Digitale Medienplattformen haben den Zugang zu öffentlichen Informationen demokratisiert und den politischen Diskurs und Aktivismus verändert, sodass vielfältige Stimmen Gehör finden können. Digitale Medien sind zu einem mächtigen Instrument für Basisbewegungen und Bürgerjournalismus geworden. Dennoch hat die Verbreitung digitaler Medienplattformen neue Wege für die Verbreitung von Hassreden und spaltenden Ideologien eröffnet. Diese digitalen Räume dienen oft als Echokammern, die bestehende Vorurteile verstärken und Spannungen zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen verschärfen. Dies unterstreicht die Notwendigkeit umfassender Forschung und politischer Maßnahmen, um den Einfluss digitaler Medien auf die Verschärfung ethnischer Konflikte und die Förderung von Gewalt anzugehen. Diese Studie untersucht den Einfluss digitaler Plattformen auf Hassreden und Polarisierung in Äthiopien und im Sudan, wobei der Schwerpunkt auf den Plattformen Facebook und YouTube liegt. Sie untersucht die Verbreitung von Hassreden in Äthiopien und im Sudan, die Faktoren, die zur ethnischen Polarisierung beitragen, und ob die durch digitale Medien verursachte Polarisierung in beiden Ländern zu ethnischer Gewalt führt. Als theoretischer Rahmen dienen die Sozialidentitätstheorie und van Dijks ideologisches Quadrat zur Erklärung der Polarisierung. Diese Studie verwendet eine gemischte Forschungsmethode, die kritische Diskursanalyse (CDA) und Inhaltsanalyse umfasst. Die Ergebnisse der Studie können zur Gestaltung von Programmen zur Förderung der digitalen Kompetenz und von Gemeinschaftsinitiativen beitragen, die den interethnischen Dialog und das gegenseitige Verständnis in Äthiopien und im Sudan fördern.