum Komplizen des Künstlers wird.

„Safety Jackets Zipped the Other Way“ knüpft an Konzept und Idee des Readymade an, womit der Künstler sich in die Tradition von Dadaismus, Arte Povera und Aktionskunst, von Kurt Schwitters, Marcle Duchamp und Joseph Beuys stellt. Ai Weiwei verwandelt sein Leben in Kunst, wendet die Dinge, die er findet oder Ereignisse, die ihm wiederfahren in künstlerische Statements. Dabei spielt er besonders mit der Rhetorik des Materials und seinem kulturellen Herkunftsrahmen. Ihm geht es weniger um Perfektion und Utopie, sondern vielmehr um Partizipation, Prozess und Befreiung durch Entwertung. Die im OPEN SPACE ausgestellte Arbeit macht diese Aussagen erfahrbar und ergänzt diese um Fragestellungen zu Originalität, Aura und Handwerk.

Der OPEN SPACE (Silo der Universität Paderborn, S1.100, Warburger Str. 100, 33098 Paderborn) ist in der Woche zwischen 10 Uhr und 18 Uhr geöffnet. Die Präsentation, zu der wir herzlich einladen und auffordern, sich aktiv zu beteiligen, läuft vom 02.03.2020 bis zunächst dem 25.04.2020 und geht dann in das kuratorische Projekt „Fantasie und leere Räume“ (Prof. Dr. Sabiene Autsch) über.

 

Kontakt: Dr. Tim Pickartz / Prof. Dr. Sabiene Autsch (Kunst/Kunstgeschichte und ihre Didaktik),

Tel. 05251-60-2985/-3572

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