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Künstlerische Intervention beim Silo-Gebäude. David Kaller

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„Mai 68 – Paris – die Revolte und ihre Plakate“ - Plakatausstellung in der Universitätsbibliothek Paderborn

Am Mittwoch, 10. Oktober, 18 Uhr, wird im Eingangsbereich der Universitätsbibliothek Paderborn die Plakatausstellung „Mai 68 – Paris – die Revolte und ihre Plakate“ eröffnet. 

In 50 ausdruckskräftigen Plakatmotiven, von denen die meisten schon im Juni 1968 in einem Sammelband erschienen sind, sollen die damaligen Hoffnungen und Forderungen des Pariser Mai 1968 dokumentiert werden. Die Fächer Soziologie, Kunst und Zeitgeschichte der Universität Paderborn haben in Zusammenarbeit mit dem Institut Français Bremen hierfür eine seltene Auswahl dieser Plakate zusammengestellt. Den wesentlichen Anteil dieser Präsentation bildet die Leihgabe der antiquarischen Plakatsammlung von Prof. Dr. Jürgen Kühl (Bremen), die von ihm zur Verfügung gestellt wurde.

Die Ausstellung ist bis zum 11. November während der Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek zu sehen: Montag bis Freitag: 7.30 bis 24 Uhr, Samstag bis Sonntag: 9 bis 21 Uhr (an gesetzlichen Feiertagen geschlossen).

Weitere Informationen:

Paris vor 50 Jahren: Der Mai 1968 war in Frankreich eine Zeit der großen Freiheiten, Umwälzungen und Aufbrüche. Wie jede Revolte hatte Paris im Mai seine eigenen Parolen, Schlagwörter, Wortführer und Ikonen und vor allem seine Plakate – unverwechselbar, einzigartig in der Vielfalt der politischen Ästhetik und in der öffentlichen Wirkung. Der Stil und die immer antiautoritäre Botschaft waren das Ikonographische. Das Motto der Plakate des Mai 1968 in Paris: „L‘imagination a pris le pouvoir.“ („Die Phantasie hat die Macht ergriffen.“)

Fast durchgängig in monochromen Farbdruck erstellt, haben diese Plakate den Augenblick des Hier und Jetzt festgehalten: Es ist diese immer noch spürbare aggressive Expressivität, die in der Revolte dem weitestgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens die Probe auf Selbstverwaltung und Autonomie entgegenhielt. Es sind Plakate, die zwar in Serie produziert, aber dennoch in Einzelanfertigung als Siebdruck in Handarbeit erstellt wurden.

Entstanden sind fast alle Plakate als kollektive Politisierung der Kunst in der Ecole Nationale des Beaux-Arts. Als am 14. Mai 1968 diese Institution und die Sorbonne besetzt werden, entsteht daraus das „Atelier Populaire“ zusammen mit vielen weiteren Betriebsbesetzungen in ganz Frankreich.

Nicht nur Kunstschaffende und Studenten kreierten zusammen diese Plakate, sondern auch viele engagierte Arbeiter. Die Plakate waren fast nie signiert, sondern Ausdruck eines kollektiven Zorns, einer immer tagesaktuellen Antwort auf die Straßenkämpfe und die unerträgliche Gewalt der Polizei – sie wurden nicht in den Dienst der Revolte gestellt, sie waren die Revolte. Einige von ihnen sind von bekannten Künstlern und Karikaturisten geschaffen worden. Dennoch traten diese Künstler nur in ganz wenigen Fällen als Autoren an die Öffentlichkeit.

Verantwortliche: Dr. John Matina (Fach Soziologie), Prof Dr. Peter Fäßler (Arbeitsbereich Zeitgeschichte), Prof. Dr. Inga Lemke (Fach Kunst)

Veranstaltet von den Fächern Soziologie, Zeitgeschichte und Kunst der Fakultät für Kulturwissenschaften 

 

 

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