"Kurz vor und 1800 und besonders während der Befreiungskriege verbreitete sich eine andere Sicht auf das heimische Mittelalter, das sich besonders auf die alten Kirchen und Burgen bezog. Die einen sahen in ihnen ein Sinnbild des (deutschen) Staates, der einst geherrscht hatte und nun wieder – am liebsten mit einer Verfassung ausgestattet – zu neuer Blüte kommen sollte. Die anderen dagegen begriffen sie als Zeugen einer langen Tradition und Herrschaft.
Das Bemühen um das eigene bauliche Erbe führte zu ersten Denkmalschutzgesetzen. Damals wurden auch Standards in der Denkmalpflege und Bauforschung festgelegt, die in den Grundzügen noch heute gelten. Anhand ausgewählter Beispiele beleuchtet der Vortrag die Sicht des 19. Jahrhunderts auf das mittelalterliche Erbe.“
Dr. Rüdiger von Schnurbein