Grössl und Gei­gen­feind bei der AAR/SBL in Bo­s­ton, MA

 |  Biblische Theologie

Es ist eine gute alte akademische Tradition, dass in den Tagen vor Thanksgiving in den Vereinigten Staaten von Amerika die großen theologischen bzw. religionswissenschaftlichen Tagungen stattfinden. Und so war es auch 2025 wieder so weit, um das Annual Meeting American Academy of Religion (AAR) und der Society of Biblical Literature (SBL) durchzuführen. Veranstaltungsort war dieses Mal mit Boston, MA, an der amerikanischen Ostküste eine der geschichtsträchtigsten Städte der USA. 

Prof. Dr. Johannes Grössl vom Fachbereich Systematischen Theologie reiste bereits am 18. November an, um zuvor an der Jahrestagung der Evangelical Philosophical Society (EPS) teilzunehmen, bei der in einem Panel auch ein von ihm veröffentlichter Aufsatz zum Schöpfungsrisiko Gottes besprochen wurde. Vertr.-Prof. Dr. Matthias Geigenfeind, der in diesem Semester das Fach Neues Testament vertritt, reiste am 20. November 2025 an. Bei einer SBL-Session zu den synoptischen Evangelien stellte er seine Forschung zum Gerechtigkeitsdiskurs im Lukasevangelium vor. 

Die AAR, gegründet 1909, ist die größte wissenschaftliche Vereinigung zur akademischen Erforschung von Religionen in all ihren Facetten. Sie fördert den interdisziplinären Dialog zwischen Theologie, Religionswissenschaft, Philosophie und benachbarten Geistes- und Sozialwissenschaften. Ihr Jahrestreffen zählt zu den bedeutendsten internationalen Fachkonferenzen im Bereich der Religionsforschung: Es bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Studierende, Verlage und Interessierte aus aller Welt zusammen und bietet mehrere hundert Panels, Vorträge, Roundtables und Workshops zu aktuellen Themen der Religionsforschung.

Die SBL, gegründet 1880, wiederum ist die älteste und weltweit größte wissenschaftliche Gesellschaft, die sich der kritischen Erforschung der Bibel und biblischer Literatur widmet. Ihr Annual Meeting dient als zentrale Plattform für den internationalen Austausch in der Bibelwissenschaft: Sie versammelt Professuren und Studierende, Autorinnen und Autoren, Verlage, geistliche und wissenschaftliche Interessierte und umfasst ebenfalls Hunderte von Vorträgen, Workshops und Seminaren. 

Die Teilnahme an den theologischen Jahrestagungen bot Prof. Dr. Grössl und Vertr.-Prof. Dr. Geigenfeind eine wertvolle Gelegenheit, aktuelle Fragen der Systematischen Theologie bzw. der Exegese im interkulturellen und interdisziplinären Dialog neu zu reflektieren. Insbesondere eröffnet eine solche Reise in die USA das Potenzial, internationale Kooperationen zu knüpfen, Stimmen aus unterschiedlichen geographischen und konfessionellen Kontexten kennen zu lernen sowie Zugang zu den neuesten wissenschaftlichen Publikationen und Diskursen zu erhalten.

Foto: Prof. Dr. Johannes Grössl