Auf Burg Rothenfels im Spessart fand im Januar eine „Kulturhistorische Woche“ statt, die gänzlich der heutigen Region Flandern gewidmet war. Auf Einladung der Organisatoren hielt Jun. Prof. Yves Huybrechts am 24. und am 25. Januar zwei Vorträge. Im historischen Gewölbekeller beschäftigte er sich in einem ersten Vortrag mit der Geschichte der umkämpften südlichen Niederlande zwischen 1585 und 1815 und fragte, ob in dieser Region ein eigener „Staat“ vorhanden gewesen war. Im zweiten Vortrag untersuchte er die Verwendung des Begriffs „Flandern“ von der Wikingerzeit bis ins 21. Jahrhundert. Hierbei ging es auch um die Politisierung dieses Begriffes, die im 19. Jahrhundert anfängt und in unserer Zeit neuen Zwecken dient.
Zu dieser Veranstaltung begleitet wurde Jun. Prof. Huybrechts von Dr. Saskia Vandenbussche, der Geschäftsführerin des Belgienzentrums und Prof. Dr. Malte Prietzel, Mittelalterprofessor am Historischen Institut. Vandenbussche referierte auf Burg Rothenfels über moderne kulturwissenschaftliche Aspekte der Region Flandern, in Bezug auf flämische Literatur und Comics. Während der Tagung gab es auch noch spannende Beiträge über die belgische Politik von 1830 bis in die heutige Zeit, über das Leben in Brüssel sowie über die Musikkultur im 17. Jahrhundert (mit einer exklusiven Vorführung auf einer Kopie eines Antwerpener Cembalos) und über die historischen Verbindungen zur Kongokolonie.
Glücklich und zufrieden konnte Jun. Prof. Huybrechts im Anschluss berichten, dass diese Tagung für ihn, Prof. Prietzel und Dr. Vandenbussche ein großer Erfolg war. Huybrechts und Vandenbussche konnten beide intensive Gespräche und Diskussionen über „Flandern“ in Geschichte und Gegenwart führen und Werbung für die weitere Auseinandersetzung mit diesem Gebiet machen. Im Sommer werden die Teilnehmer nämlich eine Exkursion nach Flandern unternehmen und u.a. in Antwerpen, Brüssel, Gent und Brügge halten.