Vom 11. bis 13. März 2026 fand in Osnabrück die 22. Jahrestagung des Arbeitskreises für historische Religionspädagogik statt. Die Tagung stand unter dem Thema „Rassismus und Rassismuskritik. Historische Kipppunkte in der religionsbezogenen Bildung“. Sie wurde in Kooperation der Universitäten Paderborn und Osnabrück veranstaltet.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Frage nach markanten historischen Situationen beziehungsweise „Kippunkten“, an denen sich rassistisches Denken und rassistische Praktiken herausbildeten, verfestigten und schließlich in (religionsbezogenes) Bildungshandeln übersetzt wurden.
Hagen Salmen, Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kirchen- und Religionsgeschichte, analysierte exemplarisch antisemitische Motive in einem unveröffentlichten Lehrwerk des nationalsozialistischen Priesters und Religionslehrers Richard Kleine, das in den 1950er Jahren verfasst wurde. Seine Untersuchung ordnete er in den zeitgeschichtlichen Kontext ein, indem er die Darstellung des Antisemitismus in verschiedenen Ausgaben des Lexikons für Theologie und Kirche (LThK) aus den Jahren 1930, 1957 und 1993 vergleichend heranzog.
Prof. Dr. Jan Woppowa, Lehrstuhlinhaber für Religionsdidaktik, nahm Geschichtskonstruktionen in Glaubensbüchern des 19. Jahrhunderts aus einer antisemitismuskritischen Perspektive in den Blick. Seine Analyse zeigte dabei nicht nur historische Deutungsmuster auf, sondern machte auch Kontinuitäten sichtbar, die teilweise bis in die Gegenwart hineinwirken.