Am Dienstag, den 17. November 2026, um 20.00 Uhr findet im LWL-Museum in der Kaiserpfalz die gemeinsame Vortragsveranstaltung des Historischen Instituts der Universität Paderborn und des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Paderborn, statt. Sprechen wird Frau Prof. Dr. Claudia Garnier (Vechta) zum Thema "Der „edle Tod“ und seine Folgen. Zum Verhältnis von Heiligkeit und Gewalt im 13. Jahrhundert".
Heiligkeit und Gewalt waren seit den Anfängen des Christentums eng miteinander verbunden. Während zunächst das Martyrium als anerkannter Weg zur Heiligkeit galt, verlor der „edle Tod“ im Verlauf des Mittelalters zunehmend an Bedeutung für den Heiligenkult. Mit der Christianisierung Europas trat der Tod für den Glauben als Grundlage der Verehrung im 13. Jahrhundert fast völlig zurück. Zudem hatte sich an der Kurie ein formales Kanonisationsverfahren etabliert, das die Heiligsprechung regulierte und nur unter strengen Voraussetzungen zuließ.
Am Beispiel eines spektakulären Todesfalls des frühen 13. Jahrhunderts präsentiert der Vortrag, wie das Narrativ des „edlen Todes“ trotz dieser veränderten Rahmenbedingungen genutzt wurde, um das exponierte Schicksal eines Betroffenen für seine Verehrung als Heiliger zu instrumentalisieren: Als im November 1225 der Kölner Erzbischof Engelbert I. von Berg erschlagen wurde, setzten unter seinem Nachfolger intensive Bemühungen um seine Kanonisation ein. Sie dokumentieren zum einen, wie das Verhältnis von Heiligkeit und Gewalt im 13. Jahrhundert neu ausgehandelt wurde, und zeigen zum anderen, wie es das religiöse und politische Selbstverständnis der Kölner Kirche prägte.
Einlass ist ab 19:30 Uhr.