Deutsche Lit­er­at­ur der Ge­g­en­wart

Die Le­­sungs­­re­i­he "Deut­sche Li­te­ra­tur der Ge­­gen­wart" des In­sti­tuts für Ger­ma­nis­tik und Ver­glei­chen­de Li­te­ra­tur­wis­sen­schaft der Uni­ver­si­tät Paderborn findet in jedem Wintersemester statt und hat im Laufe der letzten Jahrzehnte bereits mehr als 200 re­nom­mierte Ge­gen­warts­au­tor­in­nen und -au­to­ren nach Paderborn geführt. Die unten genannte Poetik­do­zen­tur er­wei­tert und er­gänzt die­ses An­ge­bot. 

In­­for­­ma­­tio­­nen zu den ein­­ge­­la­­de­nen Au­to­rin­nen und Au­to­ren fin­­den Sie immer ab Sep­tem­ber eines Jahres auf die­ser Sei­te so­wie in der zum Download be­reit­ge­stell­ten Hand­­rei­chung.

Die nachfolgende Übersicht der Lesungen im WS 2023/2024: HIER ALS PDF-DATEI).

Überblick über die Le­sun­gen des WS 2023/2024

Montag
16.10.23

16:15
Uhr

Hörsaal G

Andrea Maria Schenkel liest aus ihrem neuen Roman „Der Erdspiegel“. 

Andrea Maria Schenkel: geb. 1962 in Regensburg. Ihr 2006 erschienener Debütroman „Tannöd“, dessen Handlung auf einem ungeklärten Mordfall aus dem Jahr 1922 basiert, erschien in 20 Sprachen und wurde für die Theaterbühnen und das Kino adaptiert. Sie lebt als freie Autorin in der Nähe von Regensburg und in Westchester bei New York. An letzterem Ort hat sie kürzlich ein Masterstudium beendet und beginnt noch 2023 ein Ph.D.-Studium in Vergleichender Literaturwissenschaft. Sie unterrichtet außerdem am Bronx Community College und an der OTH Regensburg.

Bislang erschienen „Tannöd“ (2006), „Kalteis“ (2007), „Bunker“ (2009), „Weißer Schnee, rotes Blut. Mörderisch gute Weihnachtsgeschichten“ (2010), „Finsterau“ (2012), „Täuscher“ (2013), „Als die Liebe endlich war“ (2016)und „Der Erdspiegel“ (2023).

Für Ihre Texte erhielt sie u.a. zweifach den Deutschen Krimi-Preis (2007, 2008), den Corine-Weltbild-Leserpreis (2007), den Martin Beck Award für den besten internationalen Kriminalroman (2007) sowie den Schwedischen Krimipreis.

Montag
23.10.23

16:15
Uhr

Hörsaal G

Feridun Zaimoglu liest aus seinem neuen Roman „Bewältigung“.

Feridun Zaimoglu: geb. am 4. Dezember 1964 im anatolischen Bolu (Türkei), aufgewachsen als Kind einer Gastarbeiterfamilie in Deutschland, 1984 Studium der Humanmedizin in Bonn, das er nach dem Physikum abbrach, um ab 1985 in Kiel Kunst zu studieren. 1998 wurde er Gründungsmitglied des Zusammenschlusses „Kanak Attack“ (geht zurück auf Zaimoglus „Kanak Sprak“). 1999/2000 erhielt er ein Engagement als Theaterdichter am Nationaltheater Mannheim, 2004 eine Gastprofessur an der Freien Universität Berlin, 2007 die Poetikdozentur der Universität Tübingen und 2016 eine Ehrenprofessur des Landes Schleswig-Holstein. Im WS 2020/2021 hatte er die 39. Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schrifsteller inne und im SoSe 2023 die Brüder-Grimm-Poetikprofessur der Universität Kassel. Zaimoglu lebt als freier Schriftsteller, Journalist, Maler und bildender Künstler in Kiel.

Bislang hat er u.a. folgende Werke veröffentlicht: „Abschaum – Die wahre Geschichte von Ertan Ongun“ (1997), „Koppstoff“ (1999), „Liebesmale, scharlachrot“ (2000), „Von der Kunst der geringen Abweichung“ (2007), die Stücke „Othello“ (2003), „Lulu live“ (2005) „und „Alpsegen“ (2011) sowie die Romane „Leinwand“ (2003), „Leyla (2006), „Liebesbrand“ (2008), „Hinterland“ (2009), „Isabel“ (2014), „Siebentürmeviertel“ (2015), „Evangelio. Ein Luther-Roman“ (2017), „Die Geschichte der Frau“ (2020) und „Bewältigung“ (2023); zusammen mit Norbert Otto Eke hat er 2022 veröffentlicht: „Durchdrungenheit. Texte und Gespräche“ (im Verlag Königshausen & Neumann).

Zaimoglu erhielt vielfältige Auszeichnungen, so etwa den Ingeborg-Bachmann-Preis der Jury für „Häute“ (2003), das Villa-Massimo-Stipendium (2005), den Grimmelshausen-Preis für „Leyla“ (2007), den Belletristik-Corine-Preis für „Liebesbrand“ (2008), den Kulturpreis der Landeshauptstadt Kiel (2010), den Preis der Literaturhäuser (2011), den Berliner Literaturpreis (2016), eine Nominierung zum Deutschen Buchpreis (2017, „Evangelio“), eine Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse (2019, „Die Geschichte der Frau“).

Montag
30.10.23

16:15
Uhr

Hörsaal G

Emanuel Maeß liest aus seinem neuen Roman „Alles in allem“.

Emanuel Maeß: geb. 1977 in Jena, aufgewachsen in Südthüringen, Studium der Politologie und Literaturwissenschaft in Heidelberg, Wien und Oxford. Er lebt als freier Schriftsteller in Berlin.

Sein Debütroman „Gelenke des Lichts“, der in der ländlichen DDR spielt, wurde zum Bestseller und fand u.a. dank seiner starken Bildsprachlichkeit in der Presse Anklang. Das Erstlingswerk über die Liebe eines Theologen zu einer Künstlerin gelangte auf die Longlist des deutschen Buchpreises, wurde mit dem Mara-Cassens-Preis (2019) ausgezeichnet und für den Franz-Tumler-Literaturpreis nominiert. Maeß‘ zweiter Roman „Alles in allem“ erschien zu Anfang dieses Jahres und handelt wie sein literarisches Debüt gleichermaßen von Liebe und Spiritualität.

Montag
06.11.23

16:15
Uhr

Hörsaal G

Markus Orths liest aus seinem neuen Roman „Mary & Claire“.

Markus Orths: geb. 1969 in Viersen am Niederrhein, Studium der Philosophie, Romanistik und Anglistik in Freiburg im Breisgau, 1997 Erstes Staatsexamen für Lehrämter. Im WS 2016/2017 hatte er die 36. Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller inne und im SoSe 2018 die 31. Bamberger Poetikprofessur. Markus Orths lebt als freier Schriftsteller in Karlsruhe.

Orths hat bereits zahlreiche Werke veröffentlicht, darunter die Romane „Corpus“ (2002), „Lehrerzimmer“ (2003), „Catalina“ (2005), „Das Zimmermädchen“ (2008), „Die Tarnkappe“ (2011), „Alpha & Omega – Apokalypse für Anfänger“ (2014), „Max, sechs Frauen, sechs Lieben, ein Jahrhundert“ (2017), „Picknick im Dunkeln“ (2020), „Mary & Claire“ (2023) und „Der Pastor und das letzte Hemd“ (erscheint Nov. 2023) sowie die Erzählbände „Schreibsand“ (1999), „Fluchtversuche“ (2006) und „Irgendwann ist Schluss“ (2013); ferner u.a. die Kinderbücher „Billy Backe aus Walle Wacke“ (2015), „Das Zebra unterm Bett“ (2015) und „Crazy Family: die Hackebarts räumen ab!“ (2023); darüber hinaus die Hörspiele „Im Séparée“ (2011) und „Lovegames“ (2013). Auch war er Mitherausgeber der Literaturzeitschrift „Konzepte“ (1999-2003).

Markus Orths erhielt für sein Werk zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien, darunter: „open mike“ der literaturWERKstatt Berlin (2000), Förderpreis des Landes NRW (2003), Stipendium des Lit. Colloquiums Berlin (2004), Telekom-Austria-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb (2008), Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg (2009), Phantastikpreis der Stadt Wetzlar (2011), Deutscher Science-Fiction-Preis (2015), Jahresstipendium des deutschen Literaturfonds (2019).

Montag
13.11.23

16:15
Uhr

Hörsaal G

ULRDoron Rabinovici liest aus seinem neuen Roman „Die Einstellung“.

Doron Rabinovici: geb. am 2. Dezember 1961 in Tel Aviv, siedelte 1964 mit seiner Familie nach Wien über, wo er heute als Schriftsteller, Historiker und Essayist lebt. Studium der Geschichte, Ethnologie, Medizin und Psychologie an der Universität Wien und ebd. Promotion (2000). In den 1980er Jahren gründete er den „Wiener Freundeskreises der israelischen Friedensbewegung Friede Jetzt“, und ab 1986 engagierte er sich gegen Antisemitismus und Rassismus im „Republikanischen Club“. Als Wissenschaftler forschte er insbesondere über die Israelitische Kultusgemeinde Wien während der nationalsozialistischen Vernichtung. Im WS 2011/2012 hatte er die 30. Paderborner Gastdozentur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller inne.

Rabinovici publizierte u.a. folgende Werke: „Suche nach M.“ (1997), „Ohnehin“ (2000), „Der neue Antisemitismus. Eine globale Debatte“ (2004), „Andernorts“ (2010), „Herzl Reloaded – kein Märchen“ (2016), „Die Außerirdischen“ (2017), „‚Alles kann passieren!‘ Ein Polittheater“ (2018), „Neuer Antisemitismus? Fortsetzung einer globalen Debatte“ (2019), „I wie Rabinovici: Zu Sprachen finden“ (2019) und „Die Einstellung“ (2023).  

Für seine Werke wurde Doron Rabinovici bisher u. a. mit folgenden Preisen bzw. Ehrungen versehen: 3sat-Preis des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs (1994), Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik (1997), Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg (2002), Willy und Helga Verkauf-Verlon Preis des DÖW für österreichische antifaschistische Publizistik (2007), Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln (2015), Rosa-Jochmann-Plakette (2017), Österreichisches Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst (2022); seit 2018 ist er Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur.

Montag
20.11.23

16:15
Uhr

Hörsaal G

Eva Christina Zeller liest aus „Unterm Teppich. Roman in 61 Bildern“.

Eva Christina Zeller: geb. 1960 in Ulm, Studium der Philosophie, Germanistik, Theaterwissenschaft und Rhetorik in Berlin und Tübingen. Seit 1981 ist sie freie Autorin und Dozentin für kreatives Schreiben der Universität Tübingen.

Zeller hat zahlreiche Gedichte, einen Prosaband, ein Theaterstück und eine wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht, so etwa (in chronologischer Abfolge): „Wort-Bilder. Gedichte“ (1981), „Das Meer kennt kein Meer. Gedichte“ (1985), „Ingeborg Bachmann: Der Fall Franza“ (wissenschaftliche Publikation, 1988), „Folg ich dem Wasser. Gedichte“ (1988), „Stiftsgarten, Tübingen. Gedichte“ (2002), „Mütter. Gedichte“ (2006), „Liebe und andere Reisen. Gedichte“ (2007), „Die Erfindung deiner Anwesenheit. Gedichte“ (2012), „An die Arbeit“ (Theaterstück, Uraufführung 2012), „Auf Wasser schreiben. Gedichte“ (2016), „Proviant von einer unbewohnten Insel. Gedichte“ (2020) und „Unterm Teppich. Roman in 61 Bildern“ (2022).

Ihre Publikationen wurden mit zahlreichen Preisen und Aufenthaltsstipendien ausgezeichnet, darunter: Preis der Bundesakademie Wolfenbüttel 2009 für ihren Theatermonolog „An die Arbeit“ (2009), Ledig-Rowohlt Foundation, Chateau Lavigny (2012), Venedig-Stipendium des Kulturstaatsministeriums (2014), Brechthaus, Svendborg, Dänemark (2016), Bergman Estate, Farö, Schweden (2017), Cill Rialaig Arts Centre, Ballinskelligs, Co. Kerry, Irland (2019), Ventspils International Writers and Translators House Ventspils, Lettland (2020), Akademiepreis der Akademie für gesprochenes Wort zum Wettbewerb „Wächst das Rettende auch?“ zur Coronakrise (2021).

Montag
27.11.23

16:15
Uhr

Hörsaal G

Birgit Weyhe liest aus ihrer Graphic Novel „Rude Girl“.

Birgit Weyhe: geb. 1969 in München, aufgewachsen in Ostafrika, Studium in Konstanz und Hamburg, 1997 Masterabschluss in Deutschsprachiger Literatur und Geschichte. Sie ist Graphic Novel Artist und ihre Comics werden u.a. auch in Japan gelesen.

Zu ihren bisherigen Publikationen gehören neben zahlreichen Shortcomics die Graphic Novels „Ich weiss“ (2017), „Reigen (2011)“, „Im Himmel ist Jahrmarkt“ (2013), „Madgermanes“ (2016), „German Calendar, no december“ (2018), „Unterm Birnbaum“ (2019), „Lebenslinien (2020)“ und „ Rude Girl“ (2022).

Sie erhielt für ihre Comics u.a. den Comicpreis der Berthold-Leibinger-Stiftung (2015, „Madgermanes“), den Max-und-Moritz-Preis für den besten deutschsprachigen Comic (2016), die Auszeichnung als beste deutschsprachige Comic Artist des Comic Salon Erlangen (2022) sowie eine Nominierung für den Preis der Leipziger Buchmesse (2023, „Rude Girl“). Nicht zuletzt wurden ihre Werke immer wieder ausgestellt, und sie hielt seit 2012 verschiedene Gastvorlesungen an Universitäten in Deutschland, in den USA und am Goethe-Institut.

Gastdozen­tur für Schrift­s­teller­innen und Schrift­s­teller

An die Le­sungs­rei­he "Deut­sche Li­te­ra­tur der Ge­gen­wart" an­ge­bun­den fin­det je­weils die Gast­do­zen­tur für Schriftstellerinnen und Schriftsteller statt. Im Win­ter­se­mes­ter 2023/­2024 wird die­se von Jan Wagner abge­hal­ten werden. Weitere Informationen dazu finden Sie ab dem Spätherbst HIER.