SILOGESPRÄCHE
»Über’s Wetter reden...- Interferenzen. Realitäten. Atmosphären« – Marijke Lukowicz und Sophia Trollmann (Künstlerische Leiterin und Ko-Kuratorin, Tatort Paderborn 2025)
Sommersemester 2025
Dienstag, 20.05.2025, 18-20 Uhr (s.t.)
Uni Paderborn / SILO / Atelier S1.100 (HYBRID: Vor Ort und Zoom)
Im Format der „Silogespräche“ wird in diesem Semester die Kooperation zwischen der Stadt, dem Ausstellungsprojekt „Tatort Paderborn“ und dem Lehrstuhl „Kunstgeschichte und ihre Didaktik“ aufgespannt und fortgesetzt.
Prof. Dr. Sabiene Autsch lädt am 20. Mai um 18 Uhr in das Silo des Faches Kunst ein, um gemeinsam mit den Kuratorinnen, Marijke Lukowicz und Sophia Trollmann, über die aktuelle Ausgabe „Der Fluss bin ich – Eine Ausstellung an der Pader“ zu sprechen. „Tatort Paderborn“ zeigt ortsspezifische Präsentationen zeitgenössischer Kunst im Paderborner Stadtzentrum. Die Reihe wurde vor rund 18 Jahren zunächst als „Tatort Paderborn 2007“ begründet und setzte sich in der ersten Ausgabe mit den verwobenen Spuren „Irdischer Macht und Himmlischer Mächte“ auseinander. 2014 hinterfragte das Kunstprojekt städtebauliche Aspekte der bundesdeutschen Eigenart „Fußgängerzone“ und nahm damit auch psychologische und soziologische Aspekte in den Blick. Die Kuratorinnen des aktuellen Ausstellungsprojekts, das vom 28. Juni bis zum 5. Oktober zu sehen sein wird, sprechen im Rahmen der Silogespräche über ihre kuratorische Konzeption. Dabei stellen sie die Besonderheiten ihrer Arbeit an und mit dem Stadtfluss Pader heraus, der als thematischer Ausgangspunkt und als Ausstellungsraum dient. Ein Ausstellungsprojekt im urbanen Raum ist immer auch ein Wagnis: Es ist zeitintensiv, abhängig von aufwändigen Genehmigungsverfahren und gesetzlichen Regelungen, von umfassenden Kostenkalkulationen, kaum bis gar nicht planbaren topografischen und klimatischen Bedingungen usw. Und was ist mit der Kunst? Was mit den ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern, die sich in prozesshafter und vielfach ortsspezifisch-kollaborativer Arbeit auf einen ihnen oftmals unbekannten Raum einlassen? Ein Raum, der eine eigene Gestalt besitzt, in der sich Gegenwart und Geschichte, Erwartungen und Erfahrungen treffen, der geschützt und ungeschützt ist und insbesondere mit Blick auf den Paderfluss zudem eine eigene dynamische Qualität besitzt, was vom künstlerischen Denken und Handeln eine immense Flexibilisierung und hohes Engagement einfordert. Der Fokus des Gesprächs ist dabei insbesondere auf die ortsspezifischen künstlerischen Neuproduktionen gerichtet sowie auf die Rolle der Vermittlung einer Ausstellung im öffentlichen Raum. Die Kuratorinnen berichten von diesen besonderen Herausforderungen und Entwicklungen, die auch die kuratorische Arbeit verändert.
Zu den Personen
Marijke Lukowicz (*1986 in Berlin) ist Kunsthistorikerin und Kuratorin mit dem Schwerpunkt Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Sie studierte Kunstgeschichte, Mittlere Geschichte und Klassische Archäologie an der Universität Münster und der Suor Orsula Benincasa in Neapel. Von Dezember 2018 bis April 2025 betreute sie das Projekt Emscherkunstweg als Kuratorin bei Urbane Künste Ruhr. Aktuell ist sie außerdem im Tandem mit Sophia Trollmann Mediatorin für die Gesellschaft
der Neuen Auftraggeber im Projekt Tanz und Performance im Bürgerauftrag. Von April 2023 bis Juli 2024 war sie Netzwerkmanagerin für das Netzwerk der RuhrKunstMuseen beim Regionalverband Ruhr (RVR) tätig. Zwischen 2013 und 2017 arbeitete sie am LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster. Dort kuratierte sie unter anderem die Ausstellung Unerwartete Begegnungen gemeinsam mit Dr. Tanja Pirsig-Marshall sowie in Kooperation mit dem Westfälischen Kunstverein die Ausstellungsreihe RADAR. Als stellvertretende Kuratorin für Gegenwartskunst betreute sie insbesondere die Öffentliche Sammlung des Museums im Stadtraum während der Skulptur Projekte 2017 und kuratierte die Ausstellung zum Konrad-von-Preis 2016 Andreas Siekmann. Aufzeichnungen aus einem postfaktischen Zeitalter. Marijke Lukowicz ist Mitglied im Beirat des Westfälischen Kunstverein sowie im Kunstbeirat der Landeshauptstadt Kiel. Sie nahm bereits an zahlreichen Jurys und Wettbewerbsverfahren im Bereich Kunst-am-Bau teil.
Sophia Trollmann (*1984 in Dachau) hat „Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis“ mit dem Schwerpunkt auf bildende Kunst in Hildesheim und Valencia studiert. Sie arbeitet als Kuratorin und entwickelt Formate kultureller Teilhabeprozesse. Ihre Erfahrungen zieht sie aus jahrelanger Arbeit an der Schnittstelle von Kunstproduktion, Kuratorischer Arbeit und Vermittlung. Als Mediatorin im Modell Neue Auftraggeber arbeitet sie seit 2020 unter anderem in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen und setzt gemeinsame mit Bürger*innen-Initiativen und Künstler*innen Kunstwerke im öffentlichen Raum um. Von 2018–2020 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei den Staatlichen Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, im Bereich Bildung/Vermittlung/Besucherdienste tätig. Im Rahmen der Skulptur Projekte 2017 hat sie als kuratorische Assistentin zahlreiche Projekte im öffentlichen Raum realisiert. Bei der dOCUMENTA(13) war sie als Worldly Companion in der Kunstvermittlung tätig. Von 2013 bis 2015 arbeitete sie zunächst als Volontärin und später als Kuratorin am Museum für Neue Kunst in Freiburg und kuratierte dort die Ausstellung Performing Change der Künstlerin Mathilde ter Heijne. Seit 2024 berät sie Kommunen beim Aufbau und der Absicherung von kulturellen Bildungsnetzwerken im Rahmen von K2-Beratungen.
Konzept: Prof. Dr. Sabiene Autsch (Kunst/Kunstgeschichte und ihre Didaktik), Prof. Max Schulze (Malerei).