Fun­ny Fi­gu­res - fünf­ter Boys’ Day im Fach Mo­de - Klei­dung - Tex­til an der Uni­ver­si­tät Pa­der­born

„Häkeln tut nur meine Oma! Und Nähen ist nur was für Mädchen!“ - Gender-Vorurteile und traditionelle, dichotome Denkweisen begleiten und beschäftigen die Inhalte des Faches Mode - Kleidung - Textil seit Jahrzehnten. Um genderbehaftete Klischeevorstellungen abzubauen und die Vielseitigkeit des Faches aufzuzeigen, öffneten wir am 23.04.26 zum fünften Mal das Fach für Schüler der umliegenden Schulen im Rahmen des Boys’ Day.

Zehn Schüler im Alter von 12 bis 15 Jahren näherten sich praktisch, kreativ und emotional Themen des Faches. Dem Oberthema ‚Funny Figures - Formen werden lebendig‘ folgend entwarfen die Schüler Motive und Druckvorlagen für einen individuellen Druck auf ein T-Shirt und/oder einer Tasche. Dabei experimentierten sie mit geometrischen Formen, entwickelten ihr eigenes Motiv und übertrugen dieses auf Druckvorlagen und Siebe. Im nächsten Schritt erprobten sie den textilen Siebdruck bis sie schlussendlich alle zu einem eigenen gelungen Druck kamen.

Sie hatten damit nicht nur die Möglichkeit, kreativ und gestalterisch eine neue Technik kennen zu lernen, sondern setzten sich auch kritisch mit Mustern von Weiblichkeit auseinander. Nach fünf Stunden ästhetischer Forschung zu Formen, Farben und Druckweisen in unseren Fachräumen und dem Erlernen einer neuen Technik (keiner der Schüler hatte bis dato gedruckt) ging kein Schüler mit Vorurteilen bezüglich traditioneller Handarbeitstechniken nach Hause, sondern mit einem offenen Blick auf Mode, Kleidung und Textil, der über das häusliche und oft noch Großmutter behaftete Verständnis von Stricken, Häkeln und Co. hinausgeht.

 

Konzipiert und durchgeführt wurde die Veranstaltung im Arbeitsbereich Kulturvermittlung/Didaktik des Textilen von Nina Lindlahr und Dr. Sybille Wiescholek. Begleitet und unterstützt wurde sie zudem von der Lehramtsstudentin Pia Lünnemann, die währenddessen vielschichtige didaktisch-methodische Praxiserfahrung sammeln konnte.

 

Ansprechpartnerinnen: Nina Lindlahr, Dr. Sybille Wiescholek